
Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …
… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays.
Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren.
CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen
Chatwins (Berlin),
Wendeltreppe (Frankfurt)
und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg)
auf interessante Neuerscheinungen hin.
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Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.
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Claudia Denker von der Krimiabteilung im Chatwins in Berlin-Schöneberg:
Gerade eingetroffen, Conny Lösch hat das Buch übersetzt, ich werde heute noch anfangen zu lesen: »Bird« von Adam Morris (Edition Nautilus). Ein Gefängnisroman, der wohl auch am 10. April beim Krimi-Talk »Abweichendes Verhalten« besprochen wird. Ich bin sehr gespannt auf das Buch und den Abend.

Bei Septime erscheint (nach »Der Beifahrer« – klasse!) wieder ein 120-Seiten-Werk von Pascal Garnier: »An der A26« (deutsch von Felix Mayer).
Und noch einer, auf den sich bestimmt viele freuen – Sybille Ruges »9mm Cut« (Suhrkamp). Geldwäsche, böse NGOs und Stiftungen, Kopf in einer Plastiktüte – für jeden etwas dabei!
Ein bisschen Zeit muss man wohl haben, wenn man sich auf »Europas Hunde« einlässt. Der Roman von Alhierd Bacharevic (Voland & Quist, deutsch aus dem Belarussischen von Thomas Weiler) ist ein 744-Seiten-Paket, mal genauer ansehen.
Und wie schön: Liewe Cupido kommt wieder, der ruhige Holländer, der dritte Band von Mathijs Deen: »Der Retter« (mare, deutsch von Andreas Ecke), da passt eigentlich auch Tabor Süden ganz gut. Friedrich Anis 22. (!): »Lichtjahre im Dunkel« (Suhrkamp).
Bereits erschienen und sehr hübsch ist von Helmut Eisendle »Tod und Flora« «Ein Glossar über die Verwendung von Giftpflanzen für den asthenischen Täter« (Jung und Jung), wer es vielleicht brauchen kann …
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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:
Bei strahlendem Sonnenschein ebenso sonnige Grüße aus der Wendeltreppe:
Kristen Perrin: Das Mörder-Archiv (Rowohlt, übersetzt von Susann Rehlein)
David Hewson: Die Medici-Morde (folio, Ü: Birgit Salzmann) – siehe unsere Bloody Chops, d. Red.
René Laffite: Der tote Bäcker vom Montmartre (Gmeiner)
Satu Rämö: Die Spur im Fjord (Heyne, Ü: Gabriele Schrey-Vasara)
Eric Berg: Mord auf Gran Canaria (Limes)
Einen verheißungsvollen März!!!!!!!!!!!!!!
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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg:
hier meine Krimiausbeute für die Schatzsuche im März:
Reichlich guter Genre-Stoff wurde in den letzten Tagen und Wochen ausgeliefert. Und diese Bücher habe ich tatsächlich alle schon gelesen:
– James Lee Burke, Das verlorene Paradies (Ü: Daniel Müller), Heyne 2024, 317 S., 18 Euro: Ein neuer Band aus Burkes „Holland-Kosmos“. Aaron Holland Broussard, Korea-Veteran und angehender Schriftsteller, legt sich mit den Reichen und Bösen an.

– Elmore Leonard, Letztes Gefecht am Saber River (Ü: Florian Grimm), Liebeskind 2024, 253 S., 22 Euro: Western ist doch auch irgendwie Krimi, nur 150 Jahre früher. Ein klassisches Setting (ein Mann kämpft um sein Land), ein tolles Cover. „Rauchende Colts“ vom Altmeister Elmore Leonard. Im Original bereits 1959 erschienen, jetzt endlich auch auf Deutsch zu lesen. Und das ist großartig! – Ein Textauszug in dieser Ausgabe und ebenfalls: Alf Mayer/ Frank Göhre über die Westernromane von Elmore Leonard sowie eine Besprechung von Alf Mayer, d. Red.
– Louisa Luna, Abgetaucht (Ü: Karin Diemerling), Suhrkamp 2024, 457 S., 18,95 Euro: Nach drei Jahren taucht Alice Vega wieder auf („Tote ohne Namen“ war der erste Band). Die taffe Privatdetektivin sucht einen verschwundenen Footballstar und findet in Ilona, Oregon, einen Haufen Neonazis. Lohnt sich! – Besprechung in dieser Ausgabe, d. Red.
– Vincent Maillard, Lebowskis Knochen (Ü: Cornelia Wend), Edition Nautilus 2024, 219 S., 18 Euro: Musste ich unbedingt lesen, ist doch einer meiner besten Freunde ein Golden Retriever. Der gräbt im Garten einer reichen Familie einen Oberschenkelknochen aus und der Gärtner beginnt zu ermitteln. Ein Kriminalroman aus Frankreich mit Witz und Klassenanalyse.

– Adam Morris, Bird (Ü: Conny Lösch), Edition Nautilus 2024, 305 S., 20 Euro: Ein vielstimmiger Knastroman aus Australien. Carson, ein junger Aboriginal, ist manchmal draußen und manchmal drinnen. Es berichten über ihn u.a.: ein fresssüchtiger Assessment-Mitarbeiter, ein erfolgloser Kunstlehrer, eine gelangweilte Psychologin und ein rassistisch vorgebildeter südafrikanischer Wärter. Das ist hart, schonungslos, klasse geschrieben und (natürlich) ohne Happy End
– Frank Posiadly, Freud schweigt, Gmeiner 2024, 345 S., 14 Euro: Hamburg im Jahr 1886: Der junge Sigmund Freud besucht seine Verlobte Martha und gerät in einen Fall von Kindesmord. Der Autor, Psychologe im Hauptberuf, trifft den Ton der Zeit und lässt ein weitgehend verschwundenes Hamburg wiederaufleben. Ein historischer Kriminallroman, nicht nur für Freudianer.
– Gaea Schoeters, Trophäe (Ü: Lisa Mensing), Zsolnay 2024, 253 S., 24 Euro: Hunter White (er heißt wirklich so), ist reich, weiß und Jäger. In Afrika will er mithilfe des Safarianbieters Van Heeren seine „Big Five“ vollmachen. Ein Nashorn soll es sein, doch Wilderer kommen ihm zuvor. Die Autorin überzeugt durch großartige Naturschilderungen und einen Plot, der so erschreckend wie konsequent ist. Hemingway fürs 21. Jahrhundert.
Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen Sonne, Frühling und viel viel Umsatz mit guten Büchern.
Torsten Meinicke
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