Geschrieben am 31. Dezember 2022 von für Highlights, Highlights 2022

Dietrich Leder: Proust übersetzen (I)

Vorbemerkung: Das ist der erste von zwei Teilen eines Textes, dessen Ursprungsfassung ich für Ulrich Peltzer schrieb, der (mit wenigen anderen) das Fach „Literarisches Schreiben“ in der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) aufbaute, aus Anlass seines altersbedingten Ausscheidens aus der Hochschule. Alles Gute für die Zeit nach der KHM, Ulrich! – Der zweite Teil dieses Textes erscheint bei uns in der Februar-Ausgabe 2023, d. Red.

Teil I

Zu Beginn: Ausgangspunkt dieser kleinen Geschichte der deutschen Übersetzungen des Romans À la recherche du temps perdu von Marcel Proust war eine Beobachtung eines Lesers, Jochen Stremmel,[1] der in dem gerade in einer neuen Auflage erschienenen Buch „Der Flieder im Garten von Combray“ von Ursula Voß über ein Zitat des Proust-Romans stolperte. Die dort zitierte Passage unterschied sich von der, die er in Erinnerung hatte. Er hatte den Roman einst in der Übersetzung von Eva Rechel-Mertens aus dem Jahr 1953 gelesen. Dort war von „einer kleine[n] Hütte aus Lattenwerk und Segeltuch“[2] die Rede, die nun bei Ursula Voß zu „einer kleine[n] Baracke aus Sparterie und Segeltuch“[3] mutiert war. 

Die Erklärung dafür war zunächst einfach: Voß zitiert den Roman in der Fassung, für die Luzius Keller – zunächst allein, später zusammen mit Sibylla Laemmel – die Übersetzung von Rechel-Mertens in den 1990er-Jahren einer umfassenden Revision unterzogen hatte.[4] Wie kam es zu dieser Revision? Wie erscheint die Passage in weiteren Übersetzungen? Was bedeuten deren Änderungen für die Lektüre des Romans? Die Fragen reichte der eine Leser an einen anderen weiter, der ihnen für den nachfolgenden Text nachging und sich zugleich von ihnen wegbewegte. Es sei angemerkt, dass dieser zweite Leser, also der Autor, anders als der erste Leser des Französischen nicht mächtig und also auf eine Übersetzung des Romans angewiesen ist.

1.

Die Geschichte der deutschen Übersetzungen des sieben Bände umfassenden Romans À la recherche du temps perdu von Marcel Proust ist einigermaßen kompliziert. 

Das liegt zum einen an der Editionsgeschichte des französischen Originals. Marcel Proust wollte ursprünglich, dass der Roman[5] in einem einzigen Band erscheint; wegen des Umfangs ließ er sich überzeugen, dass der Text auf zwei und wenig später auf drei Bänden verteilt würde.[6] Den ersten Band veröffentlichte er 1913 unter dem Titel Du côté de chez Swann. Er erschien in einer Auflage von 1750 Exemplaren.[7] Veröffentlicht im Verlag, den Bernard Grasset 1907 gegründet hatte und selbst leitete, und vom Autor zu weiten Teilen finanziert. Drei andere Verlage hatten zuvor das Manuskript abgelehnt. Vor allem der Satz des 500 Seiten umfassenden Textes gestaltete sich angesichts vieler Ergänzungen, die Proust an den Druckfahnen vornahm, als schwierig. Kaum ein Buch über Proust und den Roman, das nicht ein Faksimile einer solchen handschriftlich korrigierten und ergänzten Druckfahne enthält! Es ist, als feierten solche Reproduktionen die vorindustrielle Schriftkultur mitsamt ihrer buchstäblichen Lektüre dessen, was mit der Hand geschrieben wurde!

Das langwierige Verfahren der Ergänzungen, die Proust für den Satz weiteres Geld kosteten, stimmte Grasset, was den Erscheinungstermin anging, so pessimistisch, dass er im Buch als Jahreszahl der Erstausgabe das Jahr 1914 nennen ließ, die dann doch noch im November 1913 herauskam. Der zweite Band von nun drei geplanten Bänden mit dem Titel Le côté de Guermantes war bereits fertig gesetzt, als 1914 der Krieg ausbrach.[8] Während des Kriegs stellte der Verlag seine Tätigkeit ein, auch weil Grasset in dieser Zeit schwer erkrankte und mehr als zwei Jahre in Kliniken und Sanatorien verbrachte.[9]

Hinzukam, dass Proust mit dem Verlag von Gallimard, der zuvor den Roman noch abgelehnt hatte, dann aber vom ersten Band und vielleicht auch von dessen Verkaufserfolg, wie Tadie schreibt,[10] überzeugt wurde, über einen Wechsel verhandelte. Der kam nach einigem juristischem Hin und Her 1916 zustande. Unterdessen hatte der Autor, der vom Kriegsdienst wegen seines Asthmas befreit war, weiter an seinem Werk geschrieben, das sich bald auf weit mehr als drei Bände erstreckte und den ursprünglichen Editionsplan gewaltig ummodelte. 1917 kam der erste Band noch einmal in der alten Version heraus; Gallimard hatte die Restbestände des alten Verlags – 206 Exemplare – erworben und mit einem neuen Schutzumschlag versehen.[11] 1919 erschien der zweite Band unter dem Titel À l’ombre des jeunes filles en fleurs. Er trug Proust den Prix Goncourt ein, was dem Roman große Aufmerksamkeit schenkte, aber keinen „Massenerfolg“ auslöste, wie Tadié konstatiert.[12] Ebenfalls 1919 legte Proust eine neue Fassung des ersten Bandes unter dem angestammten Titel vor, für die er beispielsweise Anklänge an den gerade zu Ende gegangenen Weltkrieg einarbeitete, was ihm ermöglichte, weitere Bögen in den Roman bis zum letzten Band hinein zu schlagen.

Le Côté de Guermantes kam in zwei Teilbänden 1920 beziehungsweise 1921 heraus, Sodome et Gomorrhe 1922 in drei Teilbänden. Proust hatte deren Druckfahnen jeweils geprüft und zum Leidwesen des Verlegers wie der Setzer auch hier jeweils manches um- und vor allem noch viel mehr hinzugeschrieben. Auch der fünfte Band La Prisonnière, der nach seinem Tod 1923 erschien, war noch von ihm bis zur „Seite 136 der dritten Maschinenabschrift“[13] durchgesehen und überarbeitet worden. Die letzten beiden Bände Albertine disparue und Le temps retrouvé wurden von André Gide und Eugène Fasquelle unter Aufsicht des Bruders Robert Proust aus dem Nachlass 1926 bzw. 1927 herausgegeben.[14]In diesen kam es zu manchen Korrekturen und moralisch bedingten Änderungen der Vorlage, für die vermutlich der Bruder verantwortlich war.[15]

1954 erschien bei Gallimard eine Neuedition des Romans von Pierre Clarac und André Ferré, in der die zahlreichen Satzfehler der Erstausgabe, über die bereits 1931 Samuel Beckett (summarisch: „scheußliche Ausgabe“) geklagt hatte,[16] korrigiert und die erwähnten Änderungen des Bruders revidiert wurden. So wurde beispielsweise der Titel des sechsten Bandes geändert.[17] Er hieß nun, wie von Proust geplant, La Fugitive und nicht mehr, wie 1926 von seinem Bruder umbenannt Albertine disparue.[18]

Anfang der 1960er-Jahre wurde der Nachlass von Proust in die Bibliothèque nationale de France in Paris integriert und damit der Forschung zugänglich. In den 1970er-Jahren und dann noch einmal 1984 kamen weitere Manu- und Typoskripte des Romans sowie Notizbücher hinzu, die bislang im Privatbesitz lagen. All das bildete die Grundlage für eine zweite Neuedition, die unter Leitung von Jean-Yves Tadié 1987 ebenfalls bei Gallimard erschien und die als kritische Ausgabe im Anhang auf viele Varianten einzelner Passagen hinweist.[19] Ein mühseliges Unterfangen angesichts der vielen handschriftlichen Einschübe, die – schreibt Genette – „die (…) Herausgeber zur Verzweiflung bringen“.[20]

Roland Barthes beschreibt die Handschrift von Proust als „Schrift im Galopp“, als eine „Schrift, die auch eine mentale und schöpferische Seite dieses Galopps eignet“.[21] Die Metapher entlehnt er Proust selbst.[22] Bei dieser Schreibweise scheine die Hand „unmittelbar an das Mentale angeschlossen zu sein, und das ist wichtig, die Hand ist kein oder tendenziell kein übersetzendes Werkzeug mehr“.[23] Wenn er eine Passage der Recherche in der Handschrift lese, dann beginnt man sie „wie ein Objekt zu betrachten, das heißt, ohne auf den Sinn des Textes zu achten.“[24]Aber: „(…) kaum fange ich wieder an zu lesen, bin ich schon vom Text gefangen (…).“[25]

Zwischen dem Text als Objekt und dem Text als Lektüre werden sich vermutlich alle Herausgeber, die sich mit den Handschriften beschäftigten, hin und her bewegen. Proust hat das, was während der Editionsgeschichte geschah (und vermutlich weiter geschieht), vorausgeahnt und nicht geschätzt. 1921 schreibt er in einem Brief: 

Der Gedanke, daß es (falls man sich überhaupt noch um meine Bücher kümmert) irgendwem gestattet sein wird, meine Manuskripte durchzusehen, sie mit dem endgültigen Text zu  vergleichen, daraus Folgerungen über meine Arbeitsweise, die Entwicklung meines Denkens usw. zu ziehen, die immer falsch sein werden, ist jedoch nicht sehr angenehm.[26]

Zugleich hat der Roman selbst bereits von dem Problem einer Edition post mortem am Beispiel des Komponisten Vinteuil erzählt, dessen schwer lesbares Werk aus dem Nachlass von der Geliebten der Tochter zu Tage gefördert wird. Und er hat von der Gefahr des Verlesens berichtet, wenn ein Angestellter des Telegrafenbüros den zu übermittelnden Text wegen der „ziemlich gekünstelten Originalität von Gilbertes Handschrift“ [27] falsch liest und also aus Gilberte die verstorbene Albertine macht, so dass der Ich-Erzähler beim Erhalt des Telegramms denken muss, dass die Tote gar nicht tot sei. 

Dessen waren und sind sich die Editoren bewusst. Ihre Neueditionen verdanken sich aber nicht nur einer veränderten Materiallage, sondern zugleich eines jeweils anderen Blicks auf den Roman; sie sind also stets auch Interpretationen dessen, was der Roman in den Augen seiner Editoren zu sein hat. Diese fügen zusammen und ergänzen, was in ihr Bild des Romans passt, wie sich natürlich auch ihr Bild des Romans nach den Archiv- und Nachlassfunden änderte. Das wiederum ist dem Roman nicht fremd, den man beim zweiten Mal anders liest als beim ersten, und den man sowohl vor- wie auch rückwärts zu lesen hat.[28]

Für die deutschen Übersetzungen heißt das: Sie beziehen sich zwangsläufig auf unterschiedliche Vorlagen und zugleich auf andere Interpretationen des Romans. Das hat Folgen, ohne dass es die Leser merken. Um nur ein Beispiel zu nennen: Eva Rechel-Mertens begann ihre Übersetzung des ersten Bandes, als die Neuedition von Pierre Clarac und André Ferré in der Bibliothèque de la Pléiade noch nicht erschienen war, so dass sie auf die Bände der Erstausgabe zurückgreifen musste. Als die Neuedition 1954 in Paris herauskam, konnte die Übersetzerin diese bei ihrer Arbeit an den letzten Bänden zu Grunde legen. 

Das liegt zum anderen an der komplizierten Geschichte der Verlage, die sich an diese Übersetzungen ins Deutsche wagten; es handelt sich um mehrere deutsche und – wie sich noch zeigen wird – ein schweizerisches Unternehmen. Und es liegt an den Übersetzerinnen und Übersetzern, die dazu engagiert wurden oder sich aus eigenem Antrieb ans Werk setzten. Rechtliche Probleme taten das ihre dazu. Hinzukamen die Diskussionen um erste Übersetzungen, die sich auf die noch folgenden auswirkten. Gestritten wird um die Übersetzungen bis heute. 

2.

Bei Ursula Voß werden unter der Überschrift „Der erinnerte Schauplatz“ insgesamt acht Passagen zitiert. Es geht um die dritte, die hier folgendermaßen lautet:

Meine Großmutter kam, sogar wenn die allzu große Hitze in schlechtes Wetter umgeschlagen, ein Gewitter oder bloß ein Schauer niedergegangen war, und beschwor mich, ins Freie zu gehen. Da ich aber auf meine Lektüre nicht verzichten wollte, beschloß ich, sie im Garten fortzusetzen, und zwar unter dem Kastanienbaum in einer kleinen Baracke aus Sparterie und Segeltuch, in deren hinterstem Winkel ich den Augen der Personen zu entgehen glaubte, die vielleicht meine Eltern besuchten. [29]

Im Original von Du côté de chez Swann (also dem Band 1 in der von Proust selbst redigierten zweiten Fassung, die 1919 bei Gallimard erschien) lautet die dritte Passage, um die es hier gehen soll, im Kontext des vorhergehenden Absatzes folgendermaßen:

Cette obscure fraîcheur de ma chambre était au plein soleil de la rue, ce que l’ombre est au rayon, c’est-à-dire aussi lumineuse que lui, et offrait à mon imagination le spectacle total de l’été dont mes sens si j’avais été en promenade, n’auraient pu jouir que par morceaux ; et ainsi elle s’accordait bien à mon repos qui (grâce aux aventures racontées par mes livres et qui venaient l’émouvoir), supportait pareil au repos d’une main immobile au milieu d’une eau courante, le choc et l’animation d’un torrent d’activité.

Mais ma grand-mère, même si le temps trop chaud s’était gâté, si un orage ou seulement un grain était survenu, venait me supplier de sortir. Et ne voulant pas renoncer à ma lecture, j’allais du moins la continuer au jardin, sous le marronnier, dans une petite guérite en sparterie et en toile au fond de laquelle j’étais assis et me croyais caché aux yeux des personnes qui pourraient venir faire visite à mes parents.[30]

Von der ersten Fassung des Bandes Du côté de chez Swann, der wie erwähnt 1913 bei Grasset erschienen ist, habe ich kein zitierfähiges Material gefunden. Aber Stefan Zweifel hat 2017 die Vorlage und die Korrekturen, die Proust in den Druckfahnen von Grasset vornahm, ins Deutsche übersetzt. In seiner Buchausgabe steht jeweils auf der linken Seite der von Proust korrigierte und ergänzte Text und rechts die Druckfahne mit den Streichungen. 

Hier zunächst die Übersetzung der Druckfahne, in die ich die Streichung markiert und das Wort, das ausgetauscht wurde, gefettet habe; auch hier beginne ich das Zitat beim vorhergehenden Absatz: 

Diese schattenhafte Frische meiner Kammer, die dem hellen Sonnenschein der Straße war, was die Finsternis dem Sonnenstrahl ist, also ebenso lichtgetränkt wie er, sie bot meiner Phantasie das vollumfängliche Schaustück des Sommers, das meine Sinne bei den Spaziergängen immer nur bruchstückhaft genossen, und das passte so trefflich zu meinem Ruhen, das (durch Abenteuer, von denen meine Bücher handelten, in Aufruhr versetzt) gleich der reglos ruhenden Hand in einem strömenden Wasserstrudel dem Schock und dem Wirbel stürmischer Aktivitäten standhielt.

Doch selbst wenn sich das Wetter aufgrund allzu großer Hitze verschlechterte, wenn ein Sturm oder zumindest ein jäher Windstoß aufkam, vor allem aber, wenn es schön war, bestand meine Großmutter darauf, dass ich ins Freie ging. Da ich meine Lektüre nicht missen wollte, setzte ich sie eben im Garten fort, unter der Zeder, im kleinen Schilderhaus aus Flechtwerk und Tuch, wo ich mich ganz zuhinterst hinsetzte und vor den Augen allfälliger Gäste, die meinen Eltern einen Besuch abstatten mochten, sicher wähnte.[31]

Prousts Tilgung der Beifügung „vor allem, wenn es schön war“, erscheint folgerichtig. Interessanter, dass er die „Zeder“ gegen den „Kastanienbaum“ austauschte.[32] Anita Albus verweist darauf, dass in einem „früheren Entwurf“ ein „junger Fliederbusch“ statt der „Scharlachkastanie“ gestanden hätte.[33]

Die Kastanie im Garten gilt wiederum Andreas Isenschmid in seinem Proust-Porträt[34] als ein Beleg (neben anderen) dafür, dass sich das Vorbild eben dieses Gartens und des Hauses, zu dem er gehört, nicht, wie viele meinen, in Illiers liege, das sich seit vielen Jahren aus Gründen der Tourismus-Werbung mit dem Zusatz Combray schmückt, sondern in Auteuil.[35] Mit dieser Lokalisierung will Isenschmid die Bedeutung der jüdischen Verwandtschaft des Autors herausstreichen. Etwas, was er sieben Jahre später in der verdienstvollen Studie „Der Elefant im Raum. Proust und das Jüdische“ ausführlich darlegte und am Text (auch der Entwürfe) plausibilisierte.[36]

Isenschmids Porträtband hingegen stammt aus einer Reihe mit dem merkwürdigen Titel „Leben in Bildern“, den man ja auch wörtlich lesen kann, als ob ein Leben retrospektiv in Bildern stattfände. Dieser Band reiht sich in eine breite Phalanx von Publikationen ein, in denen die Recherche gleichsam biografisch gelesen wird, was angesichts der Verve, mit der Proust selbst das Ansinnen ablehnte, das Werk eines Schriftstellers aus dessen Leben zu bestimmen, zumindest widersprüchlich zu nennen ist.[37] Im Roman selbst ist es eine dezidiert negative Figur, der Karrierediplomat Norpois, der vom Aussehen und (Gesprächs-)Verhalten des Schriftstellers Bergotte auf dessen Werk schließt. 

Hinzu kommt die Pointe, dass Proust das fiktive Combray, das im ersten Band in der Fassung von 1913 noch in der der Gegend von Chartres, 90 Kilometer südwestlich von Paris, angesiedelt war, 1919 und also nach den Erfahrungen des Weltkriegs für die bearbeitete Fassung in eine Gegend zwischen Reims und Laon, etwas über 100 Kilometer nordöstlich von Paris, verlagerte, so dass der Ort im letzten Band zum Schauplatz des Kriegs werden konnte. Bis nach Auteuil, einem später eingemeindeten Vorort von Paris, rückte der Stellungskrieg nicht vor. 

Roland Barthes nennt den Besuch der Orte, in denen Proust zeitweise lebte und die dann von ihm im Roman zu fiktiven umgestaltet wurden, „eine Art von Wallfahrt“.[38] Er sagt das, während er Illiers-Combray für eine Radioreportage besuchte. Er spricht dort auch, dass er „wie alle Welt vom Rausch der Schlüssel und Korrespondenzen und Entsprechungen gepackt“ sei, die den Roman und die Lebenswelt des Schriftstellers verbänden.[39] Aber: „(…) wir sollten uns hüten, alles mit Gewalt zusammenzubringen, das wäre kriminell“.[40] Kriminell in diesem Sinne ist stets der andere Leser.

3.

Die von Ursula Voß oben zitierte Passage lautet im Zusammenhang mit dem vorhergehenden Absatz in der von ihr verwandten Übersetzung, für die Luzius Keller die Übersetzung von Rechel-Mertens „durchgehend revidiert und stellenweise neugefasst“ hatte[41], folgendermaßen: 

Diese dunkle Kühle meines Zimmers verhielt sich zur besonnten Straße wie der Schatten zum Lichtstrahl, das heißt, sie enthielt ebenso viel Helligkeit wie jene, und sie schenkte mir in der Phantasie das volle Schauspiel des Sommers, von dem meine Sinne auf einem Spaziergang nur jeweils Teilaspekte hätten genießen können; und dadurch passte sie gut zu meiner Ruhe, die (dank den in meinen Büchern erzählten, mich im Innern bewegenden Abenteuern) wie eine Hand, die man regungslos in fließendes Wasser hält, den Anprall und die Erregung eines Stroms von Aktivität aushielt. 

Meine Großmutter kam, sogar wenn die allzu große Hitze in schlechtes Wetter umgeschlagen, ein Gewitter oder bloß ein Schauer niedergegangen war, und beschwor mich, ins Freie zu gehen. Da ich aber auf meine Lektüre nicht verzichten wollte, beschloß ich, sie im Garten fortzusetzen, und zwar unter dem Kastanienbaum in einer kleinen Baracke aus Sparterie und Segeltuch, in deren hinterstem Winkel ich den Augen der Personen zu entgehen glaubte, die vielleicht meine Eltern besuchten.[42]

Der Schweizer Literaturwissenschaftler Luzius Keller war Anfang der 1990er-Jahre vom Suhrkamp-Verlag zum Herausgeber der ersten deutschen Proust-Gesamtausgabe berufen worden. Für diese „Frankfurter Ausgabe“ sollte er die Übersetzungen von Eva Rechel-Mertens, darunter eben auch die der Recherche, einer Revision unterziehen[43]und das einarbeiten, was die in Frankreich seit den 1980er-Jahren erschienenen Editionen des Romans an Ergänzungen und Korrekturen enthielten. All das dokumentiert Keller in einem umfangreichen Anmerkungs- und Kommentarteil, der jedem Band der Gesamtausgabe beigefügt ist. Die Übersetzung der Recherche von Eva Rechel-Mertens erschien lange Jahre ohne jede Anmerkung. 

Der erste Band, den Keller „Unterwegs zu Swann“ nannte, kam 1994 heraus. Seine Revisionen hatte er noch allein verantwortet, bei allen anderen wirkte Sibylla Laemmel gleichberechtigt mit.[44] 2004 wurde die „Frankfurter Ausgabe“ mit dem Band „Nachgelassenes und Wiedergefundenes“ abgeschlossen.[45] Unter dem Titel „Der geheimnisvolle Briefschreiber“ wurden 2021 frühe Erzählungen von Proust erstmalig ins Deutsche übersetzt; der Band wird durch Fundstücke aus dem Archiv ergänzt, die der dafür verantwortliche Herausgeber Luc Fraisse als „Quellen“ des Romans bezeichnet.[46]

Die Geschichte der deutschen Übersetzungen bei Suhrkamp rekapituliert Siegfried Unseld in einem Text, dessen Hauptteil 1982 geschrieben wurde und der in einer 1999 hinzugefügten Passage auch auf das Zustandekommen der „Frankfurter Ausgabe“ zu sprechen kommt.[47] Die Notwendigkeit einer Revision der Übersetzung begründet Unseld, der den Verlag nach dem Tod von Peter Suhrkamp 1959 übernommen hatte, unter anderem damit, dass Eva Rechel-Mertens bei einigen Passagen „ein etwas betuliches Maß“ angelegt habe.[48]

In der Erstausgabe der Übersetzung von Eva Rechel-Mertens lautet die Passage folgendermaßen:

Die dunkle Kühle meines Zimmers verhielt sich zur besonnten Straße wie der Schatten zum Licht, das heißt, ihre Intensität war genauso groß; sie schenkte mir in der Phantasie das volle Schauspiel des Sommers, von dem meine Sinne auf einem Spaziergang zum Beispiel nur jeweils Teilaspekte hätten genießen können; dadurch paßte sie so gut zu meiner Art von Ruhe, die (dank den in meinen Büchern erzählten, mich im Innern bewegenden Abenteuern) wie eine Hand, die man regungslos in fließendes Wasser hält, den tobenden Anprall eines Stromes von lebhafter Handlung aushielt.

Meine Großmutter aber kam, sogar wenn die allzu große Hitze in schlechtes Wetter umschlug, wofern nur ein Gewitter oder ein Schauer niedergegangen war, und beschwor mich, ein Weilchen ins Freie zu gehen. Da ich auf meine Lektüre nicht verzichten wollte, beschloß ich, sie im Garten fortzusetzen, und zwar unter dem Kastanienbaum in einer kleinen Hütte aus Lattenwerk und Segeltuch, in der ich den Augen der Personen zu entgehen glaubte, die meine Eltern besuchten.[49]

Zu ihrer Übersetzung hat sich Eva Rechel-Mertens öffentlich 1967 geäußert. 

Für den Franzosen ist die Haupttonstelle des Satzes bekanntlich der Schluß. Er kann der seiner Sprache eigentümlichen Wortstellung zufolge alles ans Ende rücken, was ihm wichtig ist. Ein Wortgefüge á la Proust weist aber unbedingt zahllose Nebensätze auf, die man der Übersichtlichkeit halber nicht alle gleichsam unterwegs in den Hauptsatz einschachteln kann. Am Ende aber steht bei uns im Nebensatz das tonlose Hilfsverb, und es ist oft sehr schwer, einen Satz dann noch so zu bauen, daß man ganz markante Worte – »ins Herz!« (Ich denke dabei an einen Satz, den Curtius als charakteristisch zitiert) oder – »die Zeit« – das letzte Wort der ganzen »Recherche« ans Ende manövriert.[50]

4.

Einen ersten Übersetzungsversuch des Romans hatte 1926 der Berliner Verlag „Die Schmiede“ unternommen, der schon 1922 die Rechte dazu von Gallimard erworben hatte. Der Roman sollte im Rahmen seiner Reihe „Die Romane des XX. Jahrhunderts“ herauskommen.[51] Dort nannte man ihn „Auf den Spuren der verlorenen Zeit“. Der erste Band „Der Weg zu Swann“, der in zwei Teilen erschien, wurde von Rudolf Schottlaender übersetzt, oder, genauer gesagt, wie es im Buch selbst steht: „übertragen“.[52]

Am Ende dieses ersten Teil-Bandes wurde die folgende Verlagsankündigung abgedruckt.[53]

Das weist daraufhin, dass auch der Titel des Romans wie die seiner Teilbände unterschiedlich übersetzt sein können. Sprachlich besonders schön ist hier die Übersetzung des sechsten Bandes mit „Albertine verscholl“. Die Parallelisierung der Titel des ersten und des dritten Bandes haben wiederum einen gewissen Reiz, der dem Roman selbst entnommen ist. 

Schottlaenders Übersetzung wurde heftig kritisiert. Daraufhin stockte die Edition erst einmal. 

Die Übersetzung des zweiten Bandes mit dem Titel „Im Schatten der jungen Mädchen“ wurde Walter Benjamin und Franz Hessel anvertraut. Sie erschien 1927 – allerdings in anderer Aufmachung und mit einem anderen Satzbild.[54]Versuch eines Neustarts gewissermaßen.

Doch auch dieser Neustart scheiterte. Der Verlag „Die Schmiede“ ging 1929 Konkurs ging. Die Rechte übernahm der R. Piper-Verlag in München, bei dem 1930 der dritte Band des Romans unter dem Titel „Die Herzogin von Guermantes“ in zwei Teilen herauskam – ebenfalls übersetzt von Walter Benjamin und Franz Hessel. 

Die Gestaltung des alten Verlags wurde vom neuen beibehalten, nur das Logo ausgetauscht.

Als der dritte Band erschien, soll der vierte bereits übersetzt gewesen sein. Jedenfalls teilte Walter Benjamin in einem Brief seinem Freund Gershom Scholem mit, dass der vierte Band, also Sodome et Gomorrhe, „seit langem von mir übersetzt im Manuscript beim Verlage“ liege.[55] Gemeint war damit noch der alte Verlag „Die Schmiede“. Ob das Manuskript beim Verlagswechsel verloren ging? Es ist jedenfalls verschwunden. 

Zwischen Benjamin und Hessel auf der einen Seite und dem neuen, also dem R. Piper-Verlag auf der anderen Seite kam es bald zu Konflikten, u.a. um die Frage, ob die Schottlaender-Übersetzung zu revidieren sei. Das verweigerte der Verlag, so dass der erste Band unverändert publiziert wurde. Auch unterblieben Korrekturen von Fehlern, die im Satz der Übersetzung von Benjamin und Hessel entstanden waren.[56] Wie zerrüttet das Verhältnis war, kann man einem Brief entnehmen, den Benjamin im Oktober 1931 an Scholem schrieb, dem nach der „Verlag Piper, der zuletzt die Rechte auf den Proust an sich gebracht hatte, (…) zu meiner großen Satisfaktion pleite gegangen“ sei.[57] Der R. Piper-Verlag überlebte die Finanzkrise und bestand weiter, aber das Übersetzungsvorhaben stoppte. Und in der Nazizeit, in der Proust beispielsweise wegen eines „fast kriecherischen Byzantinismus“[58] geschmäht wurde, war daran nicht mehr zu denken. 

Die Übersetzungen von „Im Schatten der jungen Mädchen“ und „Die Herzogin von Guermantes“ wurden im Rahmen der „Gesammelten Werke“ von Walter Benjamin, die im Suhrkamp-Verlag herausgegeben wurden, in den 1980er-Jahren wiederveröffentlicht. Allerdings wurde der Titel des Bandes 3 geändert. Er lautet hier schlicht: „Guermantes“.[59]

Schottlaenders Übersetzung des ersten Bandes wurde unmittelbar nach dem Erscheinen heftig kritisiert. Ernst Robert Curtius, der neben Rilke und Benjamin zu den ersten in Deutschland gehörte, die den in Frankreich erschienenen Roman priesen, reihte in seiner Antwort auf eine Umfrage der Zeitschrift „Die Literarische Welt“ zur Proust-Übersetzung Fehler an Fehler, die Schottlaender begangen habe.[60] Und er moniert, dass der Übersetzer Proust stellenweise in gegenwärtige deutsche Umgangssprache übertragen habe. Sein Urteil gipfelt in dem ebenso hübschen wie bösen Satz:

Es ist ungefähr so, wie wenn Debussy für die Mundharmonika »arrangiert« würde.[61]

Diese Kritik gab viele Jahre den Ton im Umgang mit der Übersetzung von Schottlaender an, die zudem auch nicht mehr wiederaufgelegt wurde und also nur antiquarisch zu erhalten war und ist. So schreibt Edgar Mass 1982 pauschal: „Der Text dieser ersten Übersetzung ist – ganz lapidar gesagt – schlecht.“[62] Eine Revision dieser generellen Abwertung nahm dann verdienstvollerweise Nathalie Mälzer in ihrer Studie zu den Proust-Übersetzungen – siebzig Jahre später – vor.[63] Schottlaender selbst hatte in einer ersten Antwort an Curtius eingestanden, dass er Fehler gemacht habe. 

Aber: 

(…) aus der Summierung von Fehlern lässt sich nicht der Schluß ableiten, daß das Ganze misslungen sei. (…)[64]

Und:

Alles in allem läßt die Curtiussche Kritik völlig das Gefühl vermissen, dass die Proust-Übersetzung heute eine unendliche Aufgabe ist (…).[65]

Ulrike Sprenger äußert in ihrem „Proust-ABC“ 1997 einen ähnlichen Gedanken: 

Jede Übersetzung von Prousts Lebenswerk muss stellenweise oberflächlich sein, will sie nicht selbst zum Lebenszweck des Übersetzers/der Übersetzerin geraten oder unvollständig bleiben (…).[66]

In einem autobiografischen Text aus dem Jahr 1986 nennt Schottlaender rückblickend die Kritik von Curtius einen „Rufmord“. Das schien Theodor W. Adorno ähnlich zu sehen, denn in einem Brief an Schottlaender schreibt er 1954: „Ich teile Ihre Ansicht, daß Ihnen in der Sache Proust bitter Unrecht widerfahren ist (…)“.[67]

Schottlaender legt 1986 die Vermutung nahe, dass Curtius ihn vor allem deshalb so harsch kritisiert habe, weil diesem der Verlag für die Prüfung der Übersetzung zu wenig Geld geboten hätte. Ein anderer Grund liegt möglicherweise darin, dass Curtius eine Mitarbeiterin als Übersetzerin bevorzugt hatte. Schottlaender wiederum hatte eine Kontrolle seiner Arbeit selbst für notwendig erachtet: „Ich hatte den Schmiede-Chefs gesagt, dass ich einen Superrevisor brauche.“[68] Aber selbst einen einfachen Revisor ersparte sich der Verlag. 

Die beiden Absätze, um die es hier geht, lauten in der Übersetzung von Schottlaender:

Diese dunkle Kühle meines Zimmers stand zu der vollen Sonne der Straße im gleichen Verhältnis wie der Schatten zum Licht, d.h. sie war wie er Kind des Lichtes und bot meiner Phantasie das vollkommene Schauspiel des Sommers dar, von dem meine Sinne, etwa auf einem Spaziergang, nur Stücke hätten genießen können; und so paßte sie gut zu meiner Nachmittagsruhe, die sich (noch belebt von den Abenteuern, die in meinen Büchern berichtet wurden) gleich der Ruhe einer unbeweglichen Hand inmitten fließenden Wassers, in dem Stoß und dem inneren Leben des Tatenstromes behagte. 

Doch gerade, wenn das gar zu heiße Wetter sich verzogen hatte, wenn plötzlich ein Gewitter oder auch nur ein Schauer niedergegangen war, kam Großmutter und bat mich inständigst auszugehen. Da ich nun auf meine Lektüre nicht verzichten mochte, wollte ich sie wenigstens im Garten fortsetzen, unter dem Kastanienbaum in einer geflochtenen kleinen Laube, in deren verhängtem Inneren ich mich vor den Augen der Menschen, die meine Eltern besuchen könnten, verborgen glaubte.[69]

5.

Peter Suhrkamp hatte die Übersetzung von Schottlaender Ende der 1920er-Jahre gelesen. Er hatte auf sie warten müssen, da der Roman – wie er später eingestand – „(…) in einem so schwierigen Französisch geschrieben war (…)“.[70] Doch die Lektüre der Übersetzung muss ihn enttäuscht haben. Im Rückblick hält er fest: „Die minutiösen Schilderungen, die Fülle sinnlicher und intellektueller Nuancen, die Verschränkungen und Einschübe ermüdeten.“[71]Ein Eindruck, der wohl weniger dem Übersetzer als Marcel Proust selbst anzulasten wäre. 

Allerdings war Suhrkamp die Bedeutung des Romans bewusst. Die hatte ihm vor allem ein Essay von Ernst Robert Curtius vermittelt, der erstmalig 1925 (und also vor Veröffentlichung der letzten Bände in Frankreich) erschienen war.[72] Man kann also sagen, dass Suhrkamp weniger vom Roman selbst als von dessen Ruf überzeugt wurde, als er sich Ende der 1940er-Jahre für eine neue und nun umfassende deutsche Übersetzung interessierte, die in dem 1947 von ihm gegründeten und nach ihm benannten Verlag erscheinen sollte. Zu diesem Zweck erwarb er 1949 die an Grasset zurückgefallenen Übersetzungsrechte für das deutsche Sprachgebiet. (Die Kosten dafür werden nirgendwo erwähnt.)

Es wird erzählt, dass Suhrkamp sein Ferienhaus in Kampen auf Sylt an den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegers Axel Cäsar Springer verkaufte, „(…) um liquide genug zu sein, die Rechte an der deutschen Übersetzung (…)“ zu erwerben.[73] Die Kaufsumme des Hauses soll jedenfalls 45.000 DM betragen haben.[74] Die Geschichte des Hauskaufs erzählt auch Christian Kracht in seinem Roman „Eurotrash“, als sich der Ich-Erzähler (als Sohn eines hohen Springer-Angestellten) in der Gegenwart der Erzählung an einen Aufenthalt in eben diesem Haus erinnert. Von seiner Zeit in diesem Haus weiß er aber nur zu berichten, dass er „(…) in das an der Wand befestigte Waschbecken urinierte“.[75]Unwillkürlich kann man diese krachlederne Erinnerung gewiss nicht nennen. 

Der Erwerb der deutschsprachigen Rechte hatte für Suhrkamp Tücken. Denn sie waren nicht komplett an Grasset zurückgefallen. Als Robert Freund seine Anteile am R. Piper-Verlags, die er 1926 erworben hatte, auf Druck des Nazis 1937 aufgeben musste, wurde er u.a. mit diesen Rechten abgefunden. Er verkaufte sie an einen Wiener Verlag, der sie dann an den Schweizer Rascher-Verlag veräußerte. In der Schweiz verfallen aber Übersetzungsrechte nicht wie in Deutschland, wenn diese nicht genutzt werden, sondern bleiben erhalten. So erhob der Rascher-Verlag seine Ansprüche, als Suhrkamp sein Übersetzungsvorhaben startete. Man einigte sich darauf, dass Rascher die Vertriebsrechte der Ausgabe für die Schweiz erhielt.[76]

Auf dem Titelblatt wurden denn auch beide Verlage genannt, während auf der folgenden Seite als Rechteinhaber allein Suhrkamp aufgeführt wird.

Als Übersetzerin engagierte Suhrkamp eine Frau, die ihm von Ernst Robert Curtius empfohlen worden war: Eva Rechel-Mertens.[77] Sie hatte 1925 bei Curtius mit einer Arbeit über „Balzac und die bildende Kunst“ promoviert und zuvor als seine Assistentin gearbeitet.[78] 1924, noch war die Schottlaender-Übersetzung nicht erschienen, bat Curtius seine Assistentin, probeweise Seiten des ersten Bandes der Recherche zu übersetzen. Vielleicht – das legt Nora Bruegmann in ihrer Dissertation nahe – wollte er Rechel-Mertens dem Verlag „Die Schmiede“ als Übersetzerin vorschlagen, sollte Schottlaender mit seiner Übersetzung nicht zurechtkommen.[79] Dazu kam es bekanntlich nicht.

Erste Gespräche zwischen dem Suhrkamp-Verlag und Eva Rechel-Mertens fanden im Dezember 1952 statt.[80] Die Übersetzerin unterschrieb den Vertrag mit dem Verlag am 18. März 1953.[81] Der erste Band ihrer Übersetzung erschien bereits im Oktober desselben Jahres, der letzte im Frühjahr 1957. Ursprünglich hatte Suhrkamp von der Übersetzerin verlangt, noch schneller zu arbeiten, so dass der letzte Band bereits 1956 herausgekommen wäre. Der Verleger begründete das mit der Geschichte der deutschen Proust-Übersetzung: „Deshalb dürfe die Herausgabe nicht mehr zerstreut erfolgen, sondern so konzentriert wie irgend möglich.“[82] Dem konnte sich Rechel-Mertens widersetzen. Dennoch blieb der Zeitdruck enorm. Inhaltlich arbeitete die Übersetzerin im Verlag mit Siegfried Unseld zusammen, mit dem sie sich über Fragen, wie etwa mit den Zitaten im Roman umzugehen sei, oder wie die einzelnen Titel der Bände zu übersetzen wären, austauschte.[83]

Suhrkamp selbst meldete sich bei der Übersetzerin, als diese am Band 4, also an Sodome et Gomorrhe, saß. Der Verleger mutmaßte, dass Rechel-Mertens Probleme bei den „heiklen Partien“ haben werde, in denen es um die männliche Homosexualität geht. Er riet ihr in einem Brief vom Juni 1955 : „Unter Umständen wird es noch notwendig sein, zu den heiklen Partien, die Homosexuellen betreffenden Partien, jemanden aus dieser Gesellschaft zuzuziehen.“[84] Die Übersetzerin antwortete, dass es in Heidelberg „kein deklariertes ‚Milieu‘ dieser Art“[85] gäbe, und spielte den Ball an Suhrkamp zurück: „Sollte in Frankfurt der Kontakt leichter sein, so wäre ich vor allem den Herren Ihres Verlages für jeden Korrekturvorschlag sehr dankbar, vielleicht kommen Sie leichter dazu (…).“[86] Der Briefwechsel dokumentiert, wie stark Mitte der 1950er-Jahre männliche Homosexualität, die damals noch unter Strafandrohung stand, gesellschaftlich tabuisiert war. Er dokumentiert zugleich, dass Eva Rechel-Mertens bestimmten Zuweisungen des Verlags mit Verve und einem gewissen Witz begegnete.

(Teil II, der im Februar erscheint, thematisiert die Reaktionen auf diese erste vollständige Übersetzung der Recherche durch Rechel-Mertens, untersucht die Revisionen, die Luzius Keller und Sibylla Laemmel in den 1990er-Jahren im Auftrag des Suhrkamp-Verlags vornahmen, erwähnt die Übersetzung des ersten Bandes durch Michael Kleeberg und geht ein auf die ab 2013 erscheinende vollständige Neuübersetzung von Bernd-Jürgen Fischer im Reclam-Verlag.)

  • Dietrich Leder

[1] Jochen Stremmel, Literaturwissenschaftler und Übersetzer, verdankt dieser Text nicht nur die Idee, sondern auch viele Überlegungen und Anmerkungen! Auf weitere Gespräche, Jochen!

[2] Ich beziehe mich zunächst auf die Kleinoktav-Ausgabe: Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Band 1: In Swanns Welt. Deutsch von Eva Rechel-Mertens (1953). [Ausgabe in zehn Bänden] Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1979. S. 115. Nachfolgend: Proust, [Angabe des jeweiligen Bandes] (Rechel-Mertens 1979).

[3] Ursula Voß, Der Flieder im Garten von Combray. Marcel Prousts Blumen. Mit zahlreichen Illustrationen (2016). Sonderausgabe Berlin [Insel] 2022. S. 14. 

[4] Ich beziehe mich auf die Ausgabe in drei Bänden: Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Aus dem Französischen übersetzt von Eva Rechel-Mertens, revidiert von Luzius Keller und Sibylla Laemmel (1994-2004). [Ausgabe in drei Bänden] 2. Auflage Frankfurt am Main [Suhrkamp] 2018. Nachfolgend: Proust, [Angabe des jeweiligen Bandes] (Keller/Laemmel). 

[5] Die Gattungsangabe „Roman“ enthält keiner der zu Lebzeiten von Proust erschienenen Ausgaben. Vgl. Gérard Genette, Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches. (1987) Mit einem Vorwort von Harald Weinrich. Aus dem Französischen von Dieter Hornig. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 2001. S. 97.

[6] Vgl. ebenda, S. 64.

[7] Vgl. hierzu wie zu den weiteren Details der Erstausgabe des ersten Bandes: Luzius Keller, Proust 1913. Momentaufnahmen mit Rückblenden und Vorausblenden. Hamburg [Hoffmann und Campe] 2013.

[8] Vgl. Jean-Yves Tadié, Marcel Proust. Biographie. (1996) Aus dem Französischen von Max Looser. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 2017. S. 703-704.

[9] Ebenda, S. 690-691. 

[10] Ebenda, S. 706.

[11] Ebenda.

[12] Ebenda, S. 836.

[13] Ebenda, S. 892.

[14] Vgl. Bernd-Jürgen Fischer: Vorwort. In: Ders. (Hrsg.), Auf der Suche nach Marcel Proust. Ein Album in Bildern und Texten. Mit 112 Abbildungen. Ditzingen [Reclam] 2020. S. 7-13. Hier: S. 13.

[15] Vgl. Bernd-Jürgen Fischer, Zur Textgrundlage. In: Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Band 1: Auf dem Weg zu Swann. Übersetzung und Anmerkungen von Bernd-Jürgen Fischer. Stuttgart [Reclam] 2013. S. 590. Nachfolgend: Proust, [Angabe des jeweiligen Bandes] (Fischer).

[16] Samuel Beckett, Proust. Essay (1931). In der Übersetzung von Marlis und Paul Pörtner, überarbeitet unter Mitwirkung von Werner Morlang, teilweise neu übersetzt und mit Anmerkungen und Literaturhinweisen versehen von Katharina Raabe. Zürich [Arche] 2001. S.7. 

[17] Vgl. Luzius Keller, Nachwort des Herausgebers. In: Proust, Band 6: Die Flüchtige (Keller/Laemmel), a.a.O., S. 429-491. Hier: S. 439.

[18] Auf die komplizierte Editionsgeschichte gerade dieses Bandes sei hier nicht eingegangen. Näheres dazu ebenda, S. 440-443.

[19] Vgl. Bernard Brun, Warum Marcel Prousts Roman neu herausgeben? In: In: Marcel Proust Gesellschaft (Hrsg.), Marcel Proust. Lesen und Schreiben. Frankfurt am Main [Insel] 1983. S. 124-136.

[20] Genette, Paratexte, a.a.O., S. 379-380.

[21] Roland Barthes, Ein Mensch, eine Stadt: Marcel Proust. France Culture (1978). In: Ders., Proust. Aufsätze und Notizen. Herausgegeben von Bernard Comment. (2020) Aus dem Französischen von Bernard Brühmann und Bernd Schwibs. Berlin [Suhrkamp] 2022. Hier: S. 113. 

[22] Roland Barthes, Auszüge aus »Die Vorbereitung des Romans“. In: Ders., Proust. Aufsätze und Notizen. Herausgegeben von Bernard Comment. (2020) Aus dem Französischen von Bernard Brühmann und Bernd Schwibs. Berlin [Suhrkamp] 2022. S. 171-191. Hier: S. 189.

[23] Ebenda.

[24] Barthes, Ein Mensch, eine Stadt …, a.a.O., S. 115. 

[25] Ebenda. 

[26] Brief an Sydney und Violet Schiff vom Juni 1921. Zit. n. Tadié, Marcel Proust., a.a.O., S. 887.

[27] Vgl. Proust, Band 6: Die Entflohene (Fischer), a.a.O., S. 341. Diese Handschrift wird ebenda detailliert beschrieben.  

[28] Vgl. Paul de Man, Lesen (Proust). In: Ders., Allegorien des Lesens. Aus dem Amerikanischen von Werner Hamacher und Peter Krumme. Mit einer Einleitung von Werner Hamacher. (1979) Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1988. S. 91-117. Hier: S. 91.

[29] Zit. n. Voß a.a.O., S. 14. 

[30] Marcel Proust: À la recherche du temps perdu. Bd. 1: Du Côté de Chez Swann. Kapitel 0.19. Texte intégral en  une seule page: https://alarecherchedutempsperdu.org/marcel-proust/. Nachfolgend: Proust, Recherche.

[31] Marcel Proust, Das Flimmern des Herzens. Aus dem französischen Druckbogen erstmals übersetzt, mit einem Anhang und einem Vorwort versehen von Stefan Zweifel. [Varianten des Textes von Bd.1 anhand der Geschichte der Druck- und Korrekturbögen der ersten frz. Ausgabe von 1913] Berlin [Die Andere Bibliothek] 2017. Hier: S. 255/257. Nachfolgend: Proust, Flimmern.

[32] Ebenda, S. 256. 

[33] Vgl. Anita Albus, Im Lichte der Finsternis. Über Proust. Frankfurt am Main [Fischer] 2011. S. 69.

[34] Andreas Isenschmid, Marcel Proust. (=Leben in Bildern) Berlin [Deutscher Kunstverlag] 2017.

[35] Ebenda, S. 6-23, hier: S. 13.

[36] Andreas Isenschmid, Der Elefant im Raum. Proust und das Jüdische. München [Hanser] 2022. Verblüffend an dieser kenntnisreichen Studie ist nur, dass der Autor das Buch von Saul Friedländer zum „teiljüdischen Hintergrund“ des Ich-Erzählers nicht erwähnt, das stellenweise zu anderen Ergebnissen gelangt. Vgl. Saul Friedländer, Proust lesen. Ein Essay. Aus dem Englischen übersetzt von Annabel Zettel. München [Beck] 2020.

[37] Vgl. Marcel Proust, Gegen Sainte-Beuve. Übersetzt von Helmut Scheffel. (=Frankfurter Ausgabe Werke III. Band 3) Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1997.

[38] Barthes, a.a.O., S. 94. 

[39] Ebenda, S. 122. 

[40] Ebenda.

[41] Luzius Keller, Nachwort des Herausgebers. In: Proust, Band 1: Unterwegs zu Swann (Keller/Laemmel), a.a.O., 619-639. Hier: S. 638.

[42] Proust, Band 1: Unterwegs zu Swann (Keller/Laemmel), a.a.O., S. 123-124.

[43] Eva Rechel-Mertens war am 12. Oktober 1981 im Alter von 86 Jahren gestorben, konnte also an dieser Revision weder mitwirken noch dazu befragt werden. 

[44] Siehe dazu Luzius Keller, Literaturkritische Aspekte der Proust-Edition. In: Marcel Proust Gesellschaft (Hrsg.), Marcel Proust und die Kritik. Frankfurt am Main/Leipzig [Insel] 2000. S. 95-107.

[45] Marcel Proust, Nachgelassenes und Wiedergefundenes. Übersetzt von Melanie Walz. (=Frankfurter Ausgabe Supplementband) Frankfurt am Main [Suhrkamp] 2007. 

[46] Marcel Proust, Der geheimnisvolle Briefschreiber. Frühe Erzählungen. Gefolgt von: An den Quellen von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Luc Fraisse. Transkription der Texte, mit Anmerkungen und Einleitung versehen von Luc Fraisse. Übersetzt von Bernd Schwibs. Berlin [Suhrkamp] 2021.

[47] Siegfried Unseld, Proust in Deutschland verlegen (1982/1999). In: Reiner Speck/Michael Maar (Hrsg.), Marcel Proust. Zwischen Belle Èpoque und Moderne. Frankfurt am Main 1999. S. 215-238.

[48] Ebenda, S. 236.

[49] Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. I – In Swanns Welt. Deutsch von Eva Rechel-Mertens. Frankfurt am Main/Zürich [Suhrkamp/Rascher] 1953. S. 128. Nachfolgend: Proust [Angabe des jeweiligen Bandes] (Rechel-Mertens 1953).

[50] Eva Rechel-Mertens, Zur Übersetzung der Recherche (1967). In: Achim Hölter (Hrsg.), Marcel Proust. Leseerfahrungen deutschsprachiger Schriftsteller von Theodor W. Adorno bis Stefan Zweig. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1998. S. 193-198. Hier: S. 192.

[51] Zur Geschichte des Verlags vgl. Nathalie Mälzer, »Proust oder ähnlich«. ProustÜbersetzen in Deutschland. Eine Studie. Berlin [Das Arsenal] 1996. S. 57-21.

[52] Marcel Proust, Auf den Spuren der verlorenen Zeit. Erster Band: Der Weg zu Swann. Übertragen von Rudolf Schottlaender. Berlin [Die Schmiede] 1926. Hier: S. 5. Nachfolgend: Proust: Erster Band: Der Weg zu Swann (Schottlaender).

[53] Ebenda, S. 264.

[54] All das hier Dargestellte und Beschriebene fällt unter die Kategorie, die Gérard Genette als „Paratext“ bezeichnet hat. Paratexte bestimmen die Lektüre dessen mit, was klassisch als reiner Text wahrgenommen und erörtert wird. Vgl. grundlegend dazu: Genette, Paratexte, a.a.O.. Genette bezieht sich in diesem Buch immer wieder auf Proust und die französischen Ausgaben der Recherche.

[55] Vgl. Walter Benjamin, Briefe I. Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Gershom Scholem und Theodor W. Adorno. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1978. S. 431. 

[56] Vgl. Mälzer, a.a.O., S. 53-67. 

[57] Walter Benjamin, Briefe II. Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Gershom Scholem und Theodor W. Adorno. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1978. S. 538. 

[58] So der Romanist Kurt Wais. Zit.n. Achim Hölter, Nachwort. In: Ders., In: Achim Hölter (Hrsg.), Marcel Proust. Leseerfahrungen deutschsprachiger Schriftsteller von Theodor W. Adorno bis Stefan Zweig. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1998. S. 289-342. Hier: S. 305.

[59] Vgl. Walter Benjamin, Gesammelte Schriften. Übersetzungen Supplement III. Marcel Proust: Guermantes. Hrsg. von Hella Tiedemann-Bartels. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1987. 

[60] Vgl. Nora Bruegmann, Auf der Suche nach der Welt: Eva Rechel-Mertens‘ Proust-Übersetzung im Suhrkamp-Verlag (1953-2002). [Eine 2015 veröffentlichte Dissertation an der Vanderbilt University in Nashville/Tennessee.] S. 47. 

Online unter: https://ir.vanderbilt.edu/bitstream/handle/1803/14734/NoraBruegmann.pdf?sequence=1

[61] Ernst Robert Curtius, Aus dem Verriß von Schottlaenders Übersetzung (1926). In: Achim Hölter (Hrsg.), Marcel Proust. Leseerfahrungen deutschsprachiger Schriftsteller von Theodor W. Adorno bis Stefan Zweig. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1998. S. 39.

[62] Edgar Mass, Proust in Deutschland lesen. In: Marcel Proust Gesellschaft (Hrsg.), Marcel Proust. Werk und Wirkung. Frankfurt am Main [Insel] 1982, S. 101-123. Hier: S. 110. 

[63] Vgl. Mälzer, a.a.O., S. 121-145.

[64] Rudolf Schottlaender, Erwiderung (1926). In: Achim Hölter (Hrsg.), Marcel Proust. Leseerfahrungen deutschsprachiger Schriftsteller von Theodor W. Adorno bis Stefan Zweig. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1998. S. 40-42. Hier: S. 40. 

[65] Ebenda, S. 42. 

[66] Ulrike Sprenger, Proust-ABC. Leipzig [Reclam] 1997. S. 207.

[67] Zit. n. Bruegmann, a.a.O., S. 129.;

[68] Schottlaender, a.a.O., S. 251.

[69] Proust, Erster Band: Der Weg zu Swann (Schottlaender), a.a.O., S. 118-119. 

[70] Peter Suhrkamp, Mein Weg zu Proust. (1953) In: Ders., Der Leser. Reden und Aufsätze. Berlin/Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1960. S. 116-124. Hier S. 117. Dass der Sammelband nicht den Titel „Ein Verleger“ oder „Ein Leser“ trägt, sondern stolz verallgemeinernd „Der Leser“ überschrieben wurde, deutet an, dass er den Verleger adeln sollte, der darob nicht verlegen wirkte. 

[71] Ebenda, S. 118. 

[72] Ernst Robert Curtius, Marcel Proust. (1925) Berlin/Frankfurt am Main [Suhrkamp] o. J. [1955].

[73] Bernd-Jürgen Fischer, Übersetzungen. In: Ders., Handbuch zu Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Stuttgart [Reclam] 2017. S. 137-200. Hier: S. 139. 

[74] Die Summe wird in einer Spiegel-Titelgeschichte des Jahres 2022 erwähnt, die sich als typische Sommerlochstory der Insel Sylt widmet. Vgl. Sebastian Hemmelehe, Diese eine Insel. In: Spiegel, Nr. 30, 23. 7. 2022, S. 100-107. Hier: S. 105. 

[75] Christian Kracht, Eurotrash. Roman. Köln [Kiepenheuer & Witsch] 2021. S. 36.

[76] Vgl. Mälzer, a.a.O., S. 69. 

[77] Vgl. Unseld, a.a.O., S. 225.

[78] Ausführliche biografische Angaben zu Rechel-Mertens finden sich in: Bruegmann, a.a.O., S. 47ff. 

[79] Ebenda, S. 44. 

[80] Ebenda, S. 72.

[81] Ebenda, S. 78.

[82] Zit. n. ebenda S. 79.

[83] Bruegmann hat den Briefwechsel einsehen können und zitiert Passagen aus diesem. Vgl. ebenda S. 80 ff.

[84] Zit. n. ebenda, S. 121.

[85] Zit. n. ebenda, S. 122.

[86] Zit. n. ebenda.

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