Der große Schnee Erster Schnee heut morgen früh. Der Ocker, das Grüne flüchten unter die Bäume. Ein zweiter, gegen Mittag. Von der Farbe bleiben nur die Nadeln der Kiefern, die manchmal noch dichter fallen als der Schnee. Dann, gegen Abend, hält die Geißel des Lichtes ein. Schatten und Träume haben gleiches Gewicht. Ein wenig Wind schreibt mit der Zehenspitze ein Wort außer der Welt. Übersetzt aus dem Französischen von Friedhelm Kemp In den ersten Dezembertagen, wenn es vielleicht zum ersten Mal sich im still ankündigenden Winter einmal schneien könnte, lege
Read More Grandiose Abschiede & bewegende Vergegenwärtigungen Auf dem 63. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Von Wolfram Schütte Das war eine herausragende Ernte, die das diesjährige Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelbergs eingefahren hat! Ob es an der internationalen Produktion von „Newcomern“ lag, auf deren Wahrnehmung sich das Festival fokussiert oder die Verantwortlichen bei der Auswahl 2014 eine besonders gute Hand hatten, bleibe dahingestellt – weil ja außer denen, die die 13 Wettbewerbsfilme & die zahlreichen „Internationalen Entdeckungen“ für das zehntägige Festival ge- & erwählt haben, niemand sonst das jährliche Angebots-Meer von mehreren Tausend neuen Debüt-Filmen durchkrault
Read More Frank Göhre wirft einen Blick auf aktuelle Debütromane. Diesmal betrachtet er die deutschen Autorinnen Simone Lappert, Julia Trompeter und Judith Nika Pfeifer. Genauer Blick Ihr Vorname beginnt und endet mit einem „a“. Es ist ein kurzer Name: Ada. Und ebenso kurz ist ihre Geschichte. Sie endet, wie sie begann. Anfangs nämlich steht Ada im Pyjama am Fenster und kaut auf dem Ende ihres Haarzopfs herum. Und das tut sie auch im Schlusskapitel des Debütromans der Schweizerin Simone Lappert. Nur den Pyjama trägt sie da nicht mehr. Den legt sie in
Read More Ach du Scheiße! Welcome to Reaganistan Of Pugnacity & Pussycrats by Thomas Adcock Copyright © 2014 – Thomas Adcock New York City, near America Shocked to my bones by how colossally incorrect I was in forecasting victory for common sense over venality in the federal and state elections of Tuesday, November 4, I am at last able to creep forth from beneath the bedcovers and into the sun—finally to face up to you, dear readers. You, who undoubtedly took heart in my roseate essay of October 29, “Butt-Kicking Time.” Alas,
Read More Wütende Streitschrift mit ernüchterndem Fazit – Tina Manske über Karen Duves gut recherchierten Essay, der provozieren, unterhalten und aufrütteln möchte. Jeder, der die Nachrichten sieht und die Zeitung liest, weiß es: Die Menschheit steht am Abgrund. Kein Tag vergeht, ohne dass eine verheerende Naturkatastrophe oder neue Klimarekorde gemeldet werden. Auf Klimagipfeln treffen sich die Mächtigen der Welt, diskutieren eine Weile über Maßnahmen zur Bewältigung der sich rasch verändernden Verhältnisse, und trennen sich dann wieder, ohne verpflichtende Maßnahmen zu beschließen, während in der Arktis ein Eisbär auf seiner letzten Scholle treibt.
Read More Die Homeruns dollargieriger Dumpfbacken-Doper – Gerade hat die Bundesregierung einen Anti-Doping-Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der harte Strafen für dopende Leistungssportler, aber auch für beteiligte Ärzte und Dealer vorsieht, da überschlagen sich die Doping-Skandale in den USA: Es geht mal wieder um altbekannte, unbelehrbare Doping-Freaks der Top-Baseball-Liga MBL. Die notorischen Wiederholungstäter verdienen Millionen, waren bereits für mehrere Seasons gesperrt und wollen einfach weitermachen wie bisher. Aber nun beginnt bei vielen Fans und Funktionären ein Umdenken, obwohl der erfolgreiche Sportheld zwar immer schon zum American-Dream-Mythos gehörte. Baseball-Stars wie die dopenden Lügner
Read More Wahrhaft große Bücher – Eine Feier des Geistes und der menschlichen Selbstreflektion – Alf Mayer über Georg Brunolds Mammutwerke „Nichts als die Welt“ und „Nichts als der Mensch“. Man muss sich Georg Brunold als einen glücklichen Sisyphos vorstellen. Seinen großen Arbeiten gelingt immer wieder ein glückliches Ende – und das macht auch uns als Leser glücklich, ja überglücklich. Einige wahre Wackersteine hat Brunold uns über die Jahre seit seinem „Afrika gibt es nicht“ (1994) beschert. Es sind Bücher, von denen sich lange zehren lässt. Bücher, die als Eckpfeiler einer häuslichen
Read More Posted On November 19, 2014By Sophie SumburaneIn Bücher, Litmag
Aus dem Paradies nach „mein Amerika“ – In einem zunächst namenlosen afrikanischen Land lebt die zehnjährige Darling mit ihren Freunden und der Mutter in einer Blechhüttensiedlung namens „Paradies“. Täglich ziehen sie los, um in „Budapest“, dem Stadtteil der Reichen, Guaven zu klauen, was nicht selten das Einzige ist, was ihre Kinder am Tag zum Essen bekommen. In ihrem Debütroman „Wir brauchen neue Namen“ zeichnet die Autorin NoViolet Bulawayo, die gebürtig Elizabeth Zandile Tshele heißt, eine Kindheit nach, die zwischen Sehnsucht, Freude und Enttäuschung pendelt. Von Sophie Sumburane Darling erscheint dem
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Menzel, Wilhelm II. und Kossak im Atelier des polnischen Malers” von Wojciech Kossak. Schneidige Kerls Wir schreiben das Jahr 1899
Read More Für mich war meine Großmutter keine Staatsdichterin –Wenn Freunde Freunde bespitzeln, ist das Verrat, sagt die Enkelin. Nein, sagt die Großmutter, das ist die Schizophrenie dieses Jahrhunderts. Die Gespräche zwischen Großeltern und Enkelin waren ursprünglich Fingerübungen zur Familiengeschichte der beginnenden Journalistin Jana Simon und fanden in recht unregelmäßigen Abständen zwischen 1998 und 2011 statt. Die umstrittene “Staatsdichterin” Christa Wolf und der früh in Parteiungnade gefallene Großvater Gerhard Wolf sprechen offen und sehr persönlich mit ihrer Enkelin über ihr Leben und ihre politischen Laufbahnen, über Liebe und Verrat und ihre 60
Read More Annes CULTurTWEET-Sammlung – Anne Schüßler sammelt für uns die schönsten Tweets der Woche. Jeden Tag einen, rund um das Thema Kultur. Hier ist die nächste Fuhre. Diesmal dabei: Mondlandung ✔
Marslandung ✔
Kometenlandung ✔
Jetzt Pudding ohne Haut! — Peter Breuer (@peterbreuer) 12. November 2014 Dieses Jahr nehme ich ein halbes Hähnchen als Christbaumspitze. — Amsel Amselmann (@Amsel_Amselmann) November 13, 2014 "Aus was werden Fagotte gemacht?"
"Fagotte bestehen zu etwa gleichen Teilen aus Holz und Langeweile." — Rocki Slimani (@rock_galore) November 14, 2014 Bäckerin: Wo warst Du am Morgen?
Ich: Eingeklemmt zwischen Buchseiten.
Bäckerin:
Read More Andere Kühlschränke 1 bild / 100 worte Ein Glas Rotwein umgekippt macht den Laptop kaputt, Michel, kaputt, Michel, wir wünschen Dir alle, Dein Techniker mache ihn wieder heil. Mikhori gormesabzi? Schmeckt wie selbstgekocht und ist auch selbstgekocht, denn das allerdings macht Michel very well. Doch genug von Michel. Andere Kühlschränke landen auf Kometen und twittern von da, Gute Nacht, gute Nacht, so müde, so zzzz. Wir könnten ein solches auch twittern, aber wer würde uns folgen? Und nun genug auch vom Kühlschrank, nicht aber von Kometen, die in Rudeln reisen,
Read More Requiem Ich ließ mich nicht von meiner Heimat scheiden, Floh in die Fremde nicht vor der Gefahr. Ich blieb bei meinem Volk in seinem Leiden, Blieb, wo mein Volk zu seinem Unglück war. (April 1957) Ein kurzes Gedicht, dem ein längerer Text „Statt eines Vorwortes“ als eine Art Fußnote folgt: „In den schrecklichen Jahren des Justizterrors unter Jeshow habe ich siebzehn Monate mit Schlangestehen in den Gefängnissen von Leningrad verbracht. Auf irgendeine Weise ‚erkannte’ mich einmal jemand. Da erwachte die hinter mir stehenden Frau mit blauen Lippen, die einen Namen
Read More Ein Verlagsporträt von Senta Wagner. Wo bin ich an diesem Ort, ich will zu Folio. Zu lesen ist Filmquartier Wien, es geht vorbei an zahlreichen Requisiten, nach rechts, die Stiege rauf, dort ist er, der Verlag. Loftcharakter, Geruch von Büchern, schön. Jubiläen wollen gefeiert werden, jedes aber auf seine Weise. Die Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen des Folio Verlags waren noch groß und erschöpfend, fünf Jahre später wird im Stillen gejubelt. An das Zehnjährige gibt es keine Erinnerung. Grund genug einen Rückblick auf die runde Geschichte des Buchhauses zu werfen. Nicht
Read More Posted On November 12, 2014By Peter MuenderIn Bücher, Litmag
Es war noch nie so wie bei Kruso – Ist Lutz Seilers mit dem Buchpreis ausgezeichneter „Kruso“ wirklich ein Roman? Oder eher eine anthropologische Studie, die das Leben einer Außenseitertruppe auf Hiddensee aus der Perspektive eines hypersensiblen Trakl-Adepten beschreibt? Von Peter Münder Als Tellerwäscher-SK (Saisonkraft) hatte Lutz Seiler, jetzt 51, auf der Insel Hiddensee im „Klausner“-Gasthof während des Wendesommers ’89 gearbeitet. Die damaligen Erfahrungen in dieser äußersten DDR-Ecke mit dem Blick aufs verheißungsvolle dänische Inselchen Møn – für einige Republikflüchtlinge das ultimative, erlösende Refugium – hatte Seiler damals zwar schon
Read More Posted On November 12, 2014By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag
Steht der Batman unter B oder M? Eine Landschaftsbegehung von Comics und Bibliotheken anlässlich der neunten Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung von Charlotte von Bausznern Bisher hatte ich zweimal die Gelegenheit an der Humboldt-Universität zu Berlin über Comics zu stolpern. Das erste Mal war eine Vorlesung aus der Reihe „Kinder-Uni“. Unter gefühlt 300 Kindern kam ich mir etwas außerirdisch vor. Das besserte sich wenig, als diese gefühlt 300 Kinder wie aus einem Mund eine muntere Auswahl an Comichelden lauthals und einstimmig benannten: Sie kannten sie alle. Und sie wussten alle,
Read More Posted On November 12, 2014By Die RedaktionIn Bücher, Litmag
Ein Buch, zwei Lesekonsequenzen: Während Karsten Herrmann den Roman als „furioses Literaturspektakel“ euphorisch begrüßt, hat Gisela Trahms die Lektüre entnervt abgebrochen. Unfassbar cool Thomas Pynchon, die Galionsfigur des postmodernen Romans, ist einer der bedeutendsten und zugleich unsichtbarsten Vertreter der Gegenwartsliteratur. Seit Jahrzehnten gibt es von dem studierten Physiker keine öffentlichen Auftritte und noch nicht einmal Fotos. Zahlreiche Gerüchte und Geheimnisse ranken sich um den offenbar wie ein Geist durch seine Heimatstadt New York streifenden 77-Jährigen, der jetzt mit wieder einem großen Roman über die Wochen nach dem Platzen der Dotcom-Blase und
Read More Von der Unvereinbarkeit zweier Kulturen und Religionen – Das Aufeinanderprallen zweier Kulturen, zweier Weltsichten, zweier Religionen, die beide für sich Anspruch auf Alleingültigkeit, Wahrheit und Reinheit stellen, ist das zentrale Thema von „Der Fluss dazwischen“ des kenianischen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers Ngugi wa Thiongʼo (*1938, Kamiriithu), der im Mai dieses Jahres den Ehrendoktor der Universität Bayreuth erhielt. 1966 erstmals erschienen, drei Jahre nach Kenias Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, spielt der Roman noch während der Kolonialzeit, als das zentrale Hochland der Gikuyu (auch Kikuyu), im Gebiet zwischen Nyeri und Nairobi, noch nicht
Read More Posted On November 12, 2014By Brigitte HelblingIn Litmag
„Je wahnsinniger ich war, desto mehr Spaß macht es, sich daran zu erinnern.“ Mark Vonnegut, das erste Kind des amerikanischen Autors Kurt Vonnegut, wurde 1947 geboren, zwei Jahre, nachdem der Vater aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekommen war, wo Kurt Vonnegut als amerikanischer Kriegsgefangener die Bombardierung Dresdens miterlebt hatte. In Vonneguts Werk ist die Dresden-Erfahrung in jedem Roman ab „Die Sirenen des Titan“ präsent, bis der Autor sie in „Schlachthaus Fünf“ endlich zum Hauptmotiv erkären kann. Vonneguts Familie wiederum, erst mit drei, und nach dem Tod von Schwester und Schwager mit
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: Die Freskomalerei „Wolkenmädchen” auf Sri Lanka. Wolkenmädchen Sri Lanka, das alte Ceylon, ist sicher keine Weltgegend, in der man so
Read More Liebe/Sex 1 bild / 100 worte Les jeux sont faits. Auf steigt der Stern, und fallend ergießt sich der Hund, der von der Leine ging… Das Prinzip ist einfach. Ein bisschen Physik, mit Vorzug Kosmologie, ein Schlag Literatur, und Liebe/Sex, weil das sellt, ist aber das schwierigste, denn wozu darüber schreiben, wenn man machen kann? Und wenn man nicht machen kann, wozu noch darüber schreiben? Solche Gedanken sind nicht zeitgemäß, je sais, je sais, „Les jeux sont faits“, das wäre dann Sartre. Der Hundestern: Sirius. Und Liebe/Sex mit C.F. Meyer:
Read More Annes CULTurTWEET-Sammlung – Anne Schüßler sammelt für uns die schönsten Tweets der Woche. Jeden Tag einen, rund um das Thema Kultur. Hier ist die nächste Fuhre. Diesmal dabei: Eines Tages stand mein kleiner Sohn entrüstet mit dem aufgeschlagenen Märchenbuch vor mir: Ich hatte beim Vorlesen Zensur ausgeübt! — Akkordeonistin (@akkordeonistin) November 5, 2014 Mein Klavierstimmer bemerkte, er könne sich an meine „kreative Wohnung“ erinnern. Seitdem rätsle ich … — Klaus Lorch (@Reticulum) November 6, 2014 „Wind und Nebel: Go. Du schweißt jetzt sinnlos dieses Stahlrohr und ihr da in Plüsch
Read More als mir die sprache abhanden kam vielleicht trank ich gerade kaffee oder schlug eine zeitung auf. vielleicht zog ich die vorhänge zu, oder sah auf die straße, als sie mich verließ. ich dachte noch, was für ein röcheln aus der tiefe der wand, was für ein klirren in diesem raum. kein fensterglas sprang, kein sessel fiel um in der küche. an den straßenschildern erloschen namen zu buchstabenasche. über den häusern fuhr der worttanker davon, massig, lautlos. meine zunge zuckte wie ein gestrandeter wal im trockenen mund. ich floh aus der
Read More Kunst, Künstler & Leben – Mike Leighs sowohl schwelgerischer als auch kritischer Film „Mr. Turner – Meister des Lichts“ . Von Wolfram Schütte. Mike Leigh, der 1943 geborene bedeutendste britische Filmregisseur, hat bis etwa zum Alter, in dem William Turner (1775-1851)gestorben ist – warten müssen, um sein angebliches Lieblingsprojekt, den nun vorliegenden Film „Mr. Turner“ realisieren zu können. „Mr Turner“ heißt der Film, weil der Regisseur die bürgerliche Unabhängigkeit des autodidaktischen Malers – Sohn eines früh verwitweten Friseurs & Perückenmachers –hervorheben wollte. Sein „Turner“ wird zwar von einem Landadligen gefördert,
Read More Nur ein See? Der Große Stechlin – Fontanes Reise in die Unterwelt. Ein Essay von Markus Pohlmeyer Prolog Beim wiederholten Hören von Theodor Fontane „Der Stechlin“, gelesen von Gert Westphal[1] … Der Stechlin der Wanderungen Er ist eine Provinzgröße und steht in empathischer Verbindung mit der ganzen Welt. Er ist ein Seismograph für politische Umwälzungen. Er ist ein See: der Große Stechlin. Fontane hat ihm ein literarisches Denkmal gesetzt, in seinen Wanderungen und im gleichnamigen Roman „Der Stechlin“. Hier soll nur auf den Stechlin der Wanderungen eingegangen werden. Die Wanderungen
Read More Posted On November 5, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
„Gerade krank genug, um gut zu sein“ –Mit 70 Jahren legt der mit Filmen wie „Die Fliege“ oder „Naked Lunch“ berühmt gewordene Regisseur David Cronenberg sein literarisches Debüt vor. Die spannende Frage dabei: Gelingt es ihm in der Schriftsprache wie in seiner Bildsprache eine suggestive Sogkraft zu entfalten und in magisch-dunkle Welten zu entführen? Von Karsten Herrmann. Diese Frage ist zunächst einmal mit „Jein“ zu beantworten. In abwechselnden Wellenbewegungen enttäuscht und packt der Roman, der ohne Zweifel gut geschrieben ist, aber vom Plot her ziemlich krude erscheint. Doch worum geht
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