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Posted On März 29, 2014By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Crimemag

Kai Hensel: Sonnentau

Die zementierte Weltordnung Haiti hat in Kettly Mars (hier bei CrimeMag) und Gary Victor (bei kaliber.38) zwei (kriminal)literarische Schwergewichte und zudem mit Graham Greene und Nick Stone (hier und hier) extrem scharfe Beobachter von außen. Kai Hensel begibt sich mit seinem neuen Roman „Sonnentau“ in illustre Gesellschaft. Und macht dabei eine gute Figur, findet Anne Kuhlmeyer. Wenige Sekunden lang bebt die Erde und die Hölle bricht ins Paradies. Nicht, dass Haiti ein Paradies gewesen wäre. Armut, Gewalt, Korruption – das kleine Land unter der tropischen Sonne hatte auch vor derRead More

Posted On März 22, 2014By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag, Porträts / Interviews

David Peace: GB84

David Peace und die wundersame Trinität Fußball, Sozialismus und Christentum – Die blutigen Konflikte während des jahrelangen Bergarbeiterstreiks zur Thatcher-Zeit, die David Peace im jetzt übersetzten „GB84“ beschreibt, liegen zwar schon dreißig Jahre zurück. Doch der Roman verdichtet die intensiven, makabren Szenen zum düsteren Gruselepos und einer beängstigenden Klassenkampfchronik, deren gravierende gesellschaftspolitische Veränderungen heute noch spürbar sind. Während seiner Lesereise vor der Leipziger Buchmesse sprach David Peace mit Peter Münder in Hamburg. „Dieses Land befindet sich im Krieg, Mr. Dunford. Die Regierung und die Gewerkschaften, die Linken und die Rechten,Read More

Posted On März 22, 2014By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Heinrich Steinfest: Der Allesforscher

Amorphe Realitäten – Es ist kein Kriminalroman, den der in Wien aufgewachsene, seit vielen Jahren in Stuttgart lebende Autor Heinrich Steinfest da geschrieben hat. Das ist wenig überraschend, zeichnete sich diese Entwicklung doch schon seit Längerem in seinen Romanen ab. Den Schritt weg vom Genre scheint er nun endgültig vollzogen zu haben ‒ aber das ist ganz sicher kein Makel. Im Gegenteil: In „Der Allesforscher“ ist der Erzähler Steinfest stark wie nie. Frank Rumpel mag das Buch. Am Anfang steht ein explodierender Wal. Ein Pottwal ist in Tainan gestrandet, einerRead More

Posted On März 22, 2014By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Kem Nunn: Chance

Eine Bruchlandung – Kem Nunns erster Roman seit zehn Jahren – eine Rezension von Alf Mayer. Schon vor Don Winslow gab es Surf Noir zum Niederknien. 1984 ritt der Kalifornier Kem Nunn mit „Tapping the Souce“ (Wellenjagd) auf einer perfekten Welle in die „Hall of Fame“ der Kriminalliteratur. Es folgten „Unassigned Territory“, „Pomona Queen“, das seinen Erstling noch übertreffende „Dogs of Winter“ (1997) und zuletzt „Tijuna Straits“ (2004). Dann wurde es still um Kem Nunn. Elmore Leonard hatte das Debüt folgendermaßen begrüßt: „God bless Kem Nunn, one of a rareRead More

Posted On März 22, 2014By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Crimemag

Stephan Kaluza: 30 Keller

Ronaldo entführt Meisner – Irgendwie scheint es schwer in Mode gekommen zu sein, andere Leute im Keller zu halten. Im richtigen Leben und in Romanen. Wir konstatieren das erst mal. Vielleicht gibt es sogar ein neues Subgenre – den Leute-im-Keller-Krimi. Anne Kuhlmeyer hat „30 Keller“ von Stephan Kaluza gelesen. Meisner ist Multimilliardär. Kurz vor Weihnachten wird er von seinem Maybach am Genfer See entlang zu seiner Multimilliardärsvilla geschaukelt. Meisner ist naturgemäß einer, der alles hat. Neben den Dingen hat er eine Ehefrau, die er erschlagen möchte und überhaupt noch nie leiden konnte,Read More

Posted On März 22, 2014By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – schnell, unparteiisch und gerecht Heute choppen Joachim Feldmann (JF) Jan Costin Wagners „Tage des letzten Schnees“, Alf Mayer (AM) Robert B. Parkers „Die Tote im Paradies“ &“ Eiskalt“ und Sophie Sumburane (SoSu) William Shaws „Abbey Road Murder Song“. Kunstgewerbe? (JF) Wer ein Kapitel seines Romans mit den Worten „Zur selben Zeit, in einer Geschichte, die nicht erzählt wird“ überschreibt, lässt keinen Zweifel an seinem Kunstanspruch, lädt die Formulierung doch zu wilden Spekulationen über die Fallstricke des Narrativen ein. Oder, um es mit einem klassischen Satz aus demRead More

Posted On März 19, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Navid Kermani: Große Liebe

Es war einmal die erste große Liebe – Navid Kermanis autobiographisch-reflexiver Essay-Roman. Von Wolfram Schütte Der 1967 in Siegen geborene & in Köln lebende Navid Kermani ist unter den deutschsprachigen Autoren gewiss einer der eigenartigsten. Seine Eltern sind iranische Emigranten, er selbst ist nicht nur Belletrist & Essayist, sondern auch habilitierter Orientalist. Seine erzählerische Prosa bewegt sich zugleich in essayistischem Fahrwasser. Die Leser seines Oeuvres wurden sowohl mit seinen akademischen Interessen als auch mit der Intimität seines privaten Lebens (vornehmlich zuletzt in dem großen jeanpaulinischen Roman “Dein Name”) bekannt –,Read More

Posted On März 19, 2014By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur

An der Weser, Unterweser: Blog und Buch – Wer Wolfgang Herrndorfs Blog folgte, wusste, womit es enden würde. Wer die Seite aufrief und keinen neuen Eintrag fand, wurde nervös. Schon in der Absicht, die Seite aufzurufen, steckte das Wissen: Er stirbt, die Hoffnung: Aber jetzt, in diesem Augenblick, lebt er noch. Herrndorf lesen drückte den Wunsch nach Teilnahme aus und entsprang einem Gefühlsgemenge, das zu analysieren man keine Lust hatte. Bestimmt würde eines Tages ein Buch aus dem Blog werden, aber zwischen 2010 und 2013 zählte das nicht. Stattdessen: Jetzt,Read More

Posted On März 19, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Jonathan Lethem: Der Garten der Dissidenten

Subversion und Differenz als Maxime – Jonathan Lethem hat sich mit seinen großen Romanen wie „Die Festung der Einsamkeit“ oder „Chronic City“ als bedeutender literarischer Kartograph und Chronist New York Citys etabliert. Nun erzählt er eine mit Europa und seinen Weltkriegsschlachtfeldern fest verbundene amerikanische Familiengeschichte.  Von Karsten Herrmann. Ob Brooklyn, Manhattan oder Queens wie jetzt im „Der Garten der Dissidenten“: Lethem zeigt die Metropole als brodelnden Kosmos voller Gegensätze und Vitalität. Seine Helden sind Exzentriker, Avantgardisten, Hippies und Hipster, die sich mit Rauschmitteln aller Art beflügeln. In einer von denRead More

Posted On März 19, 2014By Tina ManskeIn Bücher, Litmag

Brigitte Kronauer: Gewäsch und Gewimmel

Vertrautheit durch Verfremdung – Was ist die Welt? Eine Ansammlung von kleinen und großen Geschichten, ungeordnet, verwirrend, teilweise unverständlich. Brigitte Kronauer versucht in ihrem neuen großen Roman nicht weniger als ein Abbild genau dieser unserer Welt zu schaffen. Von Tina Manske „Gewäsch und Gewimmel“ ist genau das: ein Wimmelbild voller Menschen, die ihr Gewäsch unter die Leute zu bringen, die ihr Leben in den Griff zu bekommen versuchen. Alle tummeln sich um die Hauptfigur (wenn man in diesem Gewimmel von einer Hauptfigur sprechen kann) namens Elsa Gundlach, eine Krankentherapeutin, dieRead More
Im munteren Plauderton – Michael Maar blättert sich durch große Tagebücher von Viktor Klemperer bis Rainald Goetz. Von Joachim Feldmann. Eigentlich stand der Vorsatz fest. Nie wieder würde man sich von einem Subskriptionsangebot für die Gesamtausgabe eines legendären Tagebuchs verführen lassen, oder, sagen wir mal, man würde zumindest so lange warten, bis wenigstens einer der (bislang) acht prachtvollen rotleinenen Bände des Harry Graf Kessler’schen Diariums, die seit geraumer Zeit einen Ehrenplatz im Bücherregal einnehmen, in Gänze gelesen worden wäre. (Ehrenplatz heißt übrigens, dass man auf eine kleine Leiter steigen muss,Read More

Posted On März 8, 2014By Klaus KambergerIn Bücher, Crimemag

Klaus Kamberger über Martin Arz

Der Heimatdichter vom Glockenbach ‒ Martin Arz segelt immer haarscharf unter dem Radarschirm der breiteren Wahrnehmung. Das ist ganz und gar falsch und schade, weil er zu den interessantesten deutschen Kriminalautoren gehört. Klaus Kamberger erklärt, warum … Es kann ja nie falsch sein, wenn einer nur über das schreibt, was er auch wirklich kennt. Und wenn er dann auch noch liebt, worüber er sich auslässt, muss das auch kein Schaden sein. Allerdings sollte das Verhältnis zwischen dem Autor und seinem Gegenstand wiederum nicht so innig werden, dass am Ende derRead More

Posted On März 8, 2014By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Robert Wilson: You Will Never Find Me

Auf Seite 20 ist die Tochter tot ‒ Robert Wilsons Thriller „You Will Never Find Me“, von Alf Mayer Ich weiß nicht, wann ich zuletzt mehr Herzklopfen und Pulsrasen verspürt, mehr unter Strom gesetzt worden bin, ein spannenderes Buch gelesen habe. Robert Wilson fährt Vollgas in dem gerade in England herausgekommenen „You Will Never Find Me“, der Fortsetzung von „Stirb für mich“, die Ende September 2014 bei Page & Turner auf Deutsch erscheinen wird. Wilson liest am 17. März in Köln, am 18. März in München und am 19. MärzRead More

Posted On März 8, 2014By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Till Raether: Treibland

Quarantäne auf dem Kreuzfahrer ‒ Einen mysteriösen Todesfall auf einem Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen soll Kommissar Adam Danowski ermitteln. Er wird aber wegen Seuchengefahr isoliert und an der ernsthaften Aufklärung des Falles gehindert. Ein spannender Krimi von Till Raether, der am Schluss leider streckenweise in den Slapstick-Modus abdriftet. Rezensiert von Peter Münder. Ausgerechnet „Große Freiheit“ heißt der Kreuzfahrer, der im Hamburger Hafen mit einer Leiche an Bord festliegt. Den Toten, den man möglichst schnell von Bord schaffen will, lassen die Behörden aber erst nach gründlichen Untersuchungen und der Verhängung strengsterRead More

Posted On März 5, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Jean Echenoz: 14

Auf einer Blockflöte orgeln – Jean Echenoz fasst auf 125 Seiten den Ersten Weltkrieg erzählerisch zusammen. Von Wolfram Schütte Die Zahl „14“ ist der Titel des jüngsten der Romankonzentrate, mit denen der 1947 im provenzalischen Orange geborene französische Erzähler Jean Echenoz bei uns – zuletzt immer in der Übersetzung H. Schmidt-Henkels – bekannt wurde. Es waren kurz gefasste biografische Verdichtungen, deren unterschiedliche „Helden“ der französische Musiker Ravel, der tschechische Langstreckenläufer Zatopek & der serbische Allround-Erfinder Tesla waren. Was dabei biografischen Spuren folgte oder der Fantasie des recherchefreudigen Autors zu verdankenRead More

Posted On März 5, 2014By Sophie SumburaneIn Bücher, Litmag

Ryad Assani-Razaki: Iman

Flucht oder Zukunft in der Heimat? – Ein namenloses afrikanisches Land, das allem Anschein nach Benin ist, aber auch viele andere sein könnte, ist Schauplatz des beinahe 40 Jahre umfassenden Romans „Iman“. Der Autor Ryad Assani-Razaki nimmt den Leser mit in die Welten dreier junger Menschen, Figuren, die Allegorien und doch Individuen sind. Von Sophie Sumburane Es beginnt mit Toumani, einem zu Beginn 6-jährigen Jungen, der für knapp 23 Euro von seinem Vater verkauft wird. Vom Lande in die Hauptstadt gebracht, fristet er seine Tage im Haus der Kinderhändlerin, lerntRead More

Posted On März 1, 2014By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Eyre Price: Road Kill

Crossroads, revisited − Natürlich gehört das alles zusammen: Blues, Road Movies, Roman Noir, Comics, Gewalt, Tempo und satanische Vergnügungen. Standardthemen der Popkultur, die man immer wieder neu kombinieren und ausprobieren kann. Wenn man es kann. Eyre Price kann es, wie man an seinem Debüt „Road Kill“ sehen kann. Thomas Wörtche freut sich. Irgendwann in den 1930er Jahren hat der Musiker Robert Johnson an einer Straßenkreuzung in Clarksdale, Mississippi, um Mitternacht seine Seele dem Teufel verkauft und wurde daraufhin der wichtigste und beste Bluesmusiker aller Zeiten. Eine schöne Legende, ein GrundlagenmythosRead More

Posted On Februar 26, 2014By Anne SchuesslerIn Bücher, Litmag

Jennifer Egan: Black Box

Viele Versionen einer Geschichte – Auf knapp hundert Seiten versucht Egan das Experiment des Twitterromans. Kein Satz, oder in diesem Fall eher keine Informationseinheit darf hier länger als 140 Zeichen sein, der maximalen Länger eines Tweets. Als Twittersachverständige vom Dienst konnte Anne Schüßler also gar nicht an Jennifer Egans “Black Box” vorbeikommen.  “Deine eigenen Feldinstruktionen werden in einem Chip unter deinem Haaransatz gespeichert.” Satz für Satz könnte man so den Roman im Internet veröffentlichen, Baustein für Baustein hintereinander, wie Egan es auch zunächst über den Twitteraccount des New Yorker (@NYerFiction) getanRead More
Nach der Wahrheit jagen wie nach einem Wal „Sam Spade hat gesagt: Wenn der Partner eines Mannes ermordet wird, muss dieser Mann etwas tun.“ Mit dieser Referenz auf den „Malteser Falken“ ermuntert auf Seite 74 der Vater der ungewöhnlichen Heldin – diesmal stimmt dieses Attribut tatsächlich –, die Tochter zum eigenen Handeln. „Ihr Amerikaner seid viel zu gutgläubig“, hat er gefaucht, als russischem Immigranten ist ihm das Misstrauen gegenüber Institutionen tief verwurzelt, und er liebt sie, diese alten Kriminalfilme, wo der Protagonist nachdenken muss, im Unterschied zu den heutigen ThrillernRead More

Posted On Februar 22, 2014By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Michael Connelly: Black Box

Zwischen Archiven und Action – Harry Bosch is back – Michael Connellys Detective für komplizierte Fälle soll einen alten, unerledigten Fall aus der Zeit der Rassenunruhen in L.A. lösen. So wühlt er als akribischer Aktenhuber in vergilbten Unterlagen aus der „Black Box“, bis er schließlich eine heiße Spur findet und sich die Spannung im rasanten Showdown entlädt. Eine Rezension von Peter Münder Neben Michael Connelly, 58, verblassen die meisten Bestseller-Big-Boys: Er kann nicht nur wahnwitzig hohe Auflagen seiner Krimis vorweisen (Gesamtauflage inzwischen ca. 50 Millionen), er operiert auch in mehrerenRead More

Posted On Februar 15, 2014By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Dennis Lehane: In der Nacht

Noir, das ist Wissen um das, was man verliert – Alf Mayer über Dennis Lehane anlässlich seiner Gangster-Saga „In der Nacht“. Es ist sein Gangsterbuch, nach sechs Romanen mit dem Privatdetektivpaar Patrick Kenzie & Angela Gennaro, den stand-alones „Mystic River“ und „Shutter Island“ sowie dem großen historischen Boston-Panorama „Im Aufruhr jener Tage“. Das von Sky Nonhoff übersetzte „In der Nacht“ ist Teil zwei einer auf mehrere Bände angelegten historischen Familiensaga der irischstämmigen Coughlins aus Boston. Der Patriarch ist der zweithöchste Polizist in der Stadt, die Zeit das Amerika zwischen denRead More

Posted On Februar 15, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer

Gebissexperten und Rumpelkammer ‒ Man versucht ja immer zu verstehen, warum bestimmte Bücher und Serien zu Bestsellern werden, vor allem, wenn man keine Alleinstellungsmerkmale oder andere offensichtliche Qualitätskriterien finden kann. Ein solcher Fall sind die „Ostfriesen-Krimis“ von Klaus-Peter Wolf, deren achter Band „Ostfriesenfeuer“ gerade erschienen ist. Joachim Feldmann macht sich auf die Suche … Fat Ollie Weeks ist alles andere als ein Sympathieträger. Das war auch die Absicht seines Schöpfers Ed McBain, der den beleibten Bullen mit einem penetranten Körpergeruch, ungehobelten Manieren und einem ganzen Sortiment rassistischer und misogyner VorurteileRead More

Posted On Februar 12, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Rafael Chirbes: Am Ufer

Vor zwei Wochen hat an dieser Stelle Elfriede Müller Rafael Chirbes letzten großen Roman „Am Ufer“ vorgestellt, als „einen literarischen Genuss, der Trauer und Wut auslöst über den Zustand der Welt“. Wolfram Schütte sieht Vieles ähnlich, findet das Buch „als umfassendes Herbarium der Gesellschaft & der Zeit großartig“, hält es aber „erzählerisch leider nicht für gelungen“. Deshalb ein kleines P.S. Ein kritisches Nachwort zu Rafael Chirbes‘ literarischer Totalabrechnung. Von Wolfram Schütte Das Oeuvre Rafael Chirbes‘ kennen wir durch die großartige Übersetzerin Dagmar Ploetz & die findige Verlegerin Antje Kunstmann, die seitRead More
Vorsicht: Schnittwunden Taylor Stevens und ihre Thrillerheldin Munroe in „Die Geisel“, von Alf Mayer. „Wer braucht schon ein Dragon Tattoo?“ hieß es einmal, auf Lisbeth Salander anspielend, in einer amerikanischen Kritik über die von Taylor Stevens erfundene androgyne Figur namens Vanessa Michael Munroe. Der dritte Roman mit ihr bestätigt, dass da eine Heldin unterwegs ist, die sich im Thrillergenre ebenso zu behaupten vermag wie Uma Thurman in „Kill Bill“. James Cameron, der mit den „Terminator“-Filmen und „Avatar“ schon einiges an zähen Kriegerinnen auf die Leinwand brachte, hat die Filmrechte gekauft.Read More

Posted On Februar 8, 2014By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Markku Ropponen: Faule Finnen fangen keine Fische

Don’t judge a book by its cover (und auch nicht nach bescheuerten Titeln) – Wir schätzen sie schon lange. Markku Ropponen und sein Privatdetektiv Otto Kuhala. Unprätentiös, relaxed, komisch und klug. Gut, dass der neue Roman „Faule Finnen fangen keine Fische“ keine unliebsamen Überraschungen bietet, sondern gewohnte Prime-Qualität. Findet auch Frank Rumpel. Immer wieder erfrischend sind die Romane des finnischen Autors und Bibliothekars Markku Ropponen, der gerne weitschweifig erzählt, dabei kluge Gesellschaftsanalysen und Alltagsbeobachtungen liefert, die er nicht selten in grandiose Bilder packt. Im aktuellen Fall soll Ropponens Privatdetektiv OttoRead More

Posted On Februar 5, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

David Buckley: Kraftwerk. Die unautorisierte Biografie

Kraftwerk forever – Club Liberitas, Bochum, im Sommer 1969, und ich schrieb damals: „Norbert auf jeden Fall saß da neben mir, und wir saßen ganz vorn, wie immer, und er schlug auf den Tisch, weil ihn die Gruppe auf der Bühne mitriss, umhaut, sagte er, die fünf da hauen mich um! Die fünf aus Krefeld, die sich Organisation nannten. Ein Iraker, Basil Hammoudi, ja, den Namen habe ich behalten, den merkt man sich, wenn man ihn einmal spielen gehört hat. Also, der hockte vor einem Arsenal Klangkörpern, Trommeln und so,Read More