Noch schönere neue Welt Sneaker befindet sich in Quarantäne, seit 62 Tagen. Normalerweise sind die Rollläden unten, laufen Urwald- oder Meeres-Projektionen und täuschen eine heile Natur vor. Doch heute schaut Sneaker aus dem Fenster, blickt auf Bäume in einem Sturmgatter, auf eine Schaukel, auf der noch nie ein Kind geschaukelt hat. Entgegen der Quarantänevorschriften öffnet Sneaker das Fenster, um etwas zu empfinden in einer empfindungslosen Welt – und wenn es nur die Empfindung von Wind auf dem Gesicht ist. Ein Vogel fliegt ins Zimmer, kurz bevor ein Elternteil, alarmiert von
Read More Verspielt Die österreichische Bestsellerautorin Ursula Poznanski greift in ihren (Jugend-)Thrillern meist hochaktuelle Themen auf und ist dabei äußerst erfolgreich. In ihrer preisgekrönten „Erebos“-Trilogie verwischt sie die Grenzen zwischen KI und Realität. Dort hat ein Computerspiel verhängnisvollen Einfluss auf die Spieler. In einer neuen Trilogie, deren erster Band „Cryptos“ 2020 erschienen ist, hat sie das Rad der Zeit ein (vielleicht nur kleines) Stück weiter gedreht: Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der alle Horrorszenarien der Klimaforschung Wirklichkeit geworden sind. Der größte Teil der Erde ist unbewohnbar, die Menschen flüchten sich
Read More Eine große Erzählerin ist neu- oder wiederzuentdecken Über Octavia E. Butler – „Die Parabel vom Sämann“ Das Jahr 2024 liegt hinter uns. Mit all den dunklen und dramatischen Nachrichten und Entwicklungen, die Sorgen bereiten. Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten erschien in den USA ein Roman, der einen Blick in die Zukunft, eben in das Jahr 2024, wirft. „Die Parabel vom Sämann“ von der US-amerikanischen Autorin Octavia E. Butler (1947-2006) ist eine beklemmende Dystopie, aus der so einiges mittlerweile Wirklichkeit wurde. Im Netz geht die Wendung „Octavia knew“ (übersetzt: „Octavia
Read More Posted On April 24, 2013By Elfriede MuellerIn Bücher, Litmag
Die langweilige Apokalypse – Science-Fiction dient häufig zum Ausmalen von Utopien, positiven wie negativen. Wenn einer der geachtetsten deutschsprachigen Autoren sich das 25. Jahrhundert zum Thema nimmt, um daran die gesamte Menschheitsgeschichte anthropologisch abzuhandeln und menschliche Eigenschaften auf ewig festzuklopfen, sind die Erwartungen hoch. Leider erfüllt Jirgl diese nicht, findet Elfriede Müller. Reinhard Jirgl, der für seine Sprache berühmt wurde, verfremdet diese in seinem letzten Roman bis zur Unkenntlichkeit, um die Distanz zur Gegenwart zu verdeutlichen. Das Werk besteht aus einem Prolog, zwei Büchern der Kommentare und zwei Bänden: „Die
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