Ohne Wenn und Aber ein Standardwerk Es gibt Bücher, die sind kompetent gemacht und nützlich. Lexika, zum Beispiel. Es gibt aber auch Bücher, die sind zudem noch unterhaltsam, witzig, an Kenntnissen reich und wichtig. Das Lexikon der Jazz-Standards gehört in diese Kategorie. Jazz-Standards sind, wie der Name schon sagt, Musikstücke, die durch die Jazz-Geschichte in unendlicher Gestalt mäandern, manchmal verschwinden, irgendwann wieder und vermehrt auftauchen, Konjunktur haben, totgenudelt und plötzlich wieder ganz neu & frisch sind. Jazz-Standards sind nicht unbedingt Jazz-Kompositionen (wenn dies contradictio mal erlaubt ist), sondern können aus
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Grandiose Sammlung abseits der Pop-Industrie Allein schon diese 25 Titel zum Thema auf einer CD versammelt zu haben, ist eine dankenswerte Leistung, weil sie abseits der Pop-Industrie Musik hörbar macht, die Menschen gerne hören. Christoph Wagner ist der Mann, der alles über Akkordeons und Akkordeon-Musik weiß, vielleicht sogar noch mehr als E. Annie Proulx. Deswegen ist es nur logisch, dass er bei Trikont eine grandiose Sammlung von Polkas herausgegeben hat, so wie man sie in den USA hören konnte und kann. Denn die Polka lebt vom Akkordeon und das Akkordeon
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Erfolgreich und von höchster Qualität Kahns Buch ist eine Kontextstudie, in deren Mittelpunkt das Kunstwerk steht. Als ich vor zwei Jahren die Originalausgabe von Ashley Kahns grandiosem Buch über eine einzige Schallplatte, eben Miles Davis` „Kind of Blue“, auf den Schreibtisch bekam, durchzuckten mich zwei neidgrüne Blitze: Erstens – warum hast du das nicht selbst geschrieben? Zweitens – warum kannst du es nicht verlegen? Blitz zwei hat sich erledigt, denn die deutsche Ausgabe sieht angemessen schön aus und ist dito angemessen schön übersetzt. Blitz eins nagt auch nach nochmaliger Lektüre
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Makabre und sehr interessante Kontextstudie zum Jazz „Jazz & Death“ ist nicht nur ein makabres und schwarzhumorig-lustiges Buch, sondern eine sehr interessante Kontextstudie zum Jazz. Wollen wir das eigentlich wirklich so genau wissen? Vermutlich ist Billie Holiday im Manhattan Hospital am 17. Juli 1959 deswegen gestorben, weil sie sich, von Leberzirrhose und Herzschwäche eh schon stark angeschlagen, ein paar Dollarscheine in die Vagina geschoben, dadurch den dort angebrachten Katheder infiziert hat, der das Ganze an die Blase und schließlich an die Nieren weitergeben hat, was letztlich zu einer tödlichen Nierenentzündung
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The Soul of the Black Panther Era. „Black & Proud“ auf jeden Fall ist ein Projekt, das keinesfalls in Nostalgie aufgeht, sondern diese USA today umso verständlicher macht. Schön ist das nur als Musik. Ältere Menschen wissen es noch aus den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts: Public Enemy, Tupac Shakur und alle Gangsta-Rapper und HipHopper unserer Tage sind nicht vom Himmel gefallen, sondern stehen in einer langen Tradition. Als sich die Bürgerrechtsbewegung in den 60ern und 70ern zu radikalisieren begann und Huey P. Newton 1967 die „Black Panther
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Wozu denn Reue? Reportagen, Erinnerungen und Porträts aus der Zeit der heute fast schon wieder vergessenen Kriege auf dem Territorium von Ex-Jugoslawien. Im Schatten des seit dem Anschlag auf die Twin Towers in New York und aktuell dem Zug-Attentat von Madrid alles überragenden Top-Themas ‚Terrorismus‘, schwelt immer noch ein Gewalt-Konflikt in unserer europäischen Nachbarschaft weiter. Auf den brodelnden Kochtopf, den wir etwas zu verallgemeinernd das Etikett ‚Balkan‘ gegeben haben, liegt nur ein durch verschiedene Abkommen zusammengehaltener Deckel. Jederzeit kann der in dieser Region immer latente Hass der diversen Ethnien wieder
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Aus dem Leben der Eintagsfliegen Nach dem großen Erfolg von Jeffrey Eugenides‘ Middlesex ist jetzt auch sein Erstling wieder neu aufgelegt worden – und bietet mit großem Einfühlungsvermögen und einer poetischen Sprache ein exzellentes Lesevergnügen. „An dem Morgen, an dem schließlich die letzte Lisbon-Tochter ihren Selbstmordversuch unternahm – Mary diesmal, mit Schlaftabletten wie Therese –, wussten die Sanitäter schon genau, wo die Schublade mit den Messern war, wo der Gasherd und wo im Keller der Balken, an dem man sich aufknüpfen konnte.“ Vor über zehn Jahren erschien im sehr engagierten
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Lakonisch-düstere Endlosschleife Von triebgesteuerten Männern, scheiternden Aussteigertypen und paranoiden Großstadtmenschen. Sibylle Berg bleibt sich selber treu. Ein Mann. Allein. Auf seinem Bett. In der fernöstlichen Nacht. Bei vierzig Grad hinterm Moskitonetz. In den Ecken: Spinnen und Riesenkakerlaken. Er starrt an die Decke. Raucht eine nach der anderen. Das Betttuch klebt, die Haut auch. Er weiß, dass Schlafen keinen Sinn macht. Wozu auch? „Die Nächte schwül und zu lang, die Tage heiß und zu hell und so allein, dass noch nicht einmal ein Gespräch mit sich selber möglich.“ Was ihn hierher
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