Frankfurt, von unten … und ein halb vergessener Schriftsteller Zu »Schuld und Unschuld. Die Wandlung des Henry Jaeger« von Jakob Stein In einem Jahr, am 29. Juni 2027, wird ein waschechter Frankfurter Schriftsteller hundert Jahre alt. Er starb bettelarm, nicht zuletzt Opfer der verdammten Schere zwischen E und U, die es in anglophonen Ländern nicht gibt, wohl aber bei uns. »Unterhaltende« Literatur, so beten sie immer noch in unseren Feuilletons, hat etwas Minderwertiges zu sein. Aus diesen Niederungen darf keiner mit Kriminalromanen aufsteigen, und wer als Autor selbst aus einem
Read More Ins zerbombte Berlin der Stunde Null Berlin, 1946. Die einst stolze Stadt eine Trümmerwüste, die Menschen versehrte Überlebende, der Winter erbarmungslos. Auf der Suche nach Motiven stößt Marielouise „Lou“ Faber in den Ruinen von Berlin-Kreuzberg wenige Tage vor Weihnachten auf eine weibliche Leiche, deren Hände gefaltet sind. Noch kann die junge Frau mit der Leica nicht ahnen, dass sie Teil der Ermittlungen von Kommissar Alfred König wird, der sich auf die Suche nach dem Täter begibt. „Die weiße Nacht“ ist der mehr als vielversprechende Auftakt einer neuen historischen Krimireihe aus
Read More Recherche aus den Hinterzimmern der Macht Bodo V. Hechelhammer: Techniker der Macht – Wolfgang Döring: Die FDP zwischen Rechtsnationalismus und Rechtsstaatlichkeit. Brill | Schöningh, Paderborn 2025. 427 Seiten, 49,90 Euro. Wolfgang Döring gilt als einer der umstrittensten Politiker der FDP. Geprägt von den Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, schloss er sich den nordrhein-westfälischen Freien Demokraten an und trieb als Hauptgeschäftsführer dort die rechtsnationale Sammlungsbewegung voran. Als Landtagsabgeordneter in Düsseldorf initiierte er ein Misstrauensvotum, das den Sturz der Landesregierung herbeiführte und die Bildung der ersten sozialliberalen Koalition ermöglichte. Um
Read More »Der Wirklichkeit keine Gewalt antun« Der erste deutschsprachige Hardboiled-Roman stammt aus Wien und dem Jahr 1953 Wenn man es nicht wüsste, könnte man sich in einem Roman von Ross Thomas wähnen. So modern, bissig, elegant und unverstaubt ist, was die österreichischen Autoren Milo Dor und Reinhard Federmann zwischen 1951 und 1956 als Hardboiled-Polithriller geschrieben haben. Es ist nur bisher nicht genügend aufgefallen. Zeit, dieser Pioniertat, die Hammett und Chandler in einem aufregend aktuellen Kontext fusionierte, einen Lorbeerkranz zu flechten. Es geht um drei Romane, der wichtigste von ihnen, »Internationale Zone«
Read More Gerhard Beckmann über den Debutroman von Susanne Abel Susanne Abels Debütroman „Stay Away from Gretchen“ ist ein Roman über farbige GIs, junge deutsche „Negernutten“ und die „brown babies“. Ein Meisterwerk über die Traumata, in denen der Rassismus der Nachkriegszeit bis heute nachwirkt. Der neue Autorinnen-Name weckt hohe Lesehoffnungen. Denn Susanne Abel schließt soeben das Manusskript des Fortsetzungsromans ab, der von einer gleichen Substanz und literarischen Qualität ist. Es ist eine spannende Lektüre, die dieser Roman uns bietet. Er fesselt so ungemein, auf eine solch schriftstellerisch perfekte, überzeugende Weise, dass ihn allein das
Read More Geschlossene Türen im Exilland und fremd im eigenen Land: wie man als Exilant:in Wolfgang Borchert, der am 20. Mai einhundert Jahre alt geworden wäre, heute liest. (Mit diesem Thema beschäftigt sich auch eine Veranstaltung mit Exilautorinnen und Autoren im Rahmen des Festivals „Hamburg liest Borchert“ im Literaturhaus Hamburg) Von Omid Rezaee An einem regnerischen Augusttag erwartete ein schwarzes, altes Buch von mir, vor dem Regen gerettet zu werden. Ich kann mich auch nach fünf Jahren noch ganz genau an jenen Tag erinnern als ich das Buch, während ich mit einem
Read More „Mit leichter Besorgnis und trotz alledem noch optimistisch“ Frank Goldammer, 44, schreibt Kriminalromane, die in den 1940er und 1950er Jahren in Dresden angesiedelt sind. Zuletzt erschien im Dezember „Roter Rabe“; Anfang Januar 2019 schaffte der Roman es unter die Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste. Ein Gespräch über die Frage, wie viel Vergangenheit in der Gegenwart steckt – und umgekehrt. Ulrich Noller: Dein Max Heller ist jetzt ein Bestseller. Nicht schlecht, oder? Frank Goldammer: Mir wird das immer erst bewusst, wenn mich jemand danach fragt. Es ist schon wirklich eine tolle Sache;
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