Schaurig, schaurig… Huuubuuu, auf´m Dorf geht´s ab. Mord und Unzucht, Leichenberge …. Thomas Wörtche hat sich schwer geschaudert… Am Anfang pisst eine Frau auf das Grab einer frisch verstorbenen Jugendfreundin. Das ist nicht nett und ein klein bisschen drastisch. Ein Hingucker auf jeden Fall. Damit beginnt der Roman „Hemmersmoor“ von Stefan Kiesbye, der laut Paratext (hier: Klappentext) ein „Schauerroman“ sein soll. Mit Paratexten will man Rezeptionen vorgeben, was allerdings nur bei einem arg naiven Publikum funktioniert, wenn Paratext und Text derart erstaunlich inkongruent sind. In „Hemmersmoor“ passieren auf schmalen 206
Read More Bloody Chops, frisch & dampfend, heute von Joachim Feldmann (JF) und Thomas Wörtche (TW) Ein Zissemännchen der Spannungsliteratur – (JF) Freunde der literarischen Leichenschnippelei kommen in Simon Becketts viertem Roman um den „forensischen Anthropologen“ Dr. David Hunter kaum auf ihre Kosten. Nur einmal darf der geniale Erforscher der „Chemie des Todes“ seine Expertise unter Beweis stellen. Aber ausgerechnet diesen kleinen Triumph gönnt ihm der ebenfalls bei der Ausgrabung eines Mordopfers im schauerlichen Dartmoor anwesende „forensische Archäologe“ nicht. Ja, man wundert sich, wer heutzutage alles im Dienste kriminalistischer Ermittlungen tätig wird.
Read More Views from Bangkok Kriminalität funktioniert unterschiedlich, in manchen Kulturen. Allerdings auch nur manche Kriminalität. Christopher G. Moore diffenziert… Hier geht es zu einer Übersicht der bisherigen Teile. The Fear Factor inside a Thai Restaurant: Corporate Culture Bias and Criminal Conduct A Thai living in Boulder, Colorado was sent to jail for one year and a day for various criminal violations connected with his restaurant business. He was released on one million dollar bail and told to report to prison in 15 days. It wasn’t one law that he broke in
Read More Posted On Februar 26, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Ein Sonett von Luis de Góngora DER MUND, DER SÜSS ZU SCHLÜRFEN muss verführen Den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt, Den Neid um Jupiters Getränk gar stillt, mag´s ihm, von Ganymed kredenzt, gebühren, An, wollt liebend leben, dürft ihr nicht rühren; In Lippen, die Versuchung farbig schwillt, Sitzt Amor, der mit Gift die Waffe füllt: In Blüten ist die Schlange nicht zu spüren. Euch täuschen Rosen nicht, sagt ihr, euch schien, Dass Blütenstaub und Duft sind nur Genuss, Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine; Nicht Rosen, Äpfel sind´s des
Read More Friedrich Dürrenmatt: Der Verdacht –Dirk Schmidt, Anfang 2011 – mitten in den Jubilarien. Im Januar: Runtergefallen. Vom Regal auf den Boden. Beim Aufräumen des Arbeitszimmers. Um es spannender zu machen, sagen wir mal, von selbst. Also nicht, weil eine tektonische Ruhrgebietsschwingung in dem typischen Nachkriegshaus es in Bewegung brachte, sondern weil das ins Bräunliche angelaufene Papier nach so vielen Jahren der Einsamkeit einer Berührung bedurfte? Lassen wir diese Frage unbeantwortet und gehen weiteren nach. Muss man, nachdem man sich ins Kreuz bückt, um ein gefallenes Buch aufzuheben, es auch gleich
Read More Posted On Februar 19, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, Sie lesen heute einen Klassiker-Check von Dirk Schmidt – Dürrenmatt! „Der ekelhafte Leichnam“ geht in die elfte Runde – geschrieben von Carlos Salem, übersetzt von Annika Loose. Wir präsentieren Ihnen den 2. Teil von Frank Göhres David-Osborn-Porträt, dazu Bloody Chops von Henrike Heiland, Joachim Feldmann und Thomas Wörtche. Christopher G. Moore berichtet über Patronage und Korruption und unser Gedicht warnt vor übermäßiger Brutalität: Too much blood … In diesem Sinne wünscht Ihnen aus Berlin ein heiteres Wochenende Ihr CrimeMag-Team
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan
Read More Die Methoden des Machtkampfes Osborn im Klassiker-Check, Teil 2 – In diesem Frühjahr erscheinen in einer Neuauflage zwei lange vergriffene Klassiker amerikanischer Spannungsliteratur: James Dickey, Flussfahrt (280 Seite. 14 Euro. Seeling Verlag, Frankfurt) und David Osborn, Jagdzeit (272 Seiten. 10,95 Euro. Pendragon Verlag, Bielefeld). Beide Romane haben einen vergleichbaren Ausgangspunkt. Beide wurden Weltbestseller und beide wurden verfilmt – der eine mit Burt Reynolds, der andere mit Peter Fonda in der Hauptrolle. Der eine Film ist längst ein Klassiker, der andere ein weitgehend vergessenes B-Movie. Für sein Nachwort zu „Jagdzeit“ hat
Read More Bloody Chops – heute von Henrike Heiland (HH), Joachim Feldmann (JF) und Thomas Wörtche (TW) Porno und Elfen (HH) Per Mörner, Sohn des Pornoproduzenten Jerry Morner, hat ein altes Sommerhäuschen auf Öland geerbt. Vendela und ihr Mann, der Schriftsteller Max, haben eine neue Sommervilla gegenüber gekauft. Der 84-jährige Gerlof zieht sich ebenfalls auf die Insel zurück, weil er keine Lust hat, im Altersheim zu sterben. Noch kennen sie sich nicht, aber bald wird klar, wie eng ihre Leben miteinander verflochten und voneinander abhängig sind. Der Brandanschlag auf Pers Vater Jerry
Read More Views from Bangkok Heute berichtet Christopher G. Moore aus Bangkok über Patronage, oder wissen Sie ein schöneres Wort? Vor allem, wenn Sie in der Deutschlands Korruptionshaupstadt Berlin leben? Hier geht es zu einer Übersicht der bisherigen Teile. Rule of Law and the Patronage System Where are you going? Who are you going to see? Last time I was pulled over at the elevated highway tollbooth on my way to Chon Buri province outside of Bangkok, I was asked two questions: where was I going and who was I going to
Read More Too Much Blood (M. Jagger/K. Richards) I want to dance, I want to sing I want to bust up everything To make some love I want to dance, I want to sing I want to bust up everything And make some love I can feel it in the air Feel it up above Feel the tension everywhere There is too much blood Too much blood, well alright Everything you see On the movie screen is tame Everything’s gonna be arranged A friend of mine was this Japanese. He had a
Read More Andrew Brown denkt ab heute unregelmäßig regelmäßig für CrimeMag über Themen aus Südafrika nach, die mit Kriminalität und Kriminalliteratur, mit Realitäten und Fiktionen zu tun haben. Wir freuen uns sehr, Andrew Brown zu den Autoren des CrimeMag zählen zu dürfen. A Lightness Of Writing (South African writing in 2011) We are seventeen years into our new democracy and much has changed in my beautiful country. A free press, an accountable police force, a Bill of Rights, poverty relief programmes, international sport, these were all unimaginable in the brutal place that
Read More Posted On Februar 12, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Verehrtes CrimeMag-Publikum, wir freuen uns sehr, heute den südafrikanischen Schriftsteller Andrew Brown als CrimeMag-Autor begrüßen zu dürfen. Er gibt uns in seinem ersten Text einen kompakten Überblick über literarische Entwicklungen in seinem Land. Frank Göhre hat sich mit David Osborn anlässlich einer Neuveröffentlichung von dessen Klassiker „Jagdzeit“ beschäftigt. Lesen Sie heute den ersten Teil. Carlos muss diesmal gar nicht in die Sphären der Fiktion weilen, die Realität ist bizarr genug. Deswegen heute ein echter Mail-Wechsel. Der elfte Teil unseres Ketten- und Fortsetzungsromans „Ein ekelhafter Leichnam“ fällt heute kurz und makaber
Read More Die Methoden des Machtkampfes – In diesem Frühjahr erscheinen in einer Neuauflage zwei lange vergriffene Klassiker amerikanischer Spannungsliteratur: James Dickey, Flussfahrt (280 Seiten, 14 Euro, Seeling Verlag, Frankfurt) und David Osborn, Jagdzeit (272 Seiten, 10,95 Euro, Pendragon Verlag, Bielefeld). Beide Romane haben einen vergleichbaren Ausgangspunkt. Beide wurden Weltbestseller und beide wurden verfilmt – der eine mit Burt Reynolds, der andere mit Peter Fonda in der Hauptrolle. Der eine Film ist längst ein Klassiker, der andere ein weitgehend vergessenes B-Movie. Für sein Nachwort zu „Jagdzeit“ hat sich Frank Göhre auf Spurensuche
Read More Carlos Life is stranger than fiction, sagt ein alter Spruch. Wohl wahr, sagt Carlo. Lesen Sie, warum… Der Himmel ist trüb, der Wind pfeift lausig, das Konto fremdelt – Zeit für Selbstmitleid. Es ist hart das Autorenleben. Zum Beweis im Folgenden ein echter Mailwechsel, Namen, Zeiten, Orte sind geändert, sonst nichts. Einzig allein ein bisschen fettformatiertes Hervorheben habe ich mir erlaubt… Hallo Herr Schäfer, ich habe den Eindruck, Fred Bunker ist mal wieder im Ausland. Da Sie mit ihm gemeinsam während des 11. Schwurbkrimifestivals am Hungerturm lesen, wende ich mich
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan
Read More Vom Polizeireporter zum Aktivisten gegen Menschenhandel – Jake Adelsteins bahnbrechendes Buch über die Yakuza gibt es jetzt endlich auf Deutsch. Susanna Mende hat es gelesen. Der amerikanische Journalist Jake Adelstein war von 1992 bis 2005 bei der auflagenstärksten Tageszeitung Japans, der Yomiuri Shimbun, als Polizeireporter tätig. Vielleicht wäre es korrekter zu sagen, seine Tätigkeit bei der Yomiuri Shimbun hat aus ihm einen mit allen Wassern gewaschenen Journalisten gemacht, dessen Kompromisslosigkeit ihn schließlich mit einem Anführer einer der zweiundzwanzig offiziell anerkannten Yakuza-Gruppen in Japan 2004 in einen lebensbedrohliche Konflikt bringt, als
Read More Ein Superintendent langweilt sich Ein Polizist soll Urlaub machen, aber dazu kommt es nicht, weil vor seiner Nase unter ungeklärten Umständen gestorben wird. Alter Hut, altes Buch? Nun. So ein Rätselkrimi kann auch ganz erfrischend sein. Von Henrike Heiland. Liebe Hill-Fans, wir stehen hier vor dem vierten Buch in der Reihe. Es ist das Buch, in dem Pascoe und Ellie heiraten. Pascoe verzieht sich auf Hochzeitsreise – wohlweislich hat er den Ort geheim gehalten, damit ihm Superintendent Dalziel nicht auf die Pelle rücken kann – und Dalziel hat für den selben
Read More „True Grit“ ist ein lustiger Kriminalroman. Auch wenn Western draufsteht. Oder umgekehrt. Thomas Wörtche hat sich auf jeden Fall mit einem schrägen Buch amüsiert. Ist schon okay, wenn erst die Coen-Brüder kommen müssen, damit ein gut eingestaubter Klassiker wie „True Grit“ nach Jahrzehnten wieder ein wenig aufpoliert ans Licht der Öffentlichkeit kommt. Denn die Coen-Brüder haben bekanntlich ein Remake des alten John-Wayne-Western „Der Marshal“ von Henry Hathaway vorgelegt und damit stapelweise Dollarmillionen eingespielt. Wenn die Coens so etwas machen, stürzt sich alle Welt auf die Vorlage – neulich auf Cormac
Read More Gut und aufrecht Oberinspektor Chen, Qiu Xiaolong und Eva Karnofsky – eine schöne Kombination. Lesen Sie, warum… Ich gestehe, ich bin ein Fan von Oberinspektor Chen. Ungeduldig harre ich immer seines nächsten Falls. Und werde nie enttäuscht. Ich könnte viele hehre Argumente dafür anführen: Das Reich der Mitte hat mich schon immer interessiert, das chinesische Wirtschaftswunder erst recht. Und keiner versteht es so gut wie dieser Oberinspektor aus Shanghai, mir vorzuführen, wie es funktioniert. Oder wie es der Allmächtigen Partei gelingt, trotz wirtschaftlicher Freiheiten die Fäden in der Hand zu
Read More Bloody Chops – heute dargeboten von Christiane Geldmacher (CG), Frank Rumpel (rum), Anna Veronica Wutschel (AVW) und Friedemann Sprenger (Frisp) El Stoffo Grandioso (CG) Und wieder wurde von der Edition Phantasia ein monumental unerträgliches Buch von Rex Miller voll echtem Menschenhass, voll echter Mordlust und voll echtem Splatter veröffentlicht. Was allerdings – wie immer interessant gemacht von Rex Miller – von einer veritablen, da unvorhersehbaren Romanze konterkariert wird – und nicht zuletzt deswegen bis zum Schluss spannend bleibt. Der Plot: Das US-amerikanische Militär sucht Serienkiller für die Drecksarbeit: illegale Interventionen,
Read More Posted On Februar 12, 2011By Christopher G. MooreIn Crimemag
Heute erklärt uns Christopher G. Moore, wie man in Thailand Zeitung liest, wenn man etwas über Verbrechen & Co. wissen möchte. Und schon wieder hat man den Eindruck, Thailand ist überall… THE ART OF READING THAI CRIME NEWS Every country with newspapers and magazines and television knows that crime attracts an audience. There is an insatiable hunger for the drama created by a bloody crime. Grief stricken relatives and neighbours. The inevitable questions arise as to motives, relationships, connections and history of the people involved. Thailand is no different. You
Read More Posted On Februar 12, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Bänkellied 1. Sabinchen war ein Frauenzimmer, Gar fromm und tugendhaft Sie diente treu und redlich immer Bei ihrer Dienstherrschaft. 2. Da kam aus Treuenbrietzen Ein junger Mann daher, Der wollte so gerne Sabinchen besitzen Und war ein Schuhmacher. 3. Sein Geld hat er versoffen In Schnaps und auch in Bier, Da kam er zu Sabinchen geloffen Und wollte welches von ihr. 4. Sie konnt‘ ihm keines geben, Drum stahl sie auf der Stell‘ Von ihrer treuen Dienstherrschaft Sechs silberne Blechlöffel. 5. Doch schon nach siebzehn Wochen Da kam der Diebstahl
Read More Posted On Februar 5, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, wir sind auf Reisen, deswegen machen wir diese Woche ein kleine Pause. Am 12. Februar geht es mit Volldampf weiter. Freuen Sie sich jetzt schon auf Andrew Brown aus Kapstadt und viele andere spannende Beiträge … Herzliche Grüße, Ihr CrimeMag-Team
Read More Comics sind klasse. Vor allem, wenn sie spannende Geschichten spannend erzählen und auch noch prächtige Schauwerte haben. Auch – oder gerade – wenn sie im Barock spielen, das man um Himmels willen nicht einfach so mit heute gleichsetzen kann. Thomas Wörtche hat Bilder angeschaut … Jeronimus – Nennen wir das Ding mal einen 3-teiligen historischen Psychoabenteuerthrillercomic mit allerlei kunst- und sozial- und geistesgeschichtlichen Unterböden. Man könnte es auch graphic novel nennen. Aber dieser Begriff ist in letzter Zeit zum Marketing-Speech für „kulturell besonders wertvoller Comic für die gebildeten Schichten, die
Read More Verehrtes CrimeMag-Publikum, wir verstehen, dass man manchmal lieber Bilderbücher anschaut, als zusammenhängende Texte zu lesen. Thomas Wörtche empfiehlt Ihnen deshalb einen prächtigen Comic: „Jeronimus“ von Dabitch & Pendanx. Viele Bücher hat Andus zu Weihnachten bekommen und trotzdem (oder deswegen) ruft er im neuen Brief an seine Felicitas zur hemmungslosen Lektüre von Kriminalromanen auf! Bei dem „Ekelhaften Leichnam“ handelt es sich zweifelsfrei um einen Kriminalroman, gar als Fortsetzungs- und Kettenroman inszeniert – heute Kapitel 10, von Sébastien Rutés verfasst, von Katharina Meyer übersetzt. Bill Moody, gleichzeitig Jazzdrummer und Kriminalautor von Rang,
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