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Posted On April 25, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Pete Dexter: Unter Brüdern

Virtuose Gewaltspirale – Die Romane von Pete Dexter sind richtige Kritikerlieblinge. Warum das so ist, zeigt am Beispiel der Neuausgabe (vormals „Bruderliebe“) von Dexters „Unter Brüdern“ bei Liebeskind, Frank Rumpel. Es ist eine ungewöhnliche Gangstergeschichte, die der 1943 geborene Pete Dexter da in seinem vierten Roman „Unter Brüdern“ erzählt. Der erschien im Original (unter dem Titel „Brotherly love“) 1991, 24 Jahre, die man ihm nicht anmerkt, was freilich auch daran liegen mag, dass die Geschichte zwischen 1961 und 1987 spielt. Sie beginnt mit einem achtjährigen Jungen namens Peter Flood – und sieRead More

Posted On April 25, 2015By Thomas PrzybilkaIn Bücher, Crimemag

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 26

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 26 – Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig einRead More
Eine europäische Muslimin – Die bosnische Exilautorin Safeta Obhodjas stößt im deutschen Kulturbetrieb auf Vorurteile und Unverständnis. Sie soll die Geschichten über das, was sie erlebt hat, den Marktgepflogenheiten anpassen. Vor allem unerwünscht sind ihre selbstbestimmten muslimischen Frauenfiguren. Ein Erfahrungsbericht. Bei CulturBooks ist gerade der Roman „Die Bauchtänzerin“ von Safeta Obhodjas erschienen, die Geschichte der jungen, talentierten Schneiderin und Designerin Vildana. Sie ist eine Muslimin unter vielen in Bosnien und lebt eine europäische Variante des Islam. Wie emanzipiert und frei sie ist, merkt sie, als sie Bekanntschaft mit einer geflohenenRead More

Posted On April 22, 2015By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Claude Simon: Der Fisch als Kathedrale. Vier Vorträge

Vorträge eines Avantgardisten über die weltliterarische Moderne – Von Wolfram Schütte Claude Simon, der französische Literaturnobelpreisträger von 1985, ist bei uns wohl nur unter Kennern & Liebhabern der avantgardistischen Literatur bekannt. Und zwar als Autor eigenwillig erzählter & montierter Romane. Des Öfteren kreisen sie um das traumatische Kriegserlebnis des Kavallerieoffiziers Simon. Er überlebte, zusammen mit einem anderen, als einziger die Vernichtung seiner gesamten Kompanie durch die deutschen Truppen am 17. Mai 1940. Die vier Vorträge, die jetzt der Berenberg-Verlag vorgelegt hat, stammen aus dem Nachlass des 2005 gestorbenen Schriftstellers. ErRead More

Posted On April 22, 2015By Michael ZellerIn Bücher, Litmag

Michael Buselmeier: Ende des Vogelgesangs. Eine Kindheit

Geschichte in lebendigem Vollzug – Es gibt wohl kein ergiebigeres Thema für einen Literaten als die Kindheit: zurückzugehen an die Wurzeln unseres Lebens. Jede Geschichte einer Person fängt dort an, und damit endet sie auch, ironischer Weise, im Alter. Die ersten Eindrücke, die ein Mensch in der Welt erfährt, sind die bleibenden, und das Leben scheint nichts anders zu sein als ihre Entfaltung über die Jahrzehnte hinweg, die uns gegeben sind. Von Michael Zeller Es ist beileibe keine Eitelkeit, kein Akt von Selbstverliebtheit, wenn sich Schriftsteller gerade im Alter überRead More

Posted On April 22, 2015By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Anne Philippi: Giraffen

Auf der Suche nach Grenzenlosigkeit – Die unbedingte Lebensgier und verzweifelte Suche nach dem letzten Kick der oberen Gesellschaftskreise in sinnentleerter Welt steht im Zentrum von Anne Philippis Debut-Roman „Giraffen.“ Von Karsten Herrmann Anne Philippis Ich-Erzählerin ist dank ihres reichen Freundes Henry aus dem Nichts der gesellschaftlichen Mitte in die Glamour-Welt und Boheme Berlins aufgestiegen. Auf der Suche nach Grenzenlosigkeit und dem ultimativen Kick sind sie und ihre Freunde schon längst über die rote Linie der Sucht getreten und bringen sich ab Nachmittags mit Weißwein und Weizen, später mit Wodka,Read More

Posted On April 22, 2015By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Philipp Felsch: Der lange Sommer der Theorie

Wie man früher dachte – Es muss irgendwann in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein. Da trafen sich in einem Frankfurter Volksbildungsheim linke Studenten, Hochschullehrer, Sozialarbeiter, Gewerkschaftssekretäre, Lehrer, Ärzte und sozialrevolutionär bewegte protestantische Pfarrer zu einem großen kapitalismuskritischen Palaver. Und am Rande des Saals hatte auch Peter Gente seinen mobilen Büchertisch mit Broschüren, Pamphleten und merkwürdig monochrom gestalteten Paperbacks aufgebaut. Es wimmelte da nur so von Titeln und Autoren, die allesamt der radikalen intellektuellen Linken in Italien und Frankreich zuzuordnen waren. Texte deutschsprachiger Autoren fand man nicht aufRead More
Auf der Flucht Von einer Bevölkerungsgruppe auf der Flucht, erhobenen Händen als Widerstandsform, empirischer Feldforschung in einem Stadtviertel von West-Philadelphia, von Rahmenhandlungen, totaler Institution, Asylen und Stigmata, vom Battlestar Galaktika und Obamas Unterhaltung mit David Simon über „The Wire“. Manchmal erzwingt die Aktualität einen zweiten Blick auf ein Buch. Peter Münder hatte sich im September 2014 mit „On the Run“ (siehe hier) beschäftigt. Inzwischen hat sich der Zustand der Nation noch einmal verschärft. Deswegen hat Alf Mayer Goffmans Studie noch einmal neu beleuchtet. Warum Walter Scott am Ostersamstag um halbRead More

Posted On April 18, 2015By Thomas PrzybilkaIn Bücher, Crimemag

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 25

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 25 – Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig einRead More

Posted On April 15, 2015By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Inger-Maria Mahlke: Wie ihr wollt

50 Schatten über Grey Nein, der dritte Roman von Inger-Maria Mahlke macht es seinen Lesern nicht leicht. Wer historische Romane im Stil der „Päpstin“ schätzt, dürfte schnell irritiert sein angesichts einer zersplitterten Erzählperspektive und der Diskrepanz zwischen historischem Setting und moderner Sprache. Und wer die ersten beiden Romane von Inger-Maria Mahlke kennt, die beide Gegenwartsthemen verhandeln, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Die Autorin führt uns ins Jahr 1571 an den englischen Hof. Was also ist „Wie ihr wollt“, dessen Titel nicht von ungefähr auf Shakespeare anspielt? Auch wenn aufRead More

Posted On April 15, 2015By Alf MayerIn Bücher, Litmag

Camille Seaman: Vom Ende der Ewigkeit

Gegen das Eis in uns Alf Mayer über Camille Seamans Bildband über Eisberge. Sie hat Wolken gejagt („The Big Cloud Series“) und geriet 1999 eher zufällig nach Kotzebue, Alaska. Zwischen 2003 und 2011 war sie dann jedes Jahr als Expeditionsfotografin an Bord von Forschungs- und Handelsschiffen in der Arktis und der Antarktis unterwegs. 2011 kündigte sie auf der „M/V Fram“, dem modernsten Forschungsschiff und Stolz Norwegens, sie hatte noch nie so wenig Eis erlebt bei einer Fahrt, es brach ihr das Herz – und sie kehrte in eine Welt zurück,Read More

Posted On April 15, 2015By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Litmag

Pete Smith: Endspiel

„Schland o Schland“ – endlich sind wir wieder da! Gerade erst, am 11. April, wurde anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald mit einem Festakt in Weimar, der Stadt von Goethe und Schiller, der Opfer gedacht. In seinem Roman „Endspiel“ thematisiert Pete Smith die Notwendigkeit des Erinnerns. Von Anne Kuhlmeyer. Der Sommer 2010 brütet über Frankfurt am Main. Die Nationalelf spielt in Südafrika dem WM-Titel entgegen und der Geschichtsstudent Lionel drückt sich um den Abschluss seiner Dissertation herum. Sinn ist fraglich und das Geld ist knapp. Wozu JahreszahlenRead More

Posted On April 15, 2015By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Jan Brandt: Tod in Turin

Die Leiden des jungen Brandt Vor vier Jahren landete Jan Brandt mit seinem monströsen 900-Seiten-Debut „Gegen die Welt“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde danach in die Mühlen des Literaturbetriebs katapultiert. In „Tod in Turin“ erzählt er über diese „Zeit des permanenten Ausnahmezustandes“ mit sechzig Lesungen in acht Monaten und insbesondere über den Besuch der Turiner Buchmesse anlässlich der italienischen Übersetzung seines hier als „Gegen den Wind“ oder „Gegen den Witz“ ständig selbst verballhornten Erstlings. Mit sprühender Selbstironie und Witz gibt Jan Brandt in diesem Buch Einblicke inRead More

Posted On April 11, 2015By Elfriede MuellerIn Bücher, Crimemag

Wu Ming: 54

Rebellen mit weichem Herzen … … in einem Jahr, „das das Aussehen der Welt verändert hat“ – „54“ von Wu Ming. Wu Ming heißt, je nach Aussprache, „ohne Namen“ oder „fünf Namen“, ist ein italienisches Kollektiv aus der Abteilung „Kommunikationsguerilla“, bei uns sträflich unbekannt, was sich aber dank dem verlegerischen Mut der Assoziation A ändern wird. Kriminalliteratur comme il faut, nur eben anders als die stocklangweiligen, glattpolierten Retortentexte „für den Markt“. Eine Rezension von Elfriede Müller. Das italienische Autorenkollektiv hat sich mit dem Mittelalterroman „Q“, der von den Bauernrevolten erzählt,Read More

Posted On April 11, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Mukoma wa Ngugi: Black Star Nairobi

Hart und rasant – Sinnvolle Kriminalliteratur braucht gesellschaftliche Spannungsfelder, um sich entfalten zu können. Deswegen ist Afrika ein (auch) kriminalliterarisch so interessanter und kreativer Kontinent. Zum Beispiel Kenia. Dort spielt Mukoma wa Ngugis zweiter Roman „Black Star Nairobi“. Perfekt ist das Buch nicht, aber es verdient jede Aufmerksamkeit. Eine Rezension von Frank Rumpel. Die kenianischen Präsidentschaftswahlen 2007 liefern den Hintergrund zu Mukoma wa Ngugis zweitem Kriminalroman „Black Star Nairobi“. Damals war dem amtierenden Präsident massive Wahlmanipulation vorgeworfen worden. Es kam zu Unruhen und Übergriffen zwischen Angehörigen der beiden großen Volksgruppen.Read More

Posted On April 11, 2015By Bruno Arich-GerzIn Bücher, Crimemag

Bernhard Jaumann: Der lange Schatten

Von Germanisten und Gebeinen – Bernhard Jaumann wird akademisch nobilitiert und legt mit „Der lange Schatten“ seinen dritten Roman mit Schauplatz Namibia vor. Genauer hat sich das Treiben der Germanistik und den neuen Roman von Jaumann Bruno Arich-Gerz angeschaut, der sich als Literaturwissenschaftlicher auch in diesen Gegenden herumtreibt. Bernhard Jaumann, Krimipreisträger 2011 mit einem Faible für namibische Schauplätze und einem besonderen Gespür für deutsch-südwestafrikanische Problemlagen, hat es geschafft. Gleich zweimal widmete sich im noch jungen Jahr 2015 die Germanistik dem Prosawerk des eher leise daherkommenden Vertreters der Sparte Spannungsliteratur. InRead More

Posted On April 11, 2015By Thomas PrzybilkaIn Bücher, Crimemag

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 24

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 24 – Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig einRead More

Posted On April 8, 2015By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Siegfried Unseld: Chronik 1971

Autorenbetreuer, Vertreter, Programmentwickler und Talent-Investor – Der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld war ein genialer Medien-Pionier mit riesigem Erkenntnisinteresse, großem Gespür für vielversprechende Autoren und neue Marktsegmente. Seine Chronik für 1971 ist immer noch von faszinierender Aktualität. Von Peter Münder „Wenn Shakespeare der größte Dichter und Minetti der größte Schauspieler, dann ist Unseld der größte Verleger“. Thomas Bernhard, „Unseld“- zum 60. Geburtstag von S.U. 1984 Mit Peter Weiss spricht er am 1. Januar 1971 über dessen neues Stück „Hölderlin“, mit der vom Piper Verlag zu Suhrkamp gewechselten Ingeborg Bachmann geht er inRead More

Posted On April 8, 2015By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Milan Kundera: Das Fest der Bedeutungslosigkeit

Bedeutungslosigkeit – Milan Kunderas trister literarischer Abgesang. Von Wolfram Schütte Auf die Gefahr hin, ein von manchen geschätzten Kollegen in den literarischen Himmel gehobenes „Meisterwerk“ zu verkennen, muss ich sogleich gestehen, dass ich Milan Kunderas kleinen Roman, den der heute 86jährige Autor 15 Jahre nach seinem vorletzten „Die Unwissenheit“ (2000) im vergangenen Jahr publiziert hat, keineswegs als das im Titel verhießene „Fest der Bedeutungslosigkeit“, sondern leider eher als Desaster literarischer Unerheblichkeit gelesen habe. Das ist umso bedauerlicher, weil ich Kundera bislang immer geschätzt habe. Milan Kundera gehört mit seinen RomanenRead More
Das Zauberwort ist Liebe, ihr abgefuckten Jungs, Mädchen und queers! Gut drei Jahre ist es her, seit die junge britische Feministin Laurie Penny mit ihrem Buch „Fleischmarkt“ (Originaltitel: „Meat Market: Female flesh under Capitalism“) die Welt aufrüttelte – die ganze Welt? Leider nein, aber doch genug Leserinnen und Leser, die seither einen anderen Blick auf den bis dato angesagten Wohlfühl- bzw. des von ihr so verhassten „Mainstream“-Feminismus haben dürften. Penny, Journalistin, Aktivistin und selbsternannter geek, ließ schon in „Fleischmarkt“ wenig durchgehen, worin man sich so gemütlich eingerichtet hatte: Gleichberechtigung? Ach,Read More

Posted On April 8, 2015By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Teju Cole: Jeder Tag gehört dem Dieb

Zwischen den Kulturen – Der 1975 in New York geborene und in Nigeria aufgewachsene Teju Cole hat sich mit dem avancierten New York-Roman „Open City“ in die erste Riege der jungen amerikanischen Literatur geschrieben. Er gehört wie Ngozi Adichie, Junot Diaz oder Mohsin Hamid zu einer neuen Generation von Kosmopoliten und „Weltliteraten“, die zwischen den Kulturen pendeln und daraus einen scharfen Blick für die Differenz schöpfen. Von Karsten Herrmann. In „Jeder Tag gehört dem Dieb“ kehrt Teju Coles namenloser Protagonist nach fünfzehn Jahren aus den USA zurück in seine (Zweit-)Read More
Das Schwarze Herz von Rom – Rom, Sommer bis Winter 2011. „Euro-Krise“, Berlusconi dämmert und mit ihm sein ganzes Netzwerk aus Korruption, Gier und Medienmacht. Wenn er fällt, dann werden die Karten neu gemischt, werden die Verteilungskämpfe im Staat und in der Stadt Rom beginnen. Das ist die Ausgangslage von Giancarlo De Cataldos neuem Roman „Suburra. Schwarzes Herz von Rom“, den er zusammen mit dem Journalisten und Drehbuchautor Carlo Bonini verfasst hat. De Cataldo (Texte von ihm im CM hier und hier), im bürgerlichen Beruf Richter, ist einer der bestenRead More
Lukrative Schattenwirtschaft auf dem subversiven Markt – „Bekenntnisse eines Menschenhändlers“: gesammelt von Andrea Di Nicola & Giampaolo Musumeci ist ein Buch über Schleuser. Ein Ausflug in einen globalisierten Markt von Wolfram Schütte. Der Titel ist falsch. Der Kriminologe Andrea Di Nicola & der Journalist Giampaolo Musumeci haben nach ihrer zweieinhalbjährigen Recherche mehrere Schleuser kennengelernt & sie zu „Bekenntnissen“ ihrer Tätigkeiten gebracht. Die beiden Italiener haben ihre Nachforschungen sowohl in einheimischen Gefängnissen, als auch z.B. in (Istanbuler) Cafés oder Hafenkneipen in Calais mit kleinen & größeren Fischen des internationalen Menschenschmuggels betrieben.Read More

Posted On März 28, 2015By Elfriede MuellerIn Bücher, Crimemag

Reading ahead (7): Dominique Manotti – Or Noir

Erdöl im postkolonialen Jahrzehnt – Ein neuer Roman von Dominique Manotti ist immer ein Ereignis. Und Erdöl ein Thema von globaler Bedeutung. Klar, dass wir nicht auf die deutsche Übersetzung warten wollen. Elfriede Müller hat „Or Noir“ praktisch aus der Druckpresse gezogen und sofort gelesen. Dominique Manotti hat sich einige Jahre Zeit genommen, um die Geschichte des Erdöls zu erforschen und daraus einen Noir zu stricken. In dieser Zeit sind gleichwohl zwei Bücher von ihr erschienen, die kurze Erzählung „Madoffs Traum“ und „Ausbruch“ (zu den CM-Rezensionen hier und hier), eineRead More

Posted On März 28, 2015By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – die beliebte und charmante Rubrik mit dem blutigen Beilchen Heute am Beil Joachim Feldmann (JF), Frank Rumpel (rum) und Thomas Wörtche (TW) – auf dem Block Britta Bolt: „Das Büro der einsamen Toten“, Manfred Wieninger: „Der Mann mit dem goldenen Revolver“ und Patrick Leigh Fermor: „Die Entführung des Generals“. Mittelmaß (JF) Wie man einen vielversprechenden Stoff in mittelmäßige Genreliteratur verwandeln kann, demonstriert ein in Amsterdam ansässiges deutsch-australisches Autorenduo in seinem Krimidebüt „Das Büro der einsamen Toten“ auf beispielhafte Weise. Der unter dem Pseudonym Britta Bolt veröffentlichte SchmökerRead More
Was für ein Mann! James Lee Burke über Charles Willeford – Lesen Sie hier exklusiv die Rede, die James Lee Burke für die Trauerfeier von Charles Willeford 1988 geschrieben hat – sowie eine Erinnerung an Willefords „Cockfighter“ – moderiert, übersetzt und aufbereitet von Alf Mayer. Sie sind zwanzig Jahre lang gute Freunde gewesen. Der eine starb vor jetzt ziemlich genau siebenundzwanzig, am 27. März 1988. Für den andern ist er immer noch lebendig, und es freut ihn ungemein, dass sie beide zusammen gerade in Deutschland wieder aufgelegt werden. Sie sindRead More