Noir-Fotografie aus dem Japan der 50er Jahre – Ein ganz besonderes Fotobuch haben der französische Verlag Éditions Xavier Barral und das Fotozentrum Le Bal in Paris im letzten Herbst herausgegeben. Ein Buch, dessen Publikationsgeschichte genauso ungewöhnlich ist wie die der Fotografien selbst und deren Wiederentdeckung ein knappes halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung. Eine Trouvaille von Susanna Mende. Von vorn: Am 13. Januar 1958 werden in einem Ölfass in der Nähe des Sembako-Sees in der Präfektur Ibaraki eine Nase, zwei Fingerkuppen und ein Penis gefunden. Am nächsten Tag entdeckt die Polizei
Read More Bloody Chops – kurz, auf den Punkt und schmerzhaft, wenn nötig. Heute choppen Judith Momo Henke (JMH) einen Roman von Ann Rosman, Thomas Wörtche (TW) eine Comic-Adaption von Christian De Metter nach Armitage Trail. Kirsten Reimers (KR) nimmt sich Christine Lehmann vor, Joachim Feldmann (JF) erfreut sich an Florian Scheibe. Ann Rosman: Die Tote auf dem Opferstein (JMH) Es wäre fast zu schön gewesen: Eine Kommissarin lebt auf ihrem Segelboot und ermittelt in der idyllischen Kulisse der schwedischen Schären. Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten ist sie frei wie ein
Read More Nightpiece by James Joyce Gaunt in gloom, The pale stars their torches, Enshrouded, wave. Ghostfires from heaven’s far verges faint illume, Arches on soaring arches, Night’s sindark nave. Seraphim, The lost hosts awaken To service till In moonless gloom each lapses muted, dim, Raised when she has and shaken Her thurible. And long and loud, To night’s nave upsoaring, A starknell tolls As the bleak incense surges, cloud on cloud, Voidward from the adoring Waste of souls. (1915)
Read More Mr. Greene, you want suite overlooking Saigon River? „The Quiet American“ (1955 veröffentlicht) war Graham Greenes kritische Abrechnung mit französischen und amerikanischen Weltverbesserungs- und Großmachtfantasien, die sich in Vietnam als verheerende Realitätsverweigerung mit unberechenbarer Langzeitwirkung erwiesen. Mit dem Ich-Erzähler des Romans, dem Times-Korrespondenten Thomas Fowler, verlieh Greene einem zynisch-kritischen Reporter seine Stimme. Eindrücke aus Vietnam auf den Spuren von Graham Greene. Von Peter Münder „Dies Land hier, das ist es, und nicht Malaya! Die Frauen … so wunderbar, so schön und elegant gekleidet. Die gesamte Situation hier ist einfach phantastisch.
Read More Posted On Juni 2, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, Reisen bildet. Deswegen begeben wir uns heute mit Peter Münder nach Vietnam, auf den Spuren von Graham Greene (den zweiten Teil der Reportage lesen Sie bitte am kommenden Mittwoch im LitMag). Bei Carlos sollten wir eigentlich etwas über das Pressewesen in Schlierbach (auch ein Reiseziel, by the way) erfahren, aber neue Streiche der Fliege-Family kamen dann doch dazwischen. Bei Zoë Beck gibt es neue Materialien zum Alltag einer Schriftstellerin, heute ganz prosaisch übers Schreiben. Susanna Mende porträtiert den Politthriller-Autor David Ignatius, Thomas Wörtche kann im Falle Matthew Stokoe
Read More Man kommt zu nix. Immer kommt was dazwischen. Heute: Das Haus Fliege und andere kleine Strolche. Schwer was zu tun, bei Carlos. Ich hatte es versprochen, aber noch kann ich mich meinem Stadtteilblatt „Schlierbach Aktuell“ nicht mit aller Kraft widmen. Hierfür zwei Gründe: 1. Ja, leider. Mein Ultraschnuff Jürgen Fliege. Ich habe lange Ruhe gegeben, aber jetzt halt ich es nimmer aus! So berichtet die großartige Illustrierte „Bunte“: Betrug, Verrat, Ehebruch – das Ende der Beziehung zwischen dem Star-Astrologen Winfried Noé (57) und seiner Frau Andrea (47) war alles andere
Read More Ganz materiell gesehen – wie geht Schreiben? Neues Material aus dem Alltagsleben einer Schriftstellerin. Von Zoë Beck Sitzen, liegen, stehen Beliebte Frage bei Lesungen: „Wie sieht eigentlich Ihr Schreibtisch aus?“ Diverse LiteraturbloggerInnen haben sehr schön diese Frage immer mal wieder aufgegriffen und AutorInnen gebeten, Fotos von ihren Schreibtischen zu machen, um den Lesern zu zeigen, wo die Bücher denn eigentlich entstehen. Ich persönlich lüge dann ja immer. Ich meine, ich fotografiere natürlich schon brav meinen Schreibtisch. Aber ich schreibe nicht unbedingt am Schreibtisch. Das nun folgende Outing hat Isabel Bogdan
Read More Gut oder brillant? Kein Zweifel, David Ignatius hat ein paar wichtige Polit-Thriller geschrieben. Zumindest thematisch gesehen. Dennoch sind Qualitätsschwankungen unübersehbar. Ist er also nicht nur ein wichtiger Autor, sondern auch einer aus den Top Ten? Susanna Mende hat ihn sich genauer angesehen. Wer David Ignatius literarisches Werk kennt, hat sofort ein paar Stichworte parat: CIA-Kenner, abenteuerliche Schauplätze meist im Nahen und Mittleren Osten, spannende Plots mit realpolitisch und historisch brisantem Hintergrund. Es handelt sich hierbei um sechs Spionagethriller, die im Zeitraum zwischen 1987 und 2011 erschienen sind, davon auf Deutsch
Read More Zappenduster – Huaaaaa – ein Buch über „das unvorstellbar Böse unter der gleißenden Sonne Kaliforniens“, sagt die U4. Das macht neugierig, denn das unvorstellbar Böse ist vermutlich noch böser als das normal Böse. Und Matthew Stokoes Roman „Highlife“ kann uns verraten, was das sein könnte. Lernbegierig hat sich Thomas Wörtche an die Lektüre gemacht. Jack möchte nach oben, in Hollywood. Er will zu den Reichen, Mächtigen und Schönen gehören. Zu den Höheren Wesen. Er möchte Filmstar werden. Daraus wird aber nichts, stattdessen wird seine Freundin, die Hure Karen, ermordet. Jack
Read More Wir sind, was wir sind. Nicht, was wir nicht sind. Zwei Bücher in einem – Austin Wright hat ein Buch geschrieben über einen Autor, der ein Buch geschrieben hat. Und es seiner Exfrau zur Kenntnis schickt. Diese beiden Bücher sind von Wright brillant ineinander verschraubt und nicht nur mitreißender suspense, sondern auch eine wirklich verstörende Geschichte. Ruth Rendell sagte über „Tony & Susan“, dass sie diesen Roman nie vergessen werde. Christiane Geldmacher auch nicht. Man liest so was ja dauernd in der Zeitung. Oder sieht es in Fernsehsendungen wie „Brisant“.
Read More Eve of Destruction by Barry McGuire The eastern world, it is exploding Violence flarin‘, bullets loadin‘ You’re old enough to kill, but not for votin‘ You don’t believe in war, but what’s that gun you’re totin‘ And even the Jordan River has bodies floatin‘ But you tell me Over and over and over again, my friend Ah, you don’t believe We’re on the eve of destruction. Don’t you understand what I’m tryin‘ to say Can’t you feel the fears I’m feelin‘ today? If the button is pushed, there’s no runnin‘
Read More Down in New Orleans … „Die Stadt der Toten“ von Sara Gran ist ein sensationell guter Roman. So wie er präsentiert und aufgemacht ist, käme niemand auf diese Idee. Aber Qualität setzt sich eben doch durch. Manchmal. Eine Rezension von Thomas Wörtche. Abgerundete Buchecken (wenn das Paradox erlaubt ist), eine deutlich auf „Frauenkundschaft“ setzende Grafik, ein neckisch-alberner Untertitel: „Ein Fall für die beste Ermittlerin der Welt“, keine besonders cleveren Aktivitäten des Verlags, das Buch zu platzieren – geht man über die Kritik, geht man über den Buchhandel? –, Paperback mit
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, manche reden dieser Tage in Zungen, wir besprechen Bücher: Thomas Wörtche stellt Ihnen den sensationell guten Roman „Die Stadt der Toten“ von Sara Gran vor. In Alf Mayers „Blutiger Ernte“ geht es um neue Bücher von William Boyd und Jeffery Deaver und deren Verbindung zu James Band. Lena Blaudez treibt sich einmal mehr in Afrika herum und versorgt Sie nicht nur mit einer Besprechung der Polit-Thriller „Öl auf Wasser“ von Helon Habila, sondern auch mit den nötigen Kontexten. Stefan Linster hingegen findet in deutschen Provinzen ein ziemlich überflüssiges
Read More Salonliteratur – mit Handschuhen – William Boyds historischer Spionageroman „Eine große Zeit“ und ein Exkurs zu James Bond. Ein junger Mann, Ende zwanzig, auf konventionelle Weise geradezu gutaussehend, der eben aus dem Wiener Hofgarten schlendert – so skizziert uns William Boyd den Protagonisten seines Buches „Eine große Zeit“, das uns als historischer Spionageroman avisiert wird. Boyd spricht seine Leser ohne jeden Umschweif sofort mit „du“ an: „Dir springt er ins Auge, weil er keinen Hut trägt, eine Ausnahmeerscheinung in der Menge geschäftiger Wiener, die alle einen Hut aufhaben, Männer wie
Read More Voodoo-Skulpturen der Gier – Nigeria ist eigentlich ein reiches Land. Vor allem Öl setzt es den Begierden der Konzerne aus – die Menschen und die Umwelt leiden darunter. Auch wenn der „Ölkrieg“ der 1990er Jahre vorüber ist, ist noch lange nicht alles gut. Helon Habila hat aus der nigerianischen Situation einen Polit-Thriller der anderen Art gemacht. Eine Besprechung mit Hintergrund – von Lena Blaudez. Ölkrieg So anders als in Berlin ist der Alltag im nigerianischen Port Harcourt, der größten Stadt im Nigerdelta, auch wieder nicht, sieht man sich nur mal
Read More Die unendliche Geschichte gottlosen Gemetzels – Hämmern, quälen, schlachten, ja, was für eine Gaudi! Und was für ein Hype um „Zorn – Tod und Regen“ von Stephan Ludwig. Unser Rezensent Stefan Linster hat sich einen Wolf geärgert … Zugegeben, ich bin selbst schuld, hätte ich nach den ersten Seiten, genauer gesagt nach Kapitel Eins doch auf mein Gefühl gehört und das Ding in die Ecke geknallt. Splattergesudel und krude Psychopathentaten sind schließlich meine Sache nicht. Allerdings bestand im zweiten ja noch die vage Hoffnung, es würde sich alles irgendwie fügen,
Read More Es choppen, dass die Fetzen fliegen – Tobias Gohlis (ToGo) George Pelecanos, Klaus Kamberger (KK) Christoph Leuchter, Kirsten Reimers (KR) Megan Abbott, Frank Göhre (FG) Sam Hawken, Frank Rumpel (rum) Émilie de Turckheim. Schlechtes Geschäft (ToGo) Stephen King und Lee Child können irren. George Pelecanos entpuppt sich in „Ein schmutziges Geschäft“ als ziemlicher Langweiler und nicht als „der größte lebende Spannungsautor“ (King). Und Lee Child soll diesen Start einer neuen Serie mit PI Spero Lucas als „Pflichtlektüre“ gelobt haben – für mich war Pflicht Last. Lästig: Personen werden durch Markennamen
Read More KickAss – Bloody Splinters aus dem täglichen Branchenwahnsinn: Skandalöser Skandal!? Wenn gar nichts geht, greift man zum Auto-Alarmismus und schreit: „Skandal!“, in der guten Hoffnung, ein paar Berufsaufreger schreien mit und ein paar Distinktionsgewinn-Jäger finden’s toll. Ach ja … Und gähn! Christian Koch beschreibt ein durchsichtiges Manöver … Im Februar beziehungsweise im April dieses Jahres sind zwei ganz unterschiedliche Kriminalromane in Deutschland erschienen: „High Life“ des amerikanischen Autors Matthew Stokoe sowie „Das Ende von Alice“ der amerikanischen Autorin Amy Michael Homes. In verschiedenen amerikanischen und deutschen Verlagen veröffentlicht, von verschiedenen
Read More Heute: Non olet – Christopher G. Moore über Alltagsverbrechen, über Landwirtschaft, Scheiße, blanke Gier und organisierte Kriminalität. When Poo has the wrong bad smell Governments in most places want to help citizens who struggle to make a living. Thailand is no exception. The law of unintended consequence unfortunately comes into play when government policy attempts to control market forces. Greed is a bulldozer that ploughs through Wall Street, it also rolls through the rubber plantations and rice fields of Asia. In the South of Thailand there are many rubber plantations.
Read More Careless Love by Alonzo „Lonnie“ Johnson Love oh love oh careless love Love, love oh careless love You have caused me to weep You have caused me to moan You have caused me to lose my happy home Don’t never drive a stranger from your door Don’t never drive a stranger from your door It may be your best friend knockin‘ on your door Then it may be your brother, you will never now Careless love, look how you carry me down Careless love, look how you carry me down
Read More Die Rückkehr des Privatdetektivs, revisited – Ältere Menschen können sich vielleicht noch an die gemischten Gefühle erinnern – an die ersten Robert B. Parker-Romane mit Spenser, dem Mike-Hammer-von-links (TW) und seiner immer nervigeren Susan Silverman und dem netten Hawk. Aber irgendwie mochte man sie doch. Und heute, mit viel zeitlichem und intellektuellem Abstand mag man sie noch viel lieber. Ein Klassiker-Check von Joachim Feldmann. Kommissar Maigret hat den Dienst quittiert. Auch die Abschiedsvorstellung des belgischen Meisterdetektivs Hercule Poirot liegt bereits Monate zurück. Selbst der Haudrauf Mike Hammer, Alptraum des politisch
Read More Posted On Mai 19, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, Sie lesen heute einen Klassiker-Check: Robert B. Parkers „Spenser“-Romane, neu angeschaut von Joachim Feldmann. Dazu Carlos‘ frühlingshafte Visionen, wie der Sommer einst sein wird … Ein kräftiges KickAss gibt es von Ulrich Baron – über Einwort-Titel und anderen verlegerischen Unfug. Gunter Gerlach hingegen hat wieder einmal zwei Bücher nicht zu Ende lesen mögen. Hier lesen Sie, warum. Über Pleiten und Reinfälle erfahren Sie alles von Christopher G. Moore, und für unsere Weiterbildung in Sachen Gilbert Keith Chesterton, John Dickson Carr und die alten Römer sorgt verlässlich Thomas Przybilkas
Read More Der Sommer wird sehr groß, bei Carlos wird schon darüber nachgedacht, wie’s so laufen mag, auf der Welt. Visionär! So, und was werden nun diesen Sommer die Schlagzeilen sein? Womit wird man uns das süße Nichtstun sozusagen verschlagsahnen? Patrick und Christian Lindner beteuern: Da ist nichts dran! Lars Riedel hält zu seinem Let’s Dance-Kumpel: „Ich war zu DDR-Zeiten schließlich auch kurz in der Waffen SS!“ Islamist Pascal Vogel lädt Günter Grass in sein Ferienhaus in Kabul ein. Grass will darüber nachdenken und dann ein Gedicht schreiben, wo sich nicht reimt.
Read More KickAss – Bloody Splinters aus dem täglichen Branchenwahnsinn – Vermutlich hat der Diogenes Verlag bei Dick Francis damit angefangen, mit den Einworttiteln (und folgte damit der Logik der Originale), aber das ist nur für Philologen wirklich wichtig und man wird sicher auch frühere Einzelfälle finden, die nicht unbedingt verwerflich sind. Verwerflich ist allerdings der inflationäre Unfug, der damit zurzeit getrieben wird – vor allem, wenn wenig Inspiration zu spüren ist. Das ist uns durchaus ein KickAss wert – Ulrich Baron über: Einworttitel Also noch mal ganz langsam, damit selbst die
Read More Verrisse sind oft nicht ganz fair. Manchmal sogar richtig unfair. So wie bei uns: Gunter Gerlach stößt sich an Büchern, die anderen gut gefallen – dabei hat er sie noch nicht einmal zu Ende gelesen … Zur Bestätigung der Vorurteile „Lächeln!“, befiehlt Maja. „Lächeln!“ Aus den Tiefen meiner Eingeweide löst sich ein Schmerz, steigt auf und verlässt als dumpfes Grollen meine Lungen. „Weißt du, wie du aussiehst?“, fragt Maja. „Wie ein Chinese, der sein Todesurteil empfangen hat und gleich zu weinen anfängt.“ „Es ist ja auch zum Heulen.“ Ich klappe
Read More Erst kein Glück, dann kommt auch noch Pech dazu, wie eine Fußballer-Weisheit lautet. Gilt auch für alle Arten von Verbrechen, reale und literarische … Christopher G. Moore über Pannen & Co. … When Things Go Terribly Wrong in the World of Crime The laws of unintended consequences and collateral damage apply to criminals just like they do anyone else. I’d like to give some examples of ‘crimes’ that might have the judge and jury shedding tears—ones of laughter. In South Carolina A driver went to the trouble to find a
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