Das dunkle Vermächtnis – John Connolly ist der erste irische Autor, der den Shamus Award for Best First Private Eye Novel (für den Roman Every Dead Thing) gewann. Zugleich war dieser Roman auch für den Bram Stoker Award for Best First Novel nominiert. Seine Romane um den Ex-NYPD-Cop Charlie „Bird“ Parker changieren also zwischen Kriminal- und Horrorliteratur. Beide Weltentwürfe durchdringen sich von Roman zu Roman stärker. Ein interessanter Autor, findet Claus Kerkhoff. „Der Pakt der Liebenden“ von John Connolly ist ein ungewöhnlicher Kriminalroman. Kein Meisterwerk, aber seine Handlung ist unglaublich:
Read More Posted On November 30, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Rasante Lobpreisung des Rausches – DBC Pierre gehört seit seinem mit dem Booker Price 2003 ausgezeichneten Debüt „Jesus von Texas“ zu den originellsten und kraftvollsten Stimmen der angloamerikanischen Literatur. Seine Romane spiegeln dabei auch sein abenteuerliches Leben wider, das ihn in die tiefsten Abgründe der Selbstzerstörung, Verschuldung und Kriminalität geführt hat. Am Schopf der Literatur zog er sich heraus und legt mit „Das Buch Gabriel“ nun den Abschluss einer lockeren Trilogie vor, die unser Zeitalter als Endzeit beschreibt. Von Karsten Herrmann. Am Ende seiner Zeit ist auch Pierres Protagonist Gabriel
Read More Posted On November 30, 2011By Elfriede MuellerIn Bücher, Litmag
Das Los einer politischen Frau – Im Zeitalter des E-Books gibt es noch Überraschungen, wie dieses in Leinen gebundene, bebilderte, schön gesetzte und berührende kleine Juwel von Ulrich Teusch über Jenny Marx. Von Elfriede Müller Auch wenn es in Trier eine kleine Bildungseinrichtung gibt, die sich Jenny-Marx-Gesellschaft nennt, und die ehemalige DDR ihr eine Briefmarke widmete, so wird Jenny Marx doch hauptsächlich als leidende und unterdrückte Ehefrau von Karl Marx und Mutter von sieben Kindern wahrgenommen, die es – nicht zuletzt aufgrund ihrer Herkunft – eigentlich besser verdient hätte. Teusch
Read More Posted On November 30, 2011By Peter MuenderIn Bücher, Litmag
Libretto und Libido – Helmut Kraussers grandiose romanhafte Puccini-Biografie. Wiedergelesen von Peter Münder zum 87. Todestag des Komponisten am 29. November. Er habe ja Verständnis „für die kleinen Gärten und Geheimnisse, für die gewissen Nischen in der Mauer, in der aparte Halbschattengewächse zu Hause sind und blühen dürfen“, erklärt der erregte Musikverleger Guilio Ricordi seinem besten Pferd im Stall, dem berühmten Komponisten Giacomo Puccini (1858–1924). Aber des Maestros Affäre mit einer 17-jährigen Näherin, „diesem niedrigen Fräulein“ Corinna, über die sich alle das Maul zerreißen, sei einfach nicht länger tolerierbar: „Die
Read More Posted On November 30, 2011By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Höre, Schuhband, zerschlissenes! – Die Verteidigungsrede des Peter Handke für Dragoljub Milanović. Von Carl Wilhelm Macke. Er hat alles Recht der Welt und als freier Schriftsteller sowieso, ein rechtskräftiges Urteil anzugreifen. Und gegen ein Urteil, das sich tatsächlich auf ein sehr dünnes Beweismaterial stützt, sollte ein Schriftsteller mit allem ihm zur Verfügung stehenden Wortreichtum Stellung beziehen. Das macht denn auch Peter Handke in seiner schmalen Verteidigungsschrift für den in Belgrad inhaftierten Fernsehjournalisten Dragoljub Milanović. So weit, so gut. Und gut geschrieben ist dieses schmale Plädoyer für die Freiheit eines Gefangenen
Read More Carlos ist erschüttert. Was machen seine Lieblingsschätzchen? Doch halt! Hier die neuesten Streiche von Mappus & Gutti & Co! Irgendwie klingt sie ein bisschen fassungslos, die gute Welt Online: Mappus hört bei Merck schon wieder auf Ehemaliger baden-württembergischer Ministerpräsident beklagt „diffamierende Angriffe“ Stuttgart/Darmstadt – Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat seinen Wechsel in die Wirtschaft überraschend wieder abgesagt. Mappus erklärte am Montag, er werde Ende des Jahres beim Darmstädter Pharmakonzern Merck wieder ausscheiden. Der CDU-Politiker begründete den Schritt mit Kritik an seiner Rolle beim Kauf der Anteile der Energie
Read More Ja, toll, aber … Romane können durchaus sperrig sein. Das ist weder verboten noch per se schlecht. Aber auch nicht per se gut. „Crash“ von Lorraine Adams ist sehr sperrig. Aber warum? fragt sich Thomas Wörtche. Ja, so schlicht ist es manchmal vielleicht: Lorraine Adams ist die Gattin von [[Richard Price]]. Der hat jüngst mit einem Roman namens „Cash“ reüssiert, also bietet sich „Crash“ für die Gattin an, ist doch klar. Zum Glück spielt immerhin ein Flugzeugabsturz eine Rolle, aber den via Paratext „Titel“ zur inhaltlichen Dominante zu machen, ist
Read More Der Schmerzensmann – Spannung ist was Feines, aber die Methoden ihrer Erzeugung sind nicht immer die feinsten. Besonders störend zeigt sich das bei Jo Nesbøs neuem Roman „Die Larve“. Warum das so ist, beschreibt Ulrich Baron. Spannend sind sie zweifellos, die Harry-Hole-Romane, aber Spannung ist nicht alles. Schließlich muss man ja auch an die Folgen denken, an kaputte Beziehungen und an die hässliche Sauferei, in die Hole immer wieder verfällt. Und an die schrecklichen Verletzungen, die Nesbøs Held sich immer wieder einfängt, sodass er bald aussehen dürfte, als sei er
Read More Bloody Chops – heute von Thomas Wörtche (TW) und Christian Koch (CK) Mörder, begeistert (TW) Es gibt sie noch, die wunderbaren, miesen, gemeinen kleinen Kriminalromane. „Aus der Spur“, das Debüt von Gregory Smith, ist so einer. Kein unsterbliches Meisterwerk, aber ein richtig feines Buch mit Witz und Verstand. Und einem Mörder, der wirklich gute Gründe hat zu morden und dabei richtig fröhlich und engagiert zur Sache geht. Er ist Autoverkäufer und den Launen seiner Kundschaft ausgesetzt. Immer nur lächeln, wenn allerlei deviante, brave Bürger das „Dienstleistungsparadies“ USA volle Kanne ausnutzen
Read More Posted On November 23, 2011By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag
Alles wollen und nichts können – Ella, Thomas und Käthe. Das sind die zentralen Figuren in Julia Francks neuem Roman „Rücken an Rücken“. Mit ihnen im Zentrum, in ihrem Universum wird die DDR der 1950er- und 1960er-Jahre beschrieben: als ein Land, das im Großen ALLES sein will, die gelebte Utopie, der Gegenentwurf – und das im Kleinen doch so sehr NICHTS kann, das letztlich alles nichts sein wird. Von Ulrich Noller Käthe ist Bildhauerin, sie hat sich für ein Leben im Osten entschieden, weil sie mitarbeiten will an der anderen
Read More Posted On November 23, 2011By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Hohes Lied auf die Weltwerdung Èdouard Glissant und Patrick Chamoiseau lassen Mauern fallen und packen ihr Plädoyer für die „Schönheit der Welt“ in ein schmales Büchlein, das gerade in diesen Zeiten auf der Verkaufstheke jeder Buchhandlung ausliegen sollte. Von Carl Wilhelm Macke Jetzt ist wieder die hohe Zeit der Sicherheitstechniker. Jungnazis ziehen brandschatzend, raubend und mordend durch Deutschland und schon preisen die Handwerker des Sicherheitsstaats ihre Dienstleistungen an. Einige Schrauben im Verfassungsschutz müssten dringend wieder angezogen werden. Die Qualifikation der V-Leute lässt zu wünschen übrig. Die Beobachtungstechnik muss erneuert werden.
Read More Posted On November 23, 2011By Joe Paul KrollIn Bücher, Litmag
Der eingebildete Jude – Es gibt sie noch, die Autoren, die über Jahre hinweg ihre Stimme finden und schließlich die verdiente Anerkennung finden: So geschehen im Falle Howard Jacobsons, dessen Roman „Die Finkler-Frage“ („The Finkler Question“) 2010 mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet wurde. Erst mit der späten Würdigung durch die Booker-Jury bekommt nun auch eine deutschsprachige Leserschaft die Gelegenheit, Jacobson kennenzulernen – zunächst mit der „Finkler-Frage“, schließlich, wenn man der Ankündigung der DVA glauben darf, auch mit den früheren Romanen, die nach und nach übersetzt werden sollen. Von Joe
Read More Notbesetzung vor Gordischem Knoten – Island war Gastland auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Die Schwemme isländischer Krimis war bedrohlich. Immerhin, Arnaldur Indriðason hat es inzwischen auch ohne „Welle“ zur wichtigen, kriminalliterarischen Stimme gebracht. Ulrich Baron macht sich dennoch Sorgen … Dieser im Boomjahr 2005 angesiedelte Roman ist nun schon der zweite Kommissar-Erlendur-Krimi ohne Kommissar Erlendur. Der ringt in den Ostfjorden weiterhin mit den Gespenstern seiner Familiengeschichte, sprich mit den langen Schatten, die das spurlose Verschwinden seines Bruders nicht nur auf seine Kindheit geworfen hat. Und langsam macht man sich doch
Read More Posted On November 16, 2011By Brigitte HelblingIn Bücher, Litmag
Der Mann, der die Gedächtnismaschine erfand – Schon in der Schulzeit, schreibt der Dichter Ron Padgett über seinen Jugendfreund, habe Joe Brainard sämtliche Kunst-Preise abgeräumt, die es abzuräumen gab. Im Laufe eines nicht sehr langen Lebens – Brainard starb 1994 im Alter von 52 – schuf der Künstler Werke als Maler, Collagist, Illustrator, Bühnenbildner und Schriftsteller. Nur wenige Jahre, nachdem er sein heimatliches Oklahoma für die Ostküste verlassen hatte, wurde ihm in New York eine Anerkennung als Künstler zuteil, die über 20 Jahre lang nicht nachließ. Eine Solo-Ausstellung jagte die
Read More Posted On November 16, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Eine Jagd durch wilde (Wort-)Abgründe – Der ukrainische Romancier, Lyriker, Essayist und Übersetzer Juri Andruchowytsch ist einer der wichtigsten Vertreter einer avancierten osteuropäischen Literatur. In seinem im Original bereits 1999 erschienen Roman „Perversion“ zeigt er sich als Postmoderner par excellence und als Meister des Grotesk-Karnevalesken. Der Roman erzählt – besser: rekonstruiert – das Verschwinden des ukrainischen Undergroundhelden und Performance-Aktivisten Stanislaus Perfezki in Venedig: „Stets setzte er alles aufs Spiel – seine Habe, sein Talent, sein Leben.“ Der hochverschuldete Literat war dort zu dem internationalen, die Postmoderne genüsslich parodierenden Seminar „Postkarnevalistischer
Read More Posted On November 16, 2011By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag
Der Wellnessbereich als Bühne des Lebens – Gibt’s was Schlimmeres als eine Fünfzigerfeier in einem spießigen Lokal? Eindeutig ja, findet Ulrich Noller. „Sauna, Hot Stones, Schweißausbrüche“, so wirbt der Deutsche Taschenbuch Verlag auf dem Cover für „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“, das neue Erfolgsbuch von Dora Heldt. Und dann geht’s direkt ins Herz der Dinge: „Gibt es etwas Schlimmeres, als seinen fünfzigsten Geburtstag in einem spießigen Lokal mit der ganzen Familie feiern zu müssen, Geschäftskollegen des Mannes und Nachbarn inklusive?“ Betroffen ist Doris, 49, klar, und Hausfrau, auch
Read More Posted On November 16, 2011By Kathrin BredeIn Bücher, Litmag
„Es ist, wie es ist, und es kommt, wie es kommt“ – In dem Heuhaufen der diesjährigen Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt findet sich mit dem Erstlingsroman des Schweden Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ eine glänzende Nadel, meint Kathrin Brede. Ja, 100 Jahre Lebenszeit, das ist verteufelt lang. Könnte sein, dass da einer viel erlebt hat. Oder sogar sehr viel. So wie Allan Karlsson, der just am Tag seines 100. Geburtstages die Faxen von den nervtötenden, strengen Reglements im Seniorenzentrum (und besonders der garstigen
Read More Weiß auf Schwarz – Was soll da schiefgehen? Tardi adaptiert und illustriert Manchette. Feiner geht’s kaum, findet auch Matthias Penzel. Selbst auf die Gefahr hin, hier jetzt wie ein hinterwäldlerischer Dorfdepp mit bedenklich xenophoben Tendenzen zu klingen – eine haarstäubende Gefahr – geh ich mal kurz auf Risiko und sage: Der Held der Geschichte ist Franzose, und das merkt man ihm auch an. Terriers Stimmung changiert ziemlich nonstop, in sehr langen Nächten zwischen missmutig-griesgrämig und schlicht asozial. Tagsüber ist er eher nüchtern, mit Hang zur Melancholie. Auch ständig in Bewegung.
Read More „Not for me“ – Mal wieder gibt es Neuauflagen der Wexford-Fälle in Großbritannien, und das Random House-Imprint Arrow lockt auf dem Rückumschlag: „Ruth Rendell’s timeless Wexford novels continue to intrigue, enthral and surprise readers time and time again“. Grund genug, sich einen der alten Wexfords vorzunehmen. Ein Klassiker-Check von Henrike Heiland. Vor zwei Jahren noch wollte Rendell mit Wexford aufhören, sagte sie der Presse, doch 2011 ließ sie ihn im Ruhestand ermitteln und verband mit „The Vault“ ihre nunmehr 22-teilige Ermittlerserie mit einer ihrer standalone novels „A Sight For Sore
Read More Der Einzelhandel ist ein ganz besonderer Ort … – Ein Kauftipp des Krimi-Buchhändlers unseres Vertrauens, Christian Koch vom Berliner HAMMETT. Ungewöhnliche Handlungsorte haben gerade mal wieder Konjunktur im Kriminalroman. Verliese in nordischen Ländern sind zum Beispiel gerade en vogue, verbunden mit einem schmissigen Einwort-Buchtitel bilden sie quasi ein Erfolgsgarant auf dem deutschen Buchmarkt. Aber dann kommt plötzlich Regina Nösslers „Auf engstem Raum“ daher und ist von Beginn an ganz anders: Das Buchcover hat etwas mit dem Inhalt des Romans zu tun! Das gleiche gilt für den Buchtitel! Und der Handlungsort?
Read More Durchgenudelt – Wie ein Widergänger springt er immer wieder aus seiner Gruft. Der Mehr-als-ein-Grimmi, der „literarische Krimi“ – hier als „Torso“, nicht der von Apoll, sondern von Wolfram Fleischhauer. Klaus Kamberger kommt um ein paar grundsätzliche Gedanken nicht herum … Den mal guten, mal biederen, mal bemühten, aber auch oft genug ausdrucksstarken Deutsch-Krimi kennen wir ja spätestens seit glausig-fleschigen Zeiten. Derzeit aber scheint er sich in seinen komparativen Aggregatzustand aufzuschwingen, er wird nämlich „literarisch“. Kürzlich erst bei Blessings (vom CrimeMag bereits gewürdigt), nun auch bei Droemers. Jedenfalls preisen sie dort
Read More Lena Blaudez, selbst in „Krisengebieten“ ziemlich herumgekommen, würdigt einen Reiseführer der etwas anderen Art. Kontext pur für Polit-Thriller … Verbale Auseinandersetzungen mit Voodoo-Priestern sind tunlichst zu vermeiden Diesen und andere wichtige Tipps hält das „Handbuch für die gefährlichsten Orte der Welt“ bereit, ein Survival-Kit für und von Journalisten, NGO-Mitarbeitern, Ärzten und anderen, die in den Krisenregionen der Welt arbeiten. Das Buch ist ein Sammelsurium von praktischen Tipps, Anekdoten, Erinnerungen und Geständnissen – zusammengetragen und geschrieben von der britischen Journalistin Rosie Garthwaite, die für [[Al Jazeera]], [[Reuters]] und [[BBC]] berichtet und
Read More Bloody Chops Schales hinter ehrwürdigen Fassaden (KR) Der Brite John Harvey ist im Krimigeschäft ein alter Hase. Seit Jahrzehnten wird er der Krimielite des UK zugeschlagen. Über hundert Bücher hat er geschrieben, auch unter verschiedenen Pseudonymen. Viele gute Krimis sind dabei: solide und stimmig aufgebaut, ausgefeilte Figuren, durchdachte Plots, alles eingebettet in eine realistische Szenerie. Nach den mittelprächtigen Kriminalromanen um den Privatdetektiv Scott Mitchell, den richtig guten um DI Charlie Resnick oder den noch besseren mit Ex-Cop Frank Elder liegt mit „Splitterndes Glas“ nun der erste Band einer neuen Reihe
Read More Posted On November 9, 2011By Christina MohrIn Bücher, Litmag
Schnittstelle: Berliner Mauer. Christina Mohr im „Doppelschlag“ über einen Sammelband, der die künstlerische Auseinandersetzung mit der Berliner Mauer dokumentiert und über David Byrnes „Bicycle Diaries“, in denen der Musiker Berlin (und andere Metropolen) als „radelnder Flaneur“ mit dem Fahrrad erkundet. Mauer-Geschichten „Beuys empfiehlt die Erhöhung der Berliner Mauer um 5 cm (bessere Proportion!). “ Seit ihrer Errichtung bot die Berliner Mauer Anlass zu Klagen und zynischen Kommentaren (siehe Beuys-Zitat), denen überwiegend der Wunsch innewohnte, das menschen- und ländertrennende Bauwerk einzureißen. Doch wie andere Grausamkeiten dieser Welt wurde die Mauer vielen
Read More Posted On November 9, 2011By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Der Wille zu überleben – Carl Wilhelm Macke über die Neuauflage der beiden zentralen Bücher von Primo Levi. Es gab einmal eine Zeit, da waren die Bücher von Primo Levi über seine Zeit in Auschwitz und seine Flucht aus dem Ort des absoluten Schreckens in die Freiheit ständig präsent in den öffentlichen Literaturdebatten. Hier ist auch noch einmal an einen der besten je über Levi geschriebenen Texte von Philip Roth zu erinnern: „Gespräch mit Primo Levi in Turin“ (erschienen in Philip Roth „hop Talk“, 2001). Levi galt in den ersten
Read More ¡Vamos a matar! Don Winslows neuer Roman „Zeit des Zorns“ erzählt eine kleine Geschichte. Wie er sie erzählt, das ist ganz groß. Ein Plädoyer für gute Romane von Thomas Wörtche. Nach dem Riesenpanorama „Tage der Toten“ hat [[Don Winslow]] jetzt mit „Zeit des Zorns“ ein Detail aus demselben Themenkreis ausgekoppelt – ein Genre-Bildchen, im malerischen Sinn. Eine kleine, schmutzige Geschichte, ein B-Movie mit allen Vorzügen eines bescheidenen production designs. Subversiv, abseits des Mainstreams, eine Geschichte aus unseren Tagen eben. Stilisiert und somit verdichtet. Keine Kolportage, keine fiktionalisierte Reportage, sondern Genre
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