Alf Mayer über das Fotobuch von Isadora Tast Der Kampf hat sich gelohnt. Jetzt liegt das Buch vor, nicht zuletzt durch eine Crowdfunding-Kampagne mitfinanziert. Seine Produktions-geschichte ähnelt der von Independent-Filmen: jahrelang hartnäckig verfolgt, trotz aller Widrigkeiten drangeblieben, zwischendurch Brotarbeiten gemacht, nie aufgegeben und dann Jahre nach den ersten Momenten des Traums doch noch verwirklicht. „Hollywood Calling“ heißt der Bildband von Isadora Tast. Sie porträtiert darin 60 Schauspielerinnen und Schauspieler, die es nach Los Angeles gezogen hat: junge und alte, Kinderstars und alte Hasen, weibliche und männliche Stand-Up-Comedians, eine Großmutter, ein
Read More Kurzbesprechungen von Hanspeter Eggenberger (hpe), Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM), Frank Rumpel (rum), Frank Schorneck (FS), Thomas Wörtche (TW). Aravind Adiga: AmnestieSebastian Barry: Tausend MondeJaime Begazo: Die ZeugenGion Mathias Cavelty: InnozenzUta-Maria Heim: Toskanisches ErbeMick Herron: Real TigersMike Knowles: Tin MenNick Kolakowski: Love & BulletsPaolo Maurensig: Der Teufel in der SchubladeProsper Mérimée: TamangoRichard Middleton: Das GeisterschiffDenise Mina: Götter und TiereAndreas Niedermann: Blumberg (1 + 2)John Niven: Die F*uck-it-ListeSascha Reh: Großes Kino Zweifel und Schulden (rum) Für Denise Mina ist das Schreiben von Kriminalromanen, wie sie mal in einem Interview sagte,
Read More Sachbücher, kurz und bündig Sekundärliteratur ist unerlässlich, wenn man nicht nur konsumieren will. Alf Mayer (AM) war auf einem Streifzug im Revier unterwegs. Ein Teil der hier angekündigten Rezensionen folgt noch in den nächsten Stunden bzw am Montag. Schauen Sie wieder vorbei. Bruno Cabanes (Hg.): Eine Geschichte des KriegesGeorges Manolescu: Fürst Lahovary. Mein abenteuerliches Leben als HochstaplerChristian Metz: Kitzel. Genealogie einer menschlichen EmpfindungRita Mielke: Atlas der verlorenen SprachenMittelweg 36: Von einsamen Wölfen und ihren RudelnFranziska Richter (Hg.): Echoräume des Schocks. Wie uns die Corona-Zeit verändertDaniela Rüther: Der „Fall Nährwert“ Goldstandard (AM)
Read More Eine Vielzahl Krimi-Neuheiten … erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays. Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren. CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe von: Kaliber.38 und der befreundeten Buchhandlungen Chatwins (Berlin), Wendeltreppe (Frankfurt) und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg) auf interessante Neuerscheinungen hin. Empfehlungen für DVDs, BluRays und Comics geben Katrin Doerksen und Thomas Groh. Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokale Buchhandlung(en) besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Claudia Denker von der Krimiabteilung im Chatwins in Berlin-Schöneberg: Wieder mal ein Bücherpaket. Zwei Bücher – dachte ich.
Read More Böhmische Dörfer? Großwerden hinter dem Eisernen Vorhang hatte nicht unbedingt nur seine Nachteile. Als Rotzlöffel kam man damals nicht umhin, sich mit der Unterhaltungsindustrie aus den sozialistischen Nachbarländern ein bisschen genauer zu befassen. Ungewollt selbstverständlich. Die Eltern glotzten die tschechoslowakische TV-Serie „Das Krankenhaus am Rande der Stadt“, ein östliches Pendant zur „Schwarzwaldklinik“, und die Blagen amüsierten sich bei dem kleinen Maulwurf – oh, wie süß! –, bei Pat und Mat – oh, wie komisch! – und beim braven Räuber Fürchtenix – oh, wie robinhoodig! Und es gab noch einen Fernsehkrimi,
Read More The Under presents Tempest Shakespeares letztes Stück The Tempest trifft auf neuste Gaming Technologie: Virtual Reality – von Christopher Werth Wer diesen Sommer per VR-Brille das Spiel The Under presents startete, konnte eine Überraschung finden: Ein Spiel im Spiel. In The Under presents erkundet man gemeinsam mit anderen zusammen ein geheimnisvolles Theater in einer dunklen Wüste. Das Besondere: Immer mal wieder werden die schrägen Künstler:innen und das Personal, die das Theater bevölkern, von echten Schauspieler:innen übernommen, die live mitspielen, um alles noch lebendiger und abwechslungsreicher zu machen.Wenn man das Spiel startet, landet man zunächst in einer
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine neue Rubrik, die jeden Monat Bilder des Fotografen Carsten Klindt und manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert: Street Scenes und Street Crimes. Aus Realität wird Kunst in Bild und Wort, fragmentarisch und kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6, Nr.7, Nr. 8 und Nr.9, Nr. 10 und Nr. 11, Nr. 12 und Nr. 13 und Nr. 14 und Nr. 15 und Nr. 16 und Nr. 17. Außerdem: Nr. 18, Nr. 19, Nr. 20, Nr. 21,und Nr. 22 und Nr. 23 und Nr. 24 und Nr. 25 und Nr. 26 …
Read More Vermutlich wird am Ende nicht gerüttelt Mir steht der Sinn nach einer dystopischen Serie. Irgendwas mit einer Katastrophe, einer entvölkerten Erde, mit Leichenbergen auf den Straßen, leeren Autobahnen, friedvollen Landschaften mit harmonisch eingebetteten Leichen und einer Bedrohung, gegen die sich die Überlebenden zur Wehr setzen müssen. Infrage käme da eine Zombieserie, aber die ist mir zu realistisch. Ich stoße auf die amerikanisch-französische Koproduktion „Krieg der Welten“ von 2019, díe gefühlt hundertste Verfilmung von H.G. Wells berühmten Roman „War of the Worlds“. Leider ist das Ende da schon bekannt und es
Read More „Der Romancier als Trüffelschwein hat einen großen Vorteil gegenüber dem Soziologen“ Ein Besuch bei John Dos Passos anlässlich seines 50. Todestages am 28. September 1970 und der Neuübersetzung der USA-Trilogie von Dirk van Gunsteren und Josef Stingl – von Peter Münder. Mit seiner 1925 veröffentlichten Großstadt-Hymne „Manhattan Transfer“ und der darin verwendeten raffinierten Montage- und „Stream of Consciousness“-Technik avancierte John Dos Passos (1896-1970) zum Pionier einer neuartigen Erzähltechnik: Der klassische Protagonist fehlt hier ebenso wie der allwissende Erzähler; was Thackeray im bunten Gesellschaftspanorama „Vanity Fair“ zwar auch schon 1847 praktizierte und sogar
Read More Aschenputtel in Hollywood Von Robert Zion Ihre Geschichte sei wie die Aschenputtels gewesen, wie sie es in späteren Jahren immer wieder betonte, wie jenes Märchen, das von der Vorwegnahme künftiger Möglichkeiten einer Frau handelt. Geboren am 10. August 1923 als Marilyn Louis in – tatsächlich – Hollywood, wurde sie als 15-Jährige von Henry Willson auf ihrem Weg zur High School entdeckt. Doch zunächst zog sich Aschenputtel die passenden Schuhe noch nicht an – sie rannte vor Willson auf der Straße in ihren Strümpfen davon. 1943 unterschrieb sie dann schließlich doch bei der 20th Century
Read More Ich bin der Scheingefechte müde Helmut Mauró ist von Igor Levit offenbar genervt, er hält ihn für einen weit überschätzten Pianisten. Er kann nicht verstehen, warum Levit immer berühmter wird und offenbar auch durch sein politisches Engagement an Einfluss in anderen Bereichen gewinnt. Da hat sich etwas angestaut, das muss jetzt raus. Deshalb schreibt er mit der Autorität eines wichtigen Autors und Kritikers der SZ einen Artikel. Es ist aber kein kritisch abwägendes Stück, sondern eine durch und durch bösartige Polemik. Auch eine Polemik kann ihre Berechtigung haben, aber gerade
Read More Ein Buch als Mutprobe Bodo V. Hechelhammer unterhält sich mit Gerhard Schindler über dessen Buch „Wer hat Angst vorm BND?“ Es ist eine ungewöhnliche Konstellation, wie Sie das nur bei uns auf CulturMag geboten bekommen: Der Chefhistoriker des BND unterhält sich mit einem ehemaligen Chef eben jenes Nachrichtendienstes. Man muss nicht alle Positionen teilen, um aus dem ungewöhnlichen Einblick „in den Dienst“, wie ein Vorgänger das nannte, Honig zu saugen. – d. Red. Gerhard Schindler: Wer hat Angst vorm BND? Warum wir mehr Mut beim Kampf gegen die Bedrohungen unseres Landes
Read More Höchste Qualität in arktischen Sümpfen Sibirien ist ein riesiges, primär mit negativen Assoziationen belastetes Land, und dann entschließt sich eine Engländerin, dort nach Klavieren zu suchen. Den Anstoß gab eine Pianistin, die sie in einer Jurte getroffen hatte. Sophy Roberts – es ist ihr erstes Buch! – reiste kreuz und quer durch das von Eis und Sümpfen, aber auch von großartigen Menschen geprägte Land und findet sowohl Klaviere wie auch hilfsbereite Menschen, außerdem kennt sie viele Geschichten, die sie in wissenschaftlicher wie in „schöner“ Literatur gefunden hat, von Anton Tschechows
Read More Ingrid Mylo über Bücher von Leonard Cohen, Peter Stamm und Jonas Eika Ein Schrei aus dem All, an den sich pelzige Tiere schmiegen. Ein Sommertag als Rechenaufgabe. Ineinandergeschobene Flugreisen, Menschen mit nur einem Gesicht, die Zukunft verschachert, die Hoffnung eine subtile Form von Folter. Erschöpfungszustände, aus denen man in leergefegten Räume erwacht. Wer sieht uns beim Schlafen zu? Löcher, in die Bankgebäude stürzen: und unter den Trümmern finden die Angestellten ein neues Zuhause. Löcher zur Gewinnung von Metallen. Löcher, durch die Füße gestreckt werden. Löcher im Kopf, aus denen das
Read More Propagandakrieger und Verhörspezialisten Zu vier Büchern aus dem Bohlau Verlag – und einem ganz besonderen Kapitel des Zweiten Weltkriegs Für mich sind sie das Sonderzeichen des Zweiten Weltkrieges, sozusagen Das Große „&“. Für andere mögen sie eine Fußnote sein, die Soldaten von Camp Ritchie und Camp Sharpe, aber sie sind der Stoff, aus dem die Thriller sind. Sie waren die Schnittstelle von Exil und Widerstand, wahnwitzigen Lebensläufen, psychologischer Kriegsführung und Wagemut, gewonnenem Zweitem Weltkrieg und Rückführung der Deutschen und Österreicher in die Demokratie. Zahllose Vernehmungen von Kriegsgefangenen, Überläufern, Kriegsverbrechern, Mitläufern
Read More Kriegsheimkehrer*innen Ein Textauszug aus dem Buch Bruno Cabanes (Hg.): Eine Geschichte des Krieges. Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart (Une histoire de la guerre. Du XIXe siècle à nos jours, 2018). Unter Mitarbeit von Thomas Dodman, Hervé Mazurel und Gene Tempest. Mit Beiträgen von 57 Autorinnen und Autoren. Aus dem Französischen von Daniel Fastner, Michael Halfbrodt und Felix Kurz. Hamburger Edition, Hamburg 2020. Gebunden, 903 Seiten, umfangreicher Index, 39 Euro. – Kurzbesprechung in dieser Ausgabe in unserer Rubrik „non fiction, kurz„. Kriegsveteranen bildeten nicht immer eine bestimmte soziale Gruppe. Dazu mussten
Read More Es lebe die Freiheit der Kunst! Kampf der Zensur! Von Hans-Jürgen Döpp Zum Kontext: Der Autor verfügt über eine beachtliche Sammlung erotischer Kunst, die die Grundlage seiner verlegerischen Aktivitäten ist. Über die Publikation ausgewählter erotischer Werke versucht er in aufklärerischer Absicht, diese vom Flair des Geheimen und Verbotenen zu befreien, das sie in der bürgerlichen Gesellschaft lange umkleidete. In der Zeit zwischen 1970 und 1990 entwickelte sich, auch angestoßen von der 68er-Bewegung, eine sexualliberale Einstellung, die eine Vielzahl von „freien“, schönen Büchern auf diesem Gebiet zur Folge hatte. Diese Zeiten sind
Read More Grenzgänger Wann ist eigentlich die Geschichte eines Verbrechens noch ein Krimi – und wann dazu im Gegensatz schon nicht mehr? Im Bereich der Genreliteratur, Abteilung „Kriminalroman“, haben in den Jahrzehnten vielfältige Entwicklungen stattgefunden, ein teils hoch kreativer Prozess. Am Interessantesten war er oft da, wo SchriftstellerInnen die Grenze des Genres ausgelotet haben. Die, wie sich herausstellte, einen ausgesprochen schmalen Grat darstellt – so schmal, dass möglicherweise gar keine Grenze mehr auszumachen ist. Ein Krimi? Na ja, halt ein Roman. Und das eröffnet Möglichkeiten … Jüngstes Beispiel dieser Entwicklung ist der
Read More Düsteres Gangster-Epos aus Südkorea Hanspeter Eggenberger über »Heißes Blut« von Un-Su Kim »In Guam trugen die Gangster keine Anzüge.« Mit diesem lakonischen Satz beginnt der Wälzer Heißes Blut des südkoreanischen Autors Un-Su Kim. Und schon sind wir mitten dieser fremden Welt der südkoreanischen Hafenstadt Busan, der zweitgrößten Stadt des Landes. In den anderen Vierteln der Stadt stolzieren die Ganoven herausgeputzt umher. Im fiktiven Stadtteil Guam herrscht der Clan von Vater Son, und der setzt auf eine gewisse Diskretion in der Öffentlichkeit. »Wenn man im Trainingsanzug verhaftet wird, gilt man als kleiner Gauner, aber
Read More ERSTER TEIL Variation Ein schönes GrüßenZum AbschiedeDieser bunten WälderIn einem ParkSah ich noch KinderSpielen heiter undUnbeschwert Ich War auch einmal soGlücklich Der Winter fand inDem Park Nur noch leere Plätze Sah Im aufgewühlten SandEinen alten Ball Voller Schmutz IchIn schwarzen Ästen hingSchwer der graue Himmel AufgewühltMeine Bettdecke,So leis’,Leise,Zogst duDie TürZu … Irgendwie duftenDie Farben des HerbstesBesonders. Und dieGrauen Wolken sind nochKein Grabtuch. Das LichtGeht durch mich hindurch,Als wäre ich transparentesGlas. Wenn wir die Abstände in einem AtomBetrachten, sind wir nurLeerer Raum – soWie eine gotische Kathedrale.Wir lesen den Stein wieUnsere Gesichter – aberVerstehen wir noch? WäreDas des Evangeliums
Read More „Lebe Grösser!“ Alf Mayer über Burghard Schlichts monumentalen Film- & Liebesroman „Im Augenblick der Freiheit“ Gleich im ersten Kapitel sinniert eine der Hauptfiguren über das kleine Kino, das er bald aufmachen will, und über den Film an sich. Als Leser weiß man das zu Beginn der Lektüre noch nicht, aber die hier zitierte Stelle auf Seite 14 verrät auch so etwas wie das Programm des Buches. „Im Augenblick der Freiheit“ des Frankfurters Burghard Schlicht ist tatsächlich ein Roman wie ein Film im Kino. Die Buchdeckel sind seine Wände, der Himmel
Read More Die gewichtige Bedeutung der Literatur für Gesellschaft und Politik – im Guten wie im Bösen „Das bedeutendste politische Buch des Jahres“ nannte Gerhard Beckmann „Das Ding“ von Jürgen Neffe bei uns in der Oktober-Ausgabe. Jetzt legt er noch einmal nach, weil es über dieses Buch noch deutlich mehr zu sagen gibt. Es war ein ungewöhnlicher, politisch wacher Deutschlehrer, der den Geist den Studentenrevolte weitertrug und dem Heranwachsenden insbesondere die Literatur von Böll, Grass und Lenz nahebrachte, „um Licht auf die dunklen Seiten der deutschen Vergangenheit zu werfen, deren Schattens bis
Read More Buddha im Garten Eden Eine Rezension von Markus Pohlmeyer Aus der Fülle spannender und phantastischer Geschichten aus diesem Sammelband[1] – Was passiert z.B., wenn eine Horde durchgeknallter Roboter ein Hotel auf einem Uranus-Mond renovieren will? Oder wenn ein Roboter aus Liebe den Peiniger der geliebten Frau eliminiert? Wenn die Welt nur noch eine via KI geschlossene Schleife darstellt, deren Produkt und Produzent ein und dasselbe Ich ist? – also, aus der Fülle spannender und phantastischer Geschichten in diesem Sammelband möchte ich besonders zwei auswählen: I „Mission: Rettung der Menschheit“ von Liu
Read More Unter Sinnsuchern Sein Traum von einer Langzeit-Studie beim krassen Bundesliga-Außenseiter FC Union Berlin wurde wahr: Sport-Reporter Christoph Biermann konnte sich ein Jahr lang bei den Unionern umsehen und hat seine Erfahrungen nun im Buch „Wir werden ewig leben“ festgehalten: Authentisch, spannend und mit überraschenden Einsichten über Fußball als Religionsersatz. – Von Peter Münder. Nicht der mit Ach und Krach geschaffte Aufstieg der Unioner in die erste Bundesliga war das große Wunder für den Langzeitbeobachter Christoph Biermann, sondern dass er tatsächlich mit dabei sein durfte: Beim Training, im Mannschaftsbus und sogar bei Präsidiumssitzungen –
Read More Eine andere Weltordnung. Von der befreienden Kraft des Möglichen. Im Buch des Propheten Jesaja kann man einen rätselhaften Spruch lesen, der zum Führungsstil und Rollenverständnis von Papst Franziskus sehr gut passen könnte: „Wächter, wie lang ist noch die Nacht? Wächter, wie lang ist noch die Nacht? Der Wächter hat gesagt: Der Morgen ist gekommen und doch ist es Nacht.“ (Jes 21,11-12). Wer die Aufgabe des Wächters übernimmt, hat kein einfaches Leben. Er sagt Worte, auf die man nicht gerne hört. Er muss Worte aussprechen, die unser Begehren und unsere herkömmlichen
Read More Textauszug aus dem Vorwort von Theo Bruns und aus der zweiten und dritten Szene Es ist das formal und inhaltlich vielleicht radikalste Werk des großen italienischen Schriftstellers Nanni Balestrini, der im vergangenen Jahr gestorben ist. Der Roman ist eine der gelungensten literarischen Verarbeitungsformen der dramatischen 1970er-Jahre – nicht nur – in Italien. Zugleich stellt er die Würdigung einer der herausragendsten Verlegerpersönlichkeiten der europäischen Nachkriegsgeschichte dar. Nanni Balestrini: Der Verleger. Aus dem Italienischen von Christel Fröhlich und Andreas Löhrer. Aossziation A, Berlin und Hamburg 2020. Neuausgabe. 152 Seiten, gebunden, 18 Euro.
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