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Posted On Januar 12, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

LIDIA AMEJKO: DIE VORSTADTHEILIGEN

Profane Erleuchtungen am laufenden Band – Am Ende seines Schöpfungsakts „spritzte der Herr das letzte bisschen Beton einfach auf ein abgelegenes Fleckchen Erde, als gerade keiner hinsah. So entstand unsere Siedlung“. So skurril der Anfang von Lidia Amejkos Debütroman „Die Vorstadtheiligen“ ist, so skurril und von überschäumender Fantasie ist auch sein Fortgang. Von Karsten Herrmann Ort dieser respektlosen Schöpfungsgeschichte ist eine polnische Plattenbausiedlung, die vom Rest der Welt scheint vergessen zu sein und in ihrem ganz eigenen Kosmos schwebt: „An zwei Orten wurde der Andrang quasi immer größer: in derRead More

Posted On Januar 12, 2011By Klaus KambergerIn Bücher, Litmag

BARBARA EHRENREICH: SMILE OR DIE

Husarenritt gegen Amerikas gefährliche Infantilismen – Die Journalistin Barbara Ehrenreich knüpft sich in ihrem neuen Buch „Smile or Die. Wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt“ die „Think-positive“-Verkünder vor und schildert und die wahrlich makabren Folgen dieser Bewegung. Von Klaus Kamberger Angela Merkels Neujahrsansprache, ganz sicher inspiriert vom viel beschworenen Weihnachtswunder, hat es gerade wieder belegt: Man muss nur an etwas glauben, dann ist alles (wieder) gut, die Krise weg, die Zukunft im Griff. Amerikas positive Denker machen es vor: Glaub nur fest daran, dass es aufwärts geht,Read More

Posted On Januar 12, 2011By Christiane GeldmacherIn Bücher, Litmag

ROLAND HEER: FUCKING FRIENDS

Nach den Sternen greifen – Es ist eine heikle Sache, wenn man an den Anfang seines Debütromans das Zitat eines berühmten Autors setzt. Und dann gleich Franz Kafka. Sein „Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen“ ist ein Klassiker, ganze Generationen von Schriftstellern haben das schon irgendwo mal gebracht. Damit legt man die Messlatte hoch. Kafkahoch. Von Christiane Geldmacher. Wir erinnern uns: Kafka ist einer der berühmtesten deutschsprachigen Schriftsteller. Okay, es gibt auch noch andere. Georg Büchner, Thomas Bernhard und Friedrich HölderlinRead More

Posted On Januar 8, 2011By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Sebastian Junger: War – Ein Jahr im Krieg

Im Osten nichts Neues – Verklärendes Helden-Epos oder Anti-Kriegsdokumentation? Kritische Überlegungen zu  Sebastian Jungers  Kriegsreportage „War“ aus dem umkämpften Afghanistan. Ein Essay von Peter Münder Den extremen Nervenkitzel vor einer entscheidenden Schlacht ließ schon Winston Churchill 1898, damals noch hoch zu Ross, intensiv auf sich wirken: „Ritten wir mitten hinein in Tausende von wartenden, wütenden aufständischen Wilden? Was würde uns oben auf dem Gipfel erwarten? Jetzt konnte jeder Schritt tödlich sein“, berichtete der Kavallerist und Kriegsreporter Churchill im September 1898 von der Schlacht im sudanesischen Omdurman, bei der 20 000Read More

Posted On Januar 8, 2011By Henrike HeilandIn Bücher, Crimemag

Håkan Nesser: Die Perspektive des Gärtners

Von einem, der auszog, ohne zu wissen warum – Kind entführt, Frau verschwunden, Detektiv beauftragt – und alles ist ganz anders. Kennt man? Ja. Ist trotzdem spannend. Nur diesmal anders spannend. Von Henrike Heiland Vor drei Jahren lebte der schwedische Schriftsteller Håkan Nesser in New York. Wenn man ihn während dieser Zeit im Gespräch erwischte, schwärmte er einem die Ohren von der Stadt voll. New York, beste Stadt der Welt, Wahnsinnslocation und so was. Folgerichtig lebt der ich-erzählende Protagonist aus „Die Perspektive des Gärtners“ (von dem der Umschlagtext fälschlich behauptet,Read More

Posted On Januar 8, 2011By Joerg von BilavskyIn Bücher, Crimemag

Elmore Leonard: Road Dogs

Clash of Characters – Kumpels im Knast müssen in der Freiheit keine bleiben. Elmore Leonard macht aus unzertrennlichen „Road Dogs“ coole Kontrahenten. Von Jörg von Bilavsky Leonards neuestes Kabinettstück hat gute Chancen auf den coolsten Krimi des neuen Jahres. Mit „Get Shorty“ oder „Out of Sight“ hat er mehrfach gezeigt, dass Schwerverbrecher und Schwerverbrechen nicht nur brutale, sondern auch höchst unterhaltsame Seiten besitzen. Und unterhaltsam heißt bei Leonard Spannung und Schmunzeln im Blick zu behalten. Vor allem aber Sympathien zu wecken für kriminelle Charaktere mit unkonventionellen Einstellungen und Verhaltensweisen. JackRead More

Posted On Januar 8, 2011By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Heute greifen für Sie zum Beilchen: Frank Rumpel (rum), Anna Veronica Wutschel (AVW) und Kirsten Reimers (KR). Wuchtiges Debüt: (rum) Ein wuchtiger, vielschichtiger und klasse geschriebener Roman über das von Gewalt geprägte Leben in einem fiktiven Arbeiterviertel Philadelphias. Dexter ist nah an seinen Figuren, hat ein sicheres Gespür für deren emotionale Befindlichkeiten und lässt einen immer wieder ein gutes Stück weiter in Abgründe und Sackgassen menschlicher Psyche blicken, als einem lieb sein mag. Selbst der immer wieder aufblitzende Humor ist bitter. „God’s Pocket“ war 1983 Dexters Debüt, das auch 27Read More

Posted On Dezember 18, 2010By Doris WieserIn Bücher, Crimemag

Raúl Argemí: Und der Engel spielt dein Lied

Verbrechen kennt keine Ideologie – „Wenn du auf die Welt kommst, greift ein Engel nach der Geige und spielt eine Melodie, nach der du dein Leben lang tanzen wirst. Immer dasselbe Lied. Bei deinen Geschäften, deinen Freunden, bei allem. […]. Der Geige des Engels entkommt keiner“ (S. 126). Zu allen Zeiten gibt es Verbrechen, in demokratischen Ländern genauso wie in sozialistischen oder in Diktaturen. Verbrecher finden immer und überall ihre Nische, arrangieren sich mit Polizei, Militär, Wirtschaftsbossen und Funktionären und scheren sich meist reichlich wenig um politische Ideologien oder ethischeRead More

Posted On Dezember 18, 2010By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – Heute choppen Henrike Heiland (HH), Frank Rumpel (rum) und Friedemann Sprenger (Frisp) Must-Have (HH) Doch, unbedingt. „Vatermord“ ist der sechste Fall für DCI Jordan und Profiler Hill, eignet sich aber auch für Quereinsteiger. Es geht um einen Serienkiller, um Jugendliche, die via soziale Netzwerke geködert werden, um politische Streitigkeiten – Revierpissen eigentlich – innerhalb der Bradforder Polizei. Jordan kämpft an allen Fronten, Hill darf diesmal nicht direkt am Fall mitmachen. Er wühlt dafür in seiner eigenen Vergangenheit rum, was an sich schon Stoff für ein Buch ist.Read More

Posted On Dezember 15, 2010By Henrike HeilandIn Bücher, Litmag

Thomas Hettche: Die Liebe der Väter

Auf der Suche nach dem großen Thema – Die deutschen ledigen Väter waren begeistert: Endlich schrieb mal jemand über ihre Gefühle! Und darüber, wie schwer sie’s haben, so als entrechtete Väter eben.  Aber geht’s im Roman wirklich darum? Von Henrike Heiland. Bei diesem Buch stand gleich mit seinem Erscheinen mehr das Thema Sorgerecht im Vordergrund als der Text selbst, von der Gesetzesänderung zugunsten lediger Väter, die fast zur gleichen Zeit stattfand, mal ganz abgesehen. Endlich, freute sich so mancher, endlich mal die Perspektive eines hilflosen Vaters, der nichts tun kannRead More

Posted On Dezember 15, 2010By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Marcel Maas: PLAY.REPEAT.

Der Sound einer neuen Generation – Mit „PLAY.REPEAT.“ hat der erst 23-jährige Marcel Maas ein bemerkenswertes Debüt geschrieben, in dem er jenseits konventioneller Genregrenzen mit Stilmitteln des Technos und der digitalen Medien ein literarisches Crossover zubereitet. Von Karsten Herrmann Als Protagonisten tauchen in diesem als „Prosa-Set“ gekennzeichneten Textwerk Carlos, Marlene, Lilly und ein Ich-Erzähler auf, dessen Ich weit entfernt ist von stiller Nabelschau. Dieses Ich ist auch kein klassisch auktorial erzählendes mehr, sondern ist durchdrungen und okkupiert von den verbalen und visuellen Bruchstücken der Konsum- und Medienkultur. Die Ich-Realität, dasRead More

Posted On Dezember 15, 2010By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Katharina Hartwell: Im Eisluftballon

Am Ende der Worte liegt ein Haus am See – Der Calwer Hermann-Hesse-Preis, mit dem herausragende Literaturzeitschriften ausgezeichnet werden, wurde in diesem Jahr an den poet verliehen. Erwachsen ist das Magazin aus dem Internetprojekt poetenladen, das erst seit 2005 existiert, aber die Literaturszene ungemein bereichert hat. Neben dem Magazin bringt der poetenladen-Verlag nun auch vermehrt Einzeltitel auf den Markt. Das gute Gespür aus der Magazinarbeit stellt das Team um Andreas Heidtmann auch hier unter Beweis. Noch druckfrisch ist Katharina Hartwells Erzählband „Im Eisluftballon“. Katharina Hartwell, geboren 1984 in Köln, studiertRead More
Die Banalisierung des Bösen – In „Antisemit!“ kommt Moshe Zuckermanns Verzweiflung über die israelische Politik genauso zum Ausdruck wie seine Empörung über die Instrumentalisierung des Antisemitismus zum herrschaftlichen Bekenntnis in Israel und Deutschland. Von Elfriede Müller Moshe Zuckermann legt in seinen Texten und Stellungnahmen immer Wert darauf, Kritik an den herrschenden Verhältnissen auf den jeweiligen Kontext zu beziehen. Sein 1998 erschienenes Buch „Zweierlei Holocaust: der Holocaust in den politischen Kulturen Israels und Deutschlands“ setzte ideologiekritische Maßstäbe für die Diskursanalyse israelischer und deutscher Gedenk- und Erinnerungspolitik. Zwölf Jahre später hat sichRead More

Posted On Dezember 15, 2010By Eva KarnofskyIn Bücher, Litmag

Alan Pauls: Geschichte der Tränen

Kopfgeburt – Es gibt Romane, für die bin ich wohl zu schlicht, um sie zu goutieren. Bleibt mir nur, den Hut zu ziehen vor den Kritikern, die aus ihnen die klügsten Dinge herauszulesen verstehen und sich bestens mit ihnen unterhalten, während ich mich gelangweilt, ja genervt von Seite zu Seite quäle. „Geschichte der Tränen“ des Argentiniers Alan Pauls ist ein solcher Roman. Von Eva Karnofsky Der Inhalt ist schnell erzählt. Ein namenloser Mann erinnert sich – und ein allwissender Erzähler gibt es in Fragmenten wieder – an Episoden seiner KindheitRead More

Posted On Dezember 15, 2010By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Stanley Moss: Gedichte

Lenin, Gorki und ich – Die große Gelassenheit des „grand old man“ Stanley Moss ist in jedem seiner „Gedichte“ spürbar – sie sind, in der Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger, ein wunderbares literarisches Geschenk. Von Carl Wilhelm Macke Zum Ende des Jahres hin, vornehmlich vor den Weihnachtstagen, werden jetzt wieder die üblichen Fragen an alle (noch) Bücher lesenden Menschen gestellt: Was war für Sie das Buch des Jahres, was war Ihre größte literarische Entdeckung, was war die wichtigste neue Stimme auf dem Literaturmarkt usw. usw. Obwohl man einige Vorbehalte gegenRead More

Posted On Dezember 11, 2010By Susanna MendeIn Bücher, Crimemag

Daniel Ammann: King of Oil – Marc Rich

Ein gefallener König – Sie gelten als verschwiegen und pressescheu und sind die Strippenzieher im weltweiten Kampf um wertvolle Ressourcen wie Erdöl, Bauxit und das immer begehrtere Koltan: Rohstoffhändler. Wie wertvoll deren Marktkenntnisse, Analysen und Beziehungen zu den jeweiligen Ländern sind, mit denen sie Handel treiben, zeigt die von dem Schweizer Journalisten Daniel Ammann spannend geschriebene und hervorragend recherchierte Biografie über Marc Rich, der wohl schillerndsten Figur der Branche im 20. Jahrhundert. Aus der Grauzone von big business und organized crime berichtet Susanna Mende. Rich kam mit seinen Eltern 1944Read More

Posted On Dezember 11, 2010By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Kurt Barcharz: Der zweitbeste Koch

Pandahäppchen – Nehmen wir mal an, ein durchgeknallter Koch beschließt, Eisbär Knut aus dem Berliner Zoo zu klauen und allerliebst zubereitet einer Herde devianter Gourmets zu servieren – no problem with me, aber stellen Sie sich das öffentliche Geschrei vor. Ähnliches muss sich Kurt Barcharz gedacht haben, weniger hinsichtlich Knuts als eines womöglich noch knuffigeren Pandabärchens, das man sieden, schmoren, braten … Na ja, Sie wissen schon … Aber das ist nur eine Idee unter vielen, vielen anderen seltsamen Gedankengängen, die uns Kurt Bracharz in seinem neuen Roman „Der zweitbesteRead More

Posted On Dezember 11, 2010By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Heute choppen für Sie: Kirsten Reimers (KR), Peter Münder (PM), Thomas Wörtche (TW) und Friedemann Sprenger (Frisp). Dreiundzwanzig, vierundzwanzig, fünfundzwanzig … (KR) Verstümmelte Frauenleichen in einer amerikanischen Kleinststadt – ganz klar: Da ist ein Serienmörder unterwegs. Linda Castillos Erstlingswerk hat ein beinah anrührend altmodisches Konzept, findet Kirsten Reimers. In einem verschlafenen Painters Mill im Staate Ohio wird in einer eisigen Winternacht die verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie trägt das Markenzeichen des sogenannten „Schlächters“: eingeritzte römische Ziffern. Zwei Jahrzehnte war der Killer nicht mehr aktiv. Kate Burkholder, seit kurzemRead More
Autos, Autos, Autos … – „Objekte im Rückspiegel sind oft näher, als man denkt“ – und ein Buch über Autos, das diesen Titel führt, ist kein bisschen so, wie man denkt. Oder dann doch: Denn schon Roland Barthes bestand in seiner Mutter aller kultursemiotischen Analysen mit Witz und in lesbarer Prosa darauf, gegen das sich überall manifestierende „Selbstverständliche“ zu opponieren. Nicht, dass Matthias Penzel gleichmal opponieren möchte – das kriegen wir später, auch da frei nach Barthes, nach der „Feinanalyse“. Aber eine Kulturgeschichte des Autos derart unsystematisch zu schreiben, umRead More

Posted On Dezember 8, 2010By Joerg AubergIn Bücher, Litmag

Philip K. Dick: Stimmen der Straße

Rasende Mitläufer aus der Vorstadt – In seinem zu Lebzeiten unveröffentlichten Roman „Stimmen der Straße“ versucht sich der Science-Fiction-Autor Philip K. Dick an der realistischen Beschreibung des von Paranoia und Bedrohung gezeichneten Lebensgefühls der 1950er-Jahre, scheitert aber an seinen zu hohen Ambitionen. Von Jörg Auberg Als Philip K. Dick 1982 mit 53 Jahren an den Folgen eines Schlag- und Herzanfalls starb, galt er als Geheimtipp für Eingeweihte, der einem Mainstream-Publikum weitgehend unbekannt war. Erst als seine Science-Fiction-Romane von Regisseuren wie Ridley Scott oder Steven Spielberg als Vorlagen für Filme wieRead More

Posted On Dezember 8, 2010By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Adam Thirlwell: Flüchtig

Virtuoses Blendwerk – Adam Thirlwell wurde nach seinem hochgelobten und international erfolgreichen Debüt „Strategie“ (2004) als „Wunderkind der britischen Literatur“ gefeiert. Sein jetzt auf Deutsch erschienener zweiter Roman „Flüchtig“ hinterlässt allerdings einen zwiespältigen Eindruck. Von Karsten Herrmann Adam Thirlwell erzählt hier die Geschichte von Haffner, einem schillernden Geschäftsmann, Schöngeist, Jazz-Liebhaber und Bewunderer der Antike. Vor allen Dingen aber lebte und lebt dieser Haffner für die Frauen, „war lüstern, egoistisch, eitel – ein ganz normaler Mann“. Wie von selbst und fast zwangsläufig scheint er sich mit seinen Affären dabei immer wiederRead More

Posted On Dezember 8, 2010By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag, Lyrik

Michael Krüger: Ins Reine

Wo der Irrtum beginnt – Michael Krügers neue Gedichte der Ungewissheit und Unsicherheit, die einen schwer loslassen. Von Carl Wilhelm Macke „Lyrik“, so hat es einmal Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky gesagt, „schult einen enorm in Unsicherheit und Ungewißheit.“ Als Motto passend zu jedem Gedichtband von Michael Krüger, Verleger und Freund von Brodsky. Nehmen wir das Titelgedicht seines neuesten Bandes als Beispiel: „Wir haben meine Kindheit nachgestellt/ mit unscheinbaren Dingen./ Einem Tannenzapfen, Brotkrumen,/ Schlüsseln, einem schwarzgeäderten Stein,/ alles, was zur Hand ist und beweglich./ Nur haben die Dinge die Neigung,/ nach eigenemRead More

Posted On Dezember 4, 2010By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Tony Blair: Mein Weg

Lange Reise an die Macht – „What’s new, Tony?“ Hatte Tony Blair nicht schon alles gesagt über New Labour – Reformversuche und die Edelbruderschaft mit George W.?  In seinen Memoiren „A JOURNEY“ („Mein Weg“) plaudert er nun über Gott und die Welt, Liebe und Familie, Partei-Intrigen, Fingerhakeln mit Intimfeind Gordon Brown. Wenn es aber um die Unterstützung der US-Invasion im Irak und um geheime Vereinbarungen mit Bush geht, verliert sich seine Eloquenz im diffusen Orakeln. Von Peter Münder Dieses Buch sollte anders sein als die üblichen politischen Memoiren, betont TonyRead More

Posted On Dezember 4, 2010By Steffen RichterIn Bücher, Crimemag

Andrea Camilleri: Das graue Kleid

Heiliger Luigi – Früher war das mal ein Gütesiegel: Literatur aus Sizilien. Tempi passati, wie es scheint. Nun fällt auch Andrea Camilleri, obwohl – oder weil? – er Bücher im Akkord produziert, nichts Rechtes mehr ein. In seinem vorerst letzten Roman geht ein hoher Bankangestellter in Pension. Zugleich wird er mittels eines anonymen Briefchens darauf gestoßen, dass seine Frau Adele ihn seit langem betrügt. So richtig unerwartet kommt das nicht, die Dame ist immerhin 25 Jahre jünger und eine Ausgeburt von Sinnlichkeit. Allerdings, und diese Erkenntnis kommt unserem Mann schonRead More

Posted On Dezember 4, 2010By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – Heute choppen für Sie: Joachim Feldmann (JF), Klaus Kamberger (KK) und Thomas Wörtche (TW) über Kurt Palm, Christopher Reich und Pablo Tusset. Jödeldööö! (JF) Dass auf den letzten Seiten des nach seinem Handlungsort betitelten Romans ein Unwetter apokalyptischen Ausmaßes über dem österreichische Bergnest Bad Fucking aufzieht, könnte religiös orientierte Leser zu der Annahme verleiten, hier sorge ein rachsüchtiger Gott dafür, dass all die im Lauf der Handlung vergossenen Körperflüssigkeiten in einem Aufwasch hinweggespült werden. Allein – es ist doch nur der Autor Kurt Palm, der seine ausRead More

Posted On Dezember 1, 2010By Charlotte von BausznernIn Bücher, Litmag

Dorothee Elmiger: Einladung an die Waghalsigen

Einladung angenommen – Ein Erfahrungsbericht zu Dorothee Elmigers Debütroman „Einladung an die Waghalsigen“ mit einem Versuch, sie zu verstehen. Zwei Schwestern machen sich in einem Endzeitgebiet, unter dem seit Jugendgedenken ein Grubenfeuer glüht, auf die Suche nach einem vielleicht nicht existierenden Fluss, nach ihrer Geschichte und ihrer möglichen Zukunft. Für mich ist es auch eine Beschreibung der Gegenwart. Von Charlotte von Bausznern An einem Dienstag, vielleicht, erreicht mich per Post endlich ein Band in dritter (!) Auflage, dessen Titel trotz seiner Jugend bereits altbekannt in den Feuilletons ist: Es istRead More