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Posted On Juni 26, 2013By Joe Paul KrollIn Kolumnen und Themen, Litmag

Joe Paul Kroll über Renata Adler

Wiederentdeckt: Renata Adler – Joe Paul Kroll über die Journalistin, Kritikerin und Autorin Renata Adler, die in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag feiert und deren zwei Romane unlängst im Verlag der New York Review of Books wieder aufgelegt und als Neuentdeckung gefeiert worden sind. Die Vielschreiber des Literaturbetriebs sind selten diejenigen Schriftsteller, von deren Texten und Meinungen man nicht genug bekommen kann. Hingegen die Autoren, die sich eher selten zu Wort melden, dann aber stets wohlüberlegt und in Form und Gedankenführung penibel: zu ihnen gehört Renata Adler, die ihre produktivsteRead More
Pinters politisches Erweckungserlebnis in der Türkei – Wie wurde aus dem unpolitischen britischen Schöngeist Harold Pinter ein radikaler Kritiker des US-Imperialismus und brutaler Diktaturen? Sein fundamentales Erweckungserlebnis hatte der 2005 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnete Dramatiker während eines Türkei-Besuchs 1985, den er zusammen mit Arthur Miller im Auftrag des britischen PEN-Clubs unternahm, um die Lage inhaftierter Autoren in der Türkei zu untersuchen. Ein Rückblick auf türkische Verhältnisse aus gegebenem aktuellem Anlass. Von Peter Münder. Neunundzwanzig Stücke seien genug, hatte Harold Pinter (1930–2008) im Frühjahr 2005 in einem BBC-Interview konstatiert und inRead More

Posted On Juni 26, 2013By Andreas PittlerIn Bücher, Litmag

Greil Marcus: The Doors

Gutes Buch, falscher Titel – Greil Marcus ist zu Recht eine Ikone der internationalen Kulturkritik. Dieses Mal aber hat er sich wohl eine Themenverfehlung geleistet.Von Andreas Pittler. Jeder, der irgendwann zwischen den frühen 70er und den späten 80er Jahren von Rock’n’Roll fasziniert war, stolperte früher oder später über den Namen Greil Marcus – und der Autor dieser Zeilen war wohl nicht der einzige, der ursprünglich glaubte, es handle sich dabei um einen abgefahrenen Deutschen, dem es Spaß mache, den Vornamen an den Familiennamen anzuhängen. Marcus krachte Anfang der 80er Jahre mitRead More
Science-Fiction und Fantasy kamen bislang im CULTurMAG nur recht selten vor. – Dies wird sich nun ändern: In ihrer Kolumne „Annes Andere Welten“ stellt uns Anne Schüßler regelmäßig interessante Bücher aus Genre und Subgenres vor. Diesmal werden jede Menge Welten gerettet. Dreimal Eskapismus zum Mitnehmen, bitte! Während man in Science-Fiction-Büchern üblicherweise eine Welt präsentiert bekommt, die zwar nicht besonders wahrscheinlich, aber unter gewissen Umständen eventuell, möglicherweise so passieren könnte (irgendwann), erschaffen die Autoren von Fantasyromanen ganz neue Welten. Wer hinter Fantasy vor allem Varianten des Tolkienschen Drachen-Elfen-und-Zwerge-Epos vermutet, liegt allerdingsRead More

Posted On Juni 26, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Thomas Martini: Der Clown ohne Ort

Abdriften, Abheben, Wegfliegen – Ohne Netz und doppelten Boden geht der junge Thomas Martini in seinem Debüt aufs Ganze und schickt seinen Protagonisten auf einen radikalen Höllentrip zwischen Sinnsuche und Selbstzerstörung. Von Karsten Herrmann. Martinis Protagonist Nain hätte eigentlich das Zeug für eine Bilderbuchkarriere: Nach einem Politikstudium mit Auslandssemester in Barcelona und einem Praktikum im Bundestag hat er einen gut bezahlten Job im Europaparlament vor Augen. Doch ihm graust vor einem Leben nach wohl temperiertem und von einer „verrückten Vernunft“ bestimmten Schnittbogenmuster. Immer drängender fragt er sich, was den MenschenRead More

Posted On Juni 26, 2013By Hanspeter LudwigIn Comic, Litmag

Julie Birmant und Clement Oubrerie: Pablo. 1. Max Jakob

Kunst und Comic – Der feine Duft von Kunst liegt in der Luft und durchweht die Comiclandschaft. Wobei es schon in gewisser Weise seltsam selbstreferentiell wirkt, wenn sich ein künstlerisches Medium – in diesem Fall der Comic, oder wie derzeit auch gern in Abgrenzung zu vermeintlich flachen oder trivialen Inhalten, „Graphic Novel“ genannt – mit künstlerischen Mitteln versucht einem anderen Medium – in diesem Fall der bildenden Kunst – zu nähern. Die Verlage Reprodukt und Avant haben dieses Jahr begonnen einige Comics, deren Sujet die bildende Kunst ist, auf denRead More
Ikonizität ohne Paradigma „I apologize for being so transparent.“ (Gustavo Fring in Breaking Bad, Episode 3.05 : Mas) Paradigm shift: Mit jenem bildhaft-metaphorischen Terminus hatte der Wissenschaftstheoretiker Thomas S. Kuhn Anfang der 60er Jahre den Wandel von für wissenschaftliche Forschungsbemühungen grundlegende Rahmenbedingungen, die disziplinäre Matrix, bezeichnet. Dies noch bevor das Denken in Kehren, Wechseln, Wendungen und Turns (linguistic, pictoral, spatial, performative etc.) in raschem Turnus selbst zum Leitbild der scientific community avanciert war. Stell Dir vor/imagine: Wissenschaft (auch die populäre alltäglicher Welterkundung) bildet sich ihre Meinungen und Anschauungen in Bildern.Read More

Posted On Juni 26, 2013By Michael ZellerIn Litmag, Zellers Seh-Reise

Michael Zellers Seh-Reise (45): Marisol

Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Marisol: Der Besuch. (Alle Folgen hier). Fünfundvierzigste Ausfahrt Die Sammlung Ludwig im Untergeschoß des Wallraf-Richartz-Museums in Köln gehört nicht zu meinen bevorzugten Orten, wenn ich mir Kunst anschauen will. Die Exponate aus der Epoche der Pop Art, die mir seinerzeit, zurRead More

Posted On Juni 26, 2013By Senta WagnerIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Elke Erb

Aus doppeltem aktuellem Anlass: Von wegen rosa Wölkchen, weil der Sommer pausiert und es an diesem Tag stürmt und, ganz sicher, schüttet, wird eiligst ein Altwiener Kaffeehaus angesteuert. Auf dem Weg gibt es so manches zu sehen, es klirrt und flirrt, Grillparzer webt durch die Straße und die Erinnerung kommt mit leiser Tatze daher. Suche das Café Ritter in Wien, Marienhilfer Straße. Beginnender Sturm. Der Vormittag – hellblauer Himmel und rosa Wölkchen. Die ersten Schilderständer fliegen um und die Jacken ab von den Kleiderbügeln. Um eine der Damen flirren anRead More

Posted On Juni 26, 2013By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Himmel 1 bild / 100 worte Wolken Wolken Sonne Sonne Sonne Wolken Wolken Sonne Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken Sonne Wolken Wolken Sonne Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken Sonne Wolken Wolken Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken Sonne Sonne Sonne Wolken Wolken Sonne Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken Sonne Sonne Sonne Wolken Wolken Wolken Sonne Wolken Wolken Wolken Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Wolken Sonne Sonne Wolken Wolken Wolken Wolken WolkenRead More
Sechs junge Blogger und Nachwuchsjournalisten aus Deutschland, Österreich, England und Dänemark fuhren für eine Woche auf Entdeckungstour durch Mecklenburg-Vorpommern (#balticdiscovery). Juli Zucker war dabei und berichtet für CULTurMAG. Die Königin von Mecklenburg-Vorpommern – Wenn man von völlig fremden Menschen eine Kürbissuppe mit winzigen Garnelen serviert bekommt, weiß man zwei Dinge: Erstens, dass man in Meernähe ist. Das erkennt man am Geschmack der Garnelen, von denen ich eine sehr große Bewunderin bin und deren Herkunft ich dementsprechend genau unterscheiden kann. Und zweitens, dass die Menschen, mit denen man soeben in KontaktRead More
„Wir schleppen die Jugend ein Leben lang mit uns herum“ – Der Berliner Autor Torsten Schulz veröffentlicht nach „Boxhagener Platz“ seinen zweiten Roman. „Nilowsky“ erzählt die Geschichte der Freundschaft zweier Jungen. Ein Gespräch über Freundschaft, Jugend und literarische Erzähltechniken. Von Ronald Klein. R: Dein neuer Roman „Nilowsky“ ist ebenso wie „Boxhagener Platz“ in der DDR angesiedelt, was aber zu vernachlässigen ist. Viel wichtiger scheint, dass es eine Geschichte von der Freundschaft zweier Jungen ist. T: Mein erzählerisches Vorhaben war es, mich mit den Wirren der Pubertät zu beschäftigen, noch einmalRead More

Posted On Juni 19, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Ned Beauman: Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus…

Überschäumende Fabulierlust – Nach seinem schräg-lustigen Debüt „Flieg, Hitler, flieg“ inszeniert der junge Engländer Ned Beauman in seinem zweiten Roman mit dem endlosen Titel „Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort“ die Literatur als ebenso hintersinniges wie überschäumendes Spektakel. Von Karsten Herrmann Beaumans Protagonist Egon Loeser ist als selbst ernannter „Neuer Expressionist“ Bühnenbauer zur Zeit der Weimarer Republik. Der begnadete Rhetoriker und Antimoralist bewegt sich auf den Spuren Lavincinis, der im Venedig der Spätrenaissance eine Teleportationsmaschine auf die Bühne brachte und dabei das ganzeRead More
„Exception culturelle“ oder Hündisches Verhalten – Die deutschen Kulturjournalisten ziehen wieder einmal den Schwanz ein. Von Wolfram Schütte. Jedes Mal wenn es um das von den USA vorgeschlagene Konzept eines „freien Welthandels“ oder (wie gegenwärtig) um die Bildung eines amerikanisch-europäischen Handelsraums geht, wünschen die USA, dass alle Bereiche – also auch die Kultur, die in den europäischen Ländern öffentlich gefördert, bzw. subventioniert wird – in dieses wirtschaftliche Konkurrenzsystem integriert wird. Das hätte automatisch zur Folge, dass z.B. die Filmförderung, die öffentlich-rechtlichen Mediensysteme, die Buchpreisbindung etc. gelöscht werden müssten (weil dadurchRead More
Ein unerledigter Rest Sascha Kokot Vorgestellt von Adrian Kasnitz   auch dieser See wird heute gedörrt mit seinen Untiefen im dichten Bewuchs den Schwimmern bleibt keine Zeit für die Querung des Gewässers ihre Bewegungen greifen ins Leere die Kiemen verlieren ihre Form ferne Bojen scheppern hohl auf Grund irgendwo dazwischen schnappen Segel nach Wind der Strand rückt zusehends auf eine Schlinge die sich schnell zuzieht ihr folgen die Bewohner mit Tuch und Schirm sie finden nichts mehr vor zum Anlegen ich habe diesen Sommer gerufen um in fünfundfünfzig Metern TiefeRead More
Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Michelangelo Caravaggio: Hieronymus. (Alle Folgen hier). Vierundvierzigste Ausfahrt Das passiert mir zum ersten Mal jetzt auf diesem Gang durchs Jahr mit Bildern, die ich aufgesammelt habe während meines Lebens, als Kunstkarten, mitgenommen zur Erinnerung in kleiner Münze. Viel Vergessenes ist dabeiRead More

Posted On Juni 19, 2013By Gabriele RechbergerIn Litmag, Porträts / Interviews

Im Video-Interview: Yvonne Fiedler

Private Galerien in der DDR – An die Kunst der DDR kann sich Yvonne Fiedler nicht mehr aus eigener Anschauung erinnern. Als die Mauer fiel, war sie 13 und ging noch zur Schule. Später studierte sie Geschichte und Kunstgeschichte und hatte somit viel Grund, sich einem wissenschaftlich kaum bearbeiteten Thema wie dem Phänomen der privaten Galerien in der DDR zuzuwenden. Das Material lieferte genug Stoff für eine Dissertation – und sorgte für manche Überraschung. Interview Lounge-Mitarbeiterin Gabriele Rechberger sprach mit der Sachbuch-Autorin in ihrer Heimatstadt Leipzig. Gabriele Rechberger, Interview LoungeRead More
„Plädoyers für die Autonomie der Kunst“ – Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2013 an den Journalisten Wolfram Schütte. In seinen Texten verbinde sich eine stupende literarische Bildung mit einer präzisen Wahrnehmung des wirklich Neuen und Originären: „Sie sind Plädoyers für die Autonomie der Kunst und doch immer mit einem wachen politischen Bewusstsein geschrieben. Wolfgang Schüttes Arbeiten erinnern daran, was das Feuilleton zu leisten vermag″, so die Jury. Wir gratulieren unserem Autor Wolfram Schütte herzlich! Jan Karsten & das CULTurMAG-Team DieRead More

Posted On Juni 19, 2013By Anne SchuesslerIn CULTurTWEETS, Litmag

Sieben Tage, sieben Tweets

Annes CULTurTWEET-Sammlung – Anne Schüßler sammelt für uns die schönsten Tweets der Woche. Ab sofort, jeden Tag einen, rund um das Thema Kultur. Hier ist die nächste Fuhre, viel Vergnügen Nach dem zweiten Glenmorangie ergeben diese Minions noch viel mehr Sinn. — Kiki (@e13Kiki) June 12, 2013 Wenn ich einen Roman schreibe, heißt er "Endlicher Spaß", hat null Seiten, und außer dem einen intertextuellen Bezug gibts nichts zu lachen. — stephan porombka (@stporombka) June 13, 2013 „Ich lüge nie.“ „Markieren Sie jetzt die Checkbox, wenn Sie die Lizenzbedingungen gelesen haben undRead More

Posted On Juni 19, 2013By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

O. O. O. O. 1 bild / 100 worte Irrer Wissenschaftler trifft auf Eiskunstläuferin. – Hallo? Wo kommen Sie denn her? – Manchester, lächelt die Dame und schüttelt das blaumelierte Haar. – Und woran arbeiten Sie gerade? An einer weiteren Wimbledon-Pirouette? An der Überwindung des Kür-Zeit-Kontinuums? – Mir fehlt die Sonne, seufzt Katharina Witt, denn sie ist es selbst, fahren wir ans Meer. Gesagt, getan, sitzen die beiden am Strand, schlürfen Campari, starren sich glupschäugig an. O. O. O. O. Nuff said – Wechseln wir zu Wirtschaftspalaver mit Quest! VerbrennungsmotorenRead More

Posted On Juni 19, 2013By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Gloria Fuertes

Ich mache Verse, meine Herren! Ich mache Verse, meine Herren, mache Verse, mag aber nicht leiden, wenn man mich Poetin nennt, trinke lieber einen Wein, so wie die Maurer, hab eine Zugehfrau, die mit sich selber spricht. Diese Welt, die macht sich ulkig, Dinge gibt’s, ihr Herren, die trag ich hier nicht vor, Fälle gibt’s doch nicht mal Ställe zum Wohnen für die Armen, ohne Abstandsgeld. Nach wie vor sind da die Ledigen mit ihrem Hündchen, nach wie vor sind da die Eheherren mit der Geliebten, noch immer sagt denRead More

Posted On Juni 16, 2013By Tayfun GuttstadtIn Kolumnen und Themen, Litmag

Bericht vom Taksim-Platz

Brief aus Istanbul – Die Ereignisse in Istanbul sind dramatisch: Gestern Abend wurde mit enormer Brutalität der Gezi-Park geräumt. Gleichzeitig werden wir Zeugen einer neuen und einzigartigen Protestbewegung in der Türkei. Aus Istanbul erreichte uns über den Verlag Assoziation A ein Brief von Tayfun Guttstadt, der eindrucksvoll von den Geschehnissen berichtet und ein plastisches Bild der Protestbewegung in ihrer Vielfalt und auch Widersprüchlichkeit zeichnet. Ich dachte, es interessiert vielleicht den einen oder anderen, was ich in drei Tagen in Istanbul so mitbekommen habe. Ganz kurz die Hintergründe: Die AKP von ErdoğanRead More
Nachbereitung und Übergriff Mara Genschel Bergisches Heimatlied Vorgestellt von Carolin Callies   Bergisches Heimatlied   Poetrik des Strichs // Delete // Abfall für alle. Das Hervorbringen des Textes Das „Bergischen Heimatlied“ ist ein Gedicht in neun Fassungen. Die inhaltliche Seite ist schnell erzählt: Das Angebot der Kuchen und der Torten in einer Konditorei ist stark eingeschränkt („Kirschkuchen ist aus. Apfelkuchen ist auch aus“). Die Verkäuferin ist unwirsch („Gibt nur noch was hier steht.“) Das war´s. Alle neun Versionen sind dem Wortlaut nach deckungsgleich. Sie unterscheiden sich nur darin, welche EinzelworteRead More
Aleks Scholz ist Autor und Astronom. In seiner Kolumne „Lichtjahre später“ erklärt er regelmäßig alles, was wir über das Universum wissen müssen. Seit Januar 2013 befindet er sich auf einer Irrfahrt über den Nachthimmel. Heute: Die Bootes-Void. Die Vega-Karambolage Das Universum ist schlecht umgerührt. An manchen Stellen klumpen seine Bestandteile zusammen, es entstehen Haufen und Superhaufen. An anderen gibt es absolut nichts zu sehen. Manchmal stehen die große Vielfalt und die große Einöde direkt nebeneinander am Himmel. Eine Handbreit östlich vom Coma-Haufen mit seinen tausend Galaxien liegt eine der größtenRead More
Glasperlenspiele im Blütenstaubzimmer – Versuch einer Verteidigung aus aktuellem Anlass. Von Joe Paul Kroll. Als ob man es nicht schon schwer genug hätte, als Kritiker. Parasitär verhalte man sich zum Werk, hallt es einem von pikierten Kunstschaffenden ebenso entgegen wie von Zeitgenossen, die das aus dem Sandkasten bekannte „mach’s doch erstmal besser“ für ein gültiges letztes Wort halten. Und dann noch Kritik zum Gegenstand der Kritik zu machen? Bibeltextlich nicht ganz zutreffende, aber der Tendenz nach unmissverständliche Hinweise auf die Sünde Onans muss man sich gefallen lassen. So auch, wennRead More

Posted On Juni 12, 2013By Brigitte HelblingIn Comic, Litmag

Nicolas Mahler: Alice in Sussex

Bilderreim für Bildungsleser – Während die meisten Bildungsleser Lewis Carrolls Alice ganz gut kennen werden, mitsamt ihren popmusikalischen Erweiterungen, „one pill makes you larger“, und so weiter, dürfte „Frankenstein in Sussex“ von H.C. Artmann weit wenigeren ein Begriff sein, was wiederum die Kalkulation des Suhrkamp-Verlags sein könnte (falls es eine Kalkulation in der Hinsicht gab), der ja immerhin im Jahr 1968 das 25-Seiten Werk herausbrachte und dem Wiener Comic-Künstler Nicolas Mahler 2012 zugestand (via FAZ-Zeitungsstrip), seinen Bilderreim darauf zu machen, auf Alice nämlich, und auch auf Artmanns Frankenstein. In demRead More