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Posted On Mai 29, 2013By Carlo SchaeferIn Bücher, Litmag

Ludwig Hertel (Hrsg.): TOOOR … in Deutschland

Nullnummer – TOOOOR … in Deutschland brüllt uns ein Suhrkamp(!)bändchen entgegen und verspricht: die dramatischsten Schlusskonferenzen aus 50 Jahren Bundesliga. Carlo Schäfer schaltet ein (bzw. ab). Fußballbücher sind Geldmaschinen, spätestens seit 2006. Unzweifelhaft liefert dieser Sport Geschichten, Skandale, Dramatik und nicht zuletzt auf der Ebene des Zitats geradezu surreale Kostbarkeiten. Es gibt die besten Trainersprüche, Spielersprüche, Vorfälle auf dem Spielfeld (Sepp Maier auf Entenjagd, Trainer Rausch von einem Polizeihund in den Arsch gebissen …). Es gibt Enzyklopädien für knapp am Autismus vorbeischrammende Fans, natürlich jede Menge Zitatsammlungen voller Poesie: „KlinsmannRead More

Posted On Mai 29, 2013By Die RedaktionIn Bücher, Litmag

LitMag-Quickies

Kurzrezensionen – diesmal mit einer Haiku Rezension von Friederike Moldenhauer zur Thomas Meineckes „Ich als Text“ und Besprechungen von Frank Spilker („Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen“), Jessica Mitford („Hunnen und Rebellen“) und Adam Zagajewskis Gedichtband „Unsichtbare Hand“ – geschrieben von Tina Manske (TM), Christina Mohr (MO) und Carl Wilhelm Macke (CWM) (FM) Haiku-Rezension Diskurs reloaded Sekundärliteratur Lesbar nur für Fans Thomas Meinecke: Ich als Text. Edition Suhrkamp. 349 Seiten. 18,00 Euro. Kindertrauma versus Künstlerdrama (TM) Sagen wir so: jemand, der Thomas Troppelmann heißt, taugt sicherRead More

Posted On Mai 25, 2013By Tobias GohlisIn Bücher, Crimemag

Dan Brown: Inferno

Father Dan Brown predigt Eugenik – Dan Browns „Inferno“ ist nicht nur als Thriller selten langweilig und schwachsinnig. Schlimmer noch: Es ist eine kaum verkappte Propagandabroschüre für Eugenik – oder für das, was jeder Schwachkopf sich darunter vorstellen mag. Tobias Gohlis gruselt es. Stellen Sie sich vor, Sie seien durch wissenschaftliche Forschungen zu der unabweisbaren Folgerung gekommen, ein bis zwei Drittel der Menschheit – so um die vier bis sieben Milliarden Menschen – müssten umgebracht werden, damit der Rest der Spezies überleben könnte. Stellen Sie sich weiterhin vor, Ihnen seiRead More

Posted On Mai 25, 2013By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag, Editorial

Editorial, 25.5.2013

Liebes CrimeMag-Publikum, eigentlich wollten wir nicht auch noch über Dan Browns „Inferno“ reden wie alle anderen, aber der Sieg des Marketings über die kritische Vernunft braucht eine Korrektur – Tobias Gohlis hat das Kreuz auf sich genommen, für uns die Schwarte zu lesen. Dass Carlos ein rechter Singefroh ist, wussten wir selbst bis heute nicht. Aber jetzt! Im vierten Teil von Alf Mayers Sittengeschichte des Alkohols in der Kriminalliteratur hängen heute am Tresen u. a. Cornell Woolrich, Sterling Hayden, James M. Cain, Mickey Spillane, Jim Thompson und ein paar andereRead More

Posted On Mai 25, 2013By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Olen Steinhauer: Die Spinne

Für kompetente Leser – Als wir Milo Weaver in „Der Tourist“ kennenlernten, war er fertig und ausgebrannt, in „Last Exit“ hatte er glatt einen Auftrag sabotiert und jetzt, in „Die Spinne“, darf er nicht seinen Rückzug genießen, sondern muss wieder in die Eisen steigen. Mit der Weaver-Trilogie hat Olen Steinhauer den guten, alten, klassischen Spionageroman wieder zum Leben erweckt. Ein paar Bemerkungen von Thomas Wörtche. Polit-Thriller sind ein bisschen die Rolls-Royce der Kriminalliteratur. Sieht man von ein paar schlichten patriotischen Gemütern wie Tom Clancy ab, so sind Polit-Thriller die DomäneRead More

Posted On Mai 25, 2013By Eva KarnofskyIn Bücher, Crimemag

Claudia Piñeiro: Betibú

Wenig überzeugend – Die Argentinierin Claudia Piñeiro hat in Deutschland vor allem mit ihrem Roman „Elena weiß Bescheid“ reüssiert, in dem sie sich beeindruckend mit der Parkinson’schen Krankheit auseinandersetzte. In ihrer Heimat zählt sie seit Erscheinen von „Die Donnerstagswitwen“ im Jahr 2005 zu den beliebtesten Schriftstellerinnen, weil sie den Kriminalroman in einer geschlossenen Wohnanlage angesiedelt hat. Die sind in Argentinien sehr beliebt. An die erfolgreichen „Donnerstagswitwen“ anknüpfend, spielt Piñeiros neuester Roman wieder in einer solchen Wohnanlage. Doch „Betibú“ ist längst nicht so spannend geraten, findet Eva Karnofsky. Ein Hausmädchen in einerRead More

Posted On Mai 25, 2013By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – hack, zack, wusch: „Die Angebetete“ von Jeffery Deaver fällt unter hack bei Joachim Feldmann (JF), der es im Falle von Georg Veits „Bergers Mord“ mit einem anerkennenden „wusch“ gut sein lässt, während es für Karr/Wehners E-Book-Gonzo-Compilation eine freudiges „zack“ setzt. Fröhlich auch Alf Mayer (AM) über „Respekt“ von Vins Gallico und Henrike Heiland (HH) zu John Grishams „Verteidigung“. Warum? (JF) Jeffery Deaver ist ein belesener Mann. Ob es um die Geschichte der Country-&-Western-Musik geht, um Copyright-Verletzungen im Internet oder die komplizierte Wissenschaft von der Körpersprache, der amerikanischeRead More

Posted On Mai 22, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Henry James: Wie alles kam

Transparente Gesellschaftspanoramen – Wolfram Schütte über Henry James‘ angloamerikanische Erzählungen „Wie alles kam“. Der amerikanische Schriftsteller Henry James (1843/1916) – der länger & aus Passion in Europa als in den USA gelebt hat – musste seinen Lebensunterhalt mit seiner literarischen Produktion erwirtschaften. Weil er mehr mit Erzählungen für angloamerikanische Zeitschriften verdiente als mit seinen Romanen, gibt es zahlreiche Erzählungen von ihm. Viele davon sind – anders als seine Romane – noch nie ins Deutsche übersetzt worden. Es sieht aber so aus, als wolle der Manesse-Verlag mit seiner Übersetzerin Ingrid ReinRead More

Posted On Mai 22, 2013By Redaktion CMIn Bücher, Litmag

Kevin Powers: Die Sonne war der ganze Himmel

Im Osten nichts Neues – Bildgewaltig und authentisch erzählt der Amerikaner Kevin Powers in seinem zum „New York Times“-Bestseller gekürten Debüt „Die Sonne war der ganze Himmel“ vom Schrecken des Krieges im Irak und vom tragischen Ende einer Freundschaft. Autobiografische Züge liegen hier auf der Hand, da er selbst zwischen 2004 und 2005 als Maschinengewehrschütze im Irak stationiert war. Von Karsten Herrmann Powers Alter Ego und Ich-Erzähler heißt John Bartle und ist Anfang 20. Seine Einheit liegt im irakischen Tal Afar, wo sich die amerikanischen Truppen und irakischen „Hadschis“ gegenüberstehenRead More

Posted On Mai 22, 2013By Doris WieserIn Bücher, Litmag

Valter Hugo Mãe: Das Haus der glücklichen Alten

Geschichten aus dem Altersheim – Was es bedeutet, nach knapp 50 Jahren glücklicher Ehe im Alter von 84 Jahren seine Frau zu verlieren und kurz danach ins Altersheim verfrachtet zu werden, kann man sich kaum vorstellen. Es gibt keine Perspektive mehr, alles Vertraute ist verloren, die Menschen, Gegenstände, Orte. Da ist kein Grund zur Hoffnung, Hoffnung auf eine Verbesserung der körperlichen Gebrechen, auf eine neue Liebe oder zumindest so etwas wie Freundschaft mit all diesen fremden Menschen. Wenn man darüber hinaus an nichts glaubt, wie der Ich-Erzähler von „Das HausRead More

Posted On Mai 18, 2013By Frank GoehreIn Bücher, Crimemag

Frank Göhre zu The Great Gatsby

Erinnerungen an F. Scott Fitzgerald – 1974 war es Robert Redford, der in dem Hollywood Film des Briten Jack Clayton den Millionär und undurchsichtigen Geschäftsmann Jay Gatsby darstellte. Das Drehbuch nach F. Scott Fitzgeralds berühmten Roman „Der große Gatsby“ schrieb Francis Ford Coppola. Doch die 6,5 Millionen Produktion war an der Kinokasse ein Flop. Jetzt ist es Leonardo DiCaprio in 3D, der zum Soundtrack des Rappers Jay–Z den New Yorker Emporkömmling der 20er Jahre mimt. Die Deutschland Premiere des Films war vorgestern, am 16. Mai 2013. Frank Göhre erinnert ausRead More
Draußen vom Walde komm ich her – Die Waldläufer-Erzählung als Archetyp des Kriminalromans, ein paar Überlegungen von Alf Mayer anlässlich der fulminanten Neuübersetzung von Coopers „Der letzte Mohikaner“. Vor dem Dschungel der Großstadt gab es die Wildnis der Wälder, vor dem hartgesottenen Einzelgänger der amerikanischen Detektivliteratur gab es den Waldläufer, Spurenleser, Trapper und Grenzgänger, gab es Lederstrumpf. Hellmut Lange und Daniel Day-Lewis haben ihn verkörpert, als Wildtöter, Falkenauge, Pfadfinder oder Lange Büchse wanderte Nathaniel „Natty“ Bumppo durch fünf Romane James Fenimore Coopers (1789–1851). Als Kind weißer Eltern wuchs Natty bei denRead More

Posted On Mai 18, 2013By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Patrícia Melo: Der Leichendieb

Die Deregulierung der Werte – Patrícia Melos neuer Roman „Leichendieb“ brilliert mit allen Stärken der brasilianischen Autorin, die längst ins globale Pantheon gehört – mit Witz, Intelligenz, Eleganz und dem ganz bösen Blick für den Wahnsinn der Welt. Thomas Wörtche freut sich. Was für ein mieser Typ, dieser Ich-Erzähler ohne Namen, der eher aus Zufall als aus krimineller Energie zum „Leichendieb“ wird, der nächtens einen stinkenden Kadaver ausgräbt, um … Seit ihrem ersten Welterfolg „O Matador“ sind Fieslinge das Lieblingssujet der brasilianischen Schriftstellerin Patrícia Melo, von der nun endlich wiederRead More
Partisanenhaushalt – Der Zerfall Jugoslawiens und die Konstitution der postjugoslawischen Staaten aus Gewalt, Korruption und Privatisierung bieten viel Stoff für Kriminalliteratur. Gleichwohl sind die Ohnmacht, das Unverständnis und das Trauma für die Bevölkerungen im postjugoslawischen Raum noch zu präsent, um eine Aufarbeitung der Vergangenheit in Angriff zu nehmen, die sich sowohl in politischen, theoretisch-wissenschaftlichen wie auch künstlerischen Formen äußern kann. Eine Besprechung von Christian Schünemanns und Jelena Volićs Roman „Kornblumenblau“ von Elfriede Müller. Innerhalb Europas und der westlichen Welt gilt Serbien als hauptverantwortlicher Staat für Krieg und Gewalt, der WiderstandRead More

Posted On Mai 18, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Veit Heinichen: Im eigenen Schatten

Proto Laurentis Wunsch: Endlich mal ein „normaler“ Mord! Er schätzt die Wonnen der Gewöhnlichkeit und hasst „neurotische Komplexitäten“: Doch mit undurchsichtigen Fällen und chaotischen Situationen wird Veit Heinichens Triester Kommissar Proteo Laurenti auch im neuesten Band „Im eigenen Schatten“ konfrontiert. Von Peter Münder Das Privatflugzeug des millionenschweren Südtiroler Ex-Politikers und Geschäftsmanns Spechtenhauser explodiert kurz nach dem Start in Triest, der prominente Ex-Senator kommt ums Leben und wenige Tage später wird ein Goldtransporter seiner Schmuckfirma trotz aufwendiger Bewachung auf der Autobahn bei Udine überfallen und samt kostbarer Fracht auf einem TiefladerRead More
Die Akte Allende – Bis heute gehen in Chile am 11. September viele Menschen auf die Straße, um des Staatsstreichs von 1973 zu gedenken. Und am Grab des damals von seinem Oberbefehlshaber Augusto Pinochet aus dem Amt gejagten Salvador Allende auf dem Zentralfriedhof von Santiago wird dann dem während des Putsches erschossenen, demokratisch gewählten Präsidenten die Ehre erwiesen. Erst vor noch nicht einmal zwei Jahren hat die chilenische Justiz die Akte Salvador Allende endgültig geschlossen. Es ist nun erwiesen, dass er während des Staatsstreiches im Präsidentenpalast Selbstmord begangen hat. AngesichtsRead More

Posted On Mai 18, 2013By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – à point, saignant, bien cuit. Heute am Hackbrett: Joachim Feldmann (JF) – Rainer Wittkamp: „Schneckenkönig“ & Wolfgang Schweiger: „Tödliches Landleben“; Christian Koch (CK) – Tove Alsterdal: „Tödliche Hoffnung“; Klaus Kamberger (KK) – Wiley Cash: „Fürchtet Euch“ und Alf Mayer (AM) – Eva Maria Staal: „Die Waffenhändlerin“. On Trombone … (JF) Es gab mal einen „Tatort“-Kommissar aus Bayern, den es ins Saarland verschlagen hatte. Zuhause spielte er in einer Blaskapelle, also saß er, wenn ihn nach Feierabend das Heimweh packte, gerne in seinem Zimmer und übte auf der Tuba. Er schienRead More

Posted On Mai 15, 2013By Christina MohrIn Bücher, Litmag

Mohr Books: Mode, Kunst, Punk & Kylie Minogue

Kunst und Kleidung – In ihren Büchern offenbart die Kunsthistorikerin Sandra Danicke stets einen etwas anderen Blick auf die Kunst, z. B. präsentiert sie in einem Band Darstellungen rauchender „brandgefährlicher“ Frauen oder konstatiert augenzwinkernd „Kunst versteht keine Sau“. Danickes neueste Veröffentlichung „Das trägt doch kein Schwein“ befasst sich mit Kleidern in der Kunst, Kunstkleidern – getragen oder untragbar, als Scherz oder bittere Anklage gemeint. (Be-)Kleidung ist etwas Universelles, der Mensch benötigt sie als Schutz – seine Haut allein ist unzulänglich. Doch schon zu allen Zeiten waren Stoff- und Lederhüllen vielRead More

Posted On Mai 15, 2013By Elfriede MuellerIn Bücher, Litmag

Siegfried Kracauer: Ginster

Ein Antimilitarist ohne Eigenschaften – Der exterritoriale Intellektuelle Siegfried Kracauer leitete das Feuilleton der Frankfurter Zeitung in der Weimarer Republik, er war Filmtheoretiker und Kritiker, Schriftsteller, Journalist, Historiker und Philosoph, so wie es dem interdisziplinären Ideal der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule entsprach, in deren Umfeld er sich bewegte. Kracauer wurde 1933 ins Exil gezwungen und verbrachte dort einen großen Teil seines nomadischen Lebens. Von Elfriede Müller Wie viele seiner Zeitgenossen war er kurz dem nationalistischen Taumel erlegen, als er sich der deutschen Jugendbewegung vor dem Ersten Weltkrieg anschloss undRead More

Posted On Mai 15, 2013By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Jordi Punti: Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Cristòfol, Christopher, Christof und Christophe – Europa ist ja längst kein einheitliches, sondern ein ziemlich grob zusammengeschustertes Gebilde. Auch in der Literatur, wo es nach wie vor starke nationale, aus europäischer Perspektive letztlich also: regionale Schreibkulturen gibt, während „die“ europäische Literatur weiter auf sich warten lässt. Immerhin, gelegentlich gibt’s Ausnahmen, die diese Regel bestätigen. Im Moment zum Beispiel der Katalane Jordi Punti, dessen Roman „Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz“ dank eines klugen Kniffs beides ist: völlig regional und absolut europäisch. Puntis Titel-Held Gabriel Delacruz stammt aus Barcelona, er istRead More

Posted On Mai 15, 2013By Tina ManskeIn Bücher, Litmag

Heinz Strunk: Junge rettet Freund aus Teich

Flashbacks in die eigene Kindheit – Heinz Strunk hat es wieder gemacht: Wie schon bei seinen Büchern „Fleisch ist mein Gemüse“, „Die Zunge Europas“, „Fleckenteufel“ und „Heinz Strunk in Afrika“ schafft er es auch mit seinem neuesten Werk wieder, mit einem neuen Tonfall zu überraschen und trotzdem seiner Linie treu zu bleiben. Von Tina Manske. „Junge rettet Freund aus Teich“ erzählt die Jugend von Mathias Halfpape, der exakt so heißt wie auch Heinz Strunk mit bürgerlichem Namen. Im Buch wird der Leser konfrontiert mit der Geschichte des Autors selbst, undRead More

Posted On Mai 15, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Hanns Zischler: Berlin ist zu groß für Berlin

Erinnerungen & Vorschläge – Hanns Zischlers eigenwilliges Berlin-Kaleidoskop. Von Wolfram Schütte. Hanns Zischler (* 1947) verdient seinen Lebensunterhalt als Filmschauspieler & Hörbuchvorleser. So hat er sich einen Namen gemacht. Literarisch Interessierte aber kennen ihn auch als Essayisten, z. B. als Autor der sehr schönen Kompilation „Kafka geht ins Kino“. Hanns Zischler führt zusammen mit Joachim Kalka die kleine Gruppe literarisch gebildeter & umfassend interessierter deutschsprachiger Essayisten an, die einen immer wieder mit ihren unvorhersehbar auftauchenden schriftstellerischen Versuchen überraschen. Jetzt hat Hanns Zischler, der (als Fußgänger & Flaneur) in Berlin lebt,Read More

Posted On Mai 15, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Saphia Azzeddine: Zorngebete

Gefangene des Schleiers – Mit „Zorngebete“ hat die gebürtige Marokkanerin Saphia Azzeddine ein mutiges Buch über das Leben einer Muslima geschrieben, die sich vom Schleier befreit, für die vermeintliche Freiheit verkauft und doch immer auf ganz eigene Weise bei Allah bleibt. Von Karsten Herrmann Azzeddines junge Ich-Erzählerin Jbara lebt unter ärmlichsten Verhältnissen mit ihrer Familie in einem Ziegenlederzelt im marokkanischen Tafafilt und hütet als „Gefangene des Schleiers“ die Schafe. Übermächtig liegt der düstere Schatten Allahs über diesem Leben und alles ist „haram“, Sünde. Doch schon früh verkauft sich Jbara anRead More

Posted On Mai 15, 2013By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Litmag

Jan Lindner: Der Teddy mit den losen Kulleraugen

Feingewebte Glasfaserstoffe – Gedichte, so ein oberflächliches Klischee, sind kurze, mehr oder weniger gereimte Textchen, die kein Mensch (außer dem Autor selbst) versteht. Oder sie sind lang, kulturhistorisch wertvoll, ebenso unverständlich und man muss sie auswendig lernen, weil die Deutschlehrerin das so will. Sie werden von Menschen unter zwanzig geschrieben (weil die keine Zeit haben für was Längeres, dafür  jede Menge Probleme, die der Entäußerung bedürfen) oder von welchen jenseits der Sechzig (die sowieso nie Zeit haben, aber endlich mal sagen wollen, wie das Leben geht). Kann sein. Muss aberRead More

Posted On Mai 11, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Hansjörg Schneider: Tod einer Ärztin

Schwyzer Turbulenzen: Hunkeler und die Drögeler – Unaufgeregt und mit klarem analytischem Blick für den störenden Noir-Faktor hinter der Basler Butzenscheiben-Fassade klärt der eigensinnige Kommissär Hunkeler den Tod einer Ärztin auf: Autor Hansjörg Schneider konzentriert sich in diesem vierten Hunkeler-Fall souverän auf die Marotten und Vorlieben seines sympathischen Helden. Von Peter Münder Gerade will Kommissär Peter Hunkeler in Ruhe am Büro-PC die neuesten Fußballergebnisse studieren, da soll er einen Mordfall aufklären, der für die meisten Baseler Bürger überhaupt keine Rätsel aufgibt: Natürlich hat einer der süchtigen „Drögeler“, die da tagausRead More

Posted On Mai 11, 2013By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Robert Hültner: Am Ende des Tages

Vielschichtig, präzise, gewitzt – Bei Robert Hültners historischen, im Bayern der 1920er Jahre spielenden Kriminalromanen kann man getrost von einem Langzeitprojekt sprechen. Genau 20 Jahre ist es her, seit sein Polizei-Inspektor Paul Kajetan im Roman „Walching“ seinen ersten Auftritt hatte. Mit „Am Ende des Tages“ legt Hültner nun den sechsten Teil der Reihe vor. Frank Rumpel hat ihn gelesen. „Am Ende des Tages“ spielt 1928, in den politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik. Paul Kajetan war mal ein angesehener Polizei-Inspektor in München, wurde aber entlassen, nachdem er eine politische VerschwörungRead More