Posted On Februar 19, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, Sie lesen heute einen Klassiker-Check von Dirk Schmidt – Dürrenmatt! „Der ekelhafte Leichnam“ geht in die elfte Runde – geschrieben von Carlos Salem, übersetzt von Annika Loose. Wir präsentieren Ihnen den 2. Teil von Frank Göhres David-Osborn-Porträt, dazu Bloody Chops von Henrike Heiland, Joachim Feldmann und Thomas Wörtche. Christopher G. Moore berichtet über Patronage und Korruption und unser Gedicht warnt vor übermäßiger Brutalität: Too much blood … In diesem Sinne wünscht Ihnen aus Berlin ein heiteres Wochenende Ihr CrimeMag-Team
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan
Read More Die Methoden des Machtkampfes Osborn im Klassiker-Check, Teil 2 – In diesem Frühjahr erscheinen in einer Neuauflage zwei lange vergriffene Klassiker amerikanischer Spannungsliteratur: James Dickey, Flussfahrt (280 Seite. 14 Euro. Seeling Verlag, Frankfurt) und David Osborn, Jagdzeit (272 Seiten. 10,95 Euro. Pendragon Verlag, Bielefeld). Beide Romane haben einen vergleichbaren Ausgangspunkt. Beide wurden Weltbestseller und beide wurden verfilmt – der eine mit Burt Reynolds, der andere mit Peter Fonda in der Hauptrolle. Der eine Film ist längst ein Klassiker, der andere ein weitgehend vergessenes B-Movie. Für sein Nachwort zu „Jagdzeit“ hat
Read More Bloody Chops – heute von Henrike Heiland (HH), Joachim Feldmann (JF) und Thomas Wörtche (TW) Porno und Elfen (HH) Per Mörner, Sohn des Pornoproduzenten Jerry Morner, hat ein altes Sommerhäuschen auf Öland geerbt. Vendela und ihr Mann, der Schriftsteller Max, haben eine neue Sommervilla gegenüber gekauft. Der 84-jährige Gerlof zieht sich ebenfalls auf die Insel zurück, weil er keine Lust hat, im Altersheim zu sterben. Noch kennen sie sich nicht, aber bald wird klar, wie eng ihre Leben miteinander verflochten und voneinander abhängig sind. Der Brandanschlag auf Pers Vater Jerry
Read More Views from Bangkok Heute berichtet Christopher G. Moore aus Bangkok über Patronage, oder wissen Sie ein schöneres Wort? Vor allem, wenn Sie in der Deutschlands Korruptionshaupstadt Berlin leben? Hier geht es zu einer Übersicht der bisherigen Teile. Rule of Law and the Patronage System Where are you going? Who are you going to see? Last time I was pulled over at the elevated highway tollbooth on my way to Chon Buri province outside of Bangkok, I was asked two questions: where was I going and who was I going to
Read More Too Much Blood (M. Jagger/K. Richards) I want to dance, I want to sing I want to bust up everything To make some love I want to dance, I want to sing I want to bust up everything And make some love I can feel it in the air Feel it up above Feel the tension everywhere There is too much blood Too much blood, well alright Everything you see On the movie screen is tame Everything’s gonna be arranged A friend of mine was this Japanese. He had a
Read More Heißer und kalter Kaffee – So sieht es also aus in einem kleinen und jungen Verlag für Literatur und Essay. Hier passt alles, was ich sehe, die Bücher, der Verleger, sein Fahrrad, der Schreibtisch, der Herd zum Kaffeekochen, auf gefühlte 40 Quadratmeter, aufgeteilt auf zwei Räume. Ich bin angekommen im 2. Wiener Bezirk beim Klever Verlag, der seit seiner Gründung 2008 im Souterrain, wie ein guter Club, einer größeren Wohnhausanlage beheimatet ist. Keine piekfeine Gegend hier, ein bisschen Rotlicht, ein bisschen ramschig, eben schön urban und lebendig. Ralph Klever macht
Read More Posted On Februar 16, 2011By Christina MohrIn Musikmag
„Crying at the Discotheque“ ist ein ziemlich schreckliches Lied aus dem Jahr 2000, mit dem die schwedische Band Alcazar einen ziemlich großen Welthit hatte. Wir leihen uns diesen Titel trotzdem aus, um auf das unauflösbare apollinisch-dionysische Dilemma des tanzenden Menschen zu verweisen: Die Disco ist der Ort des Rausches und der Entäußerung, des Körperkults und des Sexus, aber auch der Erkenntnis, Ernüchterung und Einsamkeit, kurz, des ganzen memento-mori-Dings.
Read More Posted On Februar 16, 2011By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, die neue Doppelausgabe von LitMagundMusikMag ist da und die Bandbreite ist rieeesig, wir sind selbst ganz erstaunt. Jede Menge Österreich: Senta Wagner besucht den jungen Klever Verlag in Wien und Bernhard Oberreither hat Dirk Stermanns Roman einer Entpiefkenisierung „Sechs Österreicher unter den ersten fünf“ gelesen. Dazu Südamerika: Friederike von Criegern stellt Ihnen den traurigen, aber gelungenen letzten „Lumpenroman“ von Roberto Bolaño vor. Und Italien: Carl Wilhlem Macke kommentiert die Massenproteste gegen die „Sultanisierung“ der politischen Kultur in Italien. Und natürlich Deutschland: Petra Vesper erklärt uns den Romantic Porn
Read More Mubarak, Ben Ali und jetzt Berlusconi? – Am Wochenende demonstrierten zehntausende Frauen (und Männer) in mehr als hundert Städten Italiens gegen das von Berlusconi vermittelte Frauenbild und das gesamte „System Berlusconi“. Ein Kommentar von Carl Wilhelm Macke. Jüngst hat Peter Kammerer, seit Jahrzehnten einer der besten Kenner Italiens, Berlusconi provozierend eine „Jahrhundertfigur“ genannt. Man zuckt bei dieser unerwarteten Etikettierung einer der fragwürdigsten Politiker unserer Tage kurz zusammen – und muss Kammerer dann aber recht geben. Moralisch und politisch zeichnet den italienischen Ministerpräsidenten aber auch gar nichts aus, was ihn zu
Read More Posted On Februar 16, 2011By Friederike von Criegern de GuinazuIn Bücher, Litmag
Kein Trost, nirgends –Roberto Bolaño widmet seinen letzten Roman über zwei Waisen seinen Kindern. Ein Trostbuch ist es nicht, es ist bitter und beklemmend – und lesenswert. Von Friederike von Criegern. Ein Mädchen und ein Junge verlieren ihre Eltern, von da an gibt es „keine Nacht mehr und alles [ist] ein Dauerzustand von Sonne und Licht. […] Sonne, Licht und berstende Fenster“. So setzt der „Lumpenroman“ ein, in dem das Mädchen Bianca erzählt, wie sie und ihr kleiner Bruder nach und nach aus dem bürgerlichen Leben fallen. Es ist das
Read More Posted On Februar 16, 2011By Bernhard OberreitherIn Bücher, Litmag
„Das“ Cola, bitteschön! Es gibt mehrere Methoden, die in Österreich lebenden Deutschen einzuteilen. Zum Beispiel in die, die die Bezeichnung „Piefke“ kennen, und in die, mit denen man so lange auf gutem Fuß bleibt, bis sie es rausgekriegt haben. Oder in die, die unsere Studienplätze vollsitzen (böse), und die, die bei uns Steuern zahlen und/oder Mozartkugeln kaufen (gut). Oder, und das scheint wohl das wichtigste Kriterium zu sein, in solche, die möglichst bald einen Deutschenstammtisch gründen, und solche, die das nicht tun. Darum, um diese letzte Unterscheidung, geht es in
Read More Frische Häppchen – Kurzrezensionen zu Ela Angerer, Willibald Sauerländer, Heinz Strunk, Arno Jaeger und Henning Ritter von Senta Wagner (sw), Tina Manske (tima) und Carl Wilhelm Macke (cwm). Auf allen vieren krabbeln (sw) – Das erste trashige Bändchen aus der Buchreihe Moderne Nerven des Czernin Verlags verspricht „Unterhaltung für Nachtmenschen, Szenekenner und Junggebliebene, Vielleser und Literatureinsteiger“. Nachtmenschen waren/sind wir alle, Szenekenner speziell der Szene Wien nicht unbedingt/ganz und gar nicht, Vielleser, aber ja, Literatureinsteiger, bitte? Kurz: Lektüre für Menschen mit modernen Nerven von eben solchen Menschen geschrieben. Den Irrsinn, Abstürze,
Read More Never Fuck Your Friends – Sophie Andresky schreibt erotische Literatur für Frauen (und Männer), die mehr ist als eine bloße Aneinanderreihung von „Szenen“: Sie verbindet Sex, Gefühl und einen tragfähigen Plot sehr gekonnt zu „Romantic Porn“, findet Petra Vesper. Zugegeben: Die Feststellung, ein Porno habe eine gute Handlung, erinnert ein wenig an das früher gern genutzte Alibi, man(n) kaufte den „Playboy“ allein wegen der Interviews. Doch die Zeiten, in denen jenes Magazin tatsächlich einen lesenswerten Textteil hatte, der mehr sein wollte als Beiwerk zu den Fotos, sind lange vorbei. Noch
Read More Levitation 1 bild / 100 worte Dieses Bild stammt aus Privatbesitz, nämlich unserem, und hängt über dem Sofa, ebenfalls unseres, und selten war einem Möbelstück wohler mit einem Bild. Wozu dient das Sofa sonst? Zum Sitzen und Liegen. – Wurden auf ihm schon Gören gezeugt? – Diese indiskrete Frage stellte uns der Dichter G. Grass. – Was interessiert Sie das, Hr. Grass? – Mich interessiert die Zukunft der Menschheit per se als Dichter und Denker. – Dann lautet die Antwort: Warum zum Henker auch nicht. – Großer Gott, und da
Read More Posted On Februar 16, 2011By Joerg von BilavskyIn Musikmag
Die White Lies wiederholen sich und entwickeln sich ein bisschen weiter, findet Jörg von Bilavsky.
Read More Posted On Februar 16, 2011By Janine AndertIn Musikmag
Unsere Autorin Janine Andert hat ihre Leidenschaft für die britische Band Esben and the Witch entdeckt. Begeistert stellt sie fest, dass der Dark Wave, der neuerdings „Nightmare Pop“ heißt, zurück ist und verzeiht dafür auch großzügig Texte, die höchstwahrscheinlich dem Gruftiemusikgenerator entspringen.
Read More Posted On Februar 16, 2011By Die RedaktionIn Musikmag
Thomas Backs und Tina Manske haben in dieser Woche Platten von Tusq, Thelma & Clyde sowie der kleinen großen Cesária Évora gehört...
Read More Posted On Februar 13, 2011By Die RedaktionIn Litmag
Die literarische Woche (7): 14. Februar – 20. Februar 20111 – „Feuchtwanger lebt!“: eine Dokumentation von Herbert Krill; Hugo Ball: Der magische Bischof der Avantgarde, Toni Morrison: zum 80. Geburtstag der amerikanischen Schriftstellerin. Und als Literaturzeitschrift der Woche: Neue Rundschau.
Read More Das monatliche Literaturrätsel - gewinnen Sie einen Buchpreis!
Read More Andrew Brown denkt ab heute unregelmäßig regelmäßig für CrimeMag über Themen aus Südafrika nach, die mit Kriminalität und Kriminalliteratur, mit Realitäten und Fiktionen zu tun haben. Wir freuen uns sehr, Andrew Brown zu den Autoren des CrimeMag zählen zu dürfen. A Lightness Of Writing (South African writing in 2011) We are seventeen years into our new democracy and much has changed in my beautiful country. A free press, an accountable police force, a Bill of Rights, poverty relief programmes, international sport, these were all unimaginable in the brutal place that
Read More Posted On Februar 12, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Verehrtes CrimeMag-Publikum, wir freuen uns sehr, heute den südafrikanischen Schriftsteller Andrew Brown als CrimeMag-Autor begrüßen zu dürfen. Er gibt uns in seinem ersten Text einen kompakten Überblick über literarische Entwicklungen in seinem Land. Frank Göhre hat sich mit David Osborn anlässlich einer Neuveröffentlichung von dessen Klassiker „Jagdzeit“ beschäftigt. Lesen Sie heute den ersten Teil. Carlos muss diesmal gar nicht in die Sphären der Fiktion weilen, die Realität ist bizarr genug. Deswegen heute ein echter Mail-Wechsel. Der elfte Teil unseres Ketten- und Fortsetzungsromans „Ein ekelhafter Leichnam“ fällt heute kurz und makaber
Read More Die Methoden des Machtkampfes – In diesem Frühjahr erscheinen in einer Neuauflage zwei lange vergriffene Klassiker amerikanischer Spannungsliteratur: James Dickey, Flussfahrt (280 Seiten, 14 Euro, Seeling Verlag, Frankfurt) und David Osborn, Jagdzeit (272 Seiten, 10,95 Euro, Pendragon Verlag, Bielefeld). Beide Romane haben einen vergleichbaren Ausgangspunkt. Beide wurden Weltbestseller und beide wurden verfilmt – der eine mit Burt Reynolds, der andere mit Peter Fonda in der Hauptrolle. Der eine Film ist längst ein Klassiker, der andere ein weitgehend vergessenes B-Movie. Für sein Nachwort zu „Jagdzeit“ hat sich Frank Göhre auf Spurensuche
Read More Carlos Life is stranger than fiction, sagt ein alter Spruch. Wohl wahr, sagt Carlo. Lesen Sie, warum… Der Himmel ist trüb, der Wind pfeift lausig, das Konto fremdelt – Zeit für Selbstmitleid. Es ist hart das Autorenleben. Zum Beweis im Folgenden ein echter Mailwechsel, Namen, Zeiten, Orte sind geändert, sonst nichts. Einzig allein ein bisschen fettformatiertes Hervorheben habe ich mir erlaubt… Hallo Herr Schäfer, ich habe den Eindruck, Fred Bunker ist mal wieder im Ausland. Da Sie mit ihm gemeinsam während des 11. Schwurbkrimifestivals am Hungerturm lesen, wende ich mich
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan
Read More Vom Polizeireporter zum Aktivisten gegen Menschenhandel – Jake Adelsteins bahnbrechendes Buch über die Yakuza gibt es jetzt endlich auf Deutsch. Susanna Mende hat es gelesen. Der amerikanische Journalist Jake Adelstein war von 1992 bis 2005 bei der auflagenstärksten Tageszeitung Japans, der Yomiuri Shimbun, als Polizeireporter tätig. Vielleicht wäre es korrekter zu sagen, seine Tätigkeit bei der Yomiuri Shimbun hat aus ihm einen mit allen Wassern gewaschenen Journalisten gemacht, dessen Kompromisslosigkeit ihn schließlich mit einem Anführer einer der zweiundzwanzig offiziell anerkannten Yakuza-Gruppen in Japan 2004 in einen lebensbedrohliche Konflikt bringt, als
Read More