Nik Helbling Tag

Brigitte Helbling: Lesen, Schauen, Wiederlesen LESEN: MRX MASCHINE MRX-MASCHINE: Ich habe das Buch jetzt schon zum dritten Mal gekauft, und das will etwas heißen für jemanden, die Bücher lieber erstmal aus der Bibliothek holt (und nicht nur wegen Platzmangel in den Regalen). Natürlich war grad Weihnachten, und ich wollte das Buch verschenken. Es ist ein hübsches, knapp 200 Seiten umfassendes Bändchen von Matthes & Seitz, erschienen bereits 2018 in der Reihe „Fröhliche Wissenschaft“. Weshalb wollte ich es verschenken, wo ich es selbst noch gar nicht fertig gelesen hatte. Vermutlich, damitRead More
Brigitte Helbling: Die Netze ausgeworfen In 2024 habe ich mir endlich Olivia Laings The Lonely City (Canongate 2017) vorgenommen. The Lonely City erzählt von Einsamkeit in der Großstadt und ihre Manifestationen in den Künsten, befasst sich u.a. mit Hitchcock, Nomi, Solanas, Goldin, vor allem aber mit Hopper, Warhol, Darger, Woynarowicz; Alleinsein/Einsamsein als Kunst, oder als Bedingung für Kunst… der Untertitel lautet „Adventures in the Art of Being Alone” (was sich auf mehrere Arten lesen lässt). Die sehr feine Übersetzung von Thomas Mohr entschied sich in diesem Fall für Eindeutigkeit: DieRead More
Niklaus Helbling: Den Atem anhalten Solenoid von Mircea Cartarescu (Paul Zsolnay Verlag, Wien 2019) ist eine fordernde Lektüre, eine Art magischer rumänischer Realismus mit Hang zur Zerfalls-Ästhetik (Jean Améry) und einem ausufernd erzählendem Ich, das ganz Bukarest verschlingt und als magnetisch-alchemistische Kraftwerk wieder ausscheidet. Der Erzähler liebt gruselige labyrinthische Gebäude, wird darin als Kind zu den Ärzten, Zahnärzten, Impfschwestern geschickt, steht dann als trauriger Lehrer vor wilden gesichtslosen Kindern, kreuzt exzentrische Kollegen im Lehrerzimmer, schläft mit Lehrerin Irina im Magnetfeld seines düsteren schiffförmigen Hauses, in dessen Keller es ein Solenoid (titelgebendeRead More