NORTH CHATHAM, N.Y. – U.S.A. Post-World War II political institutions in Germany foster reconciliation with and atonement for a shameful history of white supremacist genocide Conversely, the ruling class of the United States willfully ignores a centuries-old gumbo of racist slaughter and gun fetishism amounting to slow-motion genocide. Profiteers of American racism prefer instead to ascribe endless acts of domestic terrorism to “lone wolf” psychopaths. Of late, the loner is a pathetic 21-year-old pasty-faced squeak and confessed murderer called Dylann Storm Roof. On June 17, he calmly drew his Glock
Read More Der Milchmann – David Ryan Jahn ist ein interessanter Autor, den wir seit seinen ersten beiden Büchern auf dem Schirm haben (siehe hier und hier). Sein dritter Roman, „Der letzte Morgen“ bestätigt diesen Eindruck. Eine Rezension von Thomas Wörtche. Ein elfjähriger Knabe in Los Angeles ermordet seinen brutalen und ekligen Stiefvater mit einem selbst gebauten Schießgerät. Dann verstümmelt er die Leiche. Als Handlungsvorlage dient ihm ein Comic. Dieser Comic ist in einem Verlag erschienen, der dem Mobster Tony „The Man“ Manning aus New gehört, als Teil seines Mischimperiums aus legalen und
Read More Transit – Die Drogenthematik hat Mittelamerika fest im Griff und beeinflusst so ziemlich alle gesellschaftlichen Bereiche. Das gilt auch für das klassische Transitland Nicaragua. Obwohl der Fokus sonst eher auf Mexiko und Guatemala liegt, entstehen auch hier spannende Romane zum Thema. So wie Sergio Ramírez’ „Der Himmel weint um mich“. Eine Rezension von Frank Rumpel. In der sandinistischen Regierung war Sergio Ramírez Mercado sechs Jahre lang, von 1984 bis 1990, Vizepräsident von Nicaragua. In dieser Zeit schrieb er mit „Strafe Gottes“ seinen ersten Kriminalroman, der 2012 in der Schweizer Edition 8
Read More Posted On Juni 27, 2015By Anna Veronica WutschelIn Crimemag, DVD
Kleinbürger und Lynchmob –Auf den ersten Blick konventionell erzählt hat die englische Mini-Serie „Broadchurch“ doch herausragende Qualitäten. Anna Veronica Wutschel zählt sie auf. Beinah könnte man den Eindruck bekommen, die glorreiche Ära der britischen Krimi-Produktion sei abgelaufen. Vor allem ab den 90er Jahren lieferten die Engländer mit „Heißer Verdacht“, „Für alle Fälle Fitz“, „Silent Witness“, „Hautnah – Die Methode Hill“ und vielen anderen Serien grandiose Krimikost, die zur Primetime das Abendprogramm unangefochten auf ein eigenes Niveau anhob. Dann knüpften ihnen die Skandinavier mit inzwischen allseits bekannten, unglaublich erfolgreichen und innovativ
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischte er eine Karte heraus und hing sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen blieb. Was darauf zu sehen war, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelte, darüber berichtete Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Dies ist die letzte Ausfahrt der Seh-Reise: „Alter Friedhof vor der Werft” von Franz Radziwill. Endstation Die SEH-REISE ist an ihrem
Read More Das Leben der „liberalen Scheißer“ – Zoë Beck über Annemarie Webers 1969 erschienenen und nun neu aufgelegten Roman „Roter Winter“. West-Berlin, Ende der 1960er Jahre. Frau Abelssen verwaltet Wohnungen, ihr Mann wirbt für modische Stoffe. Man wohnt in einem guten Viertel, geht zu schicken Empfängen, und doch passt man nicht so recht in diese Gesellschaft, oder will es einfach nicht. Frau Abelssen hat zwei Söhne, die ihre Väter nicht kennen, und ihr Verlangen nach immer neuen männlichen Bekanntschaften hat sich trotz der Ehe mit Herrn Abelssen, den sie innig liebt,
Read More Befreiungsfatwa – Von Wolfram Schütte. Carolin Emcke meinte kürzlich in ihrer samstäglichen SZ-Kolumne: „Es wird Zeit, Edward Snowden nicht länger anzuklagen, sondern ihn zurückzuholen in eine Gemeinschaft, ob in Amerika oder Europa, die ihn für die Diskussion über ihre Rechte und Werte immer noch braucht“. Die deutsche Publizistin ist beileibe nicht die einzige auf der Welt, die den US-Whistleblower zwar aus dem befristeten Exil in Putins Rußland befreit, aber auch nicht in den Fängen der US-Behörden sehen möchte. So grotesk ist die einst bipolar gewesene Welt im Augenblicks, dass alle,
Read More Aus der Welt gefallen – Mit „Nördlich der Mondberge“ legt die unter einem Pseudonym schreibende und in Suffolk geborene Engländerin I.J. Kay ein ziemlich „verrücktes“ Debüt vor. Von Karsten Herrmann Aus dem Spektrum des Herkömmlichen herausgerückt ist hier die die Wahrnehmung der Protagonistin und ihre Sprache, zeitlich versetzt ist die Chronologie der Ereignisse und durcheinandergerückt ist schließlich auch die Form des Romans. I. J. Kays Ich-Erzählerin, die mal unter dem Namen Lulu und mal unter dem Namen Catherine firmiert, kommt nach zehn Jahren aus dem Gefängnis. In einer Bruchbude, in
Read More Planlos durchs Weltall – Der Roman „Astronauten“ von Sandra Gugic offenbart die Vakua unseres Seins – verstörend, beunruhigend und dennoch sehr poetisch. Von Andreas Pittler Wir leben im Zeitalter des „Post“ (nicht „der Post“ wohlgemerkt): Postmoderne, Postavantgarde, Postdemokratie, alles ist irgendwie vorbei. Wer im Heute aufwächst, der hat keine Grenzen, aber auch keine Orientierungspunkte mehr. Praktisch nichts ist verboten, aber auch kaum etwas hat noch Wert. Mehr denn je sind wir alle ins Nichts unserer Existenz geschleudert und müssen uns in einer Gesellschaft zurecht finden, die alle ihre Werte über
Read More Partizipation in der Literaturproduktion – Partizipation und Literatur – schließen sich diese beiden Begriffe nicht aus? Sind das Schreiben und das Lesen von Büchern nicht notwendigerweise einsame Vorgänge? Oder geht es auch anders? Hanna Hesse betrachtet ein paar Beispiele für partizipatorische Literaturproduktion. Der Autor schreibt, der Kritiker empfiehlt oder verreißt, der Leser rezipiert. Ein gut und gern zwei Jahrhunderte alter Dreischritt, der heute nichts von seiner Gültigkeit verloren hat. Auch im 21. Jahrhundert besetzen viele Poeten in Spitzwegscher Manier ihre abgeschiedenen Dachstuben, um Gedanken zu Papier zu bringen, selbst wenn
Read More In Sicherheit 1 bild / 100 worte Wir haben sie im Blick (sagt die NASA), wir werden dafür bezahlt, sie im Blick zu haben, und unser Watch-Budget wurde gerade erhöht. Keine Angst vor Asteroiden. NEOs können uns nichts anhaben! Jedenfalls vorläufig. Oder wäre es richtiger zu sagen: NEOs (near-Earth objects) wollen uns nichts anhaben? Wer immer Billard spielt dort oben mit den Sternen und Planeten, interessiert sich für andere Kugeln mehr als für uns. Die Erfinder des „Asteroid Day“ sehen das zwar anders, aber da der „Day“ weder Schul- noch
Read More Entspannt, verwirrt, beflügelt und entschleunigt auf dem Yeats-Trail – Er wird als irischer Nationaldichter und Gründer des Abbey Theatre verehrt, der sich in seinen Dramen und Gedichten für die Wiederbelebung des gälischen Kulturerbes einsetzte. Der 150. Geburtstag des Nobelpreisträgers (von 1923) William Butler Yeats (1865-1939) am 13. Juni wird in Irland, England, Japan und den USA mit Lesungen, Seminaren, Ausstellungen und Diskussionen gefeiert – Impressionen aus dem Yeats Country von Peter Münder. Nein, wir sind hier nicht in Bullerbü, auch wenn das romantische, im irischen Nordwesten liegende Küsten-Städtchen Sligo mit
Read More Drastische Zeiten verlangen drastische Metaphern – Die weltweiten Flüchtlingskatastrophen erinnern Christopher Werth an eine Splatter-Parabel aus dem Jahr 2005. Am 13.6.2015 hat das türkische Militär in der Grenzstadt Tal Abyad gemeinsam mit Kämpfern des Islamischen Staats vergeblich versucht, anrückende Flüchtlinge aus Syrien abzuwehren. Bilder von verzweifelten Menschmassen, die Stacheldrahtzäune eindrücken, gingen um die Welt. Zur kollektiven Wahrnehmung solcher Bilder bietet der Regisseur George A. Romero in seinem Film “Land of the Dead” eine Parabel. Er ist der Godfather of Zombies. Er hat das Genre im Alleingang erfunden, freigelassen und auf
Read More Kunst, ohne Museum Von Alf Mayer In einer gerechten Welt würde es Preise regnen auf dieses Buch, würde es weithin besprochen, zusätzlich in Galerien und Museen zum Verkauf angeboten, hätten alleine die Stadt Kassel und die ihr zugehörende Gesellschaft einige tausend Exemplare abgenommen, könnten die beiden Autoren mit dem Lohn ihrer gewaltigen Arbeit ein paar Monate ihre Miete finanzieren. In einer gerechten Welt wäre dieses Buch ein Ereignis. Aber es geht in ihm um Kunst. Da sind die Maßstäbe noch extremer außer Kraft, da läuft die Ökonomie des Geldes erst
Read More Ein Klassiker, ein Überraschungserfolg und eine Empfehlung – „Butcher’s Crossing“ – ein neu zu entdeckender Roman des Amerikaners John Williams, der mit „Stoner“ den Überraschungserfolg der letzten Jahre gelandet hat. Ein Bestseller aus Norddeutschland, Dörte Hansens „Altes Land“. Und eine Empfehlung, Nino Vetris „Mamas wunderbares Herz“. Von Ulrich Noller. Butcher‘s Crossing Einer der erstaunlichsten Besteller der letzten Jahren stammt von John Williams, dessen Campus-Roman „Stoner“ posthum zum Weltbesteller wurde. Jetzt gibt es einen zweiten Roman dieses Autors, der von 1922 bis 1994 lebte, und der erstmals auf Deutsch zu lesen
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Der englische Gruß” von Veit Stoß. Dreihundert Jahre im Sack Um 1500 erfasst den europäischen Menschen eine Erschütterung, deren Ausmaß
Read More Dennis Lehanes Regeln für einen Schriftsteller – Mit mittlerweile zwölf Romanen, einem Erzählband, einigen Verfilmungen, drei Folgen von „The Wire“ und vielen Projekten im Köcher darf man das. Wobei er sie nicht in Stein gemeißelt, sondern im lockeren Gespräch während eines Literaturfestivals entfaltet hat – „Dennis Lehanes zehn Regeln, ein erfolgreicher Autor zu werden“. Alf Mayer stellt sie vor: Der walisische Schriftsteller und Moderator Jon Gower entlockte die zehn Gebote dem aus Boston stammenden Dennis Lehane (hier und hier bei CM, zum Interview) beim Event 88 auf der Good Energy Stage des
Read More Nun also, Demokratie. Carlos hatte Ihnen die Wahl gelassen. Sie haben gewählt. Das haben Sie jetzt davon: Nun also. Der Wunsch meiner Leserinnen und Leser ist mir Befehl! (Warum aber gleich zwei Herren Lagerfeld für einen Fußballer hielten, stimmt ratlos.) Mit Sammer und Lagerfeld im Puff – Geständnisse des sexsüchtigen Beamten CS Wir treffen CS. (Name geändert) in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung in einem tristen Stadtteil einer mittelgroßen deutschen Großstadt. „Entschuldigen Sie die Unordnung!“, begrüßt uns der Beamte, „aber wenn ein Leben aus den Fugen ist, sieht man das der Wohnung
Read More Wir denken bei Thailand automatisch an Sex-Business, Sex-Tourismus, Korruption und organisierte Kriminalität. Von außen. Christopher G. Moore lebt und schreibt in dieser Gesellschaft. Vor einiger Zeit haben wir auf Johann Haris fulminantes Buch „Chasing The Dream“ hingewiesen. Heute setzt sich Christopher G. Moore mit dem 100-jährigen „War on Drugs“ auseinander. Anslinger’s 100 Years War I’ve been thinking of winners and loser, peacemakers and warriors, victors and the vanquished. These binary extremes define much of our culture, and much of about the way we think of war and winning. That visceral
Read More NEW YORK CITY, near America The hands-down most appealing and forthright candidate for president of these United States is a wild-haired, mild-mannered, stoop-shouldered 73-year-old Brooklyn-born secular Jew who greatly admires Pope Francis. He hails from the farm state of Vermont, his bride is Irish-Catholic, and he calls himself a socialist. Fearful of scant advertising revenues from his barebones campaign budget—and little in titillation value: the candidate refuses to trade in traditional campaign slander—American corporate media insist that Senator Bernard Sanders, better known with respectful affection as just plain “Bernie,” has
Read More Bloody Chops – kurz und blutig Heute auf dem Block – John Burley: „Angstgespenster“, Tess Gerritsen „Der Schneeleopard“, Ben Berkeley „Das Haus der tausend Augen“, Matz/Walter Hill/Jef „Querschläger“. Beilführend heute: Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM) und Thomas Wörtche (TW) Aufs Angenehmste verunsichernd (JF) Der neue Patient ist „schön auf eine bei Männern seltene Art“. Dr. Lise Shields ist beeindruckt. Denn die Menschen, mit denen es die Psychiaterin normalerweise zu tun hat, sind unheilbar krank, und man sieht es ihnen auch an. Seit sie vor fünf Jahren ihre Ausbildung abgeschlossen
Read More In’e ghessam 1 bild / 100 worte „Dies ist meine Geschichte.“ Mal bin ich dir nah, mal bin ich fern, und was ich sein möchte ist dies: Der Wind in deinen Haaren, das Pedal unter deinen Füßen, die Träne auf deiner Wange, die Zigarette auf deinen Lippen… Es ist ein sonderbares Glück, ein Radieschen zu essen, so rot, so frisch, so knackig. Wann habe ich aufgehört, in den Himmel zu starren? Wann kommt der Zeitpunkt, wo alle Fragen gestellt sind und keine mehr bleibt, die noch gestellt werden könnte? „Licht,
Read More Mean Streets à la Gran – Eine ganz wichtige Stimme des Genres ist Sara Gran, was man spätestens seit ihren beiden Romanen um die geniale Privatdetektivin Claire DeWitt („Die Stadt der Toten“ und „Das Ende der Welt“ (dazu hier und hier bei CM) weiß. Jetzt legt ihr deutscher Verlag endlich „Dope“ nach. Eine Rezension von Thomas Wörtche. „Dope“ stammt schon aus dem Jahr 2006, wurde sträflicherweise bis jetzt nie übersetzt und ist alles andere als ein Frühwerklein oder eine Fingerübung für größere Aufgaben. Sara Gran tut zunächst ganz unschuldig so,
Read More Liebe Ostdeutsche! Petrus, Paulus und Jakobus und so schrieben Briefe, an die Kolosser, Thessalonicher und Galater und so. Heute schreibt Carlos einen Brief. An seine ostdeutschen Schreibkolleg_innen: Ja, ich weiß, die Wünsche vom letzten Mal wollen erfüllt werden. Aber das muss noch eine Woche warten. Ich bin noch mit der statistischen Auswertung befasst. Mag ich z. B. über den dicken Ex-Kanzler, wenn er denn im Sterben liegt, nicht allzu sehr abledern, verbietet sich momentan Fußballkram, da einen das Realinferno Fifa sowie links überholt. Daher nutze ich die Zeit für einen
Read More Zwischen Zerstörung und Schönheit – Bis zum 14. Juni 2015 zeigt das Sinclair-Haus in Bad Homburg Fotografien und Videos des israelischen Medienkünstlers Ori Gersht. Die erste deutsche Einzelausstellung des 48-jährigen Wahl-Londoners und der zugehörige Katalog machen aufmerksam auf Gershts eigenwillige Annäherung an die Verbrechen unsichtbarer Vergangenheiten. Von Kerstin Schoof Wie kann Vergangenheit greifbar, längst vergangene Erfahrungen erlebbar werden? Ori Gershts Fotografien und Filme stellen sich diese Fragen anhand der Schauplätze vergangener Kriege und Verbrechen, die oftmals keinerlei Spuren der dort stattgefundenen Geschehnisse aufweisen. In der Ausstellung „NaturGewalten“ sind es Landschaften,
Read More Von Kühen und Menschen – Ein bemerkenswertes Debüt kommt wieder einmal aus Australien: „Prime Cut“ von Alan Carter. Down Under ist qualitatives Krimi-Boom-Land. Eine Rezension von Frank Rumpel. Erst mal einer toten Kuh den Kopf aufsägen – so beginnt der erste Einsatz von Philip „Cato“ Kwong beim westaustralischen Viehdezernat, das zuständig ist, wenn etwa Rinder oder Schafe gestohlen werden oder, wie in diesem Fall, erschossen am Straßenrand liegen. „Das war einer der großen Unterschiede zwischen dem Morddezernat und dem Viehdezernat, sinnierte Cato, man brauchte nicht auf die Obduktion zu warten,
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