Good Will hunted Mit leichter Hand erzählt Mark Haddon eine tragische Geschichte und fühlt sich auf ganz erstaunliche Weise in das Innenleben eines Autisten ein. Wenn Erwachsene sich in die Erzählperspektive von Kindern und Jugendlichen hineinversetzen, geht das nicht selten schief. Entsprechen diese Kinder dann auch noch nicht den gängigen Klischees, sondern sind verhaltensauffällig oder behindert, so sind die zu umschiffenden Peinlichkeiten und Fettnäpfchen Legion. Da kann es helfen, wenn der Autor nicht aus der Ferne vom Schreibtisch aus die Kinderwelt betritt, sondern wirkliche Lebenserfahrung mit solchen Kindern hat. Howard
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Eine Hochzeit und ein Todesfall In seinem zweiten Roman stellt Georg M. Oswald mit wunderbarer Ironie die Welt der Schönen und Reichen bloß. Mit „Alles was zählt“, einer Kriminalgeschichte um Macht, Geld und Erfolg, ist ihm der große Durchbruch gelungen, auch international: Übersetzungen in zwölf Sprachen sind für einen jungen deutschen Autor schon ein beachtlicher Erfolg. Nun also „Im Himmel“ – schon der Titel kann in vielerlei Richtungen gedeutet werden. Ist er eine Anspielung auf die nur scheinbar sorgenfreie Schicki-Micki-Welt, aus der heraus der Ich-Erzähler berichtet, oder ist der siebte
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Wenn schon road, dann bitte movie ! Halten Sie ein Buch, das fast komplett auf der Autobahn spielt, für eine gute Idee? Ich auch nicht. Johannes W. Betz hat es trotzdem geschrieben und ist damit voll gegen die Planke gefahren. Ungebremst von seiner Routine als Autor von Fernsehserien („Die Cleveren“) und -filmen („Doppeltes Dreieck“). Dabei sollte man doch erwarten, dass so einer wenigsten weiß, wie man eine spannende Geschichte baut, wenn’s schon mit der Sprache hapert. Storyline: Alles wie im richtigen Fernsehen Besser Sie schnallen sich an, denn die Story
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Literaturagentin mit der Lizenz zum Töten Jasper Fforde, der in England schon als Kultautor gehandelt wird, hat mit Der Fall Jane Eyre einen etwas albernen, vor skurrilen Ideen strotzenden Nonsens-Roman geschrieben – und kommt in seinen besten Momenten nahe an Lewis Carroll und Douglas Adams heran. Dass die Engländer einen an der Waffel haben, ist nichts Neues. Da gibt’s „speed-drinking“-Bars mit Schnaps im Bier, Hunde-Hürdenrennen, skurrilen Comic-Boulevard, seltsames Essen, seltsames Wetter, seltsame Mode. Und einen eigenwilligen Umgang mit der Realität: Noch immer sind die meisten davon überzeugt, sie wären 1966
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Bilder für die Einsamkeit Die „Luftfische“ in Anke Velmekes gleichnamigem Debütroman zu angeln, erfordert viel Ruhe und ein hohes Maß an Konzentration. Eben mal auf ein paar Seiten die Angel auszuwerfen, führt zu unbefriedigenden Ergebnissen. AnkeVelmeke, Jahrgang 1963, lebt als freie Übersetzerin, Journalistin und Autorin in der Nähe von Wiesbaden, was schon beinahe ungewöhnlich ist für junge Autoren, die momentan auf den Markt drängen: Kaum eine Biographie kommt ohne die Nennung des Wohn- und Handlungsortes Berlin aus. Und wie um dieses biographische „Manko“ auszugleichen, wartet auch Anke Velmeke – neben
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Auf schmalen Kamm geritten Die Wucht, mit der Nunn mit Worten auf den sich brechenden Wellen reiten kann, hätte man sich auch in den Dialogen, im gesamten Spannungsbogen des Romans gewünscht. Die Wellen, die Nunn durchaus mit Sprache schlagen kann, tragen nicht durch das Buch, laufen schaumschlagend ins Leere aus. Surfer haben ihre eigenen Legenden. Und Surfer haben ihr eigenes Vokabular. Das bekommt zu spüren, wer sich mit Kem Nunn auf die Suche nach „Heart Attacks“, einem Wellen-Mythos irgendwo im Norden Kaliforniens, dem letzten „Secret-spot“ begibt. Da wird gefachsimpelt über
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Das Unglück nimmt seinen Lauf Bestechend an diesem Roman ist der trockene schwarze Humor, mit dem Raine seine Charaktere entwickelt. Gerade die Nebenfiguren sind ihm wunderbar geglückt. Die Eskalation der Handlung, die irrwitzige Spirale der Gewalt, die aus einer alltäglichen Situation heraus entsteht, gelingt ihm vollkommen überzeugend. Woodvale, eine Kleinstadt im Dunstkreis Londons, die Straßen überflutet von einem heftigen Sommergewitter. Ein Tramper am Straßenrand und ein Kleinlaster, der durch eine Pfütze am Straßenrand prescht, dass das Wasser nur so spritzt. Es ist eine beinahe alltägliche Situation, mit der das Unglück
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Gute Reiselektüre Christopher G. Moore geht sofort auf den ersten Seiten seines Romans in die Vollen. Eine düstere Bar in Bangkoks Rotlichtbezirk Patpong, ein Barmädchen, das sich einen Aal zwischen die Beine schiebt und eine Leiche, die Stück für Stück an die Flughunde in einem Käfig über der Theke verfüttert wird, das ist sicherlich nichts für zartbesaitete Gemüter. Doch keine Angst, alles ist nur ein Traum und ganz so schlimm ist das Bangkok Moores dann doch nicht. Moores Kriminalromane um den in Thailand arbeitenden Privatdetektiv Vincent Calvino genießen in Bangkok
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