Heute: Hand und Fuß – Die Wahrheit ist: Ich bin keine Dame. Meine Füße sind auch keine Dame, ich war noch nie bei einer Fußpflege. Gehen andere Frauen da regelmäßig hin? Und wenn ja, warum? Gehört sich das, für eine Dame? Für einen Herrn auch? Jaja, dachte ich mir. Am Abend vorher betrachte ich meine Füße eingehend. Schön ist anders. Aber sauber sind sie. Zehennägel natürlich selbst geschnitten, nicht lackiert, hier und da ein bisschen Hornhaut. Hoffentlich findet die Fußpflegerin meine Füße nicht schlimm, denke ich. Mein Mann sagt, ach
Read More Posted On Februar 2, 2011By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Schulz hat den Blues – Mit der Hagener Trilogie hat der 1957 bei Stade geborene Hamburger Autor Frank Schulz ein Meisterwerk der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur geschaffen. Wie kaum ein anderer vermag er gesprochene Sprache in all ihren regionalen und emotionalen Nuancen in Lettern zu gießen, tiefgründigen Witz mit menschlicher Tragik zu verknüpfen und hunderte von Seiten ohne Längen zu füllen. Von Frank Schorneck Als die 1991 mit „Kolks blonde Bräute“ begonnene Trilogie 2006 mit „Das Ouzo-Orakel“ ihr Ende fand, stellte sich die Frage, wie Schulz an dieses furiose Großwerk anschließen
Read More Formeln 1 bild / 100 worte Wir fahren also zu dieser Party, die aus sechs Menschen und Schnaps besteht, und entdecken dort auf einem offenen Laptop einen Essay über die Unmöglichkeit, die Theorie von Allem zu konstituieren, denn, wenn es die Theorie gäbe, wäre sie selbst nur Teil von Allem, ergo pars nihil toto. Der Verfasser hat ein Jahr am Formelbeweis gearbeitet und der Hund, dem er ihn widmet, ist tot. Es ist 0:25 in der Früh. Um uns ebbt die Party auf und ab, ab, ab, draußen steht die
Read More Posted On Februar 2, 2011By Christina MohrIn Musikmag
„Zum Glück treten die zu viert auf!“, stoßseufzte Freundin X. vor Christiane Rösingers Konzert in Frankfurt, und fügte hinzu: „Duos sind für mich gar keine richtigen Bands. Ich steh‘ auf eine komplette Besetzung – nur zwei Leute sind zu wenig. Auch die Pet Shop Boys und die White Stripes lassen mich echt kalt.“ Wie unterschiedlich die Geschmäcker doch sind – eure Kolumnistin findet minimalistische Zweiergespanne im Pop ja gerade deshalb interessant, weil eben nicht die klassische Rock-Besetzung Schlagzeug-Bass-Gitarre-Gesang dargeboten wird. Duos müssen sich was einfallen lassen und ja, es kommt
Read More Posted On Februar 2, 2011By Janine AndertIn Musikmag
Wer Musik als Untermalung zum Abwasch oder zum Teetrinken sucht, der ist mit dem Postrock von Codes In The Clouds gut bedient, meint Janine Andert.
Read More Posted On Februar 1, 2011By Die RedaktionIn Musikmag
Thomas Backs und Tobias Kirsch haben neue Platten gehört von Sarsaparilla, Bachar Mar-Khalifé und Saroos. Nie gehört, diese Namen? Dann wird's aber Zeit!
Read More Die literarische Woche 5 - 31. Januar bis 6. Februar 2011 - Eine Doku über Dylan Thomas; eine Lange Nacht über Thomas Bernhard, Kunst im Pappkarton, Du in Haiti.
Read More Comics sind klasse. Vor allem, wenn sie spannende Geschichten spannend erzählen und auch noch prächtige Schauwerte haben. Auch – oder gerade – wenn sie im Barock spielen, das man um Himmels willen nicht einfach so mit heute gleichsetzen kann. Thomas Wörtche hat Bilder angeschaut … Jeronimus – Nennen wir das Ding mal einen 3-teiligen historischen Psychoabenteuerthrillercomic mit allerlei kunst- und sozial- und geistesgeschichtlichen Unterböden. Man könnte es auch graphic novel nennen. Aber dieser Begriff ist in letzter Zeit zum Marketing-Speech für „kulturell besonders wertvoller Comic für die gebildeten Schichten, die
Read More Verehrtes CrimeMag-Publikum, wir verstehen, dass man manchmal lieber Bilderbücher anschaut, als zusammenhängende Texte zu lesen. Thomas Wörtche empfiehlt Ihnen deshalb einen prächtigen Comic: „Jeronimus“ von Dabitch & Pendanx. Viele Bücher hat Andus zu Weihnachten bekommen und trotzdem (oder deswegen) ruft er im neuen Brief an seine Felicitas zur hemmungslosen Lektüre von Kriminalromanen auf! Bei dem „Ekelhaften Leichnam“ handelt es sich zweifelsfrei um einen Kriminalroman, gar als Fortsetzungs- und Kettenroman inszeniert – heute Kapitel 10, von Sébastien Rutés verfasst, von Katharina Meyer übersetzt. Bill Moody, gleichzeitig Jazzdrummer und Kriminalautor von Rang,
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan
Read More Bill Moody ist Jazzprofi mit erheblichen Meriten und Kriminalschriftsteller von Rang. Seine Romane um den Jazzpianisten Evan Horne, der hin und wieder in kriminelle Malaisen rutscht, genießen Kult-Charakter. Für CrimeMag kümmert sich Bill Moody unregelmäßig regelmäßig um den riesigen Bereich Jazz’n Crime. Heute beschäftigt sich Bill Moody mit Jazz in Filmen, von denen viele ausgerechnet Kriminalfilme sind oder sonstige böse Dinge behandeln, auch wenn Bild & Ton nicht arg übereinstimmen oder andere krause Dinge passieren. Dig it! … What We Talk About When Jazz Goes to the Movies The 1958
Read More Bloody Chops – Heute angerichtet von Kirsten Reimers (KR), Frank Rumpel (rum) und Joachim Feldmann (JF). Was bleibt (KR) Frank Allcroft ist berühmt für seine schlechten Witze. Allabendlich moderiert er bei einem Lokalsender in Birmingham die Nachrichtensendung: ein Mann, der nicht in ein Loch in seinem Garten gefallen ist, landesweite Steak&Kidney-Pie-Wettbewerbe oder das neue Löschauto der Feuerwehr. Die schalen Kalauer, die Frank in seine Überleitungen einbaut, denkt er sich nicht etwa selbst aus, sondern er kauft sie beim ältlichen Witzeautor Cyril – allerdings nicht wegen deren Qualität, sondern weil Cyril
Read More Wir freuen uns, Ihnen wöchentlich Christopher G. Moores Views from Bangkok präsentieren zu dürfen. Moore hat wegen seiner großartigen Vincent-Calvino-Romane, die seinerzeit bei metro erschienen waren, in Deutschland immer noch eine große Fangemeinde, die mit neuem Stoff zu versorgen, uns Ehrensache ist. Hier geht es zu einer Übersicht der bisherigen Teile. Christopher G. Moore kommt heute übers Schreiben von Kriminalromanen aufs menschliche Gehirn zu sprechen, über Bienenschwärme auf Soziale Netzwerke und auf Chirurgen … Logisch, oder? Hive Workers who read and write while operating on patients I write about crime.
Read More An artist who lived in St. Ives Collected quaint African knives; But his children all thought, They were bought for their sport Out of eight only one now survives. (Arthur Glyn Prys-Jones zugeschrieben, ca. 1900)
Read More „Ich weiß nicht, warum alle denken, ich sei ein Genie …“ – Marina Durnowos Leben ereignisreich zu nennen, wäre wohl untertrieben. Von „mehrfach dem Tod entronnen“ bis „friedliches Alter“ stand eine Menge auf dem Programm. Literarischer Höhepunkt: die Ehe mit einem Genie. Von Gisela Trahms – Dreiundneunzig Jahre alt ist Marina Durnowo geworden und von Russland bis nach Venezuela gelangt. Geboren 1909, gestorben 2002 – jeder weiß, welche Schrecken diese Zeitspanne umfasst, besonders wenn man wie Marina im damaligen Leningrad groß wurde und bis 1942 dort lebte. Mit einem der
Read More Posted On Januar 26, 2011By Joerg von BilavskyIn Musikmag
Fieber und Wahn liegen oft nah beieinander. Ob man dem Wahn erliegt, hängt letztlich am Härtegrad der Infektion. Im Falle der hochgelobten Chansonnière ZAZ war bei vielen Kritikern die Fieberkurve Wochen und Monate zuvor dramatisch in die Höhe geschnellt. Jörg von Bilavsky prüfte den Hype beim Konzert in Berlin.
Read More Posted On Januar 26, 2011By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, willkommen zum heutigen Double-Feature von LitMag und MusikMag. „Es war einmal eine Krähe, die hatte vier Beine. Eigentlich hatte sie sogar fünf Beine, aber darüber lohnt nicht zu reden.“ Daniil Charms war ein großer Dichter, seine grotesken Texte, Theaterstücke, Briefe, Gedichte werden gerade in einer neuübersetzten Werkausgabe vom Berliner Galiani Verlag herausgebracht. Ebenfalls dort erschienen: Die Erinnerungen von Marina Durnowo, Daniil Charms zweiter Frau. Gisela Trahms hat „Mein Leben mit Daniil Charms“ gelesen. Ein gutes Beispiel für die große Kraft des Wissens: Kaum einer, der die Bücher der
Read More Jonathan Safran Foer, Karen Duve und ich – Letzten Donnerstag, 20. Januar, lasen Jonathan Safran Foer und Karen Duve gemeinsam im Berliner Postbahnhof, Isabel Bogdan war dabei und berichtet für CULTurMAG. Ich habe ein Drittel von Foers „Tiere essen“ übersetzt, und die Teile, die Brigitte Jakobeit und Ingo Herzke übersetzt haben, damals nur überflogen. Seitdem hatte ich nicht mehr reingeguckt, jetzt habe ich also das ganze Buch noch einmal gründlich gelesen. Und Karen Duves kürzlich erschienenes „Anständig essen“ auch gleich angefangen, denn wir Übersetzer waren eingeladen, nach der Lesung mit
Read More Posted On Januar 26, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
„Poesie … ist ein blinder König ohne Reich“ – Rolf Dieter Brinkmann ist ein Schriftsteller, der zeit seines kurzen Lebens versucht hat, die Grenzen der Literatur zu überschreiten und sich dabei nicht einordnen zu lassen. Der Rowohlt Verlag hat nun die frühen Gedichte „vorstellung meiner hände“ veröffentlicht. Von Karsten Herrmann Der 1940 in Vechta Geborene und 1975 bei einem Autounfall in London Verstorbene hat ein Werk hinterlassen, das von Lyrik, Prosa, Essays und einem Roman über experimentelle Hörspiele und Filme bis zu späten Collage-Bänden wie „Rom, Blicke“ reicht. Das lyrische
Read More Una signora – Am 22. Januar ist die Journalistin und ehemalige Präsidentin der Jüdischen Gemeinde Italiens im Alter von 91 Jahren gestorben. Ein Nachruf von Carl Wilhelm Macke. Jüngst hat Peter Kammerer, seit Jahrzehnten einer der besten Kenner Italiens, Berlusconi provozierend eine „Jahrhundertfigur“ genannt. Man zuckt kurz zusammen – und muss Kammerer recht geben. Moralisch und politisch zeichnet den italienischen Ministerpräsidenten nichts aus, was ihn zu einer Figur des Jahrhunderts machen würde. Seine, von der Mehrheit der wählenden Italiener ja auch mehrfach zustimmend bestätigte Art, Politik zu einer einzigen großen Ego-Show
Read More Die Zeit ist 65 geworden – ein Rentenbescheid – Neues aus dem täglichen Wahnsinn unserer Branche: Joachim Leser hat sich Die Zeit gekauft – und ärgert sich über die Vermischung von redaktionellen Inhalten und massiver Werbung für hauseigene Produkte. Ich hatte mich am Bahnhof Zürich für den Kauf der Zeit entschieden, wunderte mich zwar über das Titelthema („Die neue Lust an der Philosophie“), ließ mir dann aber die 7 Franken und 10 Rappen entlocken. Auch war ich neugierig auf die Seiten 31 und 32, die auf der Titelseite angekündigt wurden:
Read More Spirale 1 bild / 100 worte ORT: Japan. ZEIT: 100 Jahre her. ICH VERGESSE, sagt der Kritiker, DIE NAMEN DER FILME SOFORT, WAS MIR BLEIBT, IST DIE ERINNERUNG AN DIE GESTEN GROSSER SCHAUSPIELER, und weint, wenn er an den deutschen Darsteller von Othello denkt, welcher Cassio umarmt, als sei der Soldat Desdemona, die bleich und still in ihrem Blut liegt. Stumm, schwarzweiß. Wir dagegen: Stürzen uns in die Eingeweide des toten Mädchens und schwimmen durch das Auge der Spirale auf die andere Seite. ES GIBT SIE NICHT DIE „andere Seite“.
Read More iRead – Livestream make.tv Rocko Schamoni im Stream – Rocko Schamoni liest aus seinem neuen Roman „Tag der geschlossenen Tür“. Wer den Live-Stream verpasst hat, hier läuft die Aufzeichnung. Viel Vergnügen!
Read More Posted On Januar 26, 2011By Janine AndertIn Musikmag
Tu Fawning sind der neue Stern am Himmel melancholischer Traurigkeit. Hier brechen keine Herzen, nein, hier zerfließen sie. Das Debütalbum der Band aus Portland, Oregon besticht durch eine zeitlose Wehmut, die am Ende doch glücklich macht, findet Janine Andert.
Read More Posted On Januar 26, 2011By Christina MohrIn Musikmag
In ihrer Kolumne entdeckt Christina Mohr in dieser Woche ihr Herz für eine Band, die man meistens im Proll-Radio hört - und weigert sich, sich dafür zu schämen.
Read More Posted On Januar 26, 2011By Tobi KirschIn Musikmag
Fuzz-Gitarren und der nicht enden wollende Beat: Tobi Kirsch hat eine luxuriöse Zusammenstellung nigerianischen Afro-Rocks gehört. Ende? Anfang! – Das Label Soundway hat sich seit einiger Zeit einen ausgezeichneten Ruf in der Riege der “Digger”-Labels erarbeitet. Kontinuierlich erscheinen gut recherchierte Sammlungen mit Musik aus Gegenden, die in Europa und Nordamerika nicht sonderlich viel Beachtung erfahren. So auch diese Compilation mit dreiunddreißig Stücken, die aus Nigeria Anfang der 70er-Jahre stammen, als sich nach dem Ende des Bürgerkriegs im Land interessante Bands gründeten. Diese mitunter recht kurzlebigen Formationen nahmen die lokalen Einflüsse
Read More