Posted On Januar 23, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Schöne Zufallsfunde – Gerne reist man mit Annett Gröschner auf den Linien 4 durch alle Weltorte, die sie besucht hat. Von Wolfram Schütte. Es ist immer wieder ein großes Vergnügen, sich Weißferdls Solo „Ein Wagen der Linie 8“ anzuhören. Man kann es auf Youtube tun. Offenbar kennt es Annett Gröschner nicht, sonst hätte sie es in ihrem Buch „Mit der Linie 4 um die Welt“ gewiss einmal erwähnt. Das ist erstaunlich bei der passioniertesten deutschen Tramfahrerin, die überall auf der Welt, wo sie hinkommt, nach einer Tram-, Bus- oder Trolleybus-Linie Nr.
Read More Alter ist mehr als Kaffeefahrten – Wenn die Erinnerung löchrig wird. Der Schauspieler und Regisseur René Sydow veröffentlicht sein Prosadebüt „Der Reiher“. Von Senta Wagner Fast ein halbes Jahrhundert – so lange ist es her, dass Richard seine Heimat verlassen hat. Nicht nur seine Heimat, auch seine Frau und seine kleine Tochter. Abgehauen ist er! Das waren auf einen Schlag Schlussstrich und Neuanfang, der Richard und seine Neue mit wenigen Habseligkeiten, aber viel Liebe im Gepäck vom Bodensee nach Dortmund führte. Richard ist 74 Jahre alt und der Icherzähler des
Read More Der Traum vom perfekten Familienglück – Zu den besten Zeiten von Andreu Martín oder Francisco González Ledesma war Barcelona una ciutat molt negre, dann kam viel mainstream und allmählich nur noch sehr wenig interessante Kriminalliteratur … Immerhin, das Debüt von Antonio Hill: „Der Sommer der toten Puppen“ ist keine Avantgarde, aber ein solider Anfang. Henrike Heiland ist nicht unangetan. Héctor Salgado, Argentinier und Polizist in Barcelona, hat gerade keine gute Phase. Seine Frau Ruth hat ihn verlassen, weil sie sich in eine andere Frau verliebt hat. Den gemeinsamen Sohn hat
Read More Tony lebt, viele sterben – Jimmy Savile goes Serialkiller, Val McDermids neuer Roman spielt mit allen möglichen True-Crime-Häppchen und wringt ihr Erfolgskonzept um Jordan und Hill weiter aus. Ihre Fans mögen das, Anna Veronica Wutschel irgendwie auch: Nachdem die überaus erfolgreiche TV-Serie „Hautnah – Die Methode Hil“ (hier und hier bei Culturmag) mit Robson Green in der Rolle des eigenwilligen klinischen Psychologen bereits 2008 wegen zu hoher Produktionskosten eingestellt wurde, erfreut es den Fan umso mehr, dass Val McDermid, die Schöpferin von Detective Chief Inspector Carol Jordan und Doktor Tony Hill,
Read More Blutige Rohstoffjagd und heroische Rettungsaktion im Herz der Finsternis – In Patrick Woodheads Thriller „Der Weg ins Dunkel“ suchen chinesische Turbo-Kapitalisten im Kongo den raren Rohstoff Coltan, während ein blutrünstiger afrikanischer Provinz-Häuptling sich mit seiner Armee ein eigenes Reich zusammenmetzeln will: spannend aufbereitete „Indiana Jones“-Action für alerte Smart Phone-User, von Peter Münder. Als Abenteurer und Spezialist für Extremsituationen in den abgelegensten Gebieten der Welt kennt sich der englische Autor Patrick Woodhead bestens aus mit gefährlichem Nervenkitzel: Er stellte mit Skis und Kites einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf dem Weg zum Südpol
Read More Posted On Januar 16, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Der Weg ins Freie – Als der 1972 in Biedenkopf, also in der Oberhessischen Provinz geborene Stephan Thome seinen ersten Roman „Grenzgang“ 2010 veröffentlichte, war er schon 38 Jahre alt. Das literarische Debüt des studierten Philosophen, Religionswissenschaftlers & Sinologen, der ab 2005 (wohl als Akademiker) in Taipeh auf Taiwan arbeitete, kam für heutige Usancen spät. In diesem Alter hat mancher junge deutsche Autor schon numerisch ein umfängliches Œuvre aufzuweisen – freilich nicht eine solche Biografie, die Thome rund um den Globus in einen nicht gerade bekannten Ort gebracht hatte. Von
Read More Ein peruanischer Amerikaner – Der gebürtige Peruaner Daniel Alarcón (*1977, Lima) lebt, seit er drei Jahre alt ist, in den USA, zunächst in Alabama, heute in Oakland. Aus seinen Interviews geht hervor, dass er zwar mehrmals einige Monate am Stück in Lima verbracht hat, seine Sozialisierung sich aber in den USA vollzog. Natürlich wird er oft gefragt, ob er sich mehr als Amerikaner oder Peruaner fühle, worauf er stets antwortet, dass er beides sei, und zwar beides voll und ganz. Vermutlich geht es ihm wie allen Menschen „mit Migrationshintergrund“: In
Read More „Ein rechtes Auge blitzt“ Von Jürgen Habermas einst als „Rechtsaußen der Feuilleton-Redaktion [der FAZ]“ bezeichnet, in der Jungle World als jankertragender Reaktionär und Autor einer Kulturgeschichte des Hakenkreuzes veralbert, als Fürsprecher Martin Mosebachs aktenkundig – manchem mag das vielleicht als Empfehlung genügen. Doch auch, wer Lorenz Jäger damit vielmehr erledigt sieht, sollte sich diesen kleinen Essayband näher anschauen. Denn Lorenz Jäger ist als einer der geistreicheren Feuilletonisten deutscher Sprache immer für eine Überraschung gut. Von Joe Paul Kroll. Erledigt ist Lorenz Jäger anscheinend auch für seine einstigen „Kameraden“, seitdem er
Read More Posted On Januar 16, 2013By Christiane GeldmacherIn Bücher, Litmag
Hauen und Stechen im Zeitungsmilieu – „Der Job bei Psst!, hatte auch seine Nachteile: es war eine Anstellung auf Zeit, sie war unterfordert und schlecht bezahlt.“ „Zeilenkrieg“ von Annalena McAfee ist ein Must-have für Journalisten und alle am Journalismus interessierten Leser: Es geht um öde, trockene, aber hochkarätige Leitartikel, um grauenhafte Reiseberichte über englische Seebäder und dämliche Ratings nach dämlichen Mustern. Auch wenn der Roman von McAfee manchmal ein bisschen zu brillant und zu namedroppig daher kommt, die Story ist pointensicher, hochamüsant – und natürlich auf deutsche Zeitungsimperien übertragbar. Von
Read More Chronist und Aktivist – Dschungel, Risiko, SO 36, Shizzo, Penny Lane, Anderes Ufer, Frontkino, Ex’n’Pop, Kumpelnest 3000: wem diese Namen etwas sagen, war entweder Anfang bis Mitte der 1980er Jahre im Nachtleben Westberlins selbst unterwegs oder hat sich später entsprechendes Wissen über Zeiten und Orte angeeignet. Selbst dabei gewesen und mit einem schier unerschöpflichen Gedächtnis gesegnet ist der Künstler, Musiker und Autor Wolfgang Müller, der Ende der siebziger Jahre seine Geburtsstadt Wolfsburg verließ, um in Westberlin unter anderem das Band- und Kunstprojekt „Die Tödliche Doris“ zu gründen. Die Inselstadt Westberlin war
Read More Überwachen und töten – Armin Krishnan, Professor für „Security Studies“ an der University of Texas hat mit „Gezielte Tötung“ einen klarsichtigen Essay darüber vorgelegt, was avancierte Militär-, Aufklärungs- und Überwachungstechnik aus- und anrichten kann und wird. Thomas Wörtche gruselt sich … Der Untertitel des Buches „Die Individualisierung des Krieges“ (der mit dem Untertitel auf dem Umschlag des Buches: „Die Zukunft des Krieges“ nicht ganz kongruent ist) führt ein wenig in die Irre. Denn um regelrechte Kriege, wie sie Staaten gegen Staaten führen, geht es hier weniger: Staaten befinden sich oft
Read More Der Deutsche Sonderweg ist anscheinend endlos – Der Sachbuchautor Patrick Gensing sucht in „Terror von Rechts“ nicht nach netten Nachbarn. Gott sei Dank. Das tun genügend andere seiner Journalistenkollegen und verklären, ja romantisieren dadurch geradezu das Bild dreier Rechtsterroristen, die für eine scheinbar beispiellose Mordserie verantwortlich sind. Gensing beleuchtet die Hintergründe für eines der größten Verbrechen der letzten 90 Jahre – und damit ist nicht ausschließlich die Mordserie gemeint. Eine unausgewogene, wütende Rezension plus von Sophie Sumburane. Deutschland strahlt mal wieder aus allen Poren – wegsehen, leugnen und sogar dulden. Rechtsradikalismus
Read More Der Kampf um Wien beginnt erst! – Kriminalliteratur hat viele Quellen und Facetten – die gute alte Kolportage gehört zum festen Bestand. Im feinen Wiener Milena Verlag wird lobenswerterweise ein Großmeister der Zunft gepflegt: Hugo Bettauer. Ein paar einordnende Worte von Klaus Kamberger. Eigentlich ganz schlau: Wenn man schon nicht zu den literarischen Großkalibern seiner Zeit zählt, lieber in seichteren Gewässern fischt, kann es nur nützen, sich trotzdem mit der Elite gemein zu machen, zumindest sich an sie ran zu wanzen. Wie das besonders tricky geht, lehrt uns der mit
Read More Gestrandet in Ostafrika – William Boyd, ein in Ghana groß gewordener schottischer Autor, ist was für Jane-Austen-Fans. Sein Blick auf die Gesellschaft ist satirisch und präzise; er ist ein stiller Beobachter, der Augen und Ohren offenhält, wo andere schon längst abgeschaltet haben. Das Sujet unterscheidet sich freilich von denen Austens: „Eiskrem-Krieg“ ist ein Kriegsroman, der in Ostafrika spielt. Dort hoffte man, den Ersten Weltkrieg innerhalb von zwei Monaten beenden zu können, da die Briten das Klima schlecht vertrügen. „Wir werden alle schmelzen wie Eiskrem in der Sonne!“, schrieb Soldat Francis
Read More Noch ’n Killer … Ach, was wäre die Krimi-Produktion ohne unser aller Serialkiller. Bei der Lektüre von Edith Kneifls „Blutiger Sand“ fragt sich Anne Kuhlmeyer, ob das wirklich sein muss … Die Kette der Serienmorde durch schlimme Monsterbestienpsychopathenkiller reißt nicht ab. In diesem Roman ereignet sich eine Serie, für die sich gleich zwei Empathiefreie zusammen tun, zwischen 1992 und 2012. Obwohl sich 2012 herumgesprochen haben sollte, dass diese Sorte Menschen wirklich selten vorkommt, treiben die strukturell gestörten, sozial verwahrlosten und günstigstenfalls kriegstraumatisierten Bösewichter unverdrossen ihr Unwesen in der Kriminalliteratur. Wie
Read More Pick of the Week N° 14 – Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig ein paar Titel aus dieser
Read More Gruppe 47: Lesezirkel, Debattierklub, Kontaktbörse, Marktplatz – Plötzlich tauchen sie doch auf, die angeblich nicht existierenden Tagebücher von Hans Werner Richter: Der legendäre Gründer der Gruppe 47 liefert in „Mittendrin“ eine bestechende Bestandsaufnahme einer turbulenten Nachkriegsepoche nebst diffizilen, intriganten Beziehungsgeflechten. Von Peter Münder War die Gruppe 47 Club, Clique oder Consortium? Vielleicht auch eine Art Freimauerer-Geheimbund? So rätselt Fritz J. Raddatz, der ja mehrmals als Gast-Kritiker (und Talent-Spotter) zu den Lesungen eingeladen war, in seinen faszinierenden „Unruhestifter“-Erinnerungen (CM-Rezension). Da es keinen ästhetischen Kanon gab, keine literarischen Richtlinien, weder Kassenwart noch
Read More Posted On Januar 9, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Amüsante Kammerdiener-Suada – Gabriel Josipovici hat mit „Unendlichkeit“ einen veritablen Künstler-Roman geschrieben. Von Wolfram Schütte Der 1940 in Nizza geborene Gabriel Josipovici ist in England aufgewachsen & so dem Holocaust entkommen. Er lebt heute als freier Schriftsteller in Lewes (Sussex). Zuvor hat er an der dortigen Universität gelehrt & ist vor allem als Literaturkritiker & -theoretiker in Großbritannien bekannt geworden. Seine avantgardistische erzählerische Prosa werde „auf dem Kontinent“ mehr beachtet & geschätzt als auf den Britischen Inseln, sagt er. Soweit ich es als deutscher Leser überblicke, ist der Romancier Josipovici
Read More Ein sanfter Beobachter – Ronald M. Schernikau ist bei der breiten Masse bekannt geworden durch die 2009 erschienene Biografie seines Freundes Matthias Frings namens „Der letzte Kommunist“, denn Schernikau war einer der letzten Republikflüchtlinge, allerdings in umgekehrter Richtung. 1989 machte er vom Westen in den Osten „rüber“ und wurde Staatsbürger der DDR. Mit der Wiederveröffentlichung von „und als der prinz mit dem kutscher tanzte, waren sie so schön, daß der ganze hof in ohnmacht fiel“ (so der ungekürzte Titel), der bereits Teil von Schernikaus Werk „legende“ war, übernimmt der Verbrecher
Read More Bas Böttchers Vielseitingitis – Als Mitbegründer der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene ist Bas Böttcher seit Anfang der 90er-Jahre eine feste Größe in der Literaturszene. Nicht nur live präsentiert sich der Meister des Sprachwitzes dabei in Topform, wie die nun erschienene erste umfassende Sammlung seiner Sprechtexte beweist. Von Jörn Borges Sein neuer Band „Vorübergehende Schönheit“ ist jedoch mehr als nur schmissiges Sprachspiel. Es geht um die Schönheit des Augenblicks: „Für die vorübergehende Schönheit, die anhaltende Zeit sie passiert dir, sie passiert dich im Vorbeigehen ein Blitzen, das bleibt.“ Es geht um das Laufen
Read More CrimeMag’s TopTen … Jahresende ist Top-Ten-Zeit … Eine illustre, prominente und vor allem kompetente Jury hat für Sie die zehn besten Kriminalromane des Jahres 2012 ausgesucht – voilà: (1) Sara Gran: „Die Stadt der Toten“ (Knaur) (2) Merle Kröger: „Grenzfall“ (Ariadne) (3) Don Winslow: „Kings of Cool“ (Suhrkamp) (4) Zoë Beck: „Das zerbrochene Fenster“ (Bastei) (5) Carl Nixon: „Rocking Horse Road“ (Weidle) (6) Oliver Harris: „London Killing“ (Blessing) (7) Helon Habila: „Öl auf Wasser“ (Wunderhorn) (8) Howard Linskey: „Crime Machine“ (Knaur) (9) James Sallis: „Driver 2“ (Liebeskind) (10) Daniel Woodrell:
Read More „Damit mich die Frauen lieben“ Schreiben ist ein einsames Handwerk. Es erfordert Konzentration und Zurückgezogenheit, Abstand von der Welt, von anderen Menschen, vom anderen Geschlecht. Der Blick auf die Welt verändert sich dabei, auch der Blick auf die eigenen Bedürfnisse und Verhältnisse – große Werke der Weltliteratur verdanken sich diesem Spannungsfeld: über das zu sinnieren, was einem gerade versagt ist, das zu imaginieren, was man vermisst und ersehnt. Auch deswegen enthält Literatur so viel an Wahrheit, an universellem Gefühl. Schreiben kann wehtun. Muss es sogar. Nicht selten bedeutet es, sich
Read More Kleine Lügen – Die spannende neuseeländische Kriminalliteratur hat sich „untypische“ Verlage gesucht – Carl Nixon bei Weidle und ein zweiter diskutabler Roman bei ars vivendi: Greg McGee alias Alix Bosco „Cut & run“. Eine Besprechung von Christiane Nitsche. „Ich beginne mit dem, was ich sicher weiß.“ Einen programmatischen ersten Satz nennt man das: Eine Autorin, die ein Mann ist, Wahrheiten, die nur in der Lüge überleben, ein filmreifer Showdown zwischen Helikopter und Hochsee-Kajak. Das alles in einer neuen, für Europäer immer noch jungen Welt; dabei voller Probleme, die so alt
Read More Weihnachten steht vor der Tür und damit verbunden immer wieder die Frage, was man seinen Liebsten unter den Baum legen soll. Der Buchverkauf boomt derzeit, doch sollte der Kauf des richtigen Buches wohl überlegt sein, denn nicht nur Thriller können tragisch enden, Weihnachtsfeste auch – findet Thorlef Czopnik, der heute unseren kriminalliterarischen Weihnachtsmann gibt: Siegfried Langer – „Sterbenswort“ Worum geht es? Dr. Kathrin Voss plagt ein dunkles Geheimnis aus ihrer Jugend: Sie hat zusammen mit ihren Freunden in einer kalten Winternacht einen Bekannten, Erik, vor die S-Bahn geworfen. Die Hoffnung,
Read More Bloody Chops – heute zerlegen Anne Kuhlmeyer (AK) Simon Borowiaks „Du sollst eventuell nicht töten“, Anna Veronica Wutschel (AVW) Chris Carters „Der Knochenbrecher“ und Thomas Wörtche (TW) die von Georg Schild und Anton Schindling herausgegebene Sammlung „Der politische Mord“. Possierlich (AK) „Eine rabenschwarze Komödie“ wird auf dem Einband versprochen, wobei „schwarz“ neu zu definieren wäre. Vielleicht ein Schwarz mit rosa Rändern und hellgrünen Punkten? Und „Komödie“? Doch, ja, dagegen ist nichts einzuwenden. Im Roman beginnen die Kapitel mit putzigen Karikatur-Vignetten. Das erste Bildchen: Schlomo beim Schoppen in der Mülltonne, denn
Read More Ein Film für Erwachsene! Für Olen Steinhauer, einen der avanciertesten Vertreter einer jüngeren Generation von Thrillerautoren, sind sie mehr als ein Klassiker, die Smiley-Romane von John Le Carré. Als er vor zwei Jahren in Leipzig ein Seminar gab, war ihm „König Dame As Spion“ das wichtigste Demonstrationsobjekt für die Bauweise und literarische Höhe eines Thrillers. Bei einem Treffen unmittelbar nach einer seiner Vorlesungen war er noch voll des Schwärmens über die Meisterschaft Le Carrés. Von Alf Mayer Einem britischen Autorenpaar und einem schwedischen Filmregisseur war es nun vorbehalten, aus Le
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