Uwe Tellkamps Großroman Der Turm ist preisgekrönt und viel verkauft. Aber wird er auch gelesen? Wem die fast 1000 Seiten zu mächtig erscheinen, der kann nun lesen lassen: Gisela Trahms berichtet in drei Teilen über ihre Lektüreerfahrung.
Read More Posted On November 24, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Lobrede auf ein Kaninchen Die „Reden und Einwürfe“ des Michael Krüger gegen die Schwatzflut unserer Tage. Von Carl Wilhelm Macke. Schon bei der Lektüre des Titels kommt man ins Stolpern. Man erwartet Reden und Einwürfe des als klugen und ironischen öffentlichen Debattenredners bekannten Münchner Verlegers Michael Krüger. Aber von ihm sind doch schon Bände mit Reden, auch aus der jüngsten Zeit, auf dem Markt? Untertitel: „Gedichte“. Aber es soll sich doch um Reden und Einwürfe handeln, die man zwar in jeder erdenklichen Form halten kann, außer eben in lyrischer Verpackung.
Read More In seinem Buch Zero Comments gelingt es dem Medienwissenschaftler Geert Lovink nur bedingt, Elemente einer kritischen Internetkultur nachhaltig zu begründen. Von Jörg Auberg
Read More Heinz Czechowski: Zu Mickel. – Hier spricht der nackte Grimm, der nicht gewillt ist, in die euphorische Hymne auf das neu erstandene Dresden einzustimmen. Am liebsten würde er schreien, das merkt man deutlich, aber es fehlt die Kraft. Und wozu auch?
Read More In ihrem Roman Reue erzählt Susan Choi mit beklemmender Intensität die Geschichte eines zu Unrecht beschuldigten Mathematik-Professors, der in die Schuld seiner Vergangenheit verstrickt ist. Von Jörg Auberg
Read More Posted On November 17, 2008By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
In den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts versank Peru im Bürgerkrieg und mehr als 70.000 Menschen verloren im Kampf zwischen der Regierung und den Rebellenorganisationen „Leuchtender Pfad“ und „Tupac Amaru“ ihr Leben oder werden bis heute vermisst. Von Karsten Herrmann
Read More Posted On November 13, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Rund um die Erde Ein Sonderheft der Zeitschrift „Le Monde diplomatique“ widmet sich der weltweiten Migration. Von Carl Wilhelm Macke Im Hintergrund sieht man auf dem Photo drei wohlgenährte Urlauber sich in der Sonne räkeln, im Vordergrund kriecht ein barfüßiger Mann schwarzer Hautfarbe über den Strand. Ein vielleicht zu plakatives Motiv, aber weit von der Realität entfernt ist es nicht. Man kann es auch ohne schockierende Bilder in nüchternen Zahlen ausdrücken: Von 1988 bis 2008 sind 8.109 Migranten im Mittelmeer sowie im Atlantischen Ozean auf dem Weg nach Spanien ertrunken.
Read More Florian Voß: O.T. – Schwermut grundiert alle Aussagen, gegen Ende immer intensiver. Wie soll einer leben von Luft? „Kühl“ ist sie, „bitter“, schmeckt nach „Rauch“, der traditionellen Metapher für Vergänglichkeit und Auflösung. Einzig das „mir“ in der letzten Zeile trägt einen Lichtfunken ins Dunkel.
Read More Alle Welt redet darüber, alle Welt tut es, mehr oder weniger engagiert: fernsehen. Jean-Philippe Toussaints Roman "La Télévision" von 1997 wurde bereits 2001 ins Deutsche übersetzt, liegt jetzt aber in frischer Aufmachung vor und nimmt sich auf sehr unterhaltsame Weise des ewigen Themas an. Von Senta Wagner
Read More Norbert Hummelt: reprisen. – Die Atmosphäre kennt man bestens: Alles ist irgendwie furchtbar, die Rosen müssen schwarz sein, der Pullover auch, wer nicht trauert, ist ein Hohlkopf, ohne Alk geht gar nichts und Tabletten fördern das „automatische Schreiben“ oder wie immer man das Gekritzel nennen mag, „halb bild, halb beat“, das da halb besinnungslos abgesondert wird.
Read More Rettung durch Musik – Teleportation, Gedankenübertragung, Überwindung des Todes: In der Welt dieses Romans ist wenig vergleichbar mit der heute bekannten Welt, und doch kommen uns die Probleme der Protagonisten zeitweise sehr bekannt vor. Kein Wunder – er handelt ja auch von uns. Von Tina Manske Gut, dass dieses Buch NICHT den deutschen Buchpreis gewonnen hat, auf dessen Shortlist es stand. Es ist nämlich anzunehmen, dass man die Menschen, die es tatsächlich bis zu Ende gelesen haben, an einer Hand abzählen kann. Übrigens wahrscheinlich auch diejenigen, die es in Zukunft
Read More Sprachspieler – Ohne die Texte Holbeins wär die Welt um einiges unschöner. Für einen Artikel in der »taz« hat man Ulrich Holbein vor einiger Zeit an seinem Schreibtisch aufgenommen. Zu sehen ist ein Mann mit mächtigem Bart, Catweazle tatsächlich nicht unähnlich, der zwischen Bücherstapeln und vollgestopften Bücherregalen unterschiedlicher Höhe sitzt und interessiert in die Kamera blickt, als forme sich in seinem Kopf gerade schon die nächste Geschichte. Tatsächlich hat dieser Mensch einen schier unglaublichen Output. Die Bücher, die um seinen Schreibtisch herumstehen und die nicht sowieso von ihm sind, benötigt
Read More Christian Brückner legt mit seiner Interpretation der hierzulande relativ unbekannten Erzählung „Ich und mein Kamin“ eine verborgene Bedeutung Herman Melvilles für die moderne Literatur frei. Von Jörg Auberg
Read More Nadja Küchenmeister: du stehst noch einmal hinterm haus. – Wer in der Literatur ‚Ich‘ sagt, hat ja immer schon die vorgebliche Einheit, die das Pronomen bezeichnet, zerrissen und dieses Ich in (mindestens) zwei gespalten: Sprecher und Besprochener, Erkennender / Erkannter usw. „Denn Ich ist ein anderer“, sagt Rimbaud und deutet auf die Wunde.
Read More Posted On Oktober 27, 2008By Gisela TrahmsIn Comic, Litmag
"Breakdowns" beweist einmal mehr, dass Art Spiegelman vor allem ein Comic-Künstler ist, dem mehr an der Erprobung visueller Möglichkeiten als am Transport griffiger Botschaften liegt. Von Gisela Trahms
Read More Posted On Oktober 27, 2008By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Denis Johnson ist zweifellos einer der bemerkenswertesten und eigenwilligsten amerikanischen Autoren mit Weltrang. Die Helden seiner Kurzgeschichten und Romane sind die Gescheiterten und Gestrandeten dieser Welt, deren Leiden, Hoffen und Suchen Johnson mit Bildern von intensiver Wucht schildert. Von Karsten Herrmann
Read More Posted On Oktober 25, 2008By Matthias PenzelIn Bücher, Litmag
Siesta und Gringo, die ersten zwei Bände einer auf fünf Bücher angelegten Hans-Herbst-Edition sind erschienen.
Read More Carolin Emcke möchte in ihrem Buch Stumme Gewalt die Sprachlosigkeit der terroristischen RAF-Täter durchbrechen und unterläuft in ihrem von Selbstgerechtigkeit durchtränkten Text eine Reflexion über die Ursachen des RAF-Terrorismus. Von Jörg Auberg
Read More Herbert Hindringer: flussbett. – Wunderbar verwebt Herbert Hindringer hier Melancholisches und Tröstliches, Vertrautes und Erstaunliches. ‚Das Leben ist anderswo‘, titelte einst Milan Kundera, und das Glück natürlich auch, wer hätte das nicht schon empfunden und beseufzt?
Read More Links und lebensfroh Der italienische Publizist und Politiker Vittorio Foa verkörperte jenen sehr, sehr seltenen Typus eines linken Intellektuellen, Gewerkschafters und Politikers, der im Alter aufrecht und ohne jede Verbitterung auf seine Vita zurückblicken konnte. So ging von ihm immer mitreißende Lebenslust und unwiderstehliche Neugierde auf die Zukunft aus. Von Carl Wilhelm Macke Typisch Foa. Auf einem immer wieder gerne in den Zeitungen reproduzierten Foto sind drei für die Nachkriegsgeschichte Italiens bedeutende Intellektuelle zu sehen. Links auf dem Bild steht die etwas skeptisch blickende, eher zurückhaltende Schriftstellerin Natalia Ginzburg. Rechts
Read More Bushido oder Sido, Pose oder Posse – der Original Gangsta, der die mean streets hinter sich ließ, um seinen Shit zu vergolden, ist Ice-T ... denn er knackte als einziger den Jackpot, mit Body Count, einem Album wie kein anderes.
Read More Posted On Oktober 16, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Ich kam und ich gehe wieder Dank dieser Edition von Gisela Kraft kann man wieder Gedichte von Nazim Hikmet lesen, den ganzen Hikmet – und nicht nur den politisch zurechtgestutzten (und zensierten?) Kommunisten Hikmet. Von Carl Wilhelm Macke „Das vorliegende Buch“, schreibt die Übersetzerin und Editorin Gisela Kraft in ihrem Nachwort, „wendet sich nicht an die Linke des vergangenen Jahrhunderts, sondern an Jetztmenschen.“ Man hätte sich diesen Satz in die Einleitung gewünscht, vielleicht sogar als Widmung. Wenn ‚die Linke’ des vergangenen Jahrhunderts, was immer man sich heute in Zeiten einer
Read More Carl Christian Elze: es ist. – Die Terzette lösen die Realitätsreste völlig auf, alles ist nur noch Rede, Sprache, Wort, und durch die pausenlose Wiederholung von ‚gesagt‘ ergibt sich der Eindruck: Gelaber, nicht enden wollendes Gebrabbel, in dem ein Ich darum kämpft, sich überhaupt in den Konturen seiner Individualität wahrzunehmen.
Read More In seinem biografischen Roman Alabama Song über das Künstlerehepaar Francis Scott und Zelda Fitzgerald assembliert Gilles Leroy altbekannte Materialien zu einem Oberflächenporträt, das in seiner kunstgewerblichen Drapierung zumindest den literarischen Marktwert des Autors erheblich steigerte. Von Jörg Auberg
Read More "Das Mörderische neben dem Leben" von Thomas Wörtche wagt en passent, auf der Basis kurzer Texte aus 15 Jahren, das Paradoxon einer Literaturtheorie, die eigentlich gar nicht möglich ist - und gewinnt, weil das große Ganze eben nur beiläufig und fragil, in der Multiplikation der Kleinigkeiten aufscheint. Von Ulrich Noller
Read More Bushido lässt sich zum 30sten seine Autobiographie dichten, Ulrich Noller hat sie gelesen und findet sie … naja … und 8tung, schlimme Wörter …
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