Von Kühen und Menschen – Ein bemerkenswertes Debüt kommt wieder einmal aus Australien: „Prime Cut“ von Alan Carter. Down Under ist qualitatives Krimi-Boom-Land. Eine Rezension von Frank Rumpel. Erst mal einer toten Kuh den Kopf aufsägen – so beginnt der erste Einsatz von Philip „Cato“ Kwong beim westaustralischen Viehdezernat, das zuständig ist, wenn etwa Rinder oder Schafe gestohlen werden oder, wie in diesem Fall, erschossen am Straßenrand liegen. „Das war einer der großen Unterschiede zwischen dem Morddezernat und dem Viehdezernat, sinnierte Cato, man brauchte nicht auf die Obduktion zu warten,
Read More Löwen wecken – Es gibt Kriminalromane, auf denen steht einfach Roman drauf. Man soll sie nicht mit „Krimis“ verwechseln. Und das ist gut, wie das Beispiel von Ayelet Gundar-Goshens kapitalem Kriminalroman „Löwen wecken“ zeigt. Einer Rezension von Anne Kuhlmeyer. Alles – den neuen Geländewagen, das spärliche Grün und Dr. Etan Griens Mitgefühl – bedeckt der Wüstenstaub Beer Shevas, der Stadt, in die Etan aus dem pulsierenden Tel Aviv verbannt wurde, weil er seinem Chef und Idol Korruption vorgeworfen hatte. Unter der weißen Schicht versteckt sich der Ekel, den Etan täglich mit
Read More Back In The U.S.S.R. – Der Schwede Daniel Espinosa hat Tom Rob Smiths Welterfolg „Kind 44“ (hier bei CM) verfilmt, nicht immer stringent und spannend. Ansehen sollte man ihn sich trotzdem. Lutz Göllner hat das schon getan. „Verbrechen gibt es nicht im Paradies“, drei Mal fällt dieser Satz im Laufe des Films. Das hat durchaus eine innere, fast schon orwellsche Logik, denn wo der Staat die größten Verbrechen begeht, verblassen andere Taten nahezu. Aber war es wirklich der sowjetische Staat, der Leo Demidow gebrochen hat? Als Kind ein Überlebender des
Read More Das ungemachte Bett des Lebens –Tex Rubinowitz ist ein rühriger Zeichner, Maler, Schauspieler, Herausgeber, Kurator, Reisejournalist und schließlich auch Romanautor, der 2014 mit dem „Bachmann“-Preis ausgezeichnet wurde. In „Irma“ lässt das 1961 als Dirk Wesenberg geborene Multitalent auf höchst originelle Weise ein Leben Revue passieren. Ohne Zweifel steckt in diesem Buch eine ganz gehörige Portion Autobiografisches, aber die eigentliche Frage ist, ob es dabei eher darum geht, „richtiges Leben falsch zu erzählen … oder ein falsches Leben richtig“. Von Karsten Herrmann Der Ich-Erzähler alias Dirk Wesenberg alias Tex Rubinowitz steigt
Read More Endlich: der einfachste Weg zur Traumfigur (Finden Sie am Ende des Artikels) Nach Christina Mohr (hier) nun Christopher Werth mit seiner Sicht auf das Buch. Unter uns, mal ganz ehrlich: Haben Sie schon Ihre Bikinifigur? Oder sind Sie noch auf der Suche nach dem perfekten Yogakurs und der optimalen Diät? Und wenn wir schon mal dabei sind: Wie gut machen Sie sich eigentlich bei Tinder oder Grindr? Oder: wenn Sie da (noch) nicht angemeldet sind, sind Sie dafür überhaupt heiß und begehrenswert genug? Haben Sie manchmal auch einfach Panik, weil
Read More Literarisches Denkmal – Einer muss sterben, ein anderer darf dafür überleben. Die unabwendbare Dramatik der Organspende. Eine im Grunde einfache Geschichte – die doch von höchster Komplexität ist. Davon erzählt Maylis de Kerangal in ihrem Roman „Die Lebenden reparieren“ auf grandiose Weise. Von Ulrich Noller Man wähnt sich erstmal in einem Surferroman – beinahe: Drei Jungs machen sich frühmorgens auf den Weg, sie wollen in der Morgendämmerung an der Mündung der Seine in der Nähe von Le Havre ein paar perfekte Wellen abpassen. Das klappt auch; es hat sich gelohnt,
Read More Joachim Feldmann – Der Muret-Sanders (5. Auflage 1978), auch als Langenscheidts Enzyklopädisches Wörterbuch der englischen und deutschen Sprache bekannt, schlägt für das Adjektiv „blithe“ folgende Bedeutungen vor: fröhlich, lustig, munter, vergnügt. Als veraltet werden hingegen die Übersetzungen „gütig“ und „freundlich“ markiert. Beide Bezeichnungen wären auch denkbar ungeeignet, um Frederic J. Frenger jun. zu charakterisieren. Denn der 28-jährige Gewohnheitsverbrecher aus Kalifornien hat während der langen Zeit, die er in staatlichen Institutionen verbringen durfte, eins gelernt: Altruismus führt zu nichts. Oder um es in den Worten Charles Willefords, der mit Frenger einen
Read More Nele Hoffmann – Neulich war ich bei einer Hochzeit, die diesen manchmal ohnehin skurril ausgeschmückten Ritus aus verschiedenen Gründen an Skurrilität noch weit übertraf, aber das wäre eine story of its own. Hier reicht es zu berichten, dass in den hinteren Rängen nur mit Mühe vielstimmiges Grölen und Schenkelklopfen unterdrückt werden konnte, als vorn am Altar mit vollem Ernst der Brief des Apostel Paulus an die Epheser, Kap. 5 Vers 22 verlesen wurde. Ja, genau: Die Weiber seien Untertan ihren Männern … Und schon sind wir bei Charles Willefords „Miami
Read More Alf Mayer – Ein Roman ist eine Fallstudie; die Fallstudie des Schreibers, und wenn er ehrlich geschrieben ist, wird er im Schweiß und in den Tränen des Künstlers gebadet sein. „Künstler“ ist ein selten zu verwendendes Wort. Es gibt Autoren, die Künstler in dem Sinne sind, wie ein Hersteller von Strapsgürteln ein Künstler ist. Wenn man zehn Strapsgürtel bestellt, bekommt man zehn Strapsgürtel. Wenn man eine Liebesgeschichte in der Länge von 3.000 Worten bestellt, wird man von einem guten Handwerker eine bekommen. Oder zehn. Ein Roman ist die Fallstudie eines
Read More readingMarcus Müntefering – Unser Bild von Miami schärfte sich in den Achtzigerjahren. Erst kam Brian De Palma mit seinem irrwitzigen „Scarface“-Remake, das die Stadt als Abenteuer-Spielplatz von Männern ohne Moral zeigte: Gier ist geil. Es folgte „Miami Vice“, ein anderer Ansatz – die Serie, die mit der Unterstützung Michale Manns produziert wurde, beschrieb die sich ausbreitende Drogenkriminalität aus dem point of view zweier Undercover-Cops, die zwar die Bösen zur Strecke brachten, den Lifestyle, den das viele Drogengeld mit sich brachte, aber sichtlich genossen. Sowohl Film als auch Serie inszenierten Miami
Read More Thomas Wörtche – Romananfänge sind entscheidend. Nicht nur erste Sätze, sondern das, was man klassischerweise als Exposition bezeichnet. Nicht selten definieren sie einen Roman als „Klassiker“. „Miami Blues“ von Charles Willeford, der erste Teil eines Quartetts um den Detective Sergeant Hoke Moseley vom Morddezernat des MPD, ist so ein Fall. Frederick J. Frenger jun, genannt Junior, der – in einer früheren Ausgabe „wohlgemute“, in der überarbeiteten Neuausgabe – „unbekümmerte“ Psychopath aus Kalifornien kommt auf dem Flughafen in Miami an und bricht einem bettelnden Hare-Krishna-Jünger den Finger, weil der ihn nervt.
Read More „Hirni“ mit Durchblick – Donal Ryan gilt als großes irisches Erzähltalent und wurde mit begeisterten Lobeshymnen bedacht – sein Roman „Die Sache mit dem Dezember“ liefert ein sensibles aber auch ätzendes Psychogramm eines Außenseiters und die Diagnose ungebremster kollektiver Gier während der exzessiven Immobilien-Blase. Von Peter Münder Johnsey Cunliffe hat Probleme damit, seine herumflirrenden Wahrnehmungen, Überlegungen und Phantasien irgendwie als verständliche Wörter oder Sätze auf die Reihe zu kriegen und wird deswegen von vielen im kleinen ländlichen Nest gemobbt und als „Hirni“ verhöhnt. Er hat einen Job bei der Co-Op
Read More Ein Entscheidungsverweigerer im Beinahe-Vergangenen – Manche Schriftsteller glauben, dass es beim Romanschreiben darauf ankomme, den in ihnen selbst angelegten Stil weitmöglichst zu entwickeln. Das glatte Gegenteil praktiziert Stefan Gärtner (Jahrgang 1973). In zehn Jahren als Redakteur beim Satiremagazin Titanic hat er in Parodien zahlreiche Schreibstile und -formen imitiert, wodurch notwendigerweise der Witz einer Parodie erst zünden kann. Dementsprechend wählte er in seinem literarischen Erstling, der schelmischen Kanzlerin-Parabel „Angéla – Lehrjahre einer Liebeshungrigen“ (Knaus, 2013), eine an die barocke Handlungszeit angelegte Diktion mit Ausschmückungen und opulentem Vokabular. In „Putins Weiber“ nun
Read More Zwischen Bomben und Landhausidylle – Adrian McKintys „Die verlorenen Schwestern“ gehört in die Reihe der Sean-Duffy-Romane und ist wie alle Bücher von McKinty ein Feuilletonliebling. Das hat gute Gründe. Sonja Hartl zählt sie auf. Lange Zeit gab es angesichts der Allgegenwärtigkeit der Gewalt fast keine Kriminalliteratur, die in Nordirland spielte. Verleger glaubten, niemand wolle es lese, außerdem wurde vermutet, Leser könnten es als ‚geschmacklos‘ empfinden. Doch dann kamen in den 1980er Jahren erste Kriminalromane auf, die die troubles thematisierten, und seit den 1990er Jahren nimmt ihre Anzahl stetig zu. Eoin
Read More In Bradfield nichts Neues – Val McDermid ist bekanntlich eine sehr professionelle Autorin – das kann manchmal zu glatter Routine führen. „Eiszeit“ ist so ein etwas zu stromlinienförmiger Roman geworden – Anna Veronica Wutschel erklärt, warum … In Bradfield treibt auch in „Eiszeit“, dem achten Roman um das Ermittlerteam Carol Jordan und Tony Hill, ein Serienmörder sein Unwesen. Gute Zeiten für seinesgleichen, denn die Polizei ist nicht nur wegen großer, schwerer Sparpakete ordentlich geschwächt. Das von Carol Jordan aufgebaute Spezialteam, das Major Incident Team, wurde aufgelöst, die Kooperation mit dem
Read More Philosophie und Verbrechen – Sie kommen einfach nicht los von ihrem Borges-Paradigma, die Argentinier, Intertextualität und Selbstreferentialität allenthalben. Manche können’s nicht so gut, andere liefern trotzdem Spitzenromane. So wie Ricardo Piglia mit „Munk“. Eine Rezension von Karsten Herrmann. Der in seiner Heimat Argentinien schon längst als Klassiker geltende Schriftsteller Ricardo Piglia verbindet in seinen Romanen und Erzählungen immer wieder auf meisterliche Weise Elemente des Detektiv- und Kriminalromans mit philosophisch-existentiellen Themen. In seinem neuen Roman „Munk“ treibt er dieses hybride Spiel nun auf die Spitze und erfindet den amerikanischen Kriminalroman gleichsam
Read More Käpt’n Ahab als Cop – CrimeMag gibt heute wieder einmal unentschiedenen Programm-Machern einen Hinweis für lau. Alf Mayer hat den neuen Roman von Richard Price „The Whites“ schon einmal im Original gelesen und begutachtet. Der Polizeiroman ist lebendiger, robuster und anspruchsvoller denn je. Richard Price, einer der renommiertesten Autoren der USA, erfährt das gerade zur eigenen Verwunderung am eigenen Werk – mit dem unter dem Pseudonym Harry Brandt erschienenen Roman „The Whites“. Eigentlich wollte er der Kohle wegen schnell eine Cop Novel schreiben, hatte dafür vier Monate eingeplant, glaubte, das
Read More Bloody Chops – auf den Punkt, gerecht und gnadenlos Am Beil: Joachim Feldmann (JF), Karsten Herrmann (KaHe) und Thomas Wörtche (TW). Auf dem Block: Richard Lange: „Angel Baby“, Tilman Spreckelsen: „Das Nordseegrab“, Davide Longo: „Der Fall Bramard“, Christoffer Carlsson: „Der Turm der toten Seelen“. Unspektakulär und meisterhaft (TW) Richard Langes „Angel Baby“ erzählt keine besonders spektakuläre Geschichte, aber die ist spektakulär gut erzählt: Die Frau eines mexikanischen Drogenlords hat die Schnauze voll und will nur raus aus dem goldenen Käfig, in dem er sie hält. Sie muss von Tijuana nach Los
Read More Die Schwarmdummheit siegt – Es ist der Tag der Arbeit, an dem ich diesen Text schreibe. Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, was in unserem modernen Management alles so schief läuft. Auch der hippe Professor Gunter Dueck, in der Presse fast nie ohne das unvermeidliche Epitheton „Querdenker“ erwähnt und einer der profiliertesten Philosophen des Landes, hat sich diese Gedanken gemacht. Nachzulesen sind seine Einlassungen zum Thema in seinem neuen Buch „Schwarmdumm“ aus dem Campus Verlag. Der Titel nennt das Problem ja schon beim Namen: Wie kommt es, dass selbst intelligente
Read More Bartwuchs aus zeitkritischer Perspektive – Das fällt schon auf, wie viele junge Männer wieder volle Barttracht tragen. Auch in der Werbung tauchen sie auf: die Vollbärte, die ein Männergesicht komplett umranden oder sollte man eher sagen: umranken? Der Bart hat seit Beginn der Geschichtsschreibung Höhen und Tiefen, Wellen und Zäsuren, ja: Scherenterror erleben müssen. Von Dominik Irtenkauf Die Frage, warum man sich mit Barthaar beschäftigen sollte, begrenzt sich vorwiegend auf die tägliche Morgentoilette. Dabei haben nicht nur Männer das „Problem“ des Bartwuchses. Nein, auch Frauen leiden (zumindest teilweise) an einem
Read More Und dennoch – Zu den Aufzeichnungen von Philippe Jaccottet. Von Carl Wilhelm Macke. In einem frankfurter Nobel-Hotel anläßlich der jährlichen Buchmesse. Man sieht dort „ausschließlich korrekt gekleidet Herren mit Krawatte, niemand grüßt irgendwen im Aufzug oder sonstwo. Man braucht keinen Personalausweis mehr: die Bankkarte ist der einzig gültige Reisepass.“ Hier hat der Dichter – und nicht nur er – das Gefühl, „dass die Poesie tausend Meilen von all dem entfernt ist, auch vom Jahrmarkt der Eitelkeiten literarischer Salons.“ Und liest man die Aufzeichnungen von Philippe Jaccottet, dann glaubt man sich
Read More Grauzonen zwischen Trivialität und Trauma – Salinger und kein Ende: Fünf Jahre nach seinem Tod sind neue Biografien und ein Band mit frühen Kurzgeschichten erschienen. Das selbstfabrizierte Image vom einsamen Eremiten, der sich in Cornish, New Hampshire, angeekelt von der schnöden Welt einigelte, muss übrigens korrigiert werden. Von Peter Münder „Nichts zu veröffentlichen bedeutet wunderbaren Frieden. Veröffentlichungen sind grauenhafte Verletzungen meiner Privatsphäre. Ich liebe das Schreiben. Aber ich schreibe nur für mich selbst und mein eigenes Vergnügen“. JD Salinger (1919-2010), zitiert in der „New York Times“ vom 3. November 1974
Read More Posted On April 29, 2015By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Wundertüte Nicholson Bakers einzigartige meditative Essays „So geht´s“. Von Wolfram Schütte Es würde wohl kaum einer der literarischen Kenner & Liebhaber widersprechen, wenn man den US-Schriftsteller Nicholson Baker zu dem originellsten Kopf der gegenwärtigen US-Literatur erklärte. Obwohl der noch nicht ganz Sechzigjährige mit dem weißen Vollbart (mit dem er die Fußsohle seines Sohnes kitzelt) ein lupenreiner Quäker aus dem amerikanischen Nordosten ist, wo der studierte Fagottist heute in einer Kleinstadt des Bundesstaates Maine lebt, ist seine literarische & intellektuelle Leidenschaft derart eigenartig, dass man wegen ihrer exzentrischen literarischen Ausschläge, seiner
Read More Posted On April 29, 2015By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Mitleid und Mit-Leiden – Zweigs „Ungeduld des Herzens“: Es gäbe doch nun wirklich eine ganze Reihe neuerer und aufregenderer Bücher, die es zu lesen lohnt, als gerade diesen 1938 zum ersten Mal erschienenen Roman über die Gewissensskrupel eines K.U.K.-Leutnants gegenüber einem körperlich behinderten jungen Mädchen ‚aus den besseren Kreisen’ zur Zeiten der alten ‚Habsburger Monarchie’. Oder? Von Carl Wilhelm Macke Gut, Zweig ist ein glänzender Schriftsteller mit Sinn für Umgangsformen und für den ‚Suspense of a story’. Sein Verhalten in der Epoche des Nationalsozialismus war vorbildlich. Wes Anderson, der Regisseur
Read More Posted On April 29, 2015By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Literarisches Schneegestöber – Nach zwanzig Jahren legt der insbesondere als Dramatiker und Lyriker bekannte Ulrich Zieger einen neuen Roman vor, in dem er sich auf höchst eigenwillige Weise Märchen der Gebrüder Grimm anverwandelt und den Leser dabei vor eine große Herausforderung stellt. Von Karsten Herrmann „Durchzug eines Regenbandes“ gleicht einem Triptychon, dessen Teile von links nach rechts angeordnet sind: Im ersten Teil entführt Ulrich Zieger den Leser mit einer altertümlich wirkenden Prosa aus verschachtelten Sätzen voller Einschübe, Erläuterungen, Präzisierungen und Unterbrechungen in eine kafkaesk-surreale Welt. Hier sucht ein Migrant aus
Read More Dystopia in Tempelhof Das Paradies versprechen sie alle – die Religiösen das nach dem Tode, die Ideologen das auf Erden. Aber ach … Martin Burckhardts SF-Polit-Thriller „Score“ beschäftigt sich mit der Welt von morgen, die der von heute ziemlich ähnlich sieht. Thomas Wörtche freut sich. Die Welt im Jahr 2039. Auf dem heutigen Tempelhofer Feld steht die Zentrale von Nollet, einem globalen Game-Konzern, der auch die politische Steuerzentrale für die ECO-Zone ist. ECO bedeutet Enriched Cybernetic Organism und meint den IT-optimierten Menschen, der diese abgeschottete Zone bewohnt. Dort scheinen alle
Read More