Knallhart und kompromisslos Der amerikanische Drehbuchautor und Kriminalschriftsteller James Sallis kultiviert in „Driver“ eine rabenschwarze Lakonie ohne Hoffnung, ohne Erklärung ohne ein Gefühl zu viel. Autofahren – das ist eigentlich das Einzige was Driver möchte. Als Stuntman oder als Fluchtfahrer bei Raubüberfällen lebt er in Los Angeles immer „ein oder zwei Schritte außerhalb der normalen Welt, weitgehend verborgen“. Doch dann geht bei einem getürkten Raubüberfall alles schief und Driver sitzt mit einer halben Million Dollar und ein paar Leichen zuviel in einem schäbigen Motelzimmer. Das Geld ist Driver schnuppe. Doch
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Es gibt Wege Varian Fry, obwohl in den öffentlichen Debatten kaum noch präsent, ist in den Netzwerken der ‚Civil Globalisation’ immer noch als ein Vorbild lebendig. Marseille, August 1940. In einem Zimmer des „Hotel Splendide“, unweit des Hafens. Hans Sahl, der vor den Nazis ins französische Exil geflüchtete deutsche Schriftsteller, steht Varian Fry gegenüber, der im Auftrag des „American Emergency Rescue Committees“ versuchen soll, möglichst vielen antifaschistischen Flüchtlingen zu helfen. Hans Sahl erhält von Fry einige Geldscheine zum Überleben. „Wenn Sie mehr brauchen, kommen sie wieder. Inzwischen werde ich Ihren Namen nach
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Die Banalität des Alltags Der Roman „Das Zebra hat schwarze Streifen, damit man die weißen besser sieht“ erzählt die Lebensgeschichte einer Frau auf ungewöhnliche und originelle Weise. Allein für den Titel müsste man diesen Debütroman eigentlich schon lieben. Johanna Straub, 1970 in Hamburg geboren, lebt seit einigen Jahren als Schriftstellerin und Filmemacherin in Berlin, für die Kurzgeschichte Evolution erhielt sie 2005 den Debütpreis des Poetenladens. Großartig gelungen ist ihr in ihrem Roman vor allem das erste Kapitel. Bernd, Philippas zukünftiger Vater, wird auf dem Weg zur Entbindung von dem Gefühl
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Herz und Härte Bruno Morchio hat mit Bacci Pagano einen illustren Typen geschaffen, der seine Wurzeln in den Utopien der 68er hat, Klassik und Kulinarisches liebt, Herz und Härte in sich vereint sowie einen gesunden Realismus pflegt. Mit Bacci Pagano bekommt die Riege der mediterranen Schnüffler und Privatdetektive von Pepe Carvalho über Fabio Montale bis zu Proteo Laurenti Nachwuchs. Paganos Revier ist die Altstadt Genuas, wo sich „das enge Netz der Carruggis ausbreitet, der schmalen Gassen, wo die Sonne nur zu Mittag vorsichtig hineinlugt.“ Hier ist er mit seiner roten
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Camorra, Gomorra und die Medien Im November 2005 gingen tausende von Jugendlichen im calabresischen Locri gegen die Mafia auf die Strasse. „Für den Frieden, für die Legalität und für die Hoffnungen“ lautete der Slogan auf dieser Demonstration des verzweifelten Widerstands gegen die kriminelle Gewalt. Nichts erfuhr man davon in den deutschen Medien. Es gab eben kein Blut und keine Schüsse. Wen interessieren schon Hoffnungen? Von Carl Wilhelm Macke Mal wieder die Mafia. Als „strage di Ferragosto“ wird inzwischen in den italienischen Medien die Ermordung von sechs Italienern vor einer Pizzeria
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Vorwärts in die Vergangenheit Emma Braslavskis Roman ist äußerst vielschichtig, vor allem im Umgang mit dem stets von einem Hauch des Revisionismus umgebenen Thema Vertreibung. Ein Werk des Teufels – so urteilt der Erfurter Pfarrer, als 1969 die Domuhr explodiert und von den Ziffern ausgerechnet die Sieben verschwunden ist. Ein offenbar verwirrter junger Mann, barfuss und ohne Papiere, wird in der Nähe aufgefunden, doch ein Verhör erweist sich als vollkommen sinnlos. Der phantastisch anmutende Beginn des Debütromans der 1971 in Erfurt geborenen Emma Braslavski weckt Assoziationen zum Science Fiction-Klassiker Zurück
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Theater im Kopf Sigrid Behrens bezeichnet sich bescheiden selbst als “Küken” inmitten der altehrwürdigen Autorengilde des Hanser-Verlages, doch mit diesem Debüt braucht sie sich hinter so mancher breiten Altautorenschulter nicht zu verstecken. Wenn man nachts durch die Straßen geht und der Blick auf ein beleuchtetes Fenster fällt, dann gibt es wohl kaum jemanden, der nicht versucht, einen kleinen Einblick zu erhalten in das, was sich dahinter verbirg – fremde Möbel, fremde Gegenstände, fremde Menschen, fremde Leben. Und wer hat sie sich nicht schon einmal ausgemalt, diese fremden Leben, die in
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Noch nicht verloren Eine Entdeckung: die Gedichte des Haris Vlavianos Griechische Dichter – da fallen einem zunächst Namen wie Konstantinos Kavafis, Jorgos Seferis, Odysseas Elytis, auch Jannis Ritsos ein. In den Jahrzehnten nach ihnen haben auch andere griechische Dichter von großem Rang wunderbare Gedichte geschrieben, aber ihre Namen sind in Deutschland kaum bekannt geworden. Die letzte Anthologie „Griechische Lyrik des 20. Jahrhunderts“ ( im Insel-Verlag ) wurde im Jahre 2001 herausgegeben. Dann aber hörten und lasen wir kein neues griechisches Gedicht mehr. Jetzt ist in der so wohltuend schlichten, gleichwohl
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