Max Hardberger – Der „Dirty Harry“ der Handelsschifffahrt im Zeitalter der Globalisierung – Piraten haben wieder Konjunktur, sie sind ein erklecklicher Wirtschaftsfaktor des global crime. Natürlich haben sie Widersacher. Susanna Mende hat sich mit einem dieser Leute beschäftigt. Eine offizielle Berufsbezeichnung gibt es für die Arbeit, der der aus Louisiana stammende Amerikaner Max Hardberger seit den späten 80er Jahren nachgeht, nicht. Er selbst nennt sich Schiffsretter, doch wenn man sich die Rahmenbedingungen dieser Tätigkeit anschaut, kommen viele Rollen zusammen, die ein Schiffsretter spielen muss: Er ist ein Abenteurer, weil er
Read More Das Diktat des U – „Der Hypnotiseur“ als Beispiel für Verthrillerung – schwedische Variante. Und über Hype … Von Tobias Gohlis. Die schwedischen Autoren Alexandra und Alexander Ahndoril haben sich ein prätentiöses Pseudonym zugelegt: Lars Kepler. „Lars“ verstehen sie als Hommage an Stieg Larsson, den posthumen Spitzenreiter auf der dritten Krimi-Schwedenwelle, „Kepler“ erinnert an den Astronomen, der das europäische Weltbild erschütterte. Ihr erster gemeinsam verfasster Kriminalroman „Der Hypnotiseur“ wird gerade von Lübbe massivst beworben und allseits gehypt. Er ist ein Beispiel dafür, wie Krimi zur Masche und ein spannendes Thema
Read More Eine Reise quer durch die Kriminalliteratur – Lesen Sie dieses Buch nur, wenn Sie sich ein bisschen mit Krimis auskennen. Sonst geht das Meiste an Ihnen vorbei und Sie finden das Buch noch seltsamer, als es sowieso schon ist. Von Henrike Heiland Immer, wenn man denkt, es hätte schon alles und jeder ermittelt – vom Frühstücksei bis zum Aal, vom einarmigen Jazztrompeter bis zur selbstmordgefährdeten Kommissarin mit fünf Kindern –, kommt doch noch eine weitere Detektivvariation von irgendwo daher. Colin Bateman stellt uns für seine neue lustige Kriminalromanreihe, die wieder
Read More Bloody Chops – Heute von Kirsten Reimers (KR), Peter Münder (PM) und Thomas Wörtche (TW). Blasse Kopfgeburt (KR) Miles ist auf der Suche nach seinem Zwillingsbruder, Lucy auf dem Weg in ein neues Leben, und Ryan reist durch die USA, um für seinen Vater undurchsichtige Aufträge auszuführen. Alle drei sind in Dan Chaons Roman „Identität“ unterwegs zu einem neuen Leben, einem neuen Sinn, einem neuen Selbst. Herausgekommen ist dabei ein Thriller um Identitätsdiebstahl und gleichzeitig eine Reflexion über die Frage, was Identität denn nun eigentlich ist. Die Konstruktion des Romans
Read More KickAss – Bloody Splinters aus dem täglichen Wahnsinn unserer Branche – (JK) Verwirrung about Ken Bruen: Auf der Suhrkamp-Webseite heißt es „Aus dem Englischen“. Im Buch selbst (zu sehen in dieser Leseprobe) heißt es dann „Aus dem Amerikanischen“: … na ja, der Mann ist schließlich Ire, wir wissen das, das muss sein Verlag aber noch lange nicht wissen – ist ja nur Krimi … (Frisp) „Und der Engel spielt dein Lied“ – ein schneller, brutaler, schnörkelloser Krimi – zeigt die für viele Krimis typischen Defizite. Blasse Protagonisten, fragwürdige Zufälle. Ein
Read More Wir freuen uns, Ihnen wöchentlich Christopher G. Moores Views from Bangkok präsentieren zu dürfen. Moore hat wegen seiner großartigen Vincent-Calvino-Romane, die seinerzeit bei metro erschienen waren, in Deutschland immer noch eine große Fangemeinde, die mit neuem Stoff zu versorgen, uns Ehrensache ist. Heute kümmert sich Christopher G. Moore um einen etwas weiteren, wenn auch extrem wichtigen Begriff von „Crime“ – in Thailand. Aber Thailand ist überall … Thai Nak Lengs, Jao Pohs & Crime in the Days of Wikileaks Given the vast collection of regulations, administrative rulings and laws, sooner
Read More The Pope Song von Tim Minchin Fuck the motherfucker Fuck the motherfucker Fuck the motherfucker He’s a fucking motherfucker Fuck the motherfucker Fuck the fucking fucker Fuck the motherfucker He’s a total fucking fucker Fuck the motherfucker Fuck the motherfucker Fuck the motherfucker Fucking fuck the motherfucker Fuck the motherfucker Fuck the motherfucking Pope. Fuck the motherfucker And fuck you, motherfucker If you think that motherfucker is sacred If you cover for another motherfucker Who’s a kiddie fucker Fuck you, you’re no better Than the motherfucking rapist And if you
Read More „Was tun wir alle miteinander uns an?“ – Seit Jahrzehnten gehört er als Kritiker und Schriftsteller zu den produktivsten, umstrittensten und widersprüchlichsten Personen seiner Zunft. Nun hat Fritz J. Raddatz noch zu Lebzeiten seine Tagebücher veröffentlicht. Sie enthalten sehr persönliche Offenbarungen, Äußerungen, Gedanken und Reflexionen, auch wenn sie vom Gestus her spürbar auf Veröffentlichung zielen. Hier hat einer ohne Rücksicht auf Verluste aufgeschrieben, wie das Leben ihm und wie er in diesem Leben mitgespielt hat. Wend Kässens hat die fast 1.000 Seiten vermessen. „Haus bestellt“. Das Grab in Keitum auf
Read More Am 17. Dezember 2010 starb Don van Vliet aka Captain Beefheart, einer der einflussreichsten Rock- und Bluesmusiker des letzten Jahrhunderts. Seine wohl bekannteste Veröffentlichung ist das Doppelalbum "Trout Mask Replica" aus dem Jahr 1969. Hans-Joachim Roedelius, als Musiker für die elektronische Avantgarde nicht minder einflussreich, schreibt für CULTurMAG einen sehr persönlichen Nachruf.
Read More Bild mit Rehfamilie – Mit ihrem zweiten Roman „unter uns“ trifft Angelika Reitzer mitten hinein ins Hier und Jetzt. Das Leben unserer Generation ist eine einzige fragile Angelegenheit; Zukunft demonstrieren ihre größte Herausforderung. Von Senta Wagner Clarissa gehört zu einer überschaubar großen Familie, sie ist aber aus dem, sagen wir, Bild einer Familie herausgekippt. Es wird zu Beginn des Romans das Geburtstagsfest der Mutter gegeben, der die Eltern, die Geschwister und weitere Angehörige zusammenbringt. Gewöhnlich sind Feste zum Feiern da. Oder wie in diesem Fall zur raschen Verbreitung von Neuigkeiten.
Read More Posted On Januar 19, 2011By Henrike HeilandIn Bücher, Litmag
Kein Feuer – Was soll man da noch sagen, ist nicht schon alles zu diesem Buch gesagt worden? Vielleicht. Aber probieren wir es heute ausnahmsweise auch mal mit etwas mehr Abstand. Von Henrike Heiland Erst mal das Offensichtliche, was auch schon oft gesagt wurde: das Cover. Der Autor ist drauf, also seine Haare, und wer mit ihm vertwittert oder verfacebookt ist, erkennt das Bild sofort. Ja, von wegen verkaufsfördernd und so weiter. Hat zur Folge, dass man bei der Hauptfigur wenigstens bis zur Hälfte des Buches immer zusammenzuckt und denkt:
Read More Ansichten eines Expropriateurs – In seinen Erinnerungen „Baustelle Revolution“ erzählt der spanische Anarchist Lucio Urtubia aus seinem zuweilen abenteuerlichen Leben als „Expropriateur“ und Dokumentenfälscher im Dienste der Revolution. Leider werden die Memoiren am Ende von einem Wust von Bekenntnissen überwuchert. Von Jörg Auberg „Spanien ist die klassische Heimat des Anarchisten“, konstatierte John Dos Passos in seinem Spanien-Buch „Rosinante to the Road Again“ (1922). Aus New York kommend, der „märchenhaft prosaischen Stadt des kapitalistischen Automatismus“ (wie Leo Trotzki die Metropole an der amerikanischen Ostküste nach seinem Aufenthalt im Winter 1917 genannt
Read More Posted On Januar 19, 2011By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Wenn Sprache (aus)wandert – Die 1966 geborene Nina Jäckle hat sich in ihren bisherigen Romanen zu Recht den Ruf einer Autorin erworben, die ein besonders feines Gespür für Melodie und Rhythmus ihrer Prosa hat, die Möglichkeiten der Sprache auslotet, ohne dabei manieriert zu klingen. Frank Schorneck über zwei Bücher von Jäckle, die sich den üblichen Kategorien entziehen. Die Ich-Erzählerin im Roman „Sevilla“ hat es in ebenjene spanische Metropole verschlagen. Ihr früheres Leben, ihren Namen hat sie hinter sich gelassen. Zwei Tüten voller Geld sind alles, was an früher erinnert. Sie
Read More Posted On Januar 19, 2011By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Der verborgene Teil der Epoche – Mario Luzi war zu seinen Lebzeiten in Italien sehr populär. Von vielen wurde er sogar wie ein Vater, später dann wie ein Großvater geliebt. Liest man jedoch seine Gedichte, fällt es schwer, diese ihm entgegengebrachte große Verehrung nachzuvollziehen. Von Carl Wilhelm Macke. Luzis Gedichte setzen an den Leser höchste Ansprüche an Konzentration, an Wissen um den geistesgeschichtlichen Horizont, in dem sie angesiedelt sind, an eine Offenheit auch gegenüber dem in ihnen angeschlagenen spirituellen Ton. Sie eignen sich nicht für Postkartengrüße oder für die poetische
Read More The Sex Life I 1 bild / 100 worte TO MY FIERY FRIEND BETELGEUZE, ANBEI, AS PROMISED, SOME PERTINENT FACTS ON Peter: Frau, ihren Geliebten küssend, Günter: lutscht kaut leckt, Sibylle: Liebst du mich, THE SEX LIFE Michael: bis zum anschlag im, Alexa: Fotzenarsch, Christian: sehr charming, VON DEUTSCHE POETS, Günter: Was danach kam, lief überhastet ab, MOST OF THEM STILL ALIVE Alexa: hemmungslos in, Elfriede: grapscht nach, Alexa: Stellungen, Elfriede: küsst die Mutter, & JUMPIN’ Michael: fulminant wie er, Peter: schrie, so schrill, Robert: stimmungsschwere nekrophile Kunstgedanken, ENJOY! Sibylle:
Read More Unsere Autorin Christina Mohr hat sich durch musikalische Neuveröffentlichungen aus Frauenhand gehört und nebenher zwei interessante Bücher mit feministischer Brille gelesen.
Read More Die literarische Woche 3 ::: Literatur im Radio und Fernsehen vom 17. Januar - 23. Januar 2011. Podcast der Woche: André Schiffrin im Gespräch. Tipp der Woche: Zeitraffer-Videos. Literaturzeitschrift der Woche: Sprache im technischen Zeitalter.
Read More Die Zerrissenheit des dünnen Mannes – Dashiell Hammett, weltberühmter Hard-boiled-Autor des „The Maltese Falcon“, starb vor 50 Jahren am 10. Januar 1961. Ein Rückblick und gleichzeitig ein Klassiker-Check von Peter Münder. Mit dem Hammett-Experten Don Herron in San Francisco die wichtigsten Schauplätze aus dem „Malteser Falken“ zu besichtigen, ist vielleicht die amüsanteste Art, sich der Vita des berühmten dünnen Autors zu nähern. Der in Maryland geborene Hammett lebte von 1921–29 in San Francisco und schrieb hier die drei Romane Red Harvest, The Dain Curse und The Maltese Falcon (1930 veröffentlicht).
Read More Bill Moody ist Jazzprofi mit erheblichen Meriten und Kriminalschriftsteller von Rang. Seine Romane um den Jazzpianisten Evan Horne, der hin und wieder in kriminelle Malaisen rutscht, genießen Kult-Charakter. Für CrimeMag kümmert sich Bill Moody unregelmäßig regelmäßig um den riesigen Bereich Jazz´n Crime – heute eher grundsätzlich und über ein Jazz Mystery, das man leider noch nicht auf Deutsch lesen kann … Have fun! What We Talk About When We Talk About Jazz When a jazz musician steps up to play a solo, the notes he plays are governed by the
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten Plan
Read More Irland ist pleite, alle Iren sind Sänger & Poeten und Kriminalautoren wie Ken Bruen. Ralph Christians lebt in Irland und mag Irland und Ken Bruen und co-produziert gerade die Verfilmung des dritten Jack-Taylor-Romans fürs ZDF. Ein Stimmungsbericht … In Irland ist „MOLLS“ alles o.k. Wenn man im Bergischen Land aufgewachsen ist, versteht man die Welt besser als andere. Und es zieht einen hinaus in die Welt. Das wusste schon der Wuppertaler Friedrich Engels, der eine irische Frau hatte. Und nicht glauben konnte, was er sah, als er erstmals deren Heimat
Read More Metaphysiker des Verbrechens – Ein ganz starkes Stück Literatur legt der Argentinier Ricardo Piglia mit seinem neuen Roman „Ins Weiße zielen“ vor. Sozusagen ein weiterer Beweis, dass man über Kriminalliteratur nachdenken und selber welche schreiben kann, wenn man es kann. Karsten Herrmann hat das Buch gelesen. In den Siebzigern wird in einem kleinen Dorf der argentinischen Provinz der amerikanische Glücksritter und Spieler Tony Durán in seinem Hotelzimmer ermordet. Der mysteriöse Fremde hatte Aufsehen durch seine ménage à trois mit den lebenslustigen Belladonna-Schwestern, den Sprösslingen einer alten Dorf-Dynastie, gesorgt und war
Read More Bloody Chops – heute angerichtet von Kirsten Reimers (KR), Frank Rumpel (rum) und Joachim Feldmann (JF). Geplatzte Träume, fadenscheinige Lebenslügen (KR) In Tana Frenchs drittem Roman steht der Undercover-Ermittler Frank Mackey im Mittelpunkt, er hatte bereits in „Totengleich“ eine wichtige Rolle inne. Weil eine Frauenleiche in einem alten Abrisshaus entdeckt wird, kehrt Mackey nach zweiundzwanzig Jahren in die Straße zurück, in der er aufgewachsen ist: „Faithful Place“ (so auch der weitaus treffendere Originaltitel des Buches), eine Sackgasse in einem Dubliner Arbeiterviertel. Die Krimihandlung ist kaum mehr als ein schmaler roter
Read More Wir freuen uns, Ihnen wöchentlich Christopher G. Moores Views from Bangkok präsentieren zu dürfen. Moore hat wegen seiner großartigen Vincent-Calvino-Romane, die seinerzeit bei metro erschienen waren, in Deutschland immer noch eine große Fangemeinde, die mit neuem Stoff zu versorgen, uns Ehrensache ist. Heute beschäftigt sich Christopher G. Moore mit Wahlkampf, Lügen und Kriminalität. Themen, die uns so unbekannt nicht sein sollten! CRIME STATISTICS AND OTHER ELECTION CAMPAIGN LIES An election must be close in Thailand. The Thai government recently announced plans to reduce crime by 20%. As an election will
Read More Posted On Januar 12, 2011By Brigitte HelblingIn Bücher, Litmag
„Die Monkey Wrench Gang“ und andere schöne Bücher – Zu Besuch beim Verlag Walde + Graf in Zürich. In diesem Bericht werden erwähnt: Reklametafeln, konstruktiver Vandalismus, zottelige Revolutionäre, die Schweiz, „die Schweiz“, Comics, Wetterpropheten und das Glück des Verlegers, das dem Glück des Lesers immer um ein Programm vorauseilt. Von Brigitte Helbling. „Die Monkey Wrench Gang“ hieß das Buch, das man im vergangenen Messeherbst sofort anfassen wollte, ach was, anfassen: mit nach Hause nehmen, in sein Zimmer schmuggeln und mit der Taschenlampe unter der Bettdecke lesen. Wir reden hier von
Read More Überlebensgroß: Herr Schmidt – Wenn in diesen turbulenten Zeiten Ex-Kanzler Helmut Schmidt in einer öffentlichen Diskussion seine eigene Amtszeit Revue passieren lässt, über seine Rolle als ZEIT-Herausgeber spricht und die Euro-Krise analysiert, dann spürt man, dass die Hanseaten ihn am liebsten wieder als Kanzler oder zumindest als Bürgermeister installieren würden – Heldenverehrung ist angesagt … Von Peter Münder Bis auf den letzten Platz war Hamburgs Thalia Theater schon wochenlang vor dieser Diskussion zwischen Helmut Schmidt und dem ZEIT-Redakteur Theo Sommer (er nennt sich „Editor-at-Large“, ist also nicht auf der Flucht,
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