Posted On September 17, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag
Fünfzig Tage und 50 Nächte im Kongo – Bei diesem Buch macht es Sinn, erst einmal das kluge und informative Nachwort des Publizisten und Verlegers Klaus Bittermann zu lesen. Da nämlich erklärt er, was es mit dem Gonzo-Journalismus auf sich hat und woher der Begriff Gonzo stammt: Bezeichnet werde damit im irischen Boston-Slang derjenige, „der nach einem Saufgelage als letzter aufrecht am Tresen steht“. Gonzo, das heißt auch bizarr und hemmungslos, ist eine Form von subjektiven Journalismus, „wild und hektisch“ geschrieben. Hunter S. Thompsons Reportagen ab Ende der Sechziger Jahre
Read More Posted On September 17, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Der Mensch als lebender Widersprecher – Wolfram Schütte über José Saramagos letzten vollendeten Roman: „Kain“. Sein letzter, noch zu seinen Lebzeiten erschienener Roman ist sein kürzester. Der neunzigjährige portugiesische Nobelpreisträger hat sich mit seinem „Kain“ den literarischen Spaß eines Häretikers erlaubt, der auf dem schmalen Gebiet literarischer Religionskritik würdig neben Voltaires „Candide“ steht. Saramagos „Kain“ teilt mit Voltaires “Candide“ die lakonische Zielstrebigkeit des Erzählens & ist wegen seines Witzes ein ebenso großes Lesevergnügen wie die Abenteuer, die Voltaires Held in „der besten aller Welten“ zu bestehen hat, bis er zu
Read More Wichtige Wiederentdeckung – Fünfundachtzig Jahre ist es her, seit Georg Finks Roman „Mich hungert“ zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Eine außerordentliche Geschichte, die die Zeit vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin eindringlich skizziert. Bernd Jooß freut sich über eine wichtige Neuentdeckung. Mich hungert … Damit beginnt mein bewusstes Leben. Meine erste Erinnerung ist dieses: mich hungert … Bis dahin lag ich im selig Unbewussten, noch immer wie im warmen Dunkel des Mutterleibs, im heiligen Schutz der einzigen Liebe. Und dann riss mich das lebendige Leben hinaus, ich
Read More Stilles Kleinod, großes Buch A.S.A. Harrison und ihr übersehener Psychothriller „Die stille Frau“. Eine Rezension von Alf Mayer. Den Wald vor lauter Bäumen: Natürlich erscheinen zu viele Kriminalromane, natürlich kommen zu viele Filme auf den Markt. Über 500 Filme sind es im Jahr, wer schon schafft es 50 Mal ins Kino? Wie viel liest man von den jährlich rund 1500 (oder so) Krimi-Neuerscheinungen? Ein sich ständig vergrößerndes Bermudadreieck verschlingt unterschiedslos Schrott und Qualität. Gar manche Perle muss ihre Existenz als Nachtschattengewächs fristen, obwohl sie das Scheinwerferlicht verdient hätte. Das gilt
Read More Bloody Chops – unparteisch, gerecht, blutig Heute am Beil Frank Göhre (fg), Joachim Feldmann (JF) und Alf Mayer (AM). Unterm Beil die Anthologie „Sexy. Hölle. Hellweg“ herausgegeben von HP Karr, Herbert Knorr & Sigrun Krauß; Michal Viewegh „Die Mafia in Prag“ und Henriette Clara Herborn „Schmerz“. Hölle (fg) Ein angeblicher Psychopath spaziert mit einem „Lederhose und Stiefel“-Mädel durch die Nacht: „Ihr zutrauliches Pfötchen mit den schwarzen Krallen in meiner Linken. Mit Sex hatte das wenig zu tun.“ – Wohl wahr. Auch nicht an Sex denken, ist alles andere als sexy,
Read More Posted On September 3, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Das kalte Herz der deutschen Stadt –Hannelore Schlaffer entdeckt & kartographiert die „City“. Von Wolfram Schütte Die Germanistin Hannelore Schlaffer gehört zu den herausragenden Vertreterinnen ihres Berufs; und zwar deshalb, weil sie neben ihrer akademischen Tätigkeit ihren privaten essayistisch-journalistischen Passionen in Zeitungen & Zeitschriften nachgeht. Möglicherweise ist sie in dieser „Kür“ auffälliger als bei der Verfolgung ihrer akademischen Pflichten; gewiss aber als Autorin interessanter & origineller. Zumindest sind ihre journalistischen Arbeiten, z.B. über Mode, bekannter als ihre akademischen Titel. Mit ihrer jüngsten Sammlung verstreuter Essays hat sie sogar einen Preis
Read More Posted On September 3, 2014By Michael ZellerIn Bücher, Litmag
Augenzeugen der Revolution – Atem zu schöpfen in einer Zeit, da Tag für Tag die Ereignisse schneller sich überschlagen – so ließe der Versuch des Suhrkamp-Verlags sich umschreiben, einmal von innen heraus den aktuellen politischen Umbruch in der Ukraine einem deutschen Lesepublikum nahe zu bringen. Von Michael Zeller „Euromaidan“ heißt der kürzlich erschienene Sammelband, ein handliches Taschenbuch darüber, „Was in der Ukraine auf dem Spiel steht“. Vierzehn Autoren fassen darin in Originalbeiträgen zusammen, wie sie persönlich die „klassische Volksrevolution“ als Augenzeugen erlebt haben, die im Februar dieses Jahres vom Maidan
Read More Gejagt von den Blackwater-Killern – Joakims Zanders „Der Schwimmer“ ist ein hochbrisanter schwedischer Politthriller, der die Exzesse amerikanischer „Beraterfirmen“ thematisiert, die für die US-Regierung die blutige Drecksarbeit im Kampf gegen den Terrorismus übernehmen. Und jeden gnadenlos jagen, der an Belastungsmaterial über ihre Folterpraktiken und grauenvolle Exekutionen im Nahen Osten gerät. Eine Rezension von Peter Münder. Der junge schwedische Lobbyist George hat in Brüssel einen lukrativen Job bei Merchant & Taylor und genießt den hedonistischen Lifestyle mit dickem Auto, flotten Mädels und der gelegentlichen Kokserei. Als er dann vom brutalen, unberechenbaren
Read More Scharfer Noir mit Femme fatale – Alisha Nutting und ihr unterschätzter Roman „Tampa“. Eine Rezension von Alf Mayer. Dieses Buch hat nicht wenige Kritiker in Verlegenheit gebracht. Vielen Besprechungen ist das anzumerken. Maren Keller auf Spiegel online sagte es gleich in ihrem ersten Satz: „Hätte ich dieses Buch privat gelesen, ich weiß ehrlich nicht, wie weit ich überhaupt gekommen wäre. Vielleicht bis Seite elf, auf der steht: ‚Ich will riechen, wie du in deiner Hose kommst.‘“ Fünf Druckseiten sind es bis zu diesem Satz, ich finde sie furios wie selten
Read More Vom Jenseits ins Diesseits „Outlaws“ ist der vierte Roman des spanischen Schriftstellers Javier Cercas, der ins Deutsche übertragen worden ist. Aufsehen erregt hat der Professor für Literaturwissenschaften bislang vor allem mit dem Roman „Anatomie eines Augenblicks“, der den gescheiterten spanischen Militärputsch von 1982 literarisch aufarbeitet. Sein neuer Roman spielt im Milieu krimineller Jugendbanden, in seiner katalanischen Heimatstadt Gerona. Eva Karnofsky hält „Outlaws“ für sehr lesenswert. Ignacio Cañas stammt aus einer Beamtenfamilie und ist ein guter Schüler. Sein Lebensweg scheint vorgezeichnet, aus ihm würde einmal etwas werden. Bis ein Mitschüler beginnt,
Read More About Crime Fiction – Pick of the Week N° 24 – Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig ein
Read More Posted On August 27, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Charly lernt konservative Tugenden zu leben – Wolfram Schütte über Michael Kleebergs zweiten Epochen-Roman „Vaterjahre“. Befremdlicher noch als sein rätselhafter Titel „Vaterjahre“ ist das Paar türkisfarbener Boxhandschuhe, die auf braunem Holzuntergrund des Schutzumschlags drapiert sind. Wer den zweiten Roman gelesen hat, den der Autor seinem Helden Karl Renn widmet, wird den Titel im Sinn von „Die Jahre als Vater“ verstehen. Aber das Bildsymbol der Boxhandschuhe, das allenfalls zum „sportiven“ Part des ersten Charly-Renn-Romans („Karlmann“) gepasst hätte – wenngleich es doch der Tennis ist, der dort eine symptomatische Rolle spielt –,
Read More Reduziert aufs Maximum – Es hätte allen Grund prätentiös zu sein und ist doch der Unprätentiöseste von allen: Hermann Peter Piwitt legt eine dünne Autobiographie vor. Von Tina Manske Nächstes Jahr wird er 80 Jahre alt: Hermann Peter Piwitt, seit den 60er-Jahren kritischer Begleiter des bundesrepublikanischen Alltags, ob als Romanautor oder als Publizist für z. B. „konkret“. Sein Roman „Jahre unter ihnen“, erschienen 2006, machte diesen großen Stilisten auch einem größeren Publikum bekannt. Bereits 2002 hatten seine Tagebuchaufzeichnungen „Steinzeit“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Aber es ist schon so: für die großen
Read More Das Verbrechen, ordnungspolitisch betrachtet „Das einzige gute Verbrechen ist das organisierte Verbrechen. So beginnt die Epoche des Polars à l’américaine“, notierte Jean-Patrick Manchette in seinen „Chroniques“. Das ist lange her, aber vielleicht beginnt gerade wieder eine kleine Epoche aus diesem Geist: die des „neuen“ britischen Gangsterromans. Gangsterromane hatten und haben es gegen die braven Polizeiromane des Mainstreams immer schwer. „Gangland“ von Howard Linskey gibt zu schönsten Hoffnungen Anlass. Thomas Wörtche freut sich … Das Schicksal literarischer und überhaupt fiktionaler Gangster ist das Scheitern, so sah das der amerikanische Theoretiker Robert
Read More Eine Traum-Novelle – Das Wirken von Bernie Madoff beobachten wir schon seit einiger Zeit sehr aufmerksam (hier bei CulturMag). Umso mehr freut es uns, dass eine so politisch profilierte Autorin wie Dominique Manotti (hier bei CM) sich dem Skandalon Madoff mit einem interessanten Twist angenommen hat. Nur, unserem Madoff-Spezialist Mike Wuliger reicht ihre kleine Novelle „Madoffs Traum“ längst nicht aus … Bernard Madoff ist eine Kriminallegende. 65 Milliarden Dollar Kundengelder waren verschwunden, als der führende New Yorker Investmentbanker 2008 wegen Betrugs festgenommen wurde. Die Liste der Betrogenen las sich wie
Read More Trügerisches Puzzle Orkun Ertener gehört zu einer Reihe von Fernsehautoren, die in der jüngsten Zeit ihr Herz für den Roman entdecken. Logisch: glatte, routinierte Schreiber sind in den auf Arbeitsvermeidung und geringes Risiko erpichten Verlagen gern gesehen. Wer im TV-Geschäft funktioniert, macht auch auf dem literarischen Feld keinen Ärger. Nicht, dass dabei zwangsläufig schlechte Prosa rauskommen müsste. Von Erteners „Lebt“ jedenfalls ist Joachim Feldmann sehr angetan. Der Teufel in Menschengestalt ist ein sympathischer Typ. Kein Pferdefuß, kein Schwefelgeruch, stattdessen „leuchtend blaue, fröhliche Augen“ hinter einer „zarten goldfarbenen Nickelbrille“, die schulterlangen
Read More Der Totschläger as usual – Chris Carter boomt. In den Buchläden stehen Regale mit dem „Totschläger“, dem „Totenkünstler“, dem „Kruzifixkiller“ und anderen reißerischen Titeln. So überrascht auch nicht der Inhalt dieses fünften Robert-Hunter-Thrillers. Und auch sonst überrascht wenig – findet Thorlef Czopnik. Inhalt Detective Robert Hunter, zuständig für die bestialischsten Morde und Leiter einer Spezialeinheit, erhält einen anonymen Anruf. Der Anrufer gibt ihm eine IP-Adresse. Nachdem Hunter und sein Kollege Garcia (der bei jedem Anruf des Killers mit im Büro sitzt) die Adresse in ihren Browser eingegeben haben, erscheint ein
Read More Bloody Chops – schnell, roh und blutig … Heute am Beil Karsten Hermann (KaHe) und Joachim Feldmann (JF), auf dem Block Walter Kirns „Blut will reden“, Peter James’ „Mörderische Obsession“ und Flore Vasseurs „Kriminelle Bande“. Oberflächliches Spiel mit der Identität (KaHe) In ein Spiegelkabinett aus falschen Tatsachen und bösen Absichten führt der Amerikaner Walter Kirn den Leser in seinem neuen Roman „Blut will reden“, der im Untertitel die Zeile „Eine wahre Geschichte von Mord und Maskerade“ trägt. Der Wahrheitsgehalt des Buches wird dadurch untermauert, dass der Hauptprotagonist des Buches ein
Read More Geschichte, Geschichten und Geschichtchen – Neues aus den literarischen Bestsellerlisten: Volker Weidermann nähert sich deutschen Exilautoren, die im Sommer 1936 in Ostende Urlaub machten; Marc Elsberg zeichnet ein so düsteres wie plakatives Bild der digitalen Überwachung; Stewart O’Nan seziert Szenen einer Ehe; Jojo Moyes liefert eine Sozialschmonzette, die mit allen Mitteln auf Gerührtheit setzt; Ildikó von Kürthy schreibt zum x-ten Mal die gleiche Geschichte; Hanns-Josef Ortheil ist mit einer ganz persönlichen Berlin-Reise erfolgreich und Leonardo Padura reißt als heimlicher Bestseller am Ende alles raus … Von Ulrich Noller Stefan Zweig,
Read More New York – ein Stück deutschamerikanische Geschichte – New York galt im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Ort der Hoffnung und des Neubeginns für Millionen Auswanderer, vor allem aus Europa. Weniger bekannt ist, dass der Anteil der Deutschen, die den Aufbruch ins Ungewisse wagten, bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts sprunghaft anstieg, mit dem Ergebnis, dass New York bereits im Jahr 1855 mit 154.000 Deutschamerikanern nach Wien und Berlin die drittgrößte deutschsprachige Metropole war. Von Susanna Mende Wie stark die Deutschen die neue Welt
Read More Posted On August 20, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
„Ich träumte von Größe und Ruhm“ – In acht stilistisch glanzvollen Kurzgeschichten gibt der 1968 in Brooklyn geborene Said Sayrafiezadeh ungeschönte Einblicke in den amerikanischen Albtraum der absoluten Durchschnittlichkeit. Von Karsten Herrmann Sayrafiezadehs Protagonisten sind ausgesprochene Durchschnittstypen mit Aushilfs- und Bürojobs, mit kleinen Bäuchlein und Haarausfall. Sie sind dort gelandet, wo sie nicht hinwollten, wo weit und breit kein Ausweg in Sicht ist und nur der plakative „Traum von Größe und Ruhm“ bleibt. Sie leben in einem Amerika der Depression, in einem Land, das zu Anfang des Buches kurz vor
Read More Blut & Viecher – Katzenkrimis, Schafkrimis, Schweinkrimis, Kakerlakenkrimis, warum dann nicht auch ein Alle-Meine-Tiere-Krimi? Wie niedlich … In „Anima“, dem Romandebüt des Dramatikers Wajdi Mouawad, scheinen zunächst nur Tiere zu erzählen. Und es fliegt das Gekröse. Ein Tier-Grimmi noir? Oder Literatur? Das Letztere, befürchtet Thomas Wörtche. Wie originell, denkt man zunächst, wenn man mit der Lektüre von „Anima“ beginnt. Ein Roman von 445 Seiten, für den sich der libanesisch-kanadisch-französische Autor Wajdi Mouawad – bekannt bisher als Dramatiker – eine außergewöhnliche Erzählperspektive gewählt hat. Beziehungsweise viele Perspektiven, dann „Anima“ wird, mit
Read More Erinnerungstechnisch Niemandsland: Die 1000 Augen des Doktor Kluge Alexander Kluges Buch „30. April 1945“ und seine Relevanz für Crime Fiction. Eine Rezension von Alf Mayer. Die Verkörperung von Robert Musils Satz: „Wenn es einen Realitätssinn gibt, dann muss es auch einen Möglichkeitssinn geben“, das ist Alexander Kluge. Noch den größten Katastrophen vermag er Utopien und Überlebensstrategien abgewinnen, die Totendramen der großen Opern sind ihm Kraftwerk der Gefühle. Bei allem Faszinosum für die Abgründe menschlichen und technokratischen Wirkens ist er ein Vertreter des Lebens, das pure Gegenteil eines Nihilisten. Kluge ist
Read More Eli, Eli, lama asabthani? oder Haydn? Kommt mit der nächsten Kalesche! Ein Salzburg-Krimi, ach ja, Regionalkrimis gehen nun mal nach den Frequenzen des Tourismus. „Sieben letzte Worte“ von Franz Zeller ist so ein Ding. Stefan Linster hat es sich genauer angeschaut: Ich weiß ja nicht, wie es anderen diesbezüglich geht, aber wenn ich zum x-ten Mal auf einen Krimi treffe, in dem es von sprechenden Namen oder von absonderlichen oder gar von absonderlich sprechenden Namen wimmelt, dann sträubt sich mir vor Argwohn das allmählich schüttere Nackenhaar. Und leider stolpert man
Read More Posted On August 13, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Tragische Verblendung, Mitgiftjäger & väterliche Fürsorge – Wolfram Schütte über den kapitalen Roman „Washington Square“ von Henry James. Der hauptsächlich im „Alten Europa“ lebende Bostoner Schriftsteller Henry James (1842/1916) war einer der produktivsten Autoren seiner Zeit, wenn nicht gar aller Zeiten. Was dem regelmäßigen Besucher der großbürgerlichen Abendgesellschaften in London und andernorts als Klatsch & Tratsch zu (weit offenen) Ohren kam, hat er gesammelt & als Bretter angesehen, die ihm die Welt bedeuteten. Er brauchte alle die Stoffe aus dem Gesellschaftsleben dringend, um sich daraus die Plots seiner literarischen Arbeiten
Read More Posted On August 13, 2014By Andreas PittlerIn Bücher, Litmag
Vorschusslorbeeren – Eine Studentin legt im Alter von 23 Jahren ihr Debut vor, das in Österreichs Medien hymnisch gefeiert wird. Damit tut man ihr nichts Gutes. Von Andreas Pittler Theodora Bauer erzählt in ihrem Romanerstling „Das Fell der Tante Meri“ von drei Personen, die in unterschiedlichen Epochen leben. Während Ferdl 1986 angesiedelt ist, agieren Anni 1943 und „Karl“ unmittelbar nach Kriegsende. Ziel der Autorin war es offensichtlich, eine Art Familiensaga zu entwerfen, denn es stellt sich im Verlauf der Handlung natürlich heraus, dass die Schicksale der drei Menschen miteinander verwoben
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