David Lodge hat in seinem ebenso verstörenden wie bewegenden Roman "Wie bitte?" die Irrungen und Wirrungen eines schwerhörigen Professors beschrieben. Von Peter Münder
Read More Wie macht der Delphin?
Gute Laune ist oft schreikomisch, sollte aber in homöopathischen Dosen genossen werden: Auf Strecke geht diesem nach (Anti-)Pointen schnappenden Text schnell die Puste aus. Von Stefan Beuse
Read More Frankreich hat 2006 das preisgekrönte Debüt eines Seelenkundigen auf den Markt gebracht, jetzt liegt die deutsche Übersetzung vor. Laurent Quintreau beleuchtet in "Und morgen bin ich dran". Das Meeting eine Managersitzung und lässt dabei tief blicken. Von Senta Wagner
Read More Hierzulande konnte der finnische Autor Markku Ropponen noch nicht so recht Fuß fassen. 1997 erschien sein Roman Ein Mann verschwindet im Regen. Zwölf Jahre später bringt nun der Piper-Verlag Ropponens Reihe um den Detektiv Otto Kuhala auf den Markt. Der erste Teil zeigt gute Ansätze. Bleibt abzuwarten, ob die Folgebände dieses Versprechen einlösen können. Frank Rumpel ist eher optimistisch.
Read More „Nachlass zweier Massenmörder“ Die Mutter aller Schulmassaker: Zusammenstellung von Dokumenten aus den Gerichtsakten zur Tragödie an der Columbine Highschool im April 1999 Von Tina Manske Den Veröffentlichungstermin dieses Buches hätte der Eichborn Verlag Berlin besser nicht „treffen“ können. Das Rezensionsexemplar erreichte mich just an dem Tag, als in Winnenden ein durchgeknallter Jüngling 15 Menschen erschoss, beim ersten Durchblättern lief die Waiblinger Pressekonferenz im Fernsehen. Und es scheint nicht unwahrscheinlich, dass Tim K. die Protagonisten dieses „dokumentarischen Romans“ zu Vorbildern erkoren hatte. Ich bin voller Hass – und ich liebe es
Read More Die beiden Schachgenies Alexander Aljechin und Raoul Capablanca waren anfangs enge Freunde, dann erbitterte Gegner – Fabio Stassi beschreibt diese Rivalität und den mysteriösen Tod Aljechins in seinem Roman "Die letzte Partie". Von Peter Münder
Read More Das dritte Buch von Andrea Maria Schenkel, das war klar, würde es nicht leicht haben. Nichts mag man so wenig hierzulande wie Erfolg. Also sucht man das Haar in der Suppe mit der Lupe. Auch unser Kritiker hat auch das eine oder andere gefunden, findet aber, dass kleine Macken nicht unbedingt schädlich sein müssen. Ulrich Noller und ein beherztes „dennoch!“
Read More Eine Rezension, die leider zum Nachruf werden musste. Ein kleines in memoriam von Joachim Feldmann.
Read More Ein schöner Bildband und zwei kluge Textsammlungen zum Thema. Thomas Wörtche hat ein wenig geschwelgt.
Read More Laienspiel Christian Böhm mimt den Kriminalschriftsteller, sein Ermittler den Kriminalisten und die Regionalformel garantiert schon mal gar nichts. Ernüchterndes von Jörg von Bilavsky. Krimis aus Süddeutschland und Österreich haben schon seit geraumer Zeit Konjunktur. Man denke nur an die Bestseller des Allgäuer Autorenduos Klüpfel/Kobr oder an die „typisch“ austriakischen Texte von Haas, Wieniniger und Neuling Thomas Raab. Ihre Ermittler sind kauzig, schräg, immer eigen und eigensinnig. Das macht ihren Charme und ihren Erfolg bei den Lesern aus. Die Versuchung, im Windschatten dieser Erfolge eigene Erfolge zu feiern, indem man den
Read More Wer in unserem Land den Blick zum Himmel wandte, sah den Tod auf sich herabstürzen“ – auf ebenso außergewöhnliche wie beeindruckende Weise erzählt Rawi Hage in seinem Roman die Geschichte einer Freundschaft in Zeiten des libanesischen Bürgerkriegs. Von Karsten Herrmann
Read More Roger Smith, 1960 in Johannesburg geboren, arbeitet heute als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Kapstadt. Während der Apartheidjahre gründete er ein Künstlerkollektiv, das wegen seiner vielfältigen ethnischen Besetzung Widerstand in Südafrika, aber auch große internationale Beachtung erfuhr. Momentan schreibt Roger Smith an seinem zweiten, eigenständigen Roman. Der erste ist monströs. Monströs gut.
Ein Kauftipp vom Krimibuchhändler unseres Vertrauens, Christian Koch.
Read More Posted On März 15, 2009By Karsten HerrmannIn Bücher
"Das wilde Kind" ist eine anrührende Entwicklungsgeschichte, der allerdings ein gutes Ende verwehrt bleibt. Der Leser und die Leserin bleiben etwas ratlos mit der offenen Frage zurück, wie sie hätte glücken können. Von Karsten Herrmann
Read More Aufregender hätte man das Leben eines Rebellen nicht einmal erfinden können. Oswaldo Barreto Miliani, Deckname Otto, war nie weit, wenn die Linken dieser Welt eine Revolution planten. In seiner Heimat Venezuela griff er selbst zum Gewehr. Von Eva Karnofsky
Read More Robert Hültners Kajetan-Geschichten, die im Bayern der 20er Jahre spielen, sind unter den historischen Kriminalromanen hierzulande eine Klasse für sich. Der Neue ist da keine Ausnahme. Genau recherchiert, wunderbar stimmig erzählt. Voll des Lobes ist Frank Rumpel.
Read More Verbrecherischer Versager Das perfekte Verbrechen gibt es nicht, den perfekten Verbrecher erst recht nicht. Darüber hat Richard Stark ein spannendes Stück ironischer Kriminalliteratur geschrieben. Zu Donald E. Westlake alias Stark muss man nach den Feierlichkeiten der letzten Monate nichts mehr sagen. Aber sich einfach an einem frisch erschienen Roman nach dem altbewährten Strickmuster freuen, das soll man schon dürfen. So wie Jörg von Bilavsky Welch ein merkwürdiger Titel: „Keiner rennt für immer“. Aber er mutet gar nicht mehr so seltsam an, wenn man Richard Starks kurioser Verbrecherbande bis zum bitter-ironischen
Read More Joseph Wambaugh, der – wie sein deutscher Verlag völlig richtig verlauten lässt – als Begründer des modernen Polizeiromans gilt, brach mit dem Erscheinen von Hollywood Station im Jahr 2006 (in deutscher Übersetzung 2008) sein jahrelanges Schweigen und ist zurück auf seinem vertrauten Posten als „Grand Master“ der Copnovel.
Read More Der neue John Updike: Natürlich, ein Rezensent muss ein Buch aufmerksam zu Ende gelesen haben, bevor er darüber schreibt! Wirklich? Wir denken nein: Manchmal reichen auch die ersten Seiten. Stefan Beuse nährst sich Stewart O’Nans Roman Alle, alle lieben dich - ganz ohne ihn gelesen zu haben.
Read More „Rudower Arschloch“ Keidtel liefert seinen Helden, dem er so lange die Stange gehalten hat, in dieser Fortsetzung gnadenlos ans Messer, ärgert sich Tina Manske. Immerhin eines hat Matthias Keidtel schon geschafft: er hat ein eigenes Romangenre etabliert. Der hier vorliegende zweite Teil seiner „Trilogie des modernen Mannes“ ist die erste Veröffentlichung, die offiziell dem Genre „Holm-Roman“ zugeschrieben wird. Ein Holm-Roman, das ist ein Roman, der von Felix Holm handelt, so wie Ein Mann wie Holm (Zur Rezension vom 1. Oktober 2006), das Buch, das Keidtel mit einem Schlag berühmt und
Read More Die Machenschaften krimineller Finanzjongleure, den Tod eines Tierpräparators und das Attentat auf einen prominenten Großinvestor soll der Triestiner Kommissar Proteo Laurenti in Veit Heinichens sechstem Roman aufklären – und all das kurz vor Weihnachten. Peter Münder ist begeistert.
Read More Wie war die Welt 1965? Liest man Lawrence Blocks Roman Falsches Herz, darf man feststellen, das unsere heutigen Sauereien auch nicht sooo originell sind, wie die verursachenden Schweinebacken und die prustend kommentierenden Sittenwächter es gerne hätten. Was wiederum auf die Aufgabe von guter Kriminalliteratur aufmerksam macht, uns Leser darauf hinzuweisen, dass Verbrechen einfach dazu gehört. Joachim Feldmann ist seltsam zufrieden.
Read More Verraten und verkauft Man kann sie eigentlich nicht mehr lesen. Romane, die atmosphärisch vom kriminellen Dunst des zerstörten Nachkriegsberlin zehren. Wo sich Spione aus aller Herren Länder reihenweise über den Weg laufen, der Schwarzmarkt und das Geschäft mit der käuflichen Liebe blühen. Wo sich die Lebenswege von Menschen kreuzen, die sich besser nie begegnet wären. Aber genau auf dieses schaurig-historische Ambiente und das ebenso skrupellose wie verstörte Personal setzt der aus Tschechien stammende, vorübergehend in Berlin lebende und derzeit in Kanada residierende Dan Vyleta. Der Lude, die Hure, der Spion,
Read More Kaum jemand schreibt so unterhaltsam über Literatur wie der Schweizer Germanist Peter von Matt. Hier leuchtet nicht nur die Poesie, sondern auch ihre Deutung. Von Gisela Trahms
Read More Posted On März 2, 2009By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Neunzehn Geschichten aus zwölf verschiedenen Ländern erzählt uns Magris hier. Geschichten, von denen einige sehr kurz und trotzdem bewegend, lange nachhallend sind. Von Carl Wilhelm Macke
Read More Hinter Schlössern und Riegeln schlummert seit Jahren ein prächtiger Schatz aus der Nazizeit. Steffen Kopetzky schickt in seinem vierten Roman "Der letzte Dieb" seinen Helden auf die abenteuerliche Suche danach. Die Verlockungen des Verborgenen sind allzu süß, schon immer gewesen. Senta Wagner hat sich Ihnen hingegeben…
Read More In ihrem Roman Eat the Document versucht Dana Spiotta, den Widerstand der Sechziger mit dem Aufbegehren der Globalisierungskritiker zu verschränken, bleibt aber in einem glatten Oberflächenrealismus stecken, der kein widerständiges Bewusstsein zu entwickeln vermag. Von Jörg Auberg
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