Geschrieben am 1. April 2024 von für Crimemag, CrimeMag April 2024

Alf Mayer & Frank Göhre: Elmore Leonard als Western-Autor (2)

Der Zug nimmt Fahrt auf

Den großen Elmore Leonard gibt es nun auch als Western-Autor zu entdecken. Bei Liebeskind in feiner Ausstattung und Übersetzung erschienen ist gerade „Letztes Gefecht am Saber River“, sein vierter Roman. Ein exklusiver Textauszug bei uns hier, ebenso eine Besprechung: Der ganze Elmore Leonard ist hier schon da.

Elmore Leonard: Letztes Gefecht am Saber River (Last Stand at Saber River, 1959). Aus dem Englischen von Florian Grimm. Liebeskind, München 2024, Hardcover, 256 Seiten, 22 Euro.

Frank Göhre & Alf Mayer: King of Cool. Die Elmore-Leonard-Story. CulturBooks Verlag, März 2019. 240 Seiten. 15 Euro

Dazu bringen wir Ihnen hier – erweitert und illustriert – der zweiten Teil der entsprechenden Kapitel aus „King of Cool“ (Teil 1 hier). Frank Göhre und Alf Mayer hatten für ihr Buch den kompletten Elmore Leonard gelesen und sich auch die Verfilmungen seiner Stoffe angesehen. Hier also Teil 2:

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There is a lonely train
Called the 3:10 to Yuma
The pounding of the wheels
Is more like a mournful sigh
There’s a legend and there’s a rumour
When you take the 3:10 to Yuma
You can see the ghosts
Of outlaws go riding by, (riding by)
In the sky (in the sky)

(Frankie Laine: 3:10 to Yuma)

Es ist eine der schönsten Westerneröffnungen der Filmgeschichte und einer der besten Titelsongs überhaupt. Kräftiges Schwarz-Weiß, Landschaftstotalen und Details. Rissige, aufgeplatzte Erde. Weiter Himmel. Wüste. Weit hinten diagonal eine sich in gewaltigem Bogen schnell nähernde Postkutsche. Darüber weißquellende Wolken. Die Kutsche prescht an der Kamera vorbei. Dann sind wir mit auf dem Kutschbock, sehen, wie die galoppierenden Pferde ihre Schatten in die Wüste werfen. Über allem der Titelsong, der sonore Bariton von Frankie Laine, der von einem einsamen Zug singt. Vom Drei-Zehn nach Yuma. Wie trauriges Stöhnen hören sich dessen Räder an, und die Legende sagt: Nimmst du den Drei-Zehn nach Yuma, wirst du die Geister von Outlaws sehen, wie sie an dir vorbei durch den Himmel zieh’n.

… There’s a legend and there’s a rumour
When you take the 3:10 to Yuma …

Diesen Titelsong mit Ohrwurmqualität komponierten George Dunning (Musik) und Ned Washington (Text). Er ist das Tüpfelchen auf dem „i“ eines großen Westernfilms. Seinen Regisseur Delmer Daves (1904 – 1977) nannte Bertrand Tavernier einmal den am meisten vergessenen „auteur“ der Fünfziger Jahre. Humphrey Bogart hatte bei ihm in DER VERSTEINERTE WALD einen seiner ersten Auftritte. Sein BROKEN ARROW (Der gebrochene Pfeil) aus dem Jahr 1950 gilt als einer der ersten indianerfreundlichen Western Hollywoods.

25 Jahre Berufserfahrung steckt Delmer Daves in 3:10 TO YUMA von 1957 (deutscher Titel: ZÄHL BIS DREI UND BETE), der auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Elmore Leonard beruht. Daves und sein Kameramann Charles Lawton Jr. wollten Wüste zeigen, wie sie ist, sie entschieden sich für Schwarzweiß – in einer Zeit, in der die Western alle Arten der Röte des Rots von Technicolor feiern.

Es ist ein Suspense-Western mit scharfen Kontrasten, oft sind die Szenen von Architekturelementen oder Gebäuden eingerahmt. Eingesperrt. Wie im Film Noir. 88 Minuten kurz. Auf dem Höhepunkt der Westernwelle entstanden und doch ganz eigen. Ein kleines Meisterwerk.

George Pelecanos schätzt den Film, für ihn ist er ein frühes Beispiel der typischen Elmore-Leonard-Konstellation: „Ein gewöhnlicher Mann gerät in eine gefährliche Situation, bewahrt die Ruhe und meistert letztlich die Herausforderung.“ Van Heflin spielt den verarmten Farmer Dan Evans, der aus Geldnot einen gefährlichen Job übernimmt – nämlich für 200 Dollar den Outlaw Ben Wade zu bewachen. Der ist gerade nach einem Postkutschenüberfall festgenommen worden und soll um 15:10 Uhr (amerikanisch 3:10 p.m.) ins Gefängnis nach Yuma verfrachtet werden. Seine Bande setzt alles daran, ihn zu befreien. Dann sind die Gesetzeshüter verschwunden und der Farmer ist auf sich allein gestellt. Ist allein mit einem Mann, so gefährlich wie eine Klapperschlange.

Glenn Ford, der davor 1955 in der Evan Hunter/ Ed McBain-Verfilmung „Die Saat der Gewalt“ (Blackboard Jungle) ein Lehrer war, gibt dem Bösewicht eine beeindruckende Präsenz. Er gilt damals als der schnellste Schütze in Hollywood, er kann seinen Revolver in 0,4 Sekunden aus dem Holster ziehen und schießen.

Delmer Daves Meisterwerk beruht auf den 4.500 Worten der gleichnamigen Kurzgeschichte von 1953 von Elmore Leonard. Er hatte sie an „Dime Western“ für 90 Dollar verkauft, musste dafür sogar noch nacharbeiten. Der Redakteur wollte eine Szene umgeschrieben, zweimal galt es die Beschreibung des Zuges zu revidieren. Elmore Leonard: „Dieser Kerl brachte mich zum Arbeiten. Er sagte, du kannst das besser. Du bedienst dich nicht all deiner Sinne. Da geht es nicht darum, nur einfach an der Lokomotive vorbeizulaufen. Was macht der Zug? Wie riecht er? Dampft er? Und wie?“ (Auch die Verfilmung hat dann wunderbare Effekte mit dem Dampf der Lokomotive.)

Elmores Agentin Marguerite Harper, die mit dem Hollywood-Agenten H.N. Swanson zusammenarbeitet, macht 1955 einen Deal mit Columbia Pictures, verkauft die Filmrechte für 4.000 Dollar. Was Elmore Leonard später ziemlich fuchst, als er mitbekommt, was man beim Film verdienen kann. Auch beim Remake des Stoffes 2007, Regie James Mangold, mit Rusell Crowe als Van Heflin und Christian Bale als Glenn Ford, gibt es für ihn alt-kontraktmäßig nur 5.000 Dollar, lächerlich angesichts heutiger Millionensummen für Scripts. Aber damals, 1955, am Anfang seiner Autorenkarriere, ist es ein Anfang – und der erste Kontakt mit „Swanie“ Swanson, der auch William Faulkner und F. Scott Fitzgerald vertritt und später einmal zu Elmore sagen wird: „Ich werde dich reich machen.“

Ebenfalls über „Swanie“ läuft der 5.000-Dollar-Deal für die Erzählung „The Captives“, aus dem Columbia den Film THE TALL T mit Randolph Scott und Richard Boone macht.

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Dazu gleich mehr, aber hier erst einmal eine kleine Chronologie.

Das Jahr 1952 sieht sechs veröffentlichte Westerngeschichten von Elmore Leonard. Als Hemingways Roman „Der alte Mann und das Meer“ am 1. September in der Zeitschrift „Life“ veröffentlicht wird, liest er ihn aufmerksam. Über seinem Schreibtisch hängt eh ein Hemingway-Porträt. Elmore ist ehrgeizig, er will vorankommen, nervt seine Agentin, fürchtet Interessenskonflikte, wenn sie auf einem engen Markt mehrere Autoren vertritt. Mit qualmenden Colts antwortet sie im Mai auf einen Brief voller Fragen: „Wenn du noch weiter Fragen dieser Art stellst, wird mich das todsicher gewaltig nerven. Ich habe keine Lust, derart hart für zehn Prozent zu arbeiten und einem Autor Tore und Türen zu öffnen, nur damit er mich dann im Stich lässt und woanders hin wechselt. Wenn du nicht zufrieden bist, sollten wir dem jetzt und hier ein Ende machen. Also überdenke die Sache und lass mich das Ergebnis wissen.“ Elmore blieb bei ihr, bis zu ihrem Tod. Wieder und wieder riet sie ihm, von den Western umzusteigen. Auch die Hochglanzmagazine, die „Slicks“, würden nur Geschichten mit außergewöhnlicher Charakterzeichnung kaufen. Sie rät ihm dringend zu einem Roman.

1953 schreibt er zehn weitere Geschichten, darunter „Three-ten to Yuma“, der wie der erfolgreiche Film „High Noon“ von 1952 etwas mit einem Zug zu tun hat, auf dessen Ankunft gewartet wird. Er schließt auch seinen ersten Roman ab, „The Bounty Hunters“, erhält 3.000 Dollar Vorschuss auf einen Autorenanteil von zehn Prozent auf das Hardcover und acht Prozent auf das Taschenbuch. „Lass’ bloß die Pläne, deinen Job aufzugeben“, schreibt Agentin Marguerite Harper handschriftlich auf ihrem getippten Brief vom 10. September 1953, mit dem Verlagsangebot.

Der Roman kommt im April 1954 bei Houghton Mifflin als Hardcover und gleichzeitig bei Ballantine als Taschenbuch heraus. Die „New York Times“ nennt es „einen guten Erstling“, der „Pasadena Inquirer“ sieht „Leonard schon in der Gesellschaft der Großen in diesem Genre“. Im heimatlichen „Detroit Free Press Magazine“ bekommt er gar ein Porträt. Er reicht seinen zweiten Roman, betitelt „The Devil at Randado“ bei Houghton Mifflin ein. Lektor Austin Olney nennt ihn ein „Naturtalent“ und sagt ihm eine große Karriere voraus. Am 12. Mai 1954 wird der zweite Sohn Christopher Conway Leonard geboren. Elmore verlässt seine Agentur für eine kleinere, kommt nach zehn Monaten als Texter für den Chevrolet-Account zurück, erhält deutlich mehr Gehalt. Er entdeckt den Autor Richard Bissell für sich, der ihn mit seinen bodenständigen Geschichten und seinen Dialogen sehr beeinflusst.

1955 hat er seine Schreibgewohnheiten gefestigt. Sein zweiter Roman heißt jetzt „The Law at Randodo“ und kommt im Juni heraus, vier weitere Kurzgeschichten erscheinen. „The Waiting Man“ bringt seine Agentin sogar für 850 Dollar in der renommierten „Saturday Evening Post“ unter und tut sich für Filmdeals mit dem legendären Hollywood-Agenten H.N. Swanson zusammen. Nachdem Elmore den Kornettspieler Wild Bill Davison in einem New Yorker Jazzclub erlebt hat, kauft er sich auch solch ein Blechinstrument, aber er meistert es nicht, wird kein Spieler. Er geht auf Jazzkonzerte mit Chico Hamilton, Ahmad Jamal, Marian McPartland, dem Modern Jazz Quartet mit Milt Jackson.

Anzeige mit Elmore als Western-Autor, 1956

1956, wieder im Juni, bringt Houghton Mifflin den Roman „Escape from Five Shadows“ heraus, zugleich erscheinen „The Bounty Hunters“ in Großbritannien. Die Geschichte „The Waiting Man“ heißt jetzt „Moment of Venegance“ und wird am 21. April in der „Saturday Evening Post“ gedruckt. Swanson macht einen Deal mit Meridian Productions, die adaptieren die Story mit Ward Bond und Angie Dickinson als Darsteller für das TV-Programm „Schlitz Playhouse of the Stars“. Im gleichen Jahr läuft dort auch eine Geschichte von Ed McBain (siehe unser Buch „Cops in the City“, ebenfalls bei Culturbooks).

In seiner Agentur gewöhnt Elmore sich das Trinken an, um die langweiligen Sitzungen mit Kunden besser durchzustehen. Seine Agentur macht ihn in einer Anzeige für den „New Yorker“ zu einem Star, auf den man stolz ist. (Groß abgebildet ist die Anzeige, hier rechts, im ersten Teil dieses Textes, im CrimeMag März 2024 veröffentlicht.)

1957, am 20. Juli, kommt Elmores dritter Sohn Sohn William Rivè Leonard zur Welt. Columbia Pictures bringt zwei erfolgreiche Filme, die auf Leonard-Geschichten beruhen, an den Start. THE TALL T im April und 3:10 TO YUMA im August.

1958 und 1959 sind es nur zwei Geschichten, die gedruckt werden. Seine Agentin rät ihm dringend, das Genre zu wechseln. Es ist das Fernsehen, das den Printmarkt austrocknet. Western muss man nicht mehr lesen, man kann sie einfach haufenweise im Fernsehen sehen. 1959 laufen 29 Westernserien im Flimmerkasten. Die „Saturday Evening Post“ lehnt „Saber River“ ab, es sei zu düster. Elmore Leonard macht daraus „Last Stand at Saber River“, es erscheint 1959 als Original-Taschenbuchausgabe. Donald Fine, Elmores neuer Lektor bei Dell, lobt den neuen Roman als „mit das beste und berührendste Stück Literatur, das ich je in einem Western gelesen habe … besser als viele angeblich gute Bücher“.

Seinen ersten und einzigen Fanbrief schreibt Leonard in diesem Jahr an den Sportautor W.C. Heinz, nachdem er den Boxerroman „The Professional“ gelesen hat. Der schreibt zurück, dass seine einzige andere Fanpost dazu von Ernest Hemingway gekommen sei. Ein früherer Klassenkamerad vermittelt Elmore Leonard die erste Filmarbeit. Sein erstes Drehbuch heißt „The Mann Who Had Everything“ (Der Mann, der alles hatte) und ist ein 30-Minuten-Film, der an katholischen Schulen gezeigt wird, um Nachwuchs für den Franziskaner-Orden zu werben. Spät im Jahr 1959 schließt er den Roman „Hombre“ ab, sein einziges Buch in Ich-Perspektive.

1960 bleibt ein wenig erfolgreiches Jahr. Die Versuche, fünf ältere Geschichten an die populäre Fernsehserie „Am Fuß der blauen Berge“ (Laramie) zu verkaufen, schlagen fehl. Seine Agentin ermuntert ihn, einen Spannungsroman zu schreiben.

1961 wird folgenreich. Im Januar kauft Ballantine den Roman „Hombre“, es gibt 1.250 Dollar Vorschuss – nicht gerade viel, wenn man an die 1.000 Dollar für seine erste Kurzgeschichte denkt – und bringt ihn im September heraus.

Im März 1961 kündigt Elmore bei Campbell-Ewald, um ab jetzt Fulltime zu schreiben. Er hat genug vom Werbetexten und plant, die nächsten sechs Monate von den 11.500 Dollar Abfindung zu leben, die ihm zustehen, und dann das nächste Buch zu verkaufen. Aber die beengt wohnende Familie braucht mehr Platz, das Geld wird für einen Hauskauf benötigt. 420 Suffield in Birmingham wird zur neuen Adresse, ein nobler Vorort von Detroit. Der finanzielle Druck zwingt dazu, die Dichtkunst vorerst zu lassen und volle Kanne freiberuflich zu arbeiten. Die nächsten Jahre schreibt Elmore Leonard Drehbücher für Encyclopædia Britannica Films, kurz EB-Films, sie haben Titel wie „The French and Indian War“, „Puerto Rico: Its Past, Present and Promise“ oder Themen wie die Donau, Julius Cäsar, das Alte Griechenland oder die Erfindung des Buchdrucks. Teils laufen die Filme im Kinovorprogramm oder im Fernsehen, eigentlich sind sie für Schulen, Kasernen und Bibliotheken. Wie die Erzeugnisse des in Deutschland 1950 gegründeten Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) sind auch die EB-Filme weit verbreitet. Die sogenannten Kulturfilme sind das Medium der Stunde

1962 tut sich nichts in Sachen Schriftstellerei, auch die Produzenten von „Bonanza“ haben kein Interesse an Elmore-Leonard-Stories.

1963 bis 1965 ist er öfter in Madrid, für die EB-Lehrfilme darf in den Kulissen von DER UNTERGANG DES RÖMISCHEN REICHES gedreht werden. (Regie kein geringerer als Anthony Mann, der auch noch an Stoffe von Elmore Leonard geraten wird.)

Am 19. Februar 1966 wird Tochter Katherine Mary Leonard geboren. Ab September 1966 springt Swanson für Marguerite Harper ein, die schwer erkrankt ist. Aus dem Krankenhaus schickt sie ihm das Manuskript von „Hombre“, Swanson liest es und sagt zu Elmore Leonard: „Kiddo, ich werde dich reich machen.“

Es gelingt ihm, „Hombre“ an Twentieth Century-Fox zu verkaufen. Martin Ritt und Paul Newman machen daraus dann einen seltsam jesushaften Film. Die 9.000 Dollar Filmrechte reichen für die Zeit, die es braucht, einen neuen Roman zu schreiben. Es wird Elmore Leonards erstes Nicht-Western-Buch und heißt „Mother, This Is Jack Ryan“. Später wird daraus „The Big Bounce“ (Ein schlechter Abgang).

Erst einmal gibt es 84 Ablehnungen von Verlagen und Filmstudios. Aber Swanson ist ein harter Knochen. Er zuckt nur die Schultern, liest alte Geschichten von Elmore, nennt »The Good Ones« von 1961 (später unbenannt in »Santos«) »eine der besten Westernstorys, die je geschrieben wurde«, rät dazu, sie zu einem Roman auszubauen. Elmore Leonard schafft das in sieben Wochen. Punktgenau ist er fertig, als sein Name in Hollywood auftaucht. »Hombre« kommt im März 1967 heraus und macht Furore. Swanson verkauft die Filmrechte von »Valdez Is Coming«, wie »Santos« jetzt heißt, an Burt Lancaster. – Aber noch ist es ein weiter Weg zu Ruhm und Reichtum…

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Zurück nach Hollywood. Nicht dass es ein Wettkampf gewesen wäre – auch in Hollywood weiß die rechte Hand nicht, was die Linke tut -, aber eine andere Leonard-Geschichte schafft es einen Tick früher auf die Leinwand, wird der allererste Elmore-Leonard-Film. Vier Monate vor 3:10 TO YUMA kommt THE TALL T im April 1957, in den USA in die Kinos (deutscher Verleihtitel UM KOPF UND KRAGEN).

Es ist der zweite von sieben Western, die Budd Boetticher und Randolph Scott zusammen drehen. Burt Kennedy, der später selbst bei Western Regie führt, schreibt für vier dieser Filme das Drehbuch. Hier ist seine Vorlage die Erzählung „The Captives“, Nummer 19 im Werkverzeichnis von Elmore Leonard und ebenfalls von Swanie verkauft.
Auf „Youtube“ kann man Martin Scorsese zuschauen, wie er diesen Film beschreibt, dem er zuerst als Elfjähriger begegnet ist. Noch immer ist er begeistert von der „Präzision des Erzählens, wie knapp und bündig das alles ist. Der Film ist 77 Minuten lang. Alles ist konzentriert und schlüssig. Nichts ist hier umsonst. In jeder Einstellung, in jedem Frame ist Spannung.“

Dabei ist es ein B-Movie. In 18 Tagen gedreht. In den pittoresken Alabama Hills nahe Lone Pine im Osten Kaliforniens, einem Teil der Sierra Nevada. Randolph Scott ist Koproduzent. Er spielt den Farmer Pat Brennan, der gerade bei einer Wette sein Pferd verloren hat. Der Bulle, der ihm gehört hätte, wenn er oben geblieben wäre, hat ihn abgeworfen. Künstlerpech. Jetzt läuft er mit dem Sattel auf der Schulter durch die ungemein dekorative Felswüste nach Hause, wird von einer Kutsche aufgegabelt, deren Kutscher Rintoon er kennt. Es ist nicht die reguläre Postkutsche, sondern die für ein Hochzeitspaar.

Sie werden von drei brutalen Banditen überfallen. Der Bräutigam stellt sich als Feigling heraus; zur Rettung seiner eigenen Haut verrät er, dass seine Braut die Tochter des reichsten Minenbesitzers in der Gegend ist. Schnell geht es ab jetzt um 50.000 Dollar Lösegeld. In einer Berghütte wird darauf gewartet und in einer Mischung aus Kammerspiel und Outdoor-Drama spitzen sich die Ereignisse zu.

Der Banditenchef Frank Usher und der Rancher Pat Brennan sind einander nicht unsympathisch. Auch der Outlaw hätte gerne auch einmal eine Ranch, etwas eigenes, auf das er stolz sein könnte.
Der Film beginnt wie eine familientaugliche Komödie, zieht dann die Zügel an und wird immer unerbittlicher. Härter. Budd Boetticher, erinnert uns Martin Scorsese, war in seinem ersten Leben Stierkämpfer, bevor er Filme machte. „Der ganze Film ist wie ein Stierkampf, er hat Regeln, alles ist reduziert. Alles ist minimalistisch. . Jedes Mal, wenn sich jemand bewegt, bedeutet das etwas. Aus ganz wenig wird hier ganz viel gemacht.“

Elmore Leonard ist von Richard Boone begeistert, der den Outlaw Frank Usher spielt und sich Wortgefechte liefert. Zum ersten Mal sieht Dutch eine Bösewicht-Figur von sich auf der Leinwand und erlebt, wie sie seine Sätze spricht. Wie das klingt. Wie verdammt gut das klingt. Natürlich gibt ihm das einen Schub.

Den Titel übrigens, THE TALL T (DAS GROSSE T), kann bis heute niemand erklären, im Film kommt solch ein Begriff nicht vor. Budd Boetticher: „’The Captives’ (Die Gefangenen) war als Titel blockiert, und dann hat das jemand in der Produktionsabteilung in New York ausgekocht.“

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War THE TALL T noch ein B-Film, geht es mit der Elmore-Leonard-Verfilmung Nr. 3 schon in das Oscar-Umfeld. Martin Ritt, der als einer der „Hollywood Ten“ auf der Schwarzen Liste des HUAC-Komitees gegen unamerikanische Umtriebe stand, sichert sich 1966 die Filmrechte von „Hombre“. Das von Swanie ausgehandelte Geld gibt Elmore Leonard wie bereits erwähnt für ein halbes Jahr Luft, um seinen ersten Nicht-Western-Roman zu schreiben, „The Big Bounce“.

Paul Newman will die Hauptrolle. „He was half Indian, all man – and tough as the come“, steht als Claim auf dem Buchcover vom „Hombre“. Newmans blauen Augen sind das erste, was man im Film sieht. Er spielt John Russell, der bei den Apachen aufgewachsen ist. Paul Newman hat mit Ritt bereits 1963 für DER WILDESTE UNTER TAUSEND (HUD) zusammengearbeitet. Bei den Oscars verlor Newman hier zwar gegen Sidney Poitier (LILIEN AUF DEM FELDE), aber HUD erhielt drei Oscars, war in insgesamt sieben Kategorien nominiert, darunter für die beste Drehbuchadaption,. Das Autorenpaar Irving Dover Ravetch und Harriet Frank Jr. wird jetzt wieder von Martin Ritt beauftragt, Elmore Leonards literarisch nicht anspruchslosen Westernroman für den Film einzurichten. 

Es wird ein Markstein wie John Fords STAGECOACH, von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte und amerikanische Kulturgeschichte trennen. Wieder fährt eine Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße – so hat Joe Hembus den Film zusammengefasst.

John Russell, der als Kind unter die Apachen kam, ist das reine Produkt indianischer Erziehung und indianischen Milieus. Der eigentliche Inhalt von Roman wie Film ist Russells Überlegenheit über alle seine Mitspieler. Er ist der einzige Mensch mit Reife. Er redet gelassen und logisch, wo die Weißen nur schwatzen und schwadronieren. Er als Wilder ist eigentlich der Zivilisierte. Er ist der Mensch, er ist Hombre.

Es ist Elmore Leonards vermutlich katholischster Stoff. Sein Ecce homo. Und es gibt Filmkritiker, die Paul Newmans Figur als Jesus deuten. Als Menschensohn, der sich für seine Mitmenschen opfert.

Bei Elmore Leonard ist dieser Mensch unter Menschen kein Zimmermann, sondern ein „Mustanger“ im Arizona von 1884. Einer, der wie die anderen Apachen im Reservat San Carlos wilde Pferde fängt und zähmt, um sie an die Postkutschengesellschaften zu verkaufen Aber dieses Geschäft wird mit dem immer weiter ausgebauten Eisenbahnnetz immer dünner. Vom Posthalter erfährt John Russell, dass er von seinem weißen Vater einen Saloon in Sweetmary geerbt hat. Für ihn ist das nichts, er verkauft den Besitz, macht damit die Pächterin arbeitslos. Zusammen nehmen sie die letzte Postkutsche aus dem Ort, mit dabei ein junges Ehepaar, ein Indianeragent mit seiner Frau und ein Kotzbrocken namens Grimes, der unbedingt auf die Kutsche wollte. Der, stellt sich heraus, ist der Anführer der Banditen, die es auf die 12.000 Dollar abgesehen haben, die der Indianeragent veruntreut hat.

Die Reisetruppe verschanzt sich in einem dekorativen altem Bergwerk, die Banditen fesseln die Gattin des Betrügers an die Schienen der Bergwerksbahn, wo sie in der Glut der Sonne umkommen soll – wenn das Geld nicht herausgerückt wird. Die Dialoge sind geschliffen, die Atmosphäre bedrohlich, die Situation existentialistisch. Richard Boone liefert erneut eine grandiose Darstellung als zurückhaltender, aber gefährlicher Bösewicht.

Paul Newmann, Ecce homo, in HOMBRE

Einmal seufzt eine Passagierin, man wisse ja, was die Indianer mit den weißen Frauen machen. Russel antwortet: „Die Indianer machen mit den weißen Frauen, was sie mit ihren eigenen Frauen machen.“ Ihren Einwurf, dass die Indianer im Reservat Hunde essen, kontert er später als rhetorische Frage, als sie in der Sonne schmort und niemand außer ihm zu helfen bereit ist: „Fragen Sie sie jetzt, was sie vom menschlichen Leben denkt. Fragen Sie sie jetzt, was das Leben wert ist, wenn es in San Carlos kein Fleisch mehr gibt. Sie hat gesagt, diese dreckigen Indianer essen Hunde. Sie würde niemals Hunde essen, egal, wie hungrig sie sei. Fragen Sie sie jetzt, ob sie Hunde essen würde.“

John Russells Loyalität gehört den Indianern, nicht den Weißen. Als er sich für die Weißen engagiert, vergeudet er sich nur. Ein sehr seltsamer Film, alles andere als ein gewöhnlicher Western.

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1961, kurz bevor er für fünf Jahre als Autor verstummt und seine Familie mit Werbebrot ernährt, schreibt Elmore Leonard als seine 28. Westernstory die Erzählung „Only Good Ones“ für eine Anthologie der Western Writers of America. Es ist die Geschichte von Bob Valdez, einem früheren Army Scout und Hilfspolizisten, der ebenfalls Menschlichkeit einklagt, dafür an ein Kreuz gebunden wird – und von dem die bad guys zu spät realisieren, dass sie Glück haben, wenn sie lebend davonkommen.

Sechs Jahre später, auf der Suche nach einem Stoff, den Swanie verkaufen kann, baut Elmore innerhalb von sieben Wochen die Story zu einem Roman aus. Er würde gerne das Drehbuch schreiben, aber Burt Lancaster holt sich Roland Kibbee, der schon bei „DER ROTE KORSAR und VERA CRUZ für ihn tätig war. Für die humorvollen Stellen wird Spezialist David Rayfiel angeheuert. Beide haben beim Burt-Lancaster-Film DAS SCHLOSS IN DEN ARDENNEN zusammen gearbeitet, Regie: Sidney Pollack, 1969. Der soll wieder Regie führen, kann aber nicht. Der New Yorker Theaterregisseur Edwin Sherin übernimmt, es bleibt sein fast einmaliger Ausflug ins Filmgeschäft. Gedreht wird VALDEZ IS COMING in Spanien (Almeria) und Sonora, Mexiko. Der Film hat einen kapitelhaften Rhythmus, was dem Allegorischen nicht schlecht steht.

Picture the ground rising on the eastside of the pasture…“ Stell dir den Hügel vor, wie er im Osten der Weide nach oben ansteigt, mit Gestrüpp weiter unten und Fichten oben. Dort, wo sie alle waren. Nicht alle am gleichen Fleck, sondern auf kleine Gruppen verteilt. Ein gutes Dutzend Männer im Gebüsch, die Frontlinie. Die Schützen. Wenn es ihnen danach war, feuerten sie auf die Hütte. Wenn Mr. Tanner den Befehl gab, feuerten sie alle gleichzeitig… Es war Samstag und immer mehr Leute kamen dazu … sie machten sogar einen Saloon auf oben in den Pinien … Es war ein Volksfest.

So hebt der Roman an, und auch der Film VALDEZ IS COMING (1971) kommt gleich zur Sache. Die Männer schießen auf eine Blockhütte, in der sich ein Schwarzer und seine schwangere Frau, eine Apachin, verschanzt haben. Der Mann, so behauptet der Grundbesitzer und Waffenschieber Frank Tanner, habe den Ehemann seiner Geliebten ermordet. Bob Valdez, ein in die Jahre gekommener Hilfspolizist mexikanischer Abstammung, der den Begleitschutz auf Postkutschen macht – Burt Lancaster ist 57 Jahre alt zu dieser Zeit -, versucht, die Schießerei zu beenden. Durch eine Intervention von Tanners Männern geht das schief, endet mit dem Tod des Schwarzen.

Bob Valdez begräbt ihn und bringt die Witwe zu seinem mexikanischen Freund Diego. Dann reitet er in die Stadt, wo er um finanzielle Unterstützung für die Indianerin bittet, um ihr den Lebensunterhalt im Reservat zu sichern. Einige Geschäftsleute bieten 100 Dollar, unter der Bedingung, dass auch Tanner eine solche Summe beisteuert. Bob sucht ihn auf seiner Hazienda auf und bittet ihn inmitten seiner Revolvermänner um die Summe für die Witwe des zu Unrecht Getöteten. Man demütigt ihn, nimmt den „Squaw Lover“ als Zielscheibe, jagt ihn von der Hazienda. Valdez bleibt dabei stoisch, zuckt mit keiner Wimper, hält stand.

Nachts ist er bei Inez, der Puffmutter. In einem Album hat sie Zeitungsartikel gesammelt, auch welche über den Prince of Wales, damit sie ihn erkennt, falls er vorbeikommt. Bob Valdez sehen wir in einem der Ausrisse mit einer Sharps .50, einem Scharfschützengewehr. „Chief of Scouts“ steht darunter. Tags darauf verfolgt er R.L. Davies, der den tödlichen Schuss abgab, so gelangt er wieder zu Tanner. „Du lernst es nicht“, sagt der. „Ich glaube, ich muss es dir wieder beibringen.“

Valdez wird an einen langen Balken gefesselt, an ein Kreuz. Die Arme ausgestreckt, zwingt ihn das lange untere Ende, tief gebückt zu laufen. So wird er in die Sonne geschickt, Davies schlägt ihm noch den Hut weg. Als die Nacht kommt, kriecht Valdez nur noch, aber er schafft es zu Diego Luz. Jemand hat ihn freigeschnitten als er ohnmächtig in den Bergen lag. – Kann man in HOMBRE religiöse Motive (hinein) lesen, sind sie in VALDEZ IS COMING unübersehbar. Lancaster lässt sich ans Kreuz binden und schinden, stolpert auf seinem Kreuzweg. Aber wir sind ja auch in einem Western…

„Jetzt macht Roberto Krieg“, sagt Inez. Roberto „Bob“ Valdez zieht sein altes Armee-Hemd an, holt sein Sharps-Scharfschützengewehr. Trifft wieder auf El Segundo, den mexikanischen Vorarbeiter Tanners. „Sag ihm, Valdez wird kommen.“

100 Dollar für eine Indianersquaw will Valdez. Tanner sieht es nicht ein. Valdez holt sich Tanners Geliebte. Mal sehen, ob sie ihm 100 Dollar wert ist. Tanner jagt ihn. Aber Valdez kennt die Apachen, er hat von ihnen gelernt. „Er weiß, wie man sich sogar da versteckt, wo es nichts zum Verstecken gibt“, sagt El Segundo, der diesen Mann zusehend respektiert.

Wie schon in HOMBRE sind die rassistischen Töne nicht zu überhören, die beiden Filme machen die vorherrschende gesellschaftliche Meinung deutlich, beziehen dagegen Stellung. Einmal sogar sehr witzig, als sich Valdez und Diego übertrieben radebrechend über „gute Schmalzlocken“ unterhalten.

„Ich bin getroffen“, ruft R.L. Davis. „Was erwartest du, wenn du mit Waffen spielst“, antwortet Valdez. Er hat bis jetzt schon fünf von Tanners Männern getötet.
„Wie viele willst du für diese Frau?“, fragt ihn El Segundo.
„So viele, wie es braucht“, sagt Valdez.

Dann steht er wieder El Segundo gegenüber. Sie senken die Waffen.
„Magst du Tabak?“
„Nein“, sagt Valdez.
El Segundo räuspert sich, holt Luft. „Sag mir … Wer bist du?“
„Das habe ich dir schon gesagt – Bob Valdez.“
„Weißt du was, Bob Valdez? Einen meiner Männer hast du aus, schätze ich mal, 650 oder 700 Metern getroffen.“
„Eher 900.“
„Was war es? Eine Sharps?“
Valdez nickt. „Und meine eigene Ladung.“
„Hast du je Büffel gejagt?“
„Apachen.“
„Hab ich mir gedacht. Wann?“
„Bevor ich es besser gewusst habe.“

Segundos Männer gehorchen Tanner nicht mehr. „Wenn er die Frau will, soll er sie doch holen.“
Valdez sagt: „Hey Frank, ich habe eine Idee. Du hast doch eine Waffe in der Hand. Warum schießt du nicht auf mich?“
Tanner weicht aus. „Nicht heute.“
Valdez schüttelt den Kopf. „Nein, das war sie, deine Gelegenheit. Man hat nur eine, um zu zeigen, wer man ist.“
Und dann setzt er hinzu: „Vor drei Tagen hätte es dich noch nicht so viel gekostet.“
Jetzt verliert Tanner alles. Nicht nur 100 Dollar. Sondern auch die Achtung all der anderen.

United Artists bringt den Film im April 1971 ins Kino. Elmore freut sich und ist überrascht, dass der Film genauso endet wie sein Buch, „mit dem Bösewicht, der sich entscheidet, lieber einen Rückzieher zu machen, als zur Waffe zu greifen. In der allerletzten Szene, beim Höhepunkt der Geschichte, gibt es keinen Schusswechsel, auch nicht in der Filmfassung. Das haben sie so gelassen. Ich wollte einfach einmal etwas gegen die Konvention machen, wollte mich mehr auf die Charaktere konzentrieren – und es hat funktioniert.“


Für George Pelecanos ist Bob Valdez das Modell für Elmore Leonards lakonische Helden. „Er redet nicht viel. Macht nicht viel Aufhebens. Ist witzig. Und hat jede Menge Rückgrat.“ Kopfjäger, Scouts, Indianer, Mexikaner, Kutscher, Posthalter, Bankräuber, Sträflinge, Sherifs, Cowboys – die toughs guys von Elmore Leonard haben als Geburtsort die Wüsten und Berge des Westerns, dort im Gerechtigkeitsgefühl der (zivilisatorischen) Grenze poliert er seine Figuren und ihre Konflikte, bereitet sich auf seine Kriminalromane vor.

Auch in seinem vorletzten Western dampft wieder eine Lokomotive. »Der Zug hatte Verspätung und erreichte Yuma erst, als es schon dunkel geworden war«, lautet der erste Satz von »Die zwei aus dem Teufelsloch«, das 1976 etwas gestutzt, aber als Elmore-Roman erkennbar als Taschenbuch im Erich-Pabel-Verlag erscheint. »Forty Lashes Less One«, vierzig Hiebe minus einer, spielt im Yuma Territorial Prison, thematisiert nicht nur die Verhältnisse im Gefängnis, sondern in der Gesellschaft. Die beiden Hauptfiguren sind Gefangene. Ihr Gefängniswärter will mit ihnen Rennen veranstalten.

„Sie wollen, dass wir zwanzig Meilen weit rennen?“
„Du bist ein Apache, oder, Raymond? Und Harold ist ein Zulu. Also, hör mal, ein Apache und ein Zulu, die können doch wohl zwanzig oder dreißig Meilen am Tag rennen, da ist doch nichts dabei. Von keinem Weißen im Reservat könnte man das sagen.“
„Sie wollen, dass wir zwanzig Mailen laufen?“, fragt Raymond noch einmal.
„Ich will, dass ihr anfangt, darüber nachzudenken, wer ihr seid. Ich will, dass ihr anfangt, wie Krieger zu denken, und nicht wie Gefangene.“

Dann brechen fünf Sträflinge aus. Lassen vier Tote zurück, sind eine Gefahr für die Allgemeinheit. Der Gefängnisdirektor lässt sie von dem Apachen und dem Zulu jagen.

Elmore Leonard schreibt, gut bezahlt, eine Drehbuchadaption für National General Pictures, aber der Film wird nie gedreht. Quentin Tarantino übernimmt später die Filmrechte. Hält sie noch immer.

Alf Mayer/ Frank Göhre © 2019/ 2024