Politthriller Tag

Politthriller gegen Rechts Der Titel „Operation Machtergreifung“ erinnert an 1933. Allerdings konfrontiert Autor Jörg H. Trauboth in seinem Politthriller den Leser mit einem Staatsstreich, der schon in drei Jahren Deutschland zurück in die dunklen Seiten des Faschismus werfen könnte. Die Partei für Deutschland, man muss nicht lange rate, für wen sie steht, versucht bei der Bundestagswahl 2029 die Macht an sich reißen. Bleiben wir beim Wort reißen, besser Reißer. Mit einer clever inszenierten Entführung des Bundeskanzlers Joachim Münster durch rechtsradikale Verschwörer in der Wewelsburg bei Paderborn, einst Kultstätte der SS,Read More
»Der Wirklichkeit keine Gewalt antun« Der erste deutschsprachige Hardboiled-Roman stammt aus Wien und dem Jahr 1953 Wenn man es nicht wüsste, könnte man sich in einem Roman von Ross Thomas wähnen. So modern, bissig, elegant und unverstaubt ist, was die österreichischen Autoren Milo Dor und Reinhard Federmann zwischen 1951 und 1956 als Hardboiled-Polithriller geschrieben haben. Es ist nur bisher nicht genügend aufgefallen. Zeit, dieser Pioniertat, die Hammett und Chandler in einem aufregend aktuellen Kontext fusionierte, einen Lorbeerkranz zu flechten. Es geht um drei Romane, der wichtigste von ihnen, »Internationale Zone«Read More
Crime im TV
Der Fernsehkrimi im deutschen Fernsehen boomt. Ungezählt all die Verbrechen, die jeden Tag auf dem und für den Bildschirm begangen und die fast ausnahmslos in maximal 89 Minuten aufgeklärt werden. Dietrich Leder, der viele Jahre für die „Medienkorrespondenz“ über das Fernsehen schrieb, ehe dieses zweiwöchentliche Periodikum im Dezember 2021 eingestellt wurde, nimmt sich jeden Monat eine Erscheinung des laufenden Krimi-Programms vor und seziert, wie es die Darsteller der Pathologinnen und Pathologen in den Serien versprechen.  Folge 13: Der „Tatort“ als Politthriller Der Start von Corinna Harfouch als neuer „Tatort“-Kommissarin des RBBRead More
Eine Frage der Perspektive(n) Sonja Hartl über den neuen Roman von Merle Kröger Wer genau erzählt hier eigentlich? Diese Frage ließ mich nicht los bei Merle Krögers „Die Experten“, sie war es, die sich von Seite zu Seite immer drängender stellte. Noch auf der ersten Seite habe ich notiert, die Perspektive erinnere mich an eine Kamera, präziser ausgedrückt eine Überwachungskamera, eine jener runden Dinger, die an Decken oder in Ecken angebracht sind. Dieser Vergleich drängt sich auf, Merle Kröger ist auch Filmemacherin – und doch greift er zu kurz: dennRead More