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Posted On August 24, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Sam Eastland: Der Rote Sarg

Zwischen Lob und Tod: Stalins Sonderermitler zwischen allen Fronten – Nach „Roter Zar“ ist nun der zweite Band des Amerikaners Sam Eastland (Pseudonym für Paul Watkins) mit dem Sonderermittler Pekkala als zentraler Figur erschienen. Der NKWD-Agent ist zwar mit allen möglichen Sonderrechten ausgestattet, kann aber auch jederzeit in Ungnade fallen und wieder im sibirischen Straflager landen. Von Peter Münder Bei Umfragen zu den beliebtesten Politikern stand Stalin bei den Russen in den letzten Jahrzehnten meistens auf Platz eins ‒ jetzt ist er nach Breschnew und Lenin auf Platz drei gerutscht, währendRead More

Posted On August 24, 2013By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Alf Mayers Blutige Ernte: Ava Lee

Zweite Klasse – Ava Lee: weiblich, ledig, weltgewandt. Alf Mayer porträtiert die Figur von Ian Hamilton, die nichts in der First Class zu tun hat. Wir treffen sie am Anfang der „Wilden Bestien von Wuhan“ in Willemstad, der Hauptstadt von Curaçao, als sie gerade Luft schnappt von einer Familienkreuzfahrt. Es folgt ein wenig Sightseeing, das Kura-Hulanda-Museum mit einer bedeutenden Ausstellung zur Geschichte des Sklavenhandels, die Synagoge mit einem Sandboden aus der Wüste Sinai. Dann klingelt Ava Lees Handy, ihr Onkel aus Hongkong ruft an. Eigentlich stammt er aus Wuhan, dasRead More

Posted On August 24, 2013By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – am Beilchen heute Anna Veronica Wutschel (WUT) über „Inspector Lewis“, die 5. Staffel; Klaus Kamberger (KK) über Therese Philipsen: „Sündenspiel“ und Joachim Feldmann (JF) über Christopher Brookmyre: „Die hohe Kunst des Bankraubs“. Pseudo-intellektuell, pseudo-tiefsinnig (WUT) Knifflig geht’s zu, wenn Inspector Lewis und Sergeant Hathaway gemütlich durch das malerische Oxford spazieren. Und dabei in pseudo-intellektuelle, pseudo-tiefsinnige Plaudereien versunken, über die sich der Zuschauer dezent amüsieren mag, unzählige Morde lösen. Da knobeln Rätselknacker ganz unter sich: Geboten werden fast so viele Tote wie Verdächtige, kompliziert gelegte Spuren und unzähligeRead More

Posted On August 21, 2013By Doris WieserIn Bücher, Litmag

Moacyr Scliar: Kafkas Leoparden

Wie Kafkas Leoparden nach Brasilien kamen. Leoparden im Tempel: Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie. Franz Kafka Diese Kürzestgeschichte oder eher dieser Aphorismus bildet den Dreh- und Angelpunkt der Novelle „Kafkas Leoparden“ des brasilianischen Autors Moacyr Scliar (1937-2011). An ihrer Deutung haben sich die Kafka-Exegeten die Zähne ausgebissen, wie auch an so manch anderem seiner Texte. Als eine „Anfangsgeschichte der Moderne“ liest sie beispielsweise Tobias Döring. Ratinho, der ProtagonistRead More
„Meins ist besser als deins“ – Jesper Juul ist der internationale Star unter den Familientherapeuten. Nun hat er eine Streitschrift zum Thema Frühbetreuung geschrieben. Nora Helbling hat sie gelesen. Das Thema Kitabetreuung ist besonders mit Blick auf den 1. August 2013 von aktueller Brisanz. Seit diesem Tag gewährt das bundesweite Kinderförderungsgesetz einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab einem Jahr. Die Süddeutsche Zeitung hat den dänischen Familientherapeuten Jesper Juul gebeten, seine Ansichten zu diesem Thema in einem Artikel festzuhalten. Juul ist durch seine Bücher und dem Projekt „Family Lab“ inRead More

Posted On August 21, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Jean Rolin: Einen toten Hund ihm nach

Streunende Hunde – Jean Rolin treibt sich auf dem Globus herum. Von Wolfram Schütte. Bislang war der französische Reportagejournalist & Erzähler Jean Rolin nur durch seine Streifzüge über den „Boulevard Ney“ bei uns bekannt. Nicht weniger kurios als seine eigenwillige Evokation sowohl dieser Straße, ihres Umfelds & ihrer Bewohner in Paris als ihres Namensgebers aus napoleonischen Zeiten, ist nun auch das zweite auf Deutsch vorliegende Buch des 1949 geborenen Ex-Maoisten. Allein schon sein deutscher Titel irritiert einen: „Einen toten Hund ihm nach“. Im Französischen klingt er schlüssiger: „Un chien mortRead More

Posted On August 21, 2013By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Karl-Markus Gauß: Das Erste, was ich sah

Expedition in die Tiefe der Erinnerung – Ist es Zufall, dass einem bei der Lektüre der Kindheitsgeschichten von Karl-Markus Gauß immer auch Walter Benjamin einfällt? Diese Assoziation ist nicht übertrieben, nicht eine Nummer zu groß. Da schreibt einer, den wir vornehmlich als literarischen Botschafter des „anderen, an den Rand unserer Aufmerksamkeit gedrängten Europas“ kennen, über eine Reise in die vergessenen Winkel seiner Autobiographie und immer fühlen wir uns da auch an die Kindheitsszenen bei Walter Benjamin erinnert. Von Carl Wilhelm Macke. Gauß kopiert in seinen Texten nicht Benjamin, sondern erRead More

Posted On August 17, 2013By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Dominik Bernet: Das Gesicht

Das Hässliche ist das Böse ‒ Ein Ausflug in die Geschichte der Rasterfahndung. Dominik Bernets Lavater-Roman „Das Gesicht“. Eine Rezension plus von Alf Mayer. 200 Jahre vor der Gesichtserkennungssoftware von Facebook, den Zuordnungsfunktionen beinahe schon jeder Digitalkamera, 200 Jahre vor dem automatischen Erkennen unserer Absichten und der Hochrechnung unseres Charakters alleine aus unserem elektronischen Erscheinungsbild gab es das schon alles. Rudimentärer natürlich, aber nicht weniger unheimlich – und gottgleich. Ja, auch bei den theologischen Omnipotenz-Zuschreibungen und den Bekräftigungen der natürlich nur allerbesten Absichten lassen die Ähnlichkeiten frösteln. So ist esRead More

Posted On August 17, 2013By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Mariusz Czubaj: 21:37

Polnischer Mainstream ‒ Gesellschaften im Umbruch produzieren meistens spannende Kriminalliteratur. Manchmal mit eigenen Themen und Strukturen. Manchmal aber auch schon für den internationalen Markt stromlinienförmig designt. Möglichst überall gelesen und verstanden werden zu wollen ist nichts Schlimmes, au contraire. Nur manchmal hapert es noch ein wenig mit der Balance. Mariusz Czubajs Roman „21:37“ ist so ein Fall. Eine Besprechung von Thomas Wörtche. Kriminalliteratur hat als globales Verständigungssystem ein paar einfache Figuren und Standardsituationen entwickelt, die nationale, regionale und kulturelle Unterschiede integrieren können. Etwa so: Menschen werden mit Plastiktüten erstickt undRead More

Posted On August 17, 2013By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Dror Mishani: Vermisst

Interpretationsbedürftiges Regelwerk ‒ Kriminalromane aus Israel erfreuen sich seit Batya Gur und Shulamit Lapid bei uns seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Jetzt gibt es den Kriminalroman über israelische Kriminalromane, die es angeblich nicht gibt. Joachim Feldmann über Dror Mishanis „Vermisst“ ‒ ein etwas zähes Meta-Exerzitium. Würde Inspektor Avi Avraham selbst beherzigen, was er der Mutter eines verschwundenen Sechzehnjährigen erzählt, wäre er erheblich näher an des Rätsels Lösung. Doch der Kriminalist aus Cholon in der Nähe Tel Avivs, dessen liebster Zeitvertreib darin besteht, fiktiven Ermittlern wie Hercule Poirot Fehler nachzuweisen, hat eigentlichRead More

Posted On August 17, 2013By Thomas PrzybilkaIn Bücher, Crimemag

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 19

Pick of the Week N° 19 – Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig ein paar Titel aus dieserRead More

Posted On August 14, 2013By Doris WieserIn Bücher, Litmag

Graciliano Ramos: Karges Leben

Ein Leben mit zyklischen Dürrekatastrophen – In kurzen, beinahe autonomen, psychologisch dichten Momentaufnahmen schildert Graciliano Ramos (1892–1953) in „Karges Leben“ (ursprünglich 1938 erschienen) die Geschichte einer mittellosen Landarbeiterfamilie im brasilianischen „Sertão“, jener semi-ariden Zone, die ihren Bewohnern durch die periodisch auftretenden Dürren das Leben zur Hölle macht. „Karges Leben“, ein Klassiker der brasilianischen Literatur, wurde anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrengast Brasilien neu aufgelegt und zwar in Willy Kellers zeitloser Übersetzung von 1966. Doris Wieser hat das Buch gelesen. Graciliano Ramos erzählt vom Überlebenskampf von Menschen in extremenRead More

Posted On August 14, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Else Lasker-Schüler: Die kreisende Weltfabrik

Furiose Auftritte – Wolfram Schütte über Else Lasker-Schülers Berlin-Prosa. Etwas Ähnliches wie die erst kürzlich von Günther Rühle entdeckten & wiederveröffentlichten journalistischen „Briefe aus der Reichshauptstadt“ von dem berühmten Theaterkritiker Alfred Kerr darf man sich von den „Berliner Ansichten und Porträts“ Else Lasker-Schülers nicht erwarten. Was die Germanistin Heidrun Loeper in dreißig Beispielen unter dem vielversprechenden Titel „Die kreisende Weltfabrik“ in einem mit zahlreichen zeitgenössischen Illustrationen versehenen Band des Transit-Verlags versammelt hat, sind Artikel, Betrachtungen, Offene Briefe & Porträts aus dem weniger bekannten Prosawerk der 1869 in Wuppertal-Elberfeld geborenen undRead More
Wahrhaft dicke Bretter bohren ‒ Ein Porträt des Autors William T. Vollmann anlässlich seines „Europe Central“ von Alf Mayer. 1982, vor nun mehr als 30 Jahren, schnappte sich der damals 23-jährige William Tanner Vollmann aus Los Angeles, der seine Texte bis heute mit WTV zeichnet, Kamera und Kassettenrekorder und machte sich auf nach Afghanistan, um sich auf eigene Faust einen Eindruck zu machen von dem sowjetisch besetzten Land. Das Ergebnis war ein seltsames, in vielerlei Hinsicht inkorrektes, aber dennoch höchst interessantes Buch. „Wenn Sie eine Nachricht hätten an die Amerikaner,Read More

Posted On August 10, 2013By Elly BoeslIn Bücher, Crimemag

Hannu Rajaniemi: Quantum & Fraktum

Ab in die Cloud! Harry Harrison, Jack Vance, Gisbert Haefs u. a. haben welche erfunden – intergalaktische Diebe. Und jetzt Hannu Rajaniemi und sein Jean le Flambeur – Elly Bösl stellt uns zwei Bände vor und ist skeptisch … „Quantum“ Jean le Flambeur, Meisterdieb, fristet ein trostloses Dasein im Dilemma-Gefängnis: Jeden Tag, jede Stunde ist er gezwungen, sich selbst mit einem Revolver zu erschießen. Im Auftrag einer Göttin befreit die oortische Kriegerin Mieli den Dieb, denn er soll etwas stehlen. Jean hat allerdings keine Erinnerung an sein früheres Leben, seinRead More
Rowling goes crime ‒ Einen mittelmäßigen Krimi von Mr. Galbraith hätte man nicht groß beachtet. Warum auch? Dass Mr Galbraith sich dann in J. K. Rowling verwandelte, ändert nur etwas an der Aufmerksamkeit. Der Text bleibt, was er ist: mittelmäßig. Für Joachim Feldmann Regenwetterlektüre … Es kommt nicht oft vor, dass Daheimgebliebene neidisch reagieren, wenn man von leichtem Nieselregen und Temperaturen um die 20 Grad berichtet. Nach einer sogenannten Hitzewelle, über deren Höchsttemperaturen um die 30 Grad Kontinentaleuropäer eher schmunzeln würden, herrschen in Britannien wieder die gewohnten Wetterverhältnisse. Und was istRead More

Posted On August 10, 2013By Bruno Arich-GerzIn Bücher, Crimemag

Andreas Schnabel: Tod inclusive

Spargelstechen auf der Wellness-Finca ‒ Andreas Schnabels fünfter Mallorcakrimi leidet an Seitenstrangangina, überzeugt aber mit Wortwitz und der Lust am fantasievoll-perversen Verbrechen. Eine Besprechung von Bruno Arich-Gerz. Er war der schmächtigste und jüngste der acht Söhne des LPG-Vorsitzenden und Schweinewirtes und hatte selbst als Kind niemals gelächelt. Mit dreizehn durfte er zum ersten Mal selbst schlachten. Das war natürlich inoffiziell. Die LPG produzierte ja fast ausschließlich für West-Devisen. „Wilhelms Quieker werden nicht geschlachtet, sondern gesprengt“, hieß es überall. „Das Fleisch fliegt in den Westen, die Knochen nach Polen, und die ScheißeRead More

Posted On August 10, 2013By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Crimemag

Stefanie Viereck: Die falsche Spur

Im Strudel der Vergangenheit ‒ „Die falsche Spur“ von Stefanie Viereck ist ein eher stiller Kriminalroman, unaufgeregt und gut gemacht – Anne Kuhlmeyer mag ihn. Die Journalistin Lena Vogel recherchiert für einen Artikel zum hundertsten Geburtstag von Christian Andersen, zumindest hat sie das vor. Doch wegen einer Unstimmigkeit mit ihrem Freund, dem Fotografen Lars, fährt sie alleine los und landet gerade eine Autostunde von Hamburg entfernt in einem Landgasthof. Sehr einsam, sehr still, ein bedrückender Ort. Stefanie Vierecks Roman beginnt in Nachtblau. Ein Grauschleier bedeckt auch die hellen Sonnenflecken eines Kindheitssommers,Read More

Posted On August 10, 2013By Thorlef CzopnikIn Bücher, Crimemag

Thorlef Czopniks Strandlektüre

Im Strandkorb ‒ Thorlef Czopnik präsentiert drei lustige & trashige Urlaubslektüren, die durchgerutscht waren und mit an den Strand gekommen sind, wo sie vermutlich auch liegen bleiben: Harlan Coben „Wer einmal lügt“, Anthony E. Zuiker „ Level 26: Dunkle Offenbarung“ und Jenk Saborowski „Biest“. Harlan Coben ‒ Wer einmal lügt Megan lebt das perfekte Leben: zwei Kinder, einen liebenden Ehemann und dazu noch ein schickes Haus in einer guten Gegend. Doch das perfekte Leben bekommt einen Makel, als sie die Vergangenheit einholt. Denn Megan ist nicht die brave Frau vonRead More

Posted On August 10, 2013By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – heute arbeiten mit dem Beilchen Joachim Feldmann (JF) an David Zeltsermans „Paria“ und Reinhard Junges „Achsenbruch“, Alf Mayer (AM) aber an Jamie Frevelettis „Rette Dich“. Ein Gangsterepos der besonderen Art (JF) Acht Jahre hat Kyle Nevin gesessen und die Klappe gehalten. Nun will er sich an dem Mann rächen, der ihm die Gefängnisstrafe eingebrockt hat. Und das ist ausgerechnet Gangsterboss Red Mahoney, für den Nevin viele Jahre lang alle möglichen Drecksarbeiten erledigt hatte. Doch bevor es Mahoney an den Kragen geht, braucht Nevin Geld. Einen Plan hatRead More

Posted On August 10, 2013By Thomas PrzybilkaIn Bücher, Crimemag, Film/Fernsehen

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 18

Pick of the Week N° 18 – Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig ein paar Titel aus dieserRead More
Die Zukunft aller ist in jeder Handlung enthalten – Harald Welzer fordert dazu auf, „selbst“ zu „denken“ & zu handeln. Von Wolfram Schütte. „Selbstdenken“ nennt der Sozialpsychologe Harald Welzer sein jüngstes Buch, das mit seinen 329 Seiten auch noch eine „Anleitung zum Widerstand“ sein will. Der kürzlich gestorbene 96jährige Stéphane Hessel hatte mit seinem appellativen humanistischen Essay „Empört Euch!“ den Nerv des weitverbreiteten Unbehagens an einer durchökonomisierten Weltgemeinschaft getroffen, in der sich allerorten & auf den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Ebenen (auch ohne Hessels an die europäische Jugend gerichteten Appell) Rumor, Wut,Read More

Posted On Juli 3, 2013By Julia HessIn Bücher, Litmag

Joey Goebel: Ich gegen Osborne

Alles Schlampen, außer James – In seinem neuen Roman liefert Joey Goebel eine klassische Coming-of-Age-Story ab, die nach einer Verfilmung verlangt. Kein Wunder, denn der Autor würde selbst gerne Drehbücher schreiben. Auch wenn der Protagonist eher in eine Tragikomödie passen würde, von klischeehaftem Highschool-Kiffer-Klamauk ist „Ich gegen Osborne“ dennoch gar nicht so weit entfernt – und das ist in diesem Fall wirklich kein Nachteil. Von Julia Hess James Weinbach ist schlicht der Gegenentwurf zum amerikanischen Durchschnittsteenager. Er steht nicht auf Rap-Musik, hippe Kleidung oder die neuesten Blockbuster und lehnt Drogen undRead More
Kafkaeske Justiz-Dunkelkammer oder bayerischer Sumpf? Der Fall Mollath als journalistischer Enthüllungsskandal. Selten gab es eine so starke Medienresonanz und eine so intensive öffentliche Empörung wie jetzt über den bayerischen Justizskandal und den seit sieben Jahren in der Psychiatrie weggesperrten Gustl Mollath. Inzwischen gibt es zum Fall Mollath ein Buch der beiden SZ-Journalisten Uwe Ritzer und Olaf Przybilla. Bei der „Netzwerk-Recherche“-Tagung in Hamburg diskutierte Uwe Ritzer mit den beiden „Report Mainz“-Reportern Monika Anthes und Eric Beres über den Fall. Von Peter Münder Eine Petition für eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen denRead More

Posted On Juni 29, 2013By Sophie SumburaneIn Bücher, Crimemag

Damien Echols: Mein Leben nach der Todeszelle

Satanisten, Fanatiker und viele Widersprüche – Damien Echols: „Mein Leben nach der Todeszelle“ – ein Sachbuchtitel, der so alles an Sensationsgier zu befriedigen verspricht und mit den letzten Dingen herumspielt. Sophie Sumburane hat sich den seltsamen Text genauer angeschaut. Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Sie sind ein unreifer 18-jähriger Teenager, werden wegen Ihres Äußeren von einem aufsässigen Polizisten beschattet und landen plötzlich, wohl auch wegen dieses Mannes, in der Todeszelle. Für ein Verbrechen, dass Sie nicht begangen haben, von dem sich der Staat aber wünscht, Sie wären es gewesen. Unvorstellbar?Read More
Raffinierte Kommunikation – Die Freuden der Spieltheorie, das intellektuelle Vergnügen an Codes und die Raffinesse von Kommunikation – ein spannendes Buch von Diego Gambetta, vorgestellt von Roland Oßwald. In der Spieltheorie wurde schon früh das Modell des Gefangenendilemmas entworfen. Thomas Hobbes beschäftigt sich im „Leviathan“ 1651 bereits damit. Die Idee war somit ausgesprochen und vor allem nachlesbar. Und wie so häufig bedurfte es einiger Zeit, bis sie wiederentdeckt, gepflegt und mit größerem Aufwand weitergetrieben wurde. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges setzten sich Mathematiker, vor allem aus nicht kommunistischen Ländern, wieder stärkerRead More