Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan
Read More Von einem, der auszog, ohne zu wissen warum – Kind entführt, Frau verschwunden, Detektiv beauftragt – und alles ist ganz anders. Kennt man? Ja. Ist trotzdem spannend. Nur diesmal anders spannend. Von Henrike Heiland Vor drei Jahren lebte der schwedische Schriftsteller Håkan Nesser in New York. Wenn man ihn während dieser Zeit im Gespräch erwischte, schwärmte er einem die Ohren von der Stadt voll. New York, beste Stadt der Welt, Wahnsinnslocation und so was. Folgerichtig lebt der ich-erzählende Protagonist aus „Die Perspektive des Gärtners“ (von dem der Umschlagtext fälschlich behauptet,
Read More Mit Schirm, Charme und Skurrilität – Nicht wirklich gesamt, aber doch eine Menge: Kirsten Reimers ist begeistert von der Gesamtedition „Mit Schirm, Charme und Melone“. Vor 50 Jahren, am 7. Januar 1961, lief im britischen Fernsehen die allererste Folge von „The Avengers“ (Die Rächer) – „Hot Snow“ hieß sie. Im Mittelpunkt stand der Arzt Dr. Keel (gespielt von Ian Hendry), dessen Verlobte ermordet wurde. Keel schwor Rache – daraus erklärt sich der etwas blasse Originaltitel, der für die gesamte Serie beibehalten wurde – und traf im Zuge seiner Ermittlungen auf
Read More Clash of Characters – Kumpels im Knast müssen in der Freiheit keine bleiben. Elmore Leonard macht aus unzertrennlichen „Road Dogs“ coole Kontrahenten. Von Jörg von Bilavsky Leonards neuestes Kabinettstück hat gute Chancen auf den coolsten Krimi des neuen Jahres. Mit „Get Shorty“ oder „Out of Sight“ hat er mehrfach gezeigt, dass Schwerverbrecher und Schwerverbrechen nicht nur brutale, sondern auch höchst unterhaltsame Seiten besitzen. Und unterhaltsam heißt bei Leonard Spannung und Schmunzeln im Blick zu behalten. Vor allem aber Sympathien zu wecken für kriminelle Charaktere mit unkonventionellen Einstellungen und Verhaltensweisen. Jack
Read More Heute greifen für Sie zum Beilchen: Frank Rumpel (rum), Anna Veronica Wutschel (AVW) und Kirsten Reimers (KR). Wuchtiges Debüt: (rum) Ein wuchtiger, vielschichtiger und klasse geschriebener Roman über das von Gewalt geprägte Leben in einem fiktiven Arbeiterviertel Philadelphias. Dexter ist nah an seinen Figuren, hat ein sicheres Gespür für deren emotionale Befindlichkeiten und lässt einen immer wieder ein gutes Stück weiter in Abgründe und Sackgassen menschlicher Psyche blicken, als einem lieb sein mag. Selbst der immer wieder aufblitzende Humor ist bitter. „God’s Pocket“ war 1983 Dexters Debüt, das auch 27
Read More KickAss – Bloody Splinters aus dem Wahnsinn unserer Branche: (TW) SPIEGEL ONLINE hat uns schon immer viel Freude gemacht mit Artikeln zur Kriminalliteratur, die so ulkig sind, dass man sie für Parodien auf Kompetenz-Journalismus halten könnte, oder auch, besonders apart. Nur noch ärgerlich hingegen, weil indolent üblen Realien gegenüber, ist allerdings dieses perfide Stückchen Gefühligkeitskitsch-Journalismus, das Tobias Gohlis aufgespürt und hier zu Recht gegeißelt hat. Bitte beachten Sie auch den vertiefenden Kommentar der Ärztin, Psychotherapeutin und Autorin Anne Kuhlmeyer zu der ganzen ekligen Kiste. (TW) Richtig putzig und drollig, nachgerade
Read More Wir freuen uns, Ihnen ab heute Christopher G. Moores Views from Bangkok präsentieren zu dürfen. Wöchentlich! Moore hat wegen seiner großartigen Vincent-Calvino-Romane, die seinerzeit bei metro erschienen waren, in Deutschland immer noch eine große Fangemeinde, die mit neuem Stoff zu versorgen, uns Ehrensache ist. Avoiding farangs Or TRIBAL SEATING ARRANGEMENTS NOT FOUND IN THE LONELY PLANET When someone says the past is a foreign land, they describe a lot of old movies and TV shows. Minorities were cut out figures in films and TV that played to our collective prejudices.
Read More Le vin de l´assassin / Der Wein des Mörders (Auszug) von Charles Baudelaire: Je l´ai jetée au fond d´un puits, Et j´ai meme poussé sur elle Tous les pavés de la margelle. – Je l´oublierai si je le puis! Ich stieß sie in den Brunnenschacht Und warf auf sie sehr froh und munter Die Mauersteine noch hinunter. – Vielleicht vergeß ich sie heut Nacht! (Übersetzung: Carl Fischer, 1960) Charles Baudelaire greift mit diesem Vers ein Motiv des „Lykanthrop“ (Wolfmann) Pétrus Borel auf, der, 1809 geboren, – Mario Praz in „Liebe,
Read More Buchstaben 1 bild / 100 worte Im Schleppnetz gefangen, getötet & ausgenommen für Belugakaviarperlen so winzig schwarz wie schwarze Löcher made by CERN wo’s aber noch hapert & die Löcher noch winziger geraten wollen, wenn überhaupt… O! du Luftblase im seichten Tümpel, o du Stern auf dunklem Grund, sei meine Schnauze, sei meine Schleimschuppe, sei meine Eleganz & symmetrische Störung! Erkenntnis! Erkenntnis! sag Vonnegut, willst du, leg deine Flosse in meine, willst du, o Vonnegut, wir eins in eins, Vonnegut? Fischige Liebe make me young, flitsch flitsch darling & höre!
Read More Posted On Januar 5, 2011By Joerg von BilavskyIn Musikmag
Am 28.12.2010 gaben die 17 Hippies ein schweißtreibendes Konzert im klirrend kalten Berlin. Dem Kesselhaus in der Kulturbrauerei wurde eingeheizt, wie Jörg von Bilavsky zu berichten weiß.
Read More Posted On Januar 5, 2011By Die RedaktionIn Musikmag
Liebes MusikMag-Publikum, für die erste Ausgabe im neuen Jahr hat Christina Mohr ein paar Platten für die innere Einkehr und das Besinnen auf die unendlichen Möglichkeiten weiterer 365 Tage gehört und dazu ein Buch gelesen, das modernen Flaneuren unserer Großstädte wie gerufen kommen sollte. In den Blitzbeats beschäftigen sich Tina Manske und Thomas Wörtche mit Alben, die allesamt bereits im November des letzten Jahres erschienen sind, die aber auch sehr gut in den kalten Januar passen. Jörg von Bilavsky hat erwähnte Kälte dazu genutzt, sich bei einem Konzert der 17Hippies
Read More Zum Jahresbeginn hat unsere Autorin Christina Mohr ein wenig über all die Möglichkeiten kontempliert, die nun vor uns liegen - und gleich noch die passende Musik dazu herausgesucht. Wem das nicht reicht, dem gibt sie auch noch was zu lesen mit auf den Weg.
Read More Posted On Januar 5, 2011By Die RedaktionIn Musikmag
Novemberplatten im Januar - weil man vom melancholischen Herbst ja nie genug haben kann! Tina Manske und Thomas Wörtche haben sich Alben von Mayra Andrade, Tim Knol, Console und dem Dale Cooper Quartet angehört.
Read More Queen Daphne ist von Beruf Was-mit-Medien sowie Seismographin und wohnt in Berlin-Neukölln. Die "Feldaufnahme" ihrer Wege und Umwege ist für uns ein selbstverständlicher Akt der modernen Aufklärung…
Read More Botschaften 1 bild / 100 worte Während er sein Labor aufräumt, singt der irre Wissenschafter Weihnachtslieder. Vom Himmel hoch. Es ist ein Ros. Kommt ein Schiff. Maria durch. Draußen der eisige Winter; drinnen die Destille blubbert grün und karmesinrot. – Der irre Wissenschafter am Telefon: Hallo? Eine Empfängnis durch das Ohr ist kein Wunder, ein Wunder ist, wer daran glaubt! – Auf der Fensterbank liegt die Karte von Maman: Geliebter Sohn, achte auf die Botschaften, die Dir die Tiere im Schnee hinterlegen. – Maman ist lange tot. Noch immer rätselt
Read More LitMag-Highlights 2010 – Das Jahr 2010 geht zu Ende und zumindest für viele von uns, bei CULTurMAG, war es ein sehr erreignisreiches. Zeit also für einen kleinen Rückblick und die Frage: Was war Ihr persönliches Kulturhighlight des Jahres? Christina Bacher Paul Auster hat seinen Roman „Mann im Dunkel“ David Grossmann gewidmet, dem israelischen Schriftsteller und Friedensaktivisten, dessen Sohn Uri 2006 bei den Libanon-Kämpfen ermordet wurde. Hauptfigur ist der 72-jährige Exliteraturkritiker und Journalist August Brill – auch er geplagt von Trauer und Schlaflosigkeit. In der Schwebe zwischen Wachen und Schlaf und
Read More CrimeMag-Highlights 2010 Lena Blaudez: Die Romane über Carol O’Connells faszinierende Serienheldin Kathy Mallory, neu aufgelegt bei btb (hier und hier bei CULTurMAG) – eine einmalige Detektivgestalt mit einem Ausbund schräger Typen um sich herum, deren Entwicklung man unbedingt weiter verfolgen muss, zumal die Spannung und der Witz, das Bild von New York und ihr ironischer Blick auf die Welt es auch nicht zulassen, dass man eins der Bücher wieder aus der Hand legt. Ebenso wenig wie den neuen Roman des alten Meisters le Carré Verräter wie wir, bei Ullstein –
Read More CULTurMAG-Mitarbeiter stellen ihre Lieblingsplatten des Jahres 2010 vor. Es wird schnell klar: 2010 war ein gutes Jahr. Und selbst die, die es musikalisch etwas ruhiger haben angehen lassen, können sich beruhigt auf ihre guten alten Bekannten verlassen...
Read More Posted On Dezember 18, 2010By Matthias ManzkeIn Crimemag
Ohne Musik ist selbst der Duschmord in „Psycho“ eine relative alberne Angelegenheit. Musik in Film und TV ist extrem wichtig, kann über top und flop entscheiden, kann nerven und beglücken. Der Musiker und Komponist Matthias Manzke erlaubt uns einen Blick in seine Werkstatt. Heute anlässlich seiner Musik zu „SKI“. Bald zu anderen Themen mehr. So klingt die nackte Angst: die Musik zur „Serie Krimi International“ Ein Hörspiel ist nichts anderes als ein Film für die Ohren, von wenigen Unterschieden abgesehen fühlen sich beide Medien aus musikalischer Sicht sehr ähnlich an:
Read More Posted On Dezember 18, 2010By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, am letzten Adventssamstag lesen Sie in unserer erbaulichen Vorweihnachts-Ausgabe, wie Musik zu Krimis gemacht wird, im Radio, zum Beispiel. Der Musiker und Komponist Matthias Manzke lässt uns in seine Werkstatt schauen. Heute zum ersten, aber nicht zum letzten Mal. Unser Anarcho-Jurist Andus war diesmal mit dem Auto unterwegs. Bei dem Wetter! „Der ekelhafte Leichnam“, unser Ketten- und Fortsetzungsroman, steuert auf den gigantischen cliff hanger über die Feiertage zu – heute geschrieben von Juan Ramón Biedma, übersetzt von Dorothee Calvillo. Thomas Wörtche hat einer seiner Lieblingsbeschäftigungen gefrönt und in
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – Vergangenes Jahr begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten
Read More Superhelden – Mythen – Trikots – Ein XXL-Prachtband beschäftigt sich mit Superman & Co und mit dem Geschäft des Mythenmachens. Thomas Wörtche hat ein paar Assoziationen dazu … Als Prometheus den Adler, der ihm ein paar Ewigkeiten lang zugesetzt hatte, dann letztendlich wie ein gemeines Brathähnchen zubereitet seinen Freunden servierte (nachzulesen in André Gides „Prométhée mal enchaîné“), konnte man deswegen noch nicht davon ausgehen, dass „Mythen“ ab sofort nur noch ins Ästhetische – denn diese Pointe ist ästhetisch – entsorgt und so von den Modernen Zeiten erledigt worden wären. Au
Read More Verbrechen kennt keine Ideologie – „Wenn du auf die Welt kommst, greift ein Engel nach der Geige und spielt eine Melodie, nach der du dein Leben lang tanzen wirst. Immer dasselbe Lied. Bei deinen Geschäften, deinen Freunden, bei allem. […]. Der Geige des Engels entkommt keiner“ (S. 126). Zu allen Zeiten gibt es Verbrechen, in demokratischen Ländern genauso wie in sozialistischen oder in Diktaturen. Verbrecher finden immer und überall ihre Nische, arrangieren sich mit Polizei, Militär, Wirtschaftsbossen und Funktionären und scheren sich meist reichlich wenig um politische Ideologien oder ethische
Read More Bloody Chops – Heute choppen Henrike Heiland (HH), Frank Rumpel (rum) und Friedemann Sprenger (Frisp) Must-Have (HH) Doch, unbedingt. „Vatermord“ ist der sechste Fall für DCI Jordan und Profiler Hill, eignet sich aber auch für Quereinsteiger. Es geht um einen Serienkiller, um Jugendliche, die via soziale Netzwerke geködert werden, um politische Streitigkeiten – Revierpissen eigentlich – innerhalb der Bradforder Polizei. Jordan kämpft an allen Fronten, Hill darf diesmal nicht direkt am Fall mitmachen. Er wühlt dafür in seiner eigenen Vergangenheit rum, was an sich schon Stoff für ein Buch ist.
Read More Posted On Dezember 18, 2010By Thomas WoertcheIn Crimemag
Kickass – Bloody Splinters aus dem Branchenwahnsinn Wie intellektuell weit überlegen das SYNDIKAT allen anderen Geistern ist, die sich mühen, über Kriminalliteratur nachzudenken und zum Beispiel vernünftige Beschreibungen von Texten (oder so) zu liefern, sieht man daran, dass die ganzen komplizierten und komplexen Sachverhalte schon längst gelöst sind. Wenn Sie also Kriminalliteratur schreiben, finden Sie Halt und Orientierung an einem Fragebogen des SYNDIKATS zwecks Lesungsvorbereitung (und um natürlich eine falsche Zielgruppe zu vermeiden, weil Literatur nur funktioniert, wenn die Zielgruppe feinstens kalibriert ist, klar – denn es gibt keine schlechten
Read More Posted On Dezember 18, 2010By Die RedaktionIn Crimemag
Don’t take your guns to town von Johnny Cash: A young cowboy named Billy Joe Grew restless on the farm A boy filled with wanderlust Who really meant no harm He changed his clothes and shined his boots And combed his dark hair down And his mother cried as he walked out: „Don’t take your guns to town, son Leave your guns at home, Bill Don’t take your guns to town.“ He laughed and kissed his mom and said: „Your Billy Joe´s a man. I can shoot as quick and
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