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Posted On Februar 21, 2015By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Horst Eckert: Schattenboxer

Nazi-Enkel, Serienmörder, die Treuhand und der Egoismus – Horst Eckert greift tief in die Geschichts- und Familienkiste – „Schattenboxer“ heißt sein neuer Roman. Eine Besprechung von Joachim Feldmann. In der Nacht vom zweiten auf den dritten April 1970 kommt es auf einem Friedhof in Berlin-Neukölln zu einer denkwürdigen Aktion. Im „Schweiße ihres Angesichts“, so erzählt es der Journalist und Rechtsanwalt Butz Peters in seiner „Geschichte der RAF“ (Tödlicher Irrtum. Berlin 2004) buddeln Andreas Baader und zwei Gesinnungsgenossen nach Pistolen und Bomben, die dort angeblich im 2. Weltkrieg vergraben wurden. DerRead More

Posted On Februar 21, 2015By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – schnell, gemein, blutig, wooosh … Heute am Beil Alf Mayer (AM) und Thomas Wörtche (TW), auf dem Block Kristina Ohlsson: „Himmelschlüssel“, Johann Hari: „Chasing The Scream“ und Heinrich Wandt: „Erotik und Spionage in der Etappe Gent“. Weiblicher Blick (AM) Hier werden wohl manche Fingernägel leiden, auch manikürte. Hat man sich eingerichtet in Kristina Ohlssons „Himmelschlüssel“, gerät man bald in die Lage jener 400 Passagiere, deren schwedisches Flugzeug entführt wurde und in den amerikanischen Kongress gesteuert werden soll, der Copilot, Sohn eines der Ermittler, aus dem Cockpit ausgesperrt, derRead More

Posted On Februar 18, 2015By Kira KoetterIn Bücher, Litmag

Kirsten Fuchs: Mädchenmeute

Sieben Mädchen wohnen im Wald – Die 15-jährige Charlotte ist in einem Sommer-Feriencamp im tiefen Wald. Zusammen mit sechs anderen Mädchen und einer schrulligen Betreuerin soll sie trainieren, wie man dort überlebt. Ganz klarer Fall: Da muss sie weg! Also flieht sie mit ihrer „Mädchenmeute“ ins Erzgebirge und wird in 14 Tagen ein bisschen erwachsener. Und weil die Autorin Kirsten Fuchs sie erzählt, ist diese Geschichte auch noch wunderbar witzig und wortgewandt. Von Kira Kötter „So blöde! Ich meine Erwachsene! Sie wollen ständig freihaben, und wenn sie dann freihaben, putzenRead More
Vom Alltag ins Absurde – Seine Freundin fragt er, von wem sie denn wohl schwanger sei, das nervende Kleinkind will er umtauschen, im Suff erkennt er sich schon mal selbst nicht wieder, und der Engel, der das göttliche Schreibstipendium überbringt, verwechselt ihn mit Vladimir Nabokov und fliegt wieder fort. Zoë Beck über Stefan Abermann, eine der bekanntesten Stimmen der österreichischen Poetry Slam-Szene. Abermanns „Schatzkästlein des reinlichen Hausfreundes“ ist eine Auswahl seiner Slam-Texte, seine erste Sammlung. Er hat sie unterteilt in die Lebensbereich Haus, Frau, Kind, Garten und Esoterik, eine Aufteilung,Read More

Posted On Februar 18, 2015By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Jonathan Evison: Umweg nach Hause

Von heldenhaften Verlierern – In seinem neuen Roman „Umweg nach Hause“ erzählt der Kalifornier Jonathan Evison die ebenso heitere wie tragische Geschichte von Menschen, die vom Leben schwer gebeutelt und voller Schwächen sind und die dennoch nicht ihren Mut verlieren. Von Karsten Herrmann Im Mittelpunkt des Romans stehen der 39jährige Ben und der 19jährige Trev. Ben hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und trudelt durch sein Leben. Nach einem Lehrgang in Altenpflege nimmt er einen Job bei Trev an, der an einer schweren Muskeldystrophie leidet und früh sterben wird. ErRead More

Posted On Februar 14, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Sifiso Mzobe: Young Blood

Rasend ins Abseits – Sifiso Mzobes Romanerstling „Young Blood“ aus den Townships von Joburg erzählt keine neue Geschichte, die aber bemerkenswert gut. Frank Rumpel ist beeindruckt. Ein BMW 325is ist für die Jungs in Umlazi, einem Township außerhalb Durbans, das Größte. Ein sportlicher, gut ausbalancierter Wagen mit reichlich PS und Aufmerksamkeitsgarantie. Wer dort einen solchen Wagen fährt, hat es geschafft – auf welchem Weg auch immer. Kurz vor seinem 17. Geburtstag hat Sifizo Mzobes Protagonist Sipho die Schnauze voll. Er hat beschlossen, seine Zeit nicht länger auf der Schule zuRead More

Posted On Februar 14, 2015By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – lesen, denken, wooosh … Heute am Beil Joachim Feldmann (JF) und Thomas Wörtche (TW), auf dem Block „Der Herr auf der Galgenleiter“ von Hugo Bettauer, „Vaters unbekanntes Land“ von Bernhard Stäber und „Control“ von Daniel Suarez. Vielleicht doch Raubmord? (TW) Deutschsprachige Kriminalliteratur hat keine konsistente „Tradition“, die irgendwie ästhetisch oder sonst wie programmatisch wirkmächtig gewesen wäre. Sie hatte aber Solitäre, Einzelgänger und -kämpfer, denen Formen und Regeln ziemlich egal waren: Friedrich Glauser, Walter Serner und – eben – Hugo Bettauer, um dessen Werk sich der Wiener Milena-VerlagRead More

Posted On Februar 14, 2015By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Reading ahead (6): Chuck Logan – Fallen Angel

Autor der wirklich toughen Thriller Wir lesen heute schon die Bücher, die Sie erst morgen oder übermorgen auf Deutsch bekommen können. Vielleicht. Oder auch nicht. Heute: Chuck Logan – Fallen Angel – von Alf Mayer Der 1. April 2008 war das letzte Mal, dass er als Autor in Erscheinung getreten war – mit „South of Shiloh“, einem Scharfschützenthriller. Dann verschwand er bis Ende 2014 in der Versenkung. Ein Autor von damals acht makellosen Thrillern, keiner von ihnen je ins Deutsche übersetzt, jeder um Meilen besser als all die Clancys, Forsyths,Read More
Unser Bundesnachrichtendienst Zwei Bücher über den BND: „Geheimobjekt Pullach“ und „Nachts schlafen die Spione“ und ein bisschen kulturgeschichtlicher Kontext. Von Alf Mayer – Zweimal Ortstermin, zweimal Erkundungen einer Liegenschaft, zweimal Blicke auf einen geheimen Ort, in ein Areal in Pullach bei München, langjähriger Stammsitz des Bundesnachrichtendienstes (BND). Zwei ganz unterschiedliche Bücher. Das eine Spurensuche „Von der NS-Mustersiedlung zur Zentrale des BND“, das andere ein sonderbarer Bildband, unter Sicherheitsauflagen entstanden, ästhetisches Werk ebenso wie Zeugnis der Zeitgeschichte. Zwei Bücher, die man zur Kenntnis nehmen muss, wenn man sich mit dem BNDRead More

Posted On Februar 7, 2015By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – schnell, auf den Punkt und wooosh Heute am Beil Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM) und Thomas Wörtche (TW). Auf dem Block Cynan Jones „Graben“, Elisabeth Herrmann: „Der Schneegänger“, Robert Hültner: „Tödliches Bayern“ und Antonio Fian „Das Polykrates-Syndrom“. Dachskämpfe (JF) Seit 170 Jahren ist es Britannien verboten, Hunde zum Vergnügen eines sadistischen Publikums gegen Dachse kämpfen zu lassen. Aber ebenso wie es illegale Hunde- und Hahnenkämpfe gibt, ist auch die Praxis des sogenannten „Badger Baiting“ nicht ausgestorben. Dabei werden dem Dachs noch vor dem Kampf grausame VerletzungenRead More
Von Drahtziehern und Lustfeuerwerkern – Ein Blick in die Kulturgeschichte der Arbeit, von Alf Mayer. Die Arbeit ist immer mehr wert als der Preis, den man für sie zahlt. Das Geld verschwindet, die Arbeit aber bleibt. Maxim Gorki hat das gesagt. Das Zitat eröffnet den Alphabetsreigen einer ungewöhnlichen Enzyklopädie, es steht unter dem Buchstaben „A“ und unmittelbar über der Berufsbezeichnung „Abdecker“. Auch Freiknecht, Fall-, Wasen- oder Feldmeister, Kafiller, Schinder oder Abstreifer genannt, war das der Name für jene Personen, die mit der Beseitigung und Verwertung (abdecken – abhäuten) von TierkadavernRead More

Posted On Februar 4, 2015By Senta WagnerIn Bücher, Litmag

Karin Peschka: Watschenmann

Daheim im schiefen Palast – Der Krieg ist vorbei, der Krieg ist noch da – angeblich sitzt er in den Menschen. Weil das so ist, muss er ausgetrieben werden. Einer hat sich vorgenommen, der „beste Watschenmann“ von Wien zu werden. Von Senta Wagner Der Friede ist jung, Wien noch besetzt. Man ist dabei, sich eine „schöne neue Welt“ zu schaffen, es herrscht der Eifer des Wiederaufbaus, Kriegsgeschädigten verschafft man Vergnügungen, die Vergangenheit ist vergangen. Karin Peschka siedelt ihren umwerfenden Debütroman „Watschenmann“ (2014) im Jahr 1954 an, beginnend mit Kapitel JanuarRead More

Posted On Februar 4, 2015By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

James Joyce: Finn’s Hotel

Zwischen „Ulysses“ und „Finnegans’s Wake“: Die umstrittenen „Finn‘s Hotel“-Epiclets von James Joyce – Selten gab es so brisante Kontroversen unter Joyce-Experten wie die immer noch anhaltende Debatte über „ Finn‘s Hotel“: Sind diese aus dem Nachlass stammenden zehn Epiclets (kurze Eposlein), geschrieben zwischen dem 1922 beendeten „Ulysses“ und dem 1939 veröffentlichten „Finnegan‘s Wake“ als Vorstudien zum „Wake“ zu betrachten? Oder sollten daraus Kurzgeschichten im Stil der „Dubliners“ werden? Von Peter Münder „Es brach regelrecht die Hölle los“, schreibt der engagierte Herausgeber Danis Rose in seinem Vorwort zu „Finn‘s Hotel“, umRead More
„Gut, dass Deutschland nach 10 Uhr abends bis zum Morgen schläft“. Die Erinnerungen des ukrainischen Zwangsarbeiters Iwan Tkatsch liegen jetzt in deutscher Übersetzung vor. Sie sind damit mehr als nur intergenerationaler Samisdat. Von Bruno Arich-Gerz. Ungleich verteilt ist zwischen dem Westen und dem Osten Europas Vieles. Das Maß und der Grad an Demokratie zum Beispiel, das an herrschendem Turbokapitalismus oder das an authentisch empfundener Zugehörigkeit oder Fremdeln mit Kerneuropa, vulgo der EU. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der in Osteuropa Großer Vaterländischer Krieg hieß und bisweilen noch heißt, gibtRead More

Posted On Januar 31, 2015By Elfriede MuellerIn Bücher, Crimemag, Nachruf

Elfriede Müller über Jean-François Vilar

Ein Nachruf auf Jean-François Vilar von Elfriede Müller. Jean-François Vilar ist am 16. November 2014 viel zu jung gestorben. Er wurde 67 Jahre alt und verstarb so diskret, wie er die letzten Jahre gelebt hatte. Vilar gehört zur französischen Strömung der Post-68er-Autoren, die den französischen Kriminalroman, den Noir oder Polar, neu begründeten. Von seinen Kollegen verkörperte am ehesten er die Benjamin’sche Definition eines materialistischen Historikers, der Blitzlichter auf die Vergangenheit wirft. Sein Interesse galt dem Surrealismus, der häretischen linken Geschichte, Marcel Duchamp, Walter Benjamin und dessen Passagen und vor allemRead More
Wir sind Guantanamo? – Alf Mayer zum CIA-Folter-Report und dem Guantanamo-Tagebuch von Mohammedou Ould Slahi. Aus der MAXIMA MORALIA, die Günther Anders nach Auschwitz und Hiroshima als überlebenswichtig für unsere Zivilisation forderte, ist nun nichts geworden. Weniger als nichts. Niederschmetternd empfinde ich in diesen Tagen nicht nur die Lektüre zweier furchtbarer Bücher, sondern auch den dumpfen, hohlen, fast tauben Klang, den diese beiden Schreckensberichte in einem selbst hinterlassen. Machen Sie Ihren persönlichen Lackmus-Test, lesen Sie „Der CIA Folter Report. Der offizielle Bericht des US-Senats zum Internierungs- und Verhörprogramm der CIA“Read More

Posted On Januar 31, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Norbert Horst: Mädchenware

Der Kommissar des Kommissars – Zu den verlässlichen Größen des deutschen Kriminalromans gehört seit 2003, seinem Debütjahr, Norbert Horst (bei CM hier und hier). „Mädchenware“ heißt das neue Buch. Eine Rezension von Frank Rumpel. Verdichteten Polizeialltag und einigermaßen glaubhafte Ermittlungsarbeit samt dem dahinterliegenden Bürokratiewust liefert Norbert Horst auch in seinem mittlerweile sechsten Kriminalroman „Mädchenware“. Gibt es bereits reichlich, stimmt schon, und doch stechen Horsts Romane heraus, weil er als Hauptkommissar all das aus dem echten Leben kennt – und eben schreiben kann. Vor allem Letzteres ist wichtig. Um Machtkämpfe inRead More

Posted On Januar 31, 2015By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Dave Zeltserman: Killer

Papier – Dave Zeltsermans Roman „Killer“ ist bei genauem Hinsehen ein Text aus dem literarischen Labor. Findet Thomas Wörtche … Eine klassische Roman-noir-Erzählung handelt meistens vom schlimmen Schicksal eines Menschen, dessen Lebensumstände nur tragisches Scheitern zulassen. Die Atmosphäre eines noirs ist – idealtypisch – düster, klaustrophobisch und hoffnungslos. Frauen ist mit größtem Misstrauen zu begegnen. Es werden die „Schattenseiten“ des menschlichen Daseins in einer kalten, feindseligen Welt ausgeleuchtet und die Abgründe der menschlichen Seele erforscht und gleichzeitig ein illusionsfreies Bild der gesellschaftlichen Zustände gezeichnet, die mit diesem Schicksal möglicherweise inRead More

Posted On Januar 31, 2015By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – schnell, hart und unparteiisch blutig Heute am Beil Joachim Feldmann (JF) und Alf Mayer (AM) – auf dem Hackklotz: Tana French „Geheimer Ort“, Jesper Stein „Weißglut“, Felix Huby „Heimatjahre“ und Clint Hutzulak „Ein wunderschön tödliches Ende“ Verwirrte Teeanger und ratlose Polizisten (JF) Ein Jahr ist es her, dass die Leiche des 16-jährigen Chris Harper auf dem Gelände eines traditionsreichen Mädcheninternats in der Nähe Dublins gefunden wurde. Harper war Schüler der benachbarten, ebenso elitären, Bildungsanstalt für Jungen. Damals blieben die polizeilichen Nachforschungen erfolglos, doch nun ist ein neuerRead More
Viele Filme, zwei Männer, eine Stadt – Gyula Trebitsch und Werner Grassmann – Alf Mayer über Hamburger Filmgeschichte. Zwei Leben, zweimal Film als Lebensinhalt, zwei Größen der Stadt, zwei ganz unterschiedliche Geschichten. Zwei Bücher, beide im gleichen Jahr im selben Verlag erschienen. Eigentlich kann das so nur in Hamburg passieren. Ist es auch. Ausrichter dieser schönen Regatta: der Ellert & Richter Verlag, 1979 im Stadtteil Uhlenhorst gegründet, heute in Ottensen residierend. Das eine Buch handelt vom Erfinder, Konstrukteur und Kapitän eines Ozeanriesens, das andere von den Anfangsjahren eines verwegenen Zwei-Mast-Piraten.Read More

Posted On Januar 28, 2015By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Michel Houellebecq: Unterwerfung

Schöne neue Welt –Um Michel Houellebecqs neuen Roman „Unterwerfung“, der die Islamisierung Frankreichs thematisiert, überschlugen sich die Ereignisse auf eine wohl noch nie dagewesen Art und Weise: Am Tage der Auslieferung der Originalausgabe machte „Charlie Hebdo“ mit einer Karikatur des Autors auf und lieferte im Innenteil eine begeisterte Kritik. Der Rezensent starb am gleichen Tage wie weitere zehn seiner Redaktionskollegen im Kugelhagel islamistischer Attentäter. Die Debatte um Michel Houellebeqcs Roman fokussierte sich in der Folge schnell auf die moralisch-politische Frage, ob er islamfeindlich sei – doch diese Frage erweist sichRead More

Posted On Januar 28, 2015By Zoe BeckIn Bücher, Litmag

Joshua Ferris: Mein fremdes Leben

Zähne und Zweifel – Es ist ein Buch über einen Zahnarzt. Die wenigsten werden jetzt „Endlich!“ rufen. Aber es ist – erst mal ein Buch über einen Zahnarzt. Paul O’Rourke hat eine Zahnarztpraxis in bester Lage, nämlich auf der Park Avenue in Manhattan. Fünf Behandlungsstühle, drei Mitarbeiterinnen. Der Laden läuft sehr gut. Pauls Leben außerhalb der Praxis allerdings nicht so sehr. Die Besessenheit, mit der er anderer Leute Zähne und Zahnfleisch in Schuss hält, manchmal auch gegen ihren erklärten Willen, ist zum Teil echte professionelle Hingabe, zum Teil aber auchRead More
Die sublimierte Kunst des konzentrierten Kurztrips –Slow Travel geht sicher anders, aber wer die Tipps der New York Times-Reihe „36 Hours“ studiert, versteht sofort, was die wesentlichen Qualitäten einer fremden Stadt oder einer Insel ausmachen. Der aktuelle Band dreht sich um Asien, Australien & Ozeanien. Von Peter Münder. Bildungsreise, Slow Travel, Dark Tourism (siehe CM vom 10.4.13) – diese Tourismus-Kategorien sollte man vergessen, wenn man sich auf die hier beschriebenen „36 Hours“-Trips einlässt. Denn man muss sich notgedrungen auf einige herausragende Sehenswürdigkeiten beschränken. Lange Bahnreisen, vom Railway-Spezialisten Paul Theroux („TheRead More
Desperado City – Frank Göhre hat mit „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir“ und „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ zwei „Heimatfilme“ literarisch montiert. Weltalltag auf dem Kiez. Eine Würdigung von Michael Töteberg. Lucky Luciano, der mächtige Boss der New Yorker Unterwelt, wurde 1936 zu 50 Jahren Zuchthaus verurteilt, aber nach nur neun Jahren begnadigt – wegen „besonderer Verdienste für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten“, was immer sich hinter dieser Formulierung verbergen mag. Der Deal galt auch für seine zwei Dutzend engsten „Freunde und Mitarbeiter“, Bedingung war, dassRead More

Posted On Januar 24, 2015By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Ray Banks: Dead Money

Nichts geht mehr – Immer alles auf Zero gesetzt und total untergegangen: „Dead Money“ beschreibt in finsterer, bester Noir-Tradition, wie es einem ergeht, bei dem das routinierte Verdrängen besser funktioniert als der Realitätssinn. Den Roman von Ray Banks bespricht Peter Münder. Alan Slater ist eigentlich Vertreter und Berater eines Fensterbauers in Manchester, doch den nervtötenden Frust mit Hausbesuchen bei Kunden, die sich als Dumpfbackenwichtigtuer profilieren wollen und ihm nur auf den Geist gehen, hat Alan inzwischen so kommod reduziert, dass er sich als Casino-Croupier verwirklichen und echt wohlfühlen kann. DaRead More

Posted On Januar 24, 2015By Bernd JoossIn Bücher, Crimemag

Cormac McCarthy: Ein Kind Gottes

Von Menschen und Bestien – Endlich, möchte man aufstöhnen. Endlich wurde Cormac McCarthys dritter Roman „A Child of God“ ins Deutsche übertragen, einundvierzig Jahre nach seinem Erscheinen in Amerika. Ein nicht unwesentlicher Grund dafür dürfte wahrscheinlich die Verfilmung durch den umtriebigen und talentierten Schauspieler/Maler/Schriftsteller/Regisseur James Franco spielen. Aber beklagen wir nicht die Umstände, denen wir die Veröffentlichung verdanken, sondern freuen uns, ein weiteres Glanzlicht aus der Feder des seit Jahren als Nobelpreisanwärter gehandelten McCarthy auf Deutsch lesen zu dürfen. Ein Hymne von Bernd Jooß. „A Child of God“, ein KindRead More