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1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE ist zurück! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Das Cabinet des Dr. Caligari”. Die Bretterwelt von Versailles Keine Ahnung, wann und wo mir diese Karte inRead More

Posted On Mai 7, 2014By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Kiki Dimoula

Photographie 1948 Ich halte wohl eine Blume. Merkwürdig. Es scheint, daß durch mein Leben einst ein Garten ging. In der anderen Hand halte ich einen Stein. Mit Anmut und Stolz. Kein Anzeichen, daß ich gewarnt wurde vor Veränderungen, daß ich die Verteidigung schon kenne. Es scheint, daß durch mein Leben einst die Arglosigkeit ging. Ich lächele. Die Biegung des Lächelns, die Mulde dieses Gefühls, gleicht einem gut gespannten Bogen, in Bereitschaft. Es scheint, daß durch mein Leben einst ein Ziel ging. Und ein Hang zum Sieg. Der Blick versunken inRead More
Literarisches Husarenstück –Wolfram Schütte über Christine Wunnickes literarische “Erfindung von Hollywood”. Auch Hollywood, die riesige amerikanische “Traumfabrik”, hat einmal klein angefangen. Die Mehrzahl der einstmals mächtigen Studios – wie MGM, Universal oder Fox – wurden von meist osteuropäischen jüdischen Immigranten gegründet & nicht selten mit drakonischer Strenge geleitet. Aber bevor es in den Zwanzigerjahren zur Gründung der über ein halbes Jahrhundert weltweit stilbildenden kalifornischen Produktionsstätten mit ihren riesigen Ateliers kommen konnte, mussten erst einmal die Fundamente dazu gelegt werden. Von den “Nickelodeons” des Anfangs zu den Stummfilm-Kinos, von den kurzenRead More

Posted On April 30, 2014By Ole FrahmIn Comic, Litmag

Jens Harder: Beta; Hubert/Kerascoet: Schönheit

Comics mit Lesebändchen –Anfang der 1990er Jahre geisterte im Umfeld der Arbeitsstelle für Graphische Literatur in Hamburg die Vorstellung umher, dass es irgendwann einmal, in ferner Zukunft, auch Comics mit Lesebändchen geben würde. Diese wären dann nicht mehr nur Dünndruckausgaben von Klassikern vorbehalten, sondern eben auch den Bildgeschichten graphischer Literatur. Ein Philologenwunsch – und als ob eine gute oder, wer weiß es schon genau, böse Fee diesen Wunsch abgelauscht hätte, treten nun, bald 25 Jahre später, zwei Comics mit Lesebändchen auf den Markt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Schönheit vonRead More

Posted On April 30, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Frank Göhre: So läuft das nicht

„… sie gingen raus, gemeinsam, das war wichtig“ – Im Aisthesis Verlag ist Frank Göhres früher Roman „So läuft das nicht“ als Neuauflage erschienen. Ein großes Lesevergnügen, findet Anne Kuhlmeyer. Das Ruhrgebiet in der Mitte der 1970er Jahre, als es noch von Kohle und Industrie geprägt war. Jens, Antje, Jule, Otto, Rita, Carsten, Bernadette, Hugo, Fred, Petra und Charly sind eine Clique, junge Leute, die erwachsen werden müssen. Was sie eint, ist das Viertel, aus dem sie stammen, die Jugend und der Zeitgeist. Was sie trennt, ist ihre jeweilige Herkunft,Read More

Posted On April 30, 2014By Andreas PittlerIn Bücher, Litmag

Hakan Günday: Extrem

Auf die harte Tour –Hakan Gündays Protagonisten sind zum Leiden verurteilt – mit extrem wenig Hoffnung auf Erlösung. Von Andreas Pittler „Damit bekam Derda zum ersten Mal eine nackte Frau zu sehen. Beim Blick auf seine Mutter, die er zuerst zerstückelt hatte und anschließend auszog.“ Es sind Sätze wie dieser, die Hakan Gündays „Extrem“ (im türkischen Original „az“, was soviel wie „wenig“, „geringfügig“, aber auch „ein bisschen“ bedeutet) kennzeichnen. Der lapidaren Feststellung folgt das eigentlich Schockierende auf dem Fuß. Wie zum Beispiel beim Bericht über den Ausgang eines Attentats: „ErRead More

Posted On April 30, 2014By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Marie-Luise Scherer: Unter jeder Lampe gab es Tanz

Sie kann einfach alles –Vier Dankesreden von Marie-Luise Scherer für zuerkannte Preise, in denen die Autorin und Journalistin über ihr Leben erzählt. Von Carl Wilhelm Macke. Wenn sie heute auf ihr erwachsenes Leben zurückblicke, dann sei es geprägt gewesen von einer anhaltenden Furcht vor dem Schreiben. Von einer Journalistin hätte man dieses Selbstbekenntnis wohl am wenigsten erwartet. Ist doch das ständige, sichere, professionell gekonnte Schreiben die wichtigste Grundlage für die journalistische Arbeit. Vielleicht aber sind es gerade die besten, um ihre Verantwortung wissenden Journalisten, die ihrer Arbeit gegenüber besonders skrupulösRead More
1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE ist zurück! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: Peter Paul Rubens: „Jagd auf Nilpferd und Krokodil”. Bestien Zum ersten Mal vielleicht ist mir in diesen TagenRead More

Posted On April 30, 2014By Anne SchuesslerIn CULTurTWEETS, Litmag

Sieben Tage, sieben Tweets

Annes CULTurTWEET-Sammlung – Anne Schüßler sammelt für uns die schönsten Tweets der Woche. Jeden Tag einen, rund um das Thema Kultur. Hier ist die nächste Fuhre. Diesmal dabei: „Da fliegt ein Pianist zwischen den Hochhäusern!“ „Das ist nur Richard Spayderman.“ — bee (@zynaesthesie) April 23, 2014 Saß im Traum bei Jauch und die Millionenfrage war: "Wie heißt die 15. Folge von TKKG?" Und nun … äh … also… JA, ICH HAB'S GEWUSST! — Kalle (@Kropunder) April 24, 2014 hat nicht jeder einen kaktus, von dem er heimlich hofft, dass derRead More

Posted On April 30, 2014By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Hybridkastanien 1 bild / 100 worte„O du Erfinder unserer Denkmaschinen, du machtest uns diese Erde so schön, warum nahmst du uns nicht die Sehnsucht nach einer besseren?“ …Was für ein herrlicher Sonntag. Heute war ich bei Paule Hammer, und er erzählte mir von Suhl, einem kleinen Ort randvoll mit Waffen und Drogen. Danach durch den Regen einmal über den Platz gerannt, und oben im Marktkaffee rahmten weiß gestrichene Barockfenster grüne Hybridkastanien mit altrosa Blütentrauben, und die Blüten leuchteten hell vor dem sturmgrauen Himmel. Ich hätte die Vollkommenheit gerne eingepackt, umRead More

Posted On April 30, 2014By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Tadeusz Różewicz

Ein Adler Oft bin ich ein Adler, so kommts mir vor am Schreibtisch Ich fliege steil in den Himmel empor am Schreibtisch Ich balle die Faust und drohe der Welt am Schreibtisch Zerschlage die Ketten und bin ein Held am Schreibtisch Den Kapitalisten heize ich ein am Schreibtisch Die Imperialisten schlage ich klein am Schreibtisch Ich kriege und siege mich groß und heiß am Schreibtisch Vielleicht auch gähne ich nur, wer weiß am Schreibtisch Aus dem Polnischen übersetzt von Karl Dedecius   Dass wir im deutschsprachigen Raum mit so vielenRead More
Ruperts ruppiger Quoten-Rambo – Roger Ailes wurde 1996 vom News Corp- Medien-Tycoon Rupert Murdoch als Chef des neugegründeten Nachrichtensenders Fox News installiert: Ailes ist immer noch der kompromisslose Mann fürs Grobe, der Machtkämpfe auskostet, Konflikte gern auf die Spitze treibt und die maximale Rendite für den Sender einfährt. Für Ailes wie auch für Fox News gilt die Maxime: Alles radikal und reaktionär vereinfachen, gegen Minderheiten hetzen und „uramerikanische“ Werte zelebrieren. In seiner Biographie beleuchtet „New York“-Magazin-Redakteur Gabriel Sherman die Irrungen und Wirrungen des umstrittenen Ailes. Von Peter Münder Der MannRead More
Der Magier als Realist – Wolfram Schütte über Gabriel García Márquez. Die Großmuttter, bei der er aufwuchs, habe dem 1928 als erstes von zwölf Geschwistern in dem Flecken Aracataca (Kolumbien) geborenen Gabriel García Márquez „völlig ungerührt die ungeheuerlichsten Dinge erzählt, als hätte sie sie eben gesehen“. Das hat „Gabo“, wie ihn zärtlich seine engen und seine weit über die Welt verstreuten (Leser-)Freunde nannten, immer wieder glaubhaft versichert. Die Großmutter, wie bei unseren Brüdern Grimm, als tief reichender Brunnen der zusammenfließenden Vergangenheiten, aus dem der Epiker babylonisch ausufernder Wortmeere nicht wenigeRead More
Der Mann, der den Holocaust stoppen wollte – Marta Kijowska verfasst die erste deutsche Biographie über den polnischen Untergrundkämpfer Jan Karski, der am 24. April 100 Jahre alt geworden wäre. Von Michael Zeller Seit vielen Jahren gehört sie zu den führenden Vermittlern polnischer Kultur hier in Deutschland:  die Kulturjournalistin Marta Kijowska. Aufgewachsen in einer Krakauer Literatenfamilie, kam sie studienhalber nach Deutschland und ist hier hängen geblieben, ohne je den intimen geistigen Kontakt zu ihrer Heimat preiszugeben. In den großen Tageszeitungen des Landes, in Funk und Fernsehen berichtet sie mit großerRead More

Posted On April 23, 2014By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Porträts / Interviews

Zum 90. Geburtstag von Rossana Rossanda

Auch für mich – Carl Wilhelm Macke über die Politikerin und Publizistin Rossana Rossanda, die am 23. April 90 Jahre alt geworden ist. „Wir sind dabei“, schrieb die italienische Publizistin Rossana Rossanda einmal an ihren alten Freund, den Politiker Pietro Ingrao, „unser Leben mit einer Niederlage zu beenden, die mehr als persönlich ist, aber auch in persönlicher Einsamkeit.“ Für zwei linke Politiker und Intellektuelle, die ihr ganzes Lebens lang für eine solidarischere Gesellschaft kämpften als es der Kapitalismus bieten kann, ist das eine harte, eine sehr bittere Erkenntnis. In denRead More

Posted On April 23, 2014By Tina ManskeIn Comic, Litmag

Dietmar Dath/Oliver Scheibler: Mensch wie Gras wie

Geld, Gefühle und der ganze Scheiß – Menschen in Produktionsabhängigkeiten, Menschen in wissenschaftlichen Berufen, Menschen zwischen den Geschlechtern: Sie alle bevölkern schon lange und sehr fruchtbar die Romane und Erzählungen von Dietmar Dath. Nun hat sich Dath zum ersten Mal an einen Comic gewagt und dafür die Kooperation mit dem Zeichner Oliver Scheibler gesucht, für den er das Skript schrieb. Und auch „Mensch wie Gras wie“ knüpft deutlich an Daths beliebte Themen an. Von Tina Manske Erzählt wird die Geschichte der Wissenschaftlerin Elin, die für ihren Brötchengeber Farczády an einerRead More

Posted On April 23, 2014By Christiane QuandtIn Bücher, Litmag

Clarice Lispector: Nahe dem wilden Herzen/Der Lüster

Lesen und Schreiben mit dem Körper – Christiane Quandt über zwei Romane der brasilianischen Autorin Clarice Lispector und über Joana und Virgínia, zwei ungewöhnliche Frauenfiguren und die Protagonistinnen von „Nahe dem wilden Herzen“ und „Der Lüster“. Im Nachklang der Frankfurter Buchmesse kommen immer mehr brasilianische Autorinnen und Autoren in Übersetzung auf den deutschen Buchmarkt, und das völlig zu Recht, denn darunter finden sich wahre Perlen der Literatur. Doch kommen nicht nur neue Texte in die Hände der Übersetzer, sondern es werden auch ältere Klassiker ausgegraben, die schon einmal übersetzt wurden,Read More

Posted On April 23, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Michael Chabon: Telegraph Avenue

Vollgasprosa und Jazz-Hommage –Mit „Telegraph Avenue“ legt Michael Chabon einen fulminanten Roman über einen kultigen Plattenladen und die Möglichkeit einer echten Freundschaft zwischen schwarz und weiß zu Beginn dieses Jahrtausends vor. Zugleich ist der Roman eine monumentale Huldigung an den Jazz, Soul und Funk, an die schwarze Seele der Musik in all ihren Schattierungen. Von Karsten Herrmann Die titelgebende „Telegraph Avenue“ liegt an der Grenze zwischen Berkeley und Oakland, also zwischen dem kalifornischen Hippie-Campus schlechthin und der schwarzen Arbeiterstadt. Hier betreiben der schwarze Archy Stallings, ehemaliger Elektriker und Golfkrieg-Veteran, undRead More
1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE ist zurück! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: Constantin Brancusi: „Nancy Cunard – Jeune Fille Sophistiquée”. Blondes Holz mit Locke Wozu eigentlich sind Titel gut inRead More

Posted On April 23, 2014By Anne SchuesslerIn CULTurTWEETS, Litmag

Sieben Tage, sieben Tweets

Annes CULTurTWEET-Sammlung – Anne Schüßler sammelt für uns die schönsten Tweets der Woche. Jeden Tag einen, rund um das Thema Kultur. Hier ist die nächste Fuhre. Diesmal dabei: Lese abwechselnd John Sinclair und eine Abhandlung über Staatsrecht. Insbesondere Letztere ist überaus gruselig. — Evangeline Cooper (@Twelectra) April 16, 2014 Ich bin bereit für den Weltuntergang. Ich habe 23.000 Milka Löffel-Eier und ein Transistor-Radio unter dem Bett gelagert. — Vic The Rock Johnson (@SpeedleDum) April 17, 2014 Irgendwie kann ich seit "Das Leben des Brian" keine Bibelverfilmung mehr ernst nehmen… —Read More

Posted On April 23, 2014By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Es ist eine Dame 1 bild / 100 worte Verehrte Bête, Euer Diadem aus blauem Licht mit funkelndem Sterneinsatz befindet sich gegenwärtig 1500 Lichtjahre von uns entfernt am Rande einer anderen Galaxie, wir sind jedoch zuversichtlich, Euch das Schmuckstück noch vor TUTTO FINITO BASTA an die gepanzerte Stirn heften zu können! – Wer hätte gedacht, dass sich in solcher Rüstung eine Dame verbirgt. Ihren Namen kennen wir nicht, Gilberte könnte passen, comme Gilberte de Courgenay, qui portait à chaque soldat, der danach verlangte, un Kafi Lutz, voilà! Oder Shirley Temple,Read More

Posted On April 23, 2014By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Geoffrey Hill

September Song born 19.6.32 – deported 24.9.42 Undesirable you may have been, untouchable you were not. Not forgotten or passed over at the proper time. As estimated, you died. Things marched, sufficient, to that end. Just so much Zyklon and leather, patented terror, so many routine cries. (I have made an elegy for myself it is true) September fattens on vines. Roses flake from the wall. The smoke of harmless fires drifts to my eyes. This is plenty. This is more than enough. Septemberlied geboren 19.6.32 – deportiert 24.9.42 UnerwünschtRead More

Posted On April 16, 2014By Anne SchuesslerIn CULTurTWEETS, Litmag

Sieben Tage, sieben Tweets

Annes CULTurTWEET-Sammlung – Anne Schüßler sammelt für uns die schönsten Tweets der Woche. Jeden Tag einen, rund um das Thema Kultur. Hier ist die nächste Fuhre. Diesmal dabei: Wie kann auf einer Türe "Kein Durchgang!" stehen, ohne dass alles implodiert? — | Cpt. WortWunder | (@WortWunder) April 9, 2014 "Lasst uns Möbel schief rücken und das Feng Shui schänden." — Chouxsie (@chouxsie) April 10, 2014 Unless you are a Time Lord, try not to begin sentences with “going forward” as if you have any other choice. — John Martz (@johnmartz)Read More

Posted On April 9, 2014By Christopher WerthIn Film/Fernsehen, Litmag

Lars von Trier: NYMPH()MANIAC 1 + 2

Dialog im Dunkeln – NYMPH()MANIAC 1 beginnt mit Dunkelheit. Dann zeigt uns die Kamera in ruhigen Einstellungen ein kulissenhaftes, theatralisches Setting. Ein verwinkelter Hinterhof, eine Mischung aus dem Wohnblock von David Lynchs Eraserhead und dem Haus von Andrej Tarkowskijs Stalker. Es beginnt zu schneien. Der Titelsong von Rammstein setzt ein. Und dann sehen wir sie: Charlotte Gainsbourg. Zusammengeschlagen liegt sie in einer Pfütze. Ein alter Mann, Stellan Skarsgård in der Rolle des Seligman, findet sie. Er will einen Krankenwagen rufen – sie aber bittet ihn nur höflich lallend um eineRead More

Posted On April 9, 2014By Wolfram SchuetteIn Kolumnen und Themen, Litmag

Erdogan und das Giftgas von Syrien

Wie Obama mit Giftgas von Erdogan über seine eigene Rote Linie getrieben werden sollte – Was der größte investigative Journalist der Welt über ein geheimes Komplott herausgefunden hat. Von Wolfram Schütte Das schon lange währende Schweigen über die Täter der grauenhaften Giftgasattacke im Syrischen Bürgerkrieg ist angesichts der zurecht weltweiten Empörung höchst verwunderlich – & auch nicht mit dem Fokuswechsel zur Ukraine zu erklären. Denn kaum war der Massenmord im vergangenen Jahr geschehen, wurde er “vom Westen” dem verhassten Assad-Regime zugeschrieben. Ihm traut man alles zu – umso mehr, alsRead More

Posted On April 9, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Szczepan Twardoch: Morphin

Schicksal, Schuld und Sühne – Mit einem monumentalen Roman betritt der als herausragende Stimme seiner Generation geltende polnische Autor Szczepan Twardoch nun auch die internationale literarische Bühne: In „Morphin“ fängt er im besetzten Warschau die widersprüchliche Atmosphäre vor dem Zweiten Weltkrieg ein und stellt auf inhaltlich wie formal radikale Weise die Frage nach Identität, Nationalität, Treue und Verrat. Von Karsten Herrmann. Nach Mobilmachung, Belagerung und Kapitulation, findet sich der polnische Reserveoffizier Konstanty Willemann im September 1939 in seiner „vergewaltigten“ Heimatstadt Warschau wieder, in der die „Ordnung der Dinge zerläuft wieRead More