Die Literarische Woche diesmal u.a. mit Hunter S. Thompsons „Angst und Schrecken in Las Vegas“, Kirschen für Alfred Andersch, eine Radioparty für Georges Perec, ein Gespräch mit Thomas Hürlimann und als Literaturzeitschrift der Woche: Schreibtheft Nr. 76
Read More Über Jake Adelstein haben wir hier und hier berichtet, jetzt schreibt er exklusiv für CrimeMag über sein Thema, die mythenträchtige Yakuza, ganz ohne faule Mythen. Lesen Sie heute Teil 1. The Yakuza: No Longer Welcome in Japan By Jake Adelstein The Japanese Police Crackdown – The yakuza, the 80,000 gangsters that make up the Japanese mafia are no longer welcome in Japan. The days when they made hundreds of millions, running construction firms, collecting protection money, making real estate deals, extorting companies and blackmailing civilians are fading away slowly. In
Read More Posted On Februar 26, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Verehrtes CrimeMag-Publikum, wir sind stolz, Ihnen heute den ersten Teil einer Reportage über den Niedergang der japanischen Yakuza exklusiv anbieten zu können. Verfasst von Jake Adelstein, der Kapazität für das Thema! Carlos erklärt, was es mit Pforzheim, einem dicken Mann und einer wunderlichen Anthologie auf sich hat. Das 13. Kapitel unseres „Ekelhaften Leichnams“ stammt von dem argentischen Autor Guillermo Orsi, übersetzt von Dorothee Calvillo. Peter Münder kümmert sich um reale Spione und Spion-Theorie. Thomas Wörtche hat einen angeblichen Schauerroman von Stefan Kiesbye gelesen und sich arg gegruselt. Bloody Chops wurden
Read More Carlos, der dicke Mann, Pforzheim und eine dolle Delta-Anthologie – sind Sie selbst erschüttert… Ich habe gestern Abend einen Mann gesehen, der in der Gaststätte Essighaus, Heidelberg-Altstadt, folgende Mahlzeit zu sich nahm: Zunächst die Tagessuppe – gestern war es Erbsensuppe – diese aber veredelte der ältere Herr sich mit einem guten Viertelliter Maggi sowie Unmengen von Parmesankäse. Beides, Maggi und Hartkäse nahm er sich selbstverständlich, ja selbstbewusst, seitens des Personals gebilligt, wenn nicht gar dazu ermuntert, vom Tresen. Nun bin ich in jenem Lokal seit geschlagenen 37 Jahren – kann
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist… Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan und
Read More Get Your Kicks In The MFS – Überwachen, kontrollieren, bespitzeln – und das rund um die Uhr. Das ist die Aufgabe der mit gigantischen Mitteln ausgerüsteten Geheimdienste, die dann doch alles verpatzen und verpennen, wie wir gerade am Beispiel Tunesien und Ägypten erleben konnten, wo niemand die massiven Protestbewegungen vorhergesehen hatte. So war es eigentlich schon immer, nicht nur bei der CIA oder beim britischen Auslandsdienst MI6. Auch wer für den BND oder die Stasi als Spion im Einsatz war, kann ein hübsches Potpourri an Pleiten, Pech und Pannen präsentieren,
Read More Schaurig, schaurig… Huuubuuu, auf´m Dorf geht´s ab. Mord und Unzucht, Leichenberge …. Thomas Wörtche hat sich schwer geschaudert… Am Anfang pisst eine Frau auf das Grab einer frisch verstorbenen Jugendfreundin. Das ist nicht nett und ein klein bisschen drastisch. Ein Hingucker auf jeden Fall. Damit beginnt der Roman „Hemmersmoor“ von Stefan Kiesbye, der laut Paratext (hier: Klappentext) ein „Schauerroman“ sein soll. Mit Paratexten will man Rezeptionen vorgeben, was allerdings nur bei einem arg naiven Publikum funktioniert, wenn Paratext und Text derart erstaunlich inkongruent sind. In „Hemmersmoor“ passieren auf schmalen 206
Read More Bloody Chops, frisch & dampfend, heute von Joachim Feldmann (JF) und Thomas Wörtche (TW) Ein Zissemännchen der Spannungsliteratur – (JF) Freunde der literarischen Leichenschnippelei kommen in Simon Becketts viertem Roman um den „forensischen Anthropologen“ Dr. David Hunter kaum auf ihre Kosten. Nur einmal darf der geniale Erforscher der „Chemie des Todes“ seine Expertise unter Beweis stellen. Aber ausgerechnet diesen kleinen Triumph gönnt ihm der ebenfalls bei der Ausgrabung eines Mordopfers im schauerlichen Dartmoor anwesende „forensische Archäologe“ nicht. Ja, man wundert sich, wer heutzutage alles im Dienste kriminalistischer Ermittlungen tätig wird.
Read More Views from Bangkok Kriminalität funktioniert unterschiedlich, in manchen Kulturen. Allerdings auch nur manche Kriminalität. Christopher G. Moore diffenziert… Hier geht es zu einer Übersicht der bisherigen Teile. The Fear Factor inside a Thai Restaurant: Corporate Culture Bias and Criminal Conduct A Thai living in Boulder, Colorado was sent to jail for one year and a day for various criminal violations connected with his restaurant business. He was released on one million dollar bail and told to report to prison in 15 days. It wasn’t one law that he broke in
Read More Posted On Februar 26, 2011By Die RedaktionIn Crimemag
Ein Sonett von Luis de Góngora DER MUND, DER SÜSS ZU SCHLÜRFEN muss verführen Den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt, Den Neid um Jupiters Getränk gar stillt, mag´s ihm, von Ganymed kredenzt, gebühren, An, wollt liebend leben, dürft ihr nicht rühren; In Lippen, die Versuchung farbig schwillt, Sitzt Amor, der mit Gift die Waffe füllt: In Blüten ist die Schlange nicht zu spüren. Euch täuschen Rosen nicht, sagt ihr, euch schien, Dass Blütenstaub und Duft sind nur Genuss, Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine; Nicht Rosen, Äpfel sind´s des
Read More Natalia und Olga – CULTurMAG goes Reality TV! Wir haben uns jetzt einen eigenen Kanal besorgt[i]. Anlass dafür sind zwei herausragende Talente, die wir neulich auf einer Party abseits der Berlinale kennengelernt haben, nennen wir sie Natalia und Olga. So heißen sie auch. Sie werden in den kommenden Wochen und Monaten aus ihrem Leben und von ihrem Streben berichten. Schieb ab, Paris Hilton, unsere Briefe hast du nicht beantwortet, jetzt sind wir nicht mehr interessiert.[ii] Weil wir Olga haben. Und Natalia. Die heißen wirklich so. Und sie haben einen Traum:
Read More Unter unserer Würde – Carl Wilhelm Macke über den schamlosen Beutezug des Gel-Barons zu Guttenberg durch das geistige Eigentum anderer. Wenn man in den sechziger, siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts seinen konservativen Onkel (Oberstudienrat, früher NS-Lehrerbund, dann CDU-Wähler) mal so richtig ärgern wollte, dann erwähnte man die „Universität Bremen“. Sofort krachte es dann los: „Rote Zelle‚ Kommunistenpack, Kaderschmiede statt akademische Ausbildung, linke Professoren“ usw., bis die Stimme sich überschlug. Für den Untergang des Abendlands (sprich die Sozialdemokraten um Willy Brandt an der Regierung in Bonn, die Gesamtschulen in Hessen und die Kinderläden
Read More Posted On Februar 23, 2011By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, willkommen zur Doppelausgabe von LitMag und MusikMag! „CULTurMAG? … sind das nicht die, die „Natalia und Olga“ entdeckt haben?“, wird es dereinst über uns heißen. Aber das wird uns ganz egal sein, denn neben den beiden Glamour-Girls sieht jeder blass aus. Wir haben das Duo interviewt und werden die Mädels auf ihrem steilen Weg nach ganz oben begleiten (mitzuverfolgen auf unserem neuen Youtube-Kanal). Außerdem: Carl Wilhelm Macke kommentiert den schamlosen Beutezug des Gel-Barons zu Guttenberg durch das geistige Eigentum anderer; Kerstin Carlstedt ist beeindruckt von der Vorstellungskraft, mit
Read More Posted On Februar 23, 2011By Christina MohrIn Musikmag
Die in den USA geborene Künstlerin Danielle de Picciotto und Einstürzende Neubauten-Bassist Alexander Hacke sind schon einzeln betrachtet in punkto Arbeitspensum und Kreativität schwer zu übertreffen. Hacke fungierte zum Beispiel als Fremdenführer und Hauptfigur in Fatih Akins Film über Istanbul, „Crossing the Bridge“, er komponiert Filmmusik, produziert verschiedene Künstler und veröffentlicht Soloplatten wie zuletzt die EP „Doomed“ (2009). Seine Gattin Danielle de Picciotto spielte einst in der Band Space Cowboys, begründete die „Love Parade“ mit, ist Teil von Gudrun Guts „Ocean Club“ und ist vor allem eine renommierte Malerin und
Read More Posted On Februar 23, 2011By Kerstin CarlstedtIn Bücher, Litmag
Beeindruckende Vorstellungskraft – Selten war es nachteilig, als Schriftstellerin gut auszusehen. Im Gegenteil. Wie bei Opernsängerinnen, bei denen früher nur die Stimme zählte, ist es heute auch für den Erfolg im Literaturbetrieb immer wichtiger, dass Newcomerinnen schön anzusehen sind. Oder wäre Zoe Jennys „Blütenstaubzimmer“ so wohlwollend besprochen worden, wäre sie nicht dieses ätherische, elfengleiche Scheidungsmädchen gewesen? Und wäre das Kurzgeschichtendebüt „Sommerhaus, später“ von Judith Hermann genauso zahlreich über den Ladentisch gewandert, wäre die Autorin nicht ausgesprochen vorteilhaft auf Klappentext- und Katalogbildern abgebildet worden? Bei Nicole Krauss hingegen ist es wohl
Read More Im Musical – Isabel Bogdan begibt sich für CULTurMAG ins Handgemenge mit den Dingen – diesmal wagt sie sich ins Musicalzelt. Also, Ihr coolen Musikchecker, macht Euch locker und seid nicht so arrogant: Isabel war bei CATS – und ihr hat’s sogar gefallen … Zu den vielen Dingen auf der Welt, die mir egal sind, gehören Katzen. Und Musicals. Da liegt es natürlich nahe, mir „Cats“ anzusehen. Zumal das eine der ersten Schallplatten war, die ich mir selbst gekauft habe, irgendwann Mitte der Achtziger. Sie lief damals dauernd, ich kann
Read More Posted On Februar 23, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Quälende Chronik einer scheiternden Liebe – Mit „die letzten schönen Tage“ serviert Helmut Krausser seinen Lesern ein seltsames literarisches Mahl – es ist weder feurig-würzig, noch raffiniert-opulent, geschweige denn süß und verlockend. Es ist eher zäh und trocken und schwer zu schlucken – und gleicht damit dem Leben und der Liebe in diesem Roman. Von Karsten Herrmann Im Zentrum des Buches steht Serge, ein zwanghafter, grundsätzlich pessimistischer und tendenziell hämisch-menschenverachtender Werbetexter in den Dreißigern, der an einen von Houellebecqs Antihelden erinnert. In dem von einem Jahrhundertwinter heimgesuchten eiskalten Berlin soll
Read More Posted On Februar 23, 2011By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Der Staub der Glasmurmeln – Allein für den Titel kann man das Debüt von Carolina Schutti lieben. Ihrem Roman stellt sie zwei Betrachtungen voran: Zum einen beschreibt sie, wie enttäuschend der Blick auf den feinen Staub von zertretenen Glasmurmeln sein kann, die das Geheimnis ihres Innenlebens nicht preisgeben; zum anderen beschreibt sie, dass, wer getragen wird, keine Glasmurmeln zertritt: „Wer getragen wird, hat einen Träger.“ Der Wunsch nach einem Träger, nach jemandem, der vor Verletzungen schützt und Verantwortung übernimmt, scheint auch Anna zu erfüllen. Nur scheinbar ist die 18-Jährige selbständig,
Read More Große Gefühle – Das Schweizer Edelmagazin Du widmet sich der Weltverbesserung. Von Carl Wilhelm Macke. Eine Zeitschrift wie das Schweizer Kulturmagazin Du bedarf keiner besonderen Werbung. Seit Jahrzehnten erwartet die Leser hier Print- und Fotojournalismus auf allerhöchstem Niveau. Unterbrochen wird der journalistische Teil der Zeitschrift nur hin und wieder durch großflächige Werbeseiten Schweizer Luxusuhren und weltweit bekannter (und berüchtigter) Schweizer Banken. Letzteres ist besonders pikant in dem Heft von Januar/Februar 2011, das sich dem Themenschwerpunkt „Humanitäre Organisationen“ widmet. Helfen doch viele der weltweit arbeitenden Non Government Organisations gerade in Ländern,
Read More Kryptomnesie 1 bild / 100 worte Nietzsche hatte sie, R. L. Stevenson hatte sie, und jetzt wurde offenbar Guttenberg Jr.s Doktorarbeit davon befallen: Kryptomnesie. Die gutartige Hirnstörung gibt dem Betroffenen ein, Texte fremder Genies seien von ihm selbst. Als Verteidigung rechtlich unhaltbar, auch sonst schwierig: Ein Hirnkranker an der Spitze unserer Streitkräfte? Aber keine Sorge! Seine Doktorarbeit hat nicht Guttenberg selbst geschrieben, sondern sein guter Kumpel und Gefangener auf Schloss Guttenberg SUPERMAN, alias Clark Kent. Karl-Theodor hatte damals keine Zeit. Der außerirdische Überflieger wiederum wurde gefügig gemacht durch Kryptonit im
Read More Posted On Februar 23, 2011By Thomas BacksIn Musikmag
Lounge Hits 2011 – Gruff Rhys war zuletzt als Gastsänger sehr gefragt, unter anderem auf Alben von Simian Mobile Disco, Gorillaz und Danger Mouse and Sparklehorse. Thomas Backs ist begeistert von seinem dritten Solo-Werk „Hotel Shampoo“ und hört darin einen heißen Anwärter für die Jahresbestenlisten 2011. Bereits seit 1995 ist Gruff Rhys als Musiker Gast in den Hotels dieser Welt. Mit den Super Furry Animals und solo hat der Waliser seitdem zwölf Studio-Alben veröffentlicht, das Konzeptalbum „Stainless Style“ seines Elektro-Duos Neon Neon eingerechnet. Das dritte und bisher beste Solo-Werk legt
Read More Posted On Februar 23, 2011By Tina ManskeIn Musikmag
Was für eine Freude, dass gerade viele neue Alben von großen Bands aus UK erscheinen, z. B. die von Radiohead, The Streets, Mogwai und Seefeel. Tina Manske hat sie sich angehört.
Read More Posted On Februar 23, 2011By Joerg von BilavskyIn Musikmag
Nifty’s schicken den Klezmer auf Achterbahnfahrt, und Jörg von Bilavsky steigt unerschrocken ein.
Read More Die Oberfläche des Spiegels Der Stil so mittelmäßig wie der Held – Die Geschichte eines gescheiterten jungen Mannes Ein kleines Nest im Süden. Nebensaison. Bis auf die Gäste einer Versicherungstagung befinden sich keine Fremden im Ort. Julian, ein junger Tagungsteilnehmer, ignoriert die einheimische Warnung vor gefährlichen Strömungen und nutzt die Mittagspause, um im angrenzenden See schwimmen zu gehen. Gedankenverloren lässt er sich treiben und kommt vom Ufer ab. Er gerät in Panik, verliert das Bewusstsein, erwacht erschöpft an einem Ufer liegend, ohne zu wissen, wie er sich hat retten können.
Read More Posted On Februar 20, 2011By Joachim LeserIn Litmag
Dokumentationen über Erich Loest und Oskar Maria Graf, drei junge dänische Lyriker im Porträt, absolute Poesie von Wayne Rooney.
Read More Friedrich Dürrenmatt: Der Verdacht –Dirk Schmidt, Anfang 2011 – mitten in den Jubilarien. Im Januar: Runtergefallen. Vom Regal auf den Boden. Beim Aufräumen des Arbeitszimmers. Um es spannender zu machen, sagen wir mal, von selbst. Also nicht, weil eine tektonische Ruhrgebietsschwingung in dem typischen Nachkriegshaus es in Bewegung brachte, sondern weil das ins Bräunliche angelaufene Papier nach so vielen Jahren der Einsamkeit einer Berührung bedurfte? Lassen wir diese Frage unbeantwortet und gehen weiteren nach. Muss man, nachdem man sich ins Kreuz bückt, um ein gefallenes Buch aufzuheben, es auch gleich
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