Exil Tag

Jean Malaquais Planet ohne Visum
Thomas Wörtche liest „Planet ohne Visum“ von Jean Malaquais „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen“ heißt es in Bertolt Brechts „Flüchtlingsgesprächen“ von 1940/41. Ohne Pass und ohne Visum dem Nazi-Terror in Europa zu entkommen, wenn man ein jüdischer Mensch war oder sonstwie einer verfolgten Gruppe angehörte, war schwierig bis beinahe unmöglich. Viele Menschen haben es geschafft, viele nicht, viele blieben im Limbo hängen. In Lissabon etwa oder eben in Marseille, das bis November 1942 noch zur „freien Zone“ Frankreichs gehöre, in die die Deutschen aber bald auchRead More
Als Thomas Mann Drehbücher in Hollywood schreiben wollte Der Band „Weimar unter Palmen“ von Thomas Blubacher zeigt exilierte Kulturgrößen wie Feuchtwanger, Thomas Mann, Döblin, Brecht und viele andere, die sich in Kalifornien eine neue Existenz – meistens als Drehbuchschreiber – aufbauen wollten. – Von Peter Münder. Als Thomas Mann im Februar 1933 nach Amsterdam zum großen Wagner-Kongress fuhr, um dort seinen stark beachteten Vortrag zu halten, ahnte er noch nicht, dass er nun  aufgrund der Anfeindungen durch das Nazi-Regime nicht mehr zurück ins Reich kehren konnte. Wie viele andere  deutschsprachige Autoren undRead More

Posted On Mai 15, 2021By Omid RezaeeIn Crimemag, CrimeMag Mai 2021

Vor den Türen

Geschlossene Türen im Exilland und fremd im eigenen Land: wie man als Exilant:in Wolfgang Borchert, der am 20. Mai einhundert Jahre alt geworden wäre, heute liest. (Mit diesem Thema beschäftigt sich auch eine Veranstaltung mit Exilautorinnen und Autoren im Rahmen des Festivals „Hamburg liest Borchert“ im Literaturhaus Hamburg) Von Omid Rezaee An einem regnerischen Augusttag erwartete ein schwarzes, altes Buch von mir, vor dem Regen gerettet zu werden. Ich kann mich auch nach fünf Jahren noch ganz genau an jenen Tag erinnern als ich das Buch, während ich mit einemRead More

Posted On August 1, 2020By Hazel RosenstrauchIn Crimemag, CrimeMag August 2020

Hazel Rosenstrauch: Wärmste Empfehlung

Oft herzzerreißend Über Ernst Lothar „Das Wunder des Überlebens“ Auch wer schon viele Texte über das Exil gelesen hat, stößt in diesem Buch auf mehrere Wunder. Ein wundersames Leben zwischen k.u.k. Monarchie, erstaunlichem Erfolg auch noch im Exil, die Nähe zu all den Literatur- und Theatergöttern, die ebenfalls fliehen mussten (sie kommen alle vor: Franz Werfel, Joseph Roth, Robert Musil, Stefan Zweig, Hermann Broch, Jakob Wassermann, Berthold Viertel, Raoul Auernheimer, Fritz Kreisler, Sigmund Freud, bei dem er sich Rat wegen seines Problems der Heimatliebe sucht und auch Otto Habsburg, berühmteRead More
Hingeweht wie ein Blatt im Wind Ein Auszug aus dem ersten Kapitel Maria Lazar: Leben verboten! Mit einem Nachwort herausgegeben von Johann Sonnleitner. Das vergessene Buch, DVB Verlag, Wien 2020. 384 Seiten, 26 Euro. –Erstmals 1934 im englischen Exil erschienen als „No right to live“. Ein Identitätsthriller, den es bisher nur in einer gekürzten englischen Exilausgabe aus dem Jahr 1934 gab. Eine Autorin, die es an Eleganz mit Walter Serner aufnehmen kann und die es wieder- oder besser: überhaupt erst zu entdecken gilt. Ein Textauszug aus dem ersten Kapitel möge Ihnen einen ersten Eindruck geben. In den nächsten TagenRead More