Aleks Scholz ist Autor und Astronom. In seiner Kolumne „Lichtjahre später“ erklärt er uns regelmäßig alles, was wir wissen müssen: über Zeit und Raum, Sterne und Planeten, enorme Entfernungen, riesige Größen – und all die anderen rätselhaften Dinge, die es bei der Beschäftigung mit dem Weltraum zu entdecken gibt. Heute: Wozu brauchen wir das Kälteschwein? Menschen haben immer an den Himmel gesehen, aus Gründen, die sich flexibel den Anforderungen der jeweiligen Zeit anpassten. Die einen benutzten Sonne, Mond und Sterne zum Navigieren über den Ozean. Sie stellten sich „Häuser“ am
Read More Sachertorte im Benedikt oder alles unter einen Hut gebracht – Ein Doppelporträt des Verlegers und Schriftstellers Martin Kolozs. Von Senta Wagner Einmal Sachertorte, bitte! Das Treffen mit Martin Kolozs im Caféhaus Benedikt in Wien Ende 2012 ist quasi ein Treffen mit zweimal dem gleichen Herrn. Verleger verlegen Bücher, schreiben sie aber eher selten selbst. Der 34-Jährige macht genau das seit vielen Jahren: Er ist Verleger und Schriftsteller (und Journalist und mehr) und beides bringt er, so macht er den Eindruck, mühelos unter einen Hut. Das eine ist ihm so lieb
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Ein Roman wie ein Hefeteig Serhij Zhadan ist neben Juri Andruchowitsch einer der profiliertesten jungen Autoren in der Ukraine. Der 1974 in Starobilsk geborene Autor fängt in seinen Gedichten, Erzählungen und Romanen das Lebensgefühl einer sich im Übergang zwischen bürokratischem Sozialismus und entfesseltem Kapitalismus befindlichen Gesellschaft ein und zeigt ein Land, in dem sich die Einflüsse von West und Ost kreuzen, vermischen und beharken. Von Karsten Herrmann Im Zentrum von Zhadans neuem Roman „Die Erfindung des Jazz im Donbass“ steht der junge Hermann, der als PR-Referent einer Partei in Charkiw
Read More Vier neue Bücher zu Kunst und Mode, besprochen von Christina Mohr. Fehler is King „Fehler is King“, heißt es bei Knarf Rellöm Trinity und meint, dass aus Perfektionismus keine Kunst, sondern Langeweile entsteht. Und was Knarf für Popmusik statuiert, kann auch auf die Bildende Kunst übertragen werden: perfekte Kunstwerke sind schön, aber auch tendenziell uninteressant. Spannung entsteht durch Reibung – respektive Fehler, Ungereimtheiten, einem zu lang gemalten Hals oder unmögliche Perspektiven. Der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann hat in dem Band „Das sieht doch keine Sau…“ Kunstwerke aus verschiedenen Epochen zusammengetragen,
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag
Jede Woche Licht – All dein Glück wie nie gewesen, die Tage kurz und nebelschwer, Ich spreiz die schmalen Hände weit Und fass das Paradies. Was soll denn das sein? Ein Gedicht? Nein. Was dann? Fliegende Wörter. ? Ein synergetisches Versmeeting. ? Ein Treffen illustrer Geister. ? Na, rate doch mal, von wem ist die erste Zeile? Eichendorff. Später. Benn. Fast. Der von „Die schönsten Verse der Menschen … sind die Gottfried Bennschen“? Genau. Wie hieß der noch mal? Wohnte in Hamburg. Ah ja. Und die beiden letzten Verse? Eine
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Ein Wunder-Werk Der literarische Opernbegleiter zur „Zauberflöte“, vorgestellt von Wolfram Schütte. Eine Kindheit oder Jugend, in der Bekanntschaft mit „Der Zauberflöte“ gemacht worden war, kann nicht ganz unglücklich gewesen sein. Mozarts vorletzte Oper dürfte – trotz des grandiosen, dramatischeren „Don Giovanni“ – doch die „Oper aller Opern“ sein, weil sie die ganze ästhetische, intellektuelle & emotionale Spannweite des Genres umfasst & märchenhaft sowohl für Kinder wie Erwachsene beglückend & genießbar ist. Der Ägyptologe Jan Assmann, der jetzt einen hübschen Manesse-Band als „Literarischen Opernbegleiter“ der „Zauberflöte“ herausgegeben hat, stellt das einzigartige
Read More Mit feinem Gespür für Beziehungsfäden Wie sehr das tägliche Vorbeipendeln an einem heruntergekommenen Londoner Campingwagen inspirieren kann, hat Andreas Martin Widmann mit seinem Romandebüt „Die Glücksparade“ (zur CM-Rezension hier) bewiesen. Der promovierte Literaturwissenschaftler und Robert-Gernhardt-Preisträger von 2010 hat mindestens eine Gemeinsamkeit mit seinem Protagonisten Simon: Er redet nicht gern über ungelegte Eier. Wortreich und wohlüberlegt äußert sich Widmann jedoch über das, was gewesen ist – über die Entstehungsgeschichte seiner Coming of age-Story und die eigene professionelle Entwicklung. Gerade wurde bekannt, dass Widmann für sein Debüt mit dem mit 15 000
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Litmag
Begräbnis erster Klasse Das dicke, etwa ein Kilo schwere Buch versammelt Reportagen und sonstige Artikel, die Hunter S. Thompson für das gleichnamige Magazin geschrieben hat. Als Bettlektüre eignet es sich nicht, eher zur Dekoration auf dem Kaffeetisch. Von Joachim Feldmann Allerdings ist es auch zweifelhaft, ob es überhaupt zur Lektüre gedacht ist. Aber vielleicht gibt es ja tatsächlich hierzulande jemanden, der nur darauf brennt, sich einige hundert Seiten intimer Berichterstattung über den US-Präsidentschaftswahlkampf 1972 einzuverleiben. Für diejenigen, die sich nicht mehr erinnern oder schlicht zu jung sind: Gegenüber standen sich
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Tillmann ReikIn Bücher, Litmag
Das (selbst-)gerechte (Nicht-)Juden-(Nicht-)Spiel „Der Hauptunterschied, wenn man den alten Geschichten glauben kann, bestand darin, dass Gott nicht mehr seine eigene Faust im Kampf erhob.“ Wenn Nathan Englander sich in seinem jüngsten Erzählband, dem der vielbeachtete Roman „Das Ministerium für besondere Fälle“ vorausging, erneut – wie bereits im prämierten Erstlingswerk „Zur Linderung unerträglichen Verlangens“ – den short stories zuwendet, kann man staunend beobachten, dass sich das zwischen zwei Isaacs, Singer und Babel, stilistisch zu verortende Talent des Autors weiter verfeinert hat. Welches nunmehr von einer Weisheit zeugt, die weniger dem Lessingschen
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Rembrandt: „Rembrandt mit Saskia in der Rolle des verlorenen Sohnes”. (Alle Folgen hier). Dreiundzwanzigste Ausfahrt Die Kunstpostkarte aus meinem Sammlerleben, die mir diese Woche das Prinzip der Dezimierung beschert hat, ist den Augen keine Freude gewesen, trotz des einschüchternd großen
Read More Weihnachtlicher Merzgesang 1 bild / 100 worte Kommt Zeit, kommt Segen mit Rumpunsch und Regen, und Buden, an denen die Pappengel kleben, die Schuhe geputzt, die Bärte montiert, die ganze Nacht über die Säge poliert, am Morgen im Ofen das Kleinvieh gebackt, Scheite und Silben und Sterne zerhackt und an der Nordmanntanne hängen: Drei Kugeln und eine Troddel, eine Muschel, eine Kordel, und neun Superhelden im Abflug-Modus. Am Firmament zeigt die Ente den Weg. Ihr Schafe und Hirten, Kuh König und Ochs, Trinker und Wirte, machet auf das Tor, die
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Kerzen verboten – Aus gegebenem Anlass: Zehn Gebote für das Rezitieren von Gedichten. Von Carl Wilhelm Macke. 1. Während der Lesung eines Gedichts ist aus feuerpolizeilichen und versicherungsrechtlichen Gründen das Anzünden von Kerzen strengstens untersagt. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe von mindestens 100,00 Euro/ Kerze bestraft, die an einen Gedichte edierenden Kleinverlag zu überweisen sind. Ausnahmen können auf Antrag gestattet werden (z.B. an betrieblichen Weihnachtsfeiern oder Werbeveranstaltungen von Unternehmen der wachsverarbeitenden Industrie). 2. Vor, während und nach der Rezitation sind Gitarren-, Blockflöten und Harfenklänge strengstens untersagt. Wird dieser Anweisung nicht
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Christina MohrIn Musikmag
In dieser Woche unterhält sich Christina Mohr mit Chris Frantz vom Tom Tom Club über seine neue EP und liest David Byrnes Buch über Musik.
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Julian KlosikIn Musikmag
Für die letzte Ausgabe des Jahres stellt Julian Klosik ausführlich das seines Erachtens beste und wichtigste Reggae-Album des Jahres vor.
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Christina MohrIn Musikmag
Christina Mohr hatte mit Klassik bisher nicht so viel am Hut - gut, dass jetzt mit Poppy Ackroyd und Julia Holter gleich zwei Musikerinnen den Spagat zwischen Pop und Klassik wagen und damit Berührungsängste abbauen.
Read More Posted On Dezember 19, 2012By Die RedaktionIn Musikmag
Neue und nicht mehr so neue Platten von und mit Textor und Massive Attack, gehört von Tina Manske (TM) und Christina Mohr (MO).
Read More Weltall: 0, Mensch: 1 1 bild / 100 worte Klangkulisse: Tropfen auf Gießkanne (liegend auf Außenbalkon), Sirenen (weit entfernt), Reifensingen (diverse Straßen), Stuhlknacken (Küche), Spannungsmusik (Wallander), „Für wen halten Sie sich eigentlich?“ (Kellnerin zu Wallander), minimales Heizungsbrummen (Stufe 3), Tastenklappern (klar), Ohrenrauschen, Puls… Archivmaterial denkendes Schilfrohr Mensch. Den Pascal über das Weltall stellt (denn das Weltall weiß von seiner Überlegenheit nichts): „Nicht im Raum muss ich meine Würde suchen, sondern in der Ordnung meines Denkens. Ich werde keinen Vorteil davon haben, wenn ich Grund und Boden besitze. Durch den Raum
Read More Zeit der krimifreien Themen – „Das himmlische Kind“ heißt der neue Roman von Heinrich Steinfest, aber noch mehr als seine anderen Bücher verweigert sich das Buch jeder Rubrik. Frank Rumpel hat sich für seine Besprechung mit Heinrich Steinfest unterhalten. Verwundert die Augen reiben werden sich nach der Lektüre des neuen Romans von Heinrich Steinfest wohl manche, die da beherzt ins Regal griffen und sich auch vom etwas lieblichen Titel „Das himmlische Kind“ nicht abschrecken ließen. Der Mann ist schließlich in der Lage, aus nahezu beliebigen Ingredienzien fantastische Geschichten zu Papier
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, der neue Roman von Heinrich Steinfest („Das himmlische Kind“) war der Anlass für Frank Rumpel, sich über das Verhältnis des Schriftstellers zum Kriminalroman an und für sich kundig zu machen. Carlos entdeckt, wie pragmatisch und effizient ganz große Kunst zu machen ist. Thomas Wörtche hat „Snapshot“ von Craig Robertson gelesen und kommt nicht umhin, auch ein paar Worte zu dem wichtigen mexikanischen Fotografen Enrique Metinides zu sagen. Henrike Heiland hat Stuart Nevilles neuen Roman „Blutige Fehde“ für Sie rezensiert. CM-Mitarbeiterin Anne Kuhlmeyer bespricht den Roman „Love@Miriam“ von CM-Mitarbeiterin
Read More Carlos entdeckt die Freuden gnadenloser Effizienz und warum weniger oft mehr ist. Viel mehr. Ich habe festgestellt, dass ich umso mehr gelobt werde, umso kürzer meine Texte ausfallen. Demnach triumphierte ich vielleicht sogar, wenn ich gar nichts schriebe? Nur – wie kann man im Gesichtsbuch etwas mögen, das gar nicht da ist? Fragen über Fragen. FRAGEN ÜBER FRAGEN Ein Ultrakurzkrimi von Carlo Schäfer mit künstlerischem Anspruch und Lokalkolorit „Du!“ Das Wort hallte schneidend von den südbadischen Sichtbetonwänden bellend in mein Ohr. „Dich!“, sagte ich, „habe ich getötet, der ich dich
Read More Desaster und Fotos – Craig Robertsons Roman „Snapshot“ erzählt vom Fotografieren von Leichen und Katastrophen, als ob es um die im Bild festgehaltenen Tragödien von Enrique Metinides ginge. Eine Rezension mit einem Exkurs von Thomas Wörtche. Es zieht sich durch die Zeiten – das Bedürfnis der Menschen, Elend, Gräuel und Tod wirklichkeitsgetreu im Bild festzuhalten und irgendwo noch eine ästhetische Dimension darin zu suchen. Das geht von Jacques Callots Stichen aus dem Dreißigjährigen Krieg, Goyas „Desastros de la Guerra“ über die in ihrer ikonographischen Wirkung nicht zu überschätzenden s/w-Fotos des
Read More The Troubles, reloaded – Stuart Nevilles Debüt „Die Schatten von Belfast“ wurde international gefeiert. Nun liegt der zweite Roman vor, bekanntermaßen die große Hürde für jeden Schriftsteller. Henrike Heiland hat gelesen. DI Jack Lennon, nach einer Strafversetzung wieder zurück bei der Mordkommission, hat den dringenden Verdacht, einer großen Sache auf der Spur zu sein: Lennon ist sich sicher, dass in Befast ein Killer unterwegs ist, der im Auftrag des berüchtigten Bull O’Kane Zeugen beseitigt, die etwas über das Blutbad auf O’Kanes Farm wissen, dem letzten bekannten Aufenthaltsort von Lennons Ex, Marie McKenna,
Read More Social Media kills – Christiane Geldmacher hat einen Roman über die tödlichen Aspekte von sozialen Netzwerken geschrieben – oder doch eher über Menschen, die sich dort tummeln? Anne Kuhlmeyer hat „Love@Miriam“ gelesen. Harry liebt Miriam seit der Schulzeit. Inzwischen sind sie Anfang dreißig und es ist vorbei mit ihnen, seit zwei Jahren und seit dem Tod von Harrys Vater schon. Harry liebt Miriam immer noch. So was soll’s ja geben. Er trifft sie wieder. Auf Facebook. Wenn er sich nur genug ins Zeug legt, wird sie ihren neuen Freund Ben
Read More KickAss – #megafail – Man sollte meinen, dass sich Verlage in diesen Zeiten besonders um ihre Leserschaft bemühen. Dank Social Media kann der direkte Kontakt zu Fans gesucht, gefunden und gepflegt werden, und die kostenlose Werbung, die es gibt, wenn Bloggerinnen und Buchforenjunkies mit genuiner Begeisterung und wahrem Herzblut darüber berichten, wie toll sie ein Buch, eine Autorin, eine Veranstaltung fanden – Word of Mouth, virales Marketing, so muss das heute – ist da sehr wertvoll. Die Presseabteilung von Bastei Lübbe, die nun auch für Eichborn-Publikationen zuständig ist, scheint hingegen
Read More Zweimal Fernsehen: der 852. Tatort und die dänische Politserie „Borgen“ – von Alf Mayer. Einschaltquoten von sieben bis zehn Millionen, der „Tatort“ im Ersten Deutschen Fernsehen ist Kult. Allein jetzt im Dezember 2012 laufen über 70 Wiederholungen quer durch alle ARD-Programme. Dagegen aufzumucken – sinnlos. Mich persönlich interessiert die allermeist lachhaft an irgendwelchen Filmsets begehbar eingerichtete Realität wenig, mit denen 90 Prozent der „Tatorte“ sich über die Runden hangeln. „Tatort“-Gucken ist weitgehend eine bessere Form des Zeittotschlagens, irgendwelche deutschen Volontäre vor und hinter der Kamera üben sich in der halbgaren Nachahmung
Read More Realpolitik, Geschichte, Legenden, alte Gespenster und Mr. President – ein Kommentar zur Lage: Ghost Whisperes in Asia President Obama spent Sunday 18th November in Thailand, Monday 19th November (six hours) in Burma and Monday/Tuesday 19th and 20th in Cambodia. Along the way he bumped into the history of a region. Like a nine headed naga history raised its heads and spit fire from the caves of local politics, culture, and prejudices. You wouldn’t have seen the fire-eating dragons of history captured in the photographs taken along Obama’s three-day journey. Instead what
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