Kino-Sternstunde: „Argo“ von Ben Affleck – von Alf Mayer. Solcher Filme wegen gehen wir ins Kino. Selten habe ich in den letzten Jahren eine derartige Menge Besucher noch bis zu den letzten Credits sitzen gesehen, erfüllt von der gemeinsamen Achterbahnfahrt. Nerven, Zwerchfell, Kopf, Bauch und politisches Herz gleichermaßen beansprucht. Kinoglück, pur. Der politische Thriller „Argo“ des Regisseurs und Hauptdarstellers Ben Affleck, ebenso komödiantisch wie spannend und sterbensernst, ist ein Musterbeispiel dessen, was Film als die zehnte Muse leisten kann, was filmische Erzählweise(n) auszeichnet, und ist auch ein Beleg dafür, warum
Read More Düstere Labyrinthe – Am 19. November 2012 starb in St. Peterburg Boris Strugatzki, der zusammen mit seinem Bruder Arkadi nachhaltig dafür sorgte, dass sich Schubladen und Labels wie Science Fiction, Phantastik und andere Genre-Sortierungen allmählich auflösten und irrelevant wurden und deren stiller Einfluss auf alle genannten Textarten gar nicht zu überschätzen ist. Ein Nachruf von Ulrich Baron. Es ist Tarkowskis Schuld, dass ich bei den Büchern von Arkadi und Boris Strugatzki immer wieder an Coopers „Lederstrumpf“ denken musste. Dessen Darsteller, der Schauspieler Hellmut Lange, moderierte von 1971 bis 1981 auf
Read More Was sind Omnishambles, was hat es mit The Evil Man of Krabi auf sich? Momente des globalen Wahnsinns von Christopher G. Moore, in der Tat Thai Style. Omnishambles Thai Style The Oxford Dictionary has included a new word in their 2012 edition—omnishambles, which is defined as “a situation that has been comprehensively mismanaged, characterized by a string of blunders and miscalculations.” The tradition in Thailand is to shortened long words. There is a good chance that omnishambles will enter the Thai vocabulary as something like ‘om’. The shortened word has
Read More Pfalzgräfin Jutta von Heinrich Heine Pfalzgräfin Jutta fuhr über den Rhein, Im leichten Kahn, bei Mondenschein. Die Zofe rudert, die Gräfin spricht: „Siehst du die sieben Leichen nicht, Die hinter uns kommen Einhergeschwommen – So traurig schwimmen die Toten! „Das waren Ritter voll Jugendlust – Sie sanken zärtlich an meine Brust Und schwuren mir Treue – zur Sicherheit, Daß sie nicht brächen ihren Eid, Ließ ich sie ergreifen Sogleich und ersäufen – So traurig schwimmen die Toten!“ Die Zofe rudert, die Gräfin lacht. Das hallt so höhnisch durch die Nacht! Bis
Read More Das monatliche Preisrätsel - absolvieren Sie die Weihnachtsmarktrallye und gewinnen Sie einen Buchpreis!
Read More Die richtige Lösung eingeschickt und einen Buchpreis gewonnen hat Ulrike Erbskorn aus Duisburg. Herzlichen Glückwunsch!
Read More Anmerkungen zu Bruno Schulz – Der polnische Erzähler Bruno Schulz verkörpert den Typus des mitteleuropäischen Schriftstellers, wie er mit dem Zweiten Weltkrieg untergegangen ist. Geboren 1892, vor hundertzwanzig Jahren, im damaligen Galizien (heute Ukraine), kam er vor siebzig Jahren um, im November 1942. Zusammen mit Witold Gombrowicz und Stanislaw Ignacy Witkiewicz bildet Bruno Schulz das Dreigestirn der modernen polnischen Literatur, und auch in Deutschland hat er seit Jahrzehnten eine eingeschworene Lesegemeinde. Von Michael Zeller Drohobycz – Heute eine Kleinstadt mit achtzigtausend Einwohnern am westlichen Zipfel der Ukraine. Drohobycz – Zu
Read More Posted On November 28, 2012By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, willkommen zur Doppelausgabe von LitMag und MusikMag. Gleich zwei Ausstellungen in Linz und Wien beschäftigen sich momentan mit unbekleideten Männern. Christina Mohr hat den Katalog zur Ausstellung “Nackte Männer. Von 1800 bis heute” durchgeblättert. Im November vor 70 Jahren wurde Bruno Schulz von der Gestapo erschossen. Michael Zeller erinnert an den polnischen Schriftsteller und Künstler. Diese Woche im Video-Interview: Sherko Fatah. Britta Behrend befragte Fatah zu seinem fantasievollen Schelmenroman „Ein weißes Land“. Gelesen haben wir natürlich auch für Sie: Karsten Herrmann gefiel das Kaleidoskop von eleganten Miniaturen, mit
Read More Posted On November 28, 2012By Christina MohrIn Kunst, Litmag
Von Würde und Scham – Zwei Ausstellungen in Linz und Wien beschäftigen sich momentan mit unbekleideten Männern. Christina Mohr hat sich den Katalog zur Ausstellung „Nackte Männer. Von 1800 bis heute“ angesehen. Während der weibliche Akt in der Bildenden Kunst fast immer erotisch konnotiert ist, meist sogar als Sinnbild der Erotik allgemein dient, ist die Rolle des nackten Mannes keineswegs so klar umrissen. Historische Bildnisse nackter Männerkörper stehen für Sieg und Überlegenheit, aber auch für Schutzlosigkeit, Ausgeliefertsein und Verletzlichkeit. Der nackte Mann ist antiker Athlet (Kouros), christlicher Märtyrer oder mythischer
Read More Posted On November 28, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag
In einem Atemzug mit Nabokov – Gaito Gasdanow versetzt uns mit dem 1947 erschienen Roman in die Zeit des russischen Bürgerkriegs. Gisela Trahms hat den nun erstmals in Deutsche übersetzten Klassiker gelesen. Ein russischer Autor, geboren 1903 und damit derselben Generation angehörig wie Nabokov, schrieb Mitte der vierziger Jahre in Paris einen Roman, der in einer in den USA erscheinenden Zeitschrift gedruckt wurde. International also, sollte man meinen, aber das Gegenteil war der Fall: Gaito Gasdanow schrieb russisch, die Zeitschrift wurde von Exilrussen herausgegeben und nur von Exilrussen gelesen. So
Read More Ein Schelm aus Bagdad bei der Waffen-SS – Zur Feier und Präsentation der niederländischen Ausgabe seines Romans kam Sherko Fatah nach Amsterdam. Der Verlag Cossee hat Fatahs neuestem Roman „Ein weißes Land“ für die niederländische Ausgabe den Titel „Der Dieb von Bagdad“ gegeben, ein gelungener Fund für einen Schelmenroman des 20. Jahrhunderts. Sein Schelm erlebt nahezu unglaubliche Abenteuer, die doch allesamt wahr sein könnten. Fatah erzählt, dass er die Fakten zu seiner Geschichte minutiös recherchiert hat. Manche Schilderungen des Bagdad der 30er Jahre sind von Familienerzählungen inspiriert und andere Geschichten
Read More Posted On November 28, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Das magische Jahr 1913 – Das Jahr 1913 bildet in der Weltgeschichte ein magisches Jahr: Es ist das Jahr bahnbrechender Werke in Literatur, Kunst, Musik, Philosophie und Wissenschaft, es ist aber auch das Jahr, in dem schon dunkle Kriegswolken heraufziehen und das kommende Verhängnis in Europa ahnen lassen. 1913 ist der entscheidende Moment zwischen Tradition und Moderne, zwischen einem „nicht mehr“ und einem „noch nicht“, zwischen Triumpf und Untergang. Von Karsten Herrmann Dieses magische Jahr 1913, dieser „Sommer des Jahrhunderts“, steht im Fokus des neuen Buches von Florian Illies, dem
Read More Posted On November 28, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Litmag
Durch nasskalte Pipelines kriechen – Paul Lukas, Gründungsmitglied der Band „Element of Crime“, schreibt mit „Vinyl“ seine Lebensbeichte: Wer noch Illusionen über das Geschäft mit der populären Musik hat, dem wird die Lektüre von „Vinyl“ unbedingt empfohlen. Von Joachim Feldmann Berlin kurz vor der sogenannten Jahrtausendwende. Ein Mann Anfang 40 hadert mit der Welt. Und mit sich selbst. In den Achtzigern war er so etwas wie ein Popstar wider Willen. Als Bassist einer Rockcombo, die sich in dieser an skurrilen Bandnamen nicht armen Zeit „Sonntagsmörder“ getauft hat, erlebt er einen
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Werner Tübkes „Sizilianischer Großgrundbesitzer mit Marionetten“. (Alle Folgen hier). Einundzwanzigste Ausfahrt Die Reisen, auf die meine Augen seit ein paar Monaten gehen, wenn ich in der Küche die alltäglichen Handreichungen verrichte, die allesamt sich um den Erhalt der Lebenskräfte drehen,
Read More Random TV II 1 bild / 100 worte Random TV 9:03 – 9:18: Der Tropfen, der das Fass endlich zum Überlaufen brachte: Massagen. Rundmachen, Entspannen, Rundrücken, Entspannen, und noch einmal rund – ein hochemotionaler Fall. Was war das denn bitte für ein krankes Bild von dir? Junge Leute sehen das heute vielleicht ein bisschen anders. Das wäre mein Rührei – das gilt auch für eine zünftige Schlägerei. Aber inwieweit wird das, was wir Liebe nennen, von archaischen Trieben gesteuert, die nur ein Ziel haben: Fortpflanzung?? Tiere in dieser Zeit waren
Read More Fotos All die nichtssagenden Fotos, in die wir unsere Liebe hineinlesen, unsere Erinnerung an Augenblicke, die nicht auf dem Bild sind. Ihr Armen, was tut ihr, wenn wir sterben, unter Menschen, die nur sehen, was ihr zeigt? Reduziert auf das Sichtbare: wer könnte so leben. „Weltlyrik’“ – das klingt nach großer, weiter Welt. Amerika, Karibik, Pazifik, China, Australien, Copacabana, Patagonien, Paris, New Delhi, Sao Paolo. Aber wer verbindet mit Brannenburg, einem kleinen, unbedeutenden Flecken an der bayerisch-österreichischen Grenze, „Weltlyrik“?! Und Rainer Malkowski (1939-2003), der die letzten Jahre seines Lebens, gezeichnet
Read More Posted On November 28, 2012By Janine AndertIn Musikmag
Von wegen immer nur "Oh Tannenbaum" und Ihr Kinderlein kommet": Janine Andert stellt die besten Indie-Weihnachtssongs der letzten Jahre vor.
Read More Posted On November 28, 2012By Tina Karolina StaunerIn Musikmag
Norwegen-Klanglandschaften ohne Norwegen-Soundklischees – „Keep the journey going“ – Tina Karolina Stauner geht „into the dark world of improvisations“ mit Sidsel Endresen & Stian Westerhus Es ist das Zusammentreffen der für ihre merkwürdige Stimmakrobatik bekannten, sich bereits Jahrzehnte in die Improvisation hineintastenden Sidsel Endresen und dem um einiges jüngeren, sperrig-durchsetzungsfähigen, exzentrischen Gitarristen Stian Westerhus, der Solo oder als Bandmitglied von Puma und in Zusammenarbeit mit u .a. Nils Petter Molvær auffällt. Das soeben erschienene Debutalbum des Duos Endresen/Westerhus „Didymoi Dreams“ wurde im Mai 2011 beim Nattjazz-Festival in Bergen aufgenommen. Die CD
Read More Posted On November 28, 2012By Ronald KleinIn Musikmag
Schaler Beigeschmack – Ronald Klein über das neue Album einer Band, die den Progrock fast alleine erfand und nun nach zehn Jahren wieder eine Platte veröffentlicht. Vor fast zwei Dekaden tauchte das kanadische Ensemble Godspeed You! Black Emperor am Firmament auf und versetzte Musikliebhaber in Verzückung. Die ellenlangen Songs, im Regelfall zwischen 20 und 30 Minuten, rein instrumental gehalten, setzten Maßstäbe. Postrock nannten die Kritiker die Richtung, an deren Front ebenso Mogwai und Tortoise der Langweile, bestehend aus Strophe und Refrain, den Todesstoß verssetzten. Trotz fehlender Lyrics gehörte eine latente
Read More Posted On November 28, 2012By Die RedaktionIn Musikmag
Neue Platten von und mit National Jazz Trio of Scotland, Peaking Lights, Patrick Wolf, Tracey Thorn, Moon Duo, Kluster und einer neuen "Le Pop"-Compilation, gehört von Janine Andert (JA), Tina Manske (TM) und Christina Mohr (MO).
Read More Der nette Deon Meyer – Was ist los, in Südafrika? Eine Menge grandioser Romane, eine Menge interessanter Autorinnen und Autoren, eine Menge widersprüchlicher Einschätzungen und Aussagen über den politischen, gesellschaftlichen und auch literarischen Status Quo. Wer könnte zur Erhellung mehr beitragen als Deon Meyer? Anlässlich einer Lesung seines neuen Romans „Sieben Tage“ (hier bei crimemag) hat sich mit ihm Henrike Heiland unterhalten … Es gibt Gespräche mit Autoren, nach denen ist man etwas enttäuscht. Da hat man die Bücher im Kopf und erwartet – na ja, man erwartet eben etwas,
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, heute haben wir ein kleines Deon-Meyer-Special für Sie: Henrike Heiland hat sich mit ihm in Berlin unterhalten, und unsere südafrikanische Mitarbeiterin Sandi Baker bespricht seinen aktuellen Roman „Sieben Tage“. Carlos, wer sonst, begibt sich für uns in die Abgründe und Schlünde der Realität, in die sonst niemand so unerschrocken blickt. Und der Schlund starrt zurück. Einen ungewöhnlichen Weg geht Judith Momo Henke: Weil sie Kristina Ohlsson nicht persönlich zu ihren Roman „Tausendschön“ befragen konnte, hat sie sich einfach mit dessen Hauptfigur Fredrika Bergman unterhalten. Eva Karnofsky stellt uns
Read More From high tech to low tech – Südafrika ist Krimiland. Für die einen die reine Hölle, die man sensationalistisch in Thriller umsetzen kann, für andere eher eine Gesellschaft, die man genau und sorgfältig beobachten muss. Deon Meyer ist das mit seinem aktuellen Roman „Sieben Tage“ gelungen, findet seine Landsmännin Sandi Baker. Benny Griessel, hard-bitten cop and recovering alcoholic, is back. He is given a case that is 40 days old and the only lead is a set of nude photographs of the victim, attractive lawyer, Henneke Sloet and bizarre, anonymous
Read More Der wahre Sisyphos unserer Tage ist Carlos. Denn niemand sonst begibt sich derart ins Handgemenge mit den wahrhaft scheußlichen Dingen des Alltags, an den Schnittstellen von Wahnsinn, Dumpfheit und gemeiner Denkungsart. Schaudern Sie auch heute … Immer wieder gern … … besuche ich die Facebook-Seite von NPD Rhein-Neckarboss Jan Jaeschke. Dieser recht eigentliche Dumpfklumpen postet jeden Dreck, der ihm unter die Wurstfingerchen kommt – mitunter durchaus vergnüglich. So finden wir derzeit einen kleinen Film, der NPD-Reichsführer Apfel beim Versuch zeigt, im Karlsruher Bundesverfassungsgericht die Verfassungstreue seiner Partei überprüfen zu lassen.
Read More Fredrika Bergman packt aus – Wenn man nicht mit der Autorin reden kann, aber ein paar heikle Fragen zum Buch hat, dann kann man sich ja immer noch mit der Protagonistin unterhalten. Kristina Ohlsson, die Autorin von „Tausendschön“, war nicht zur Hand, aber ihre Heldin, Fredrika Bergmann. Judith Momo Henke hat mit ihr gesprochen …. Judith Momo Henke: Frau Bergman, Sie wurden von der Autorin Kristina Ohlsson als zivile Ermittlerin in das Team von Kommissar Alex Recht in Stockholm berufen. Nun ist gerade der zweite Teil „Tausendschön“ auf Deutsch erschienen.
Read More Liebe ist unerschütterlich – Das Erstlingswerk des Argentiniers Eduardo Sacheri ist in dessen Heimat bereits 2005 erschienen. Gemeinsam mit dem Regisseur Juan José Campanella schrieb der Autor dann seinen Roman zu einem Filmdrehbuch um und im März 2010 wurde „In ihren Augen“ mit dem Oscar für den besten ausländischen Film bedacht. Wahrscheinlich, weil Fußball sich gut verkauft, hat Sacheris deutscher Verlag zunächst zwei Fußballbücher aus seiner Feder auf den Markt gebracht und „In ihren Augen“ erst jetzt ins Deutsche übertragen. Der Roman, findet zumindest Eva Karnofsky, zählt zu den literarischen
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