Blutige Splitter – Die sicherlich kurioseste Nummer der letzten Tage stammt von Dörte Graul. In einem Fragebogen des Buchmarkts ärgert sich die Pressefrau von Ariadne bei Frage 2: „Worüber haben Sie sich 2010 am meisten geärgert? Über Vertreter der Presse, die mir auf meine Nachfrage, ob sie rezensieren, genervt und larmoyant von den übergroßen Bücherstapeln vor ihnen berichteten.“ Was ärgert Sie da genau? Dass andere Verlage auch Bücher schicken? Dass nicht alle sofort und pausenlos Ariadne-Bücher rezensieren? Dass Sie mit solchen Aktionen nicht die einzige Pressedame sind? Oder dass wir
Read More Der Festschmaus von Ludwig Rubiner Vergiftet sind die gelben Berberfische, Eh noch der Wagen mit den Trustherrn naht. DETEKTIV GREIFF erfährt dies durch Verrat. FRED schleppt den Fallschirm in die Schloßturmnische. DER FREUND – das keiner aus dem Haus entwische Vom prassenden Getreidesyndikat – Legt um den runden Saal Elektrodraht. Die Gäste stürzen sterbend auf die Tische. GREIFF hat das Schloß mit Militär umstellt. Der Luftschirm trägt die Freunde fort und fällt. Man dringt ins Haus. GREIFF tritt auf den Kontakt. Spät birgt man Leichen, blutig und zerhackt. FRED fälscht
Read More Posted On Dezember 4, 2010By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, freuen Sie sich in unserer heutigen Kompaktausgabe am Krimigedicht, das auch als inoffzielle Hymne des CrimeMag verstanden werden darf: „I’ve seen the future, brother: it is murder“. Der vierte Teil unseres grandiosen Fortsetzungsromans um einen „ekelhaften Leichnam“ stammt von Lorenzo Lunar. Peter Münder hat die Autobiografie von Tony Blair gelesen, Steffen Richter ärgert sich über Andrea Camilleri und die Bloodys stammen heute von Joachim Feldmann, Klaus Kamberger und Thomas Wörtche! Viel Spaß im Schnee (ob schmutzig oder nicht) wünscht Ihnen Ihr CrimeMag-Team
Read More The Future von Leonard Cohen: Give me back my broken night my mirrored room, my secret life it’s lonely here, there’s no one left to torture Give me absolute control over every living soul And lie beside me, baby, that’s an order! Give me crack and anal sex Take the only tree that’s left and stuff it up the hole in your culture Give me back the Berlin wall give me Stalin and St Paul I’ve seen the future, brother: it is murder. Things are going to slide, slide in
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – Vergangenes Jahr begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten
Read More Lange Reise an die Macht – „What’s new, Tony?“ Hatte Tony Blair nicht schon alles gesagt über New Labour – Reformversuche und die Edelbruderschaft mit George W.? In seinen Memoiren „A JOURNEY“ („Mein Weg“) plaudert er nun über Gott und die Welt, Liebe und Familie, Partei-Intrigen, Fingerhakeln mit Intimfeind Gordon Brown. Wenn es aber um die Unterstützung der US-Invasion im Irak und um geheime Vereinbarungen mit Bush geht, verliert sich seine Eloquenz im diffusen Orakeln. Von Peter Münder Dieses Buch sollte anders sein als die üblichen politischen Memoiren, betont Tony
Read More Heiliger Luigi – Früher war das mal ein Gütesiegel: Literatur aus Sizilien. Tempi passati, wie es scheint. Nun fällt auch Andrea Camilleri, obwohl – oder weil? – er Bücher im Akkord produziert, nichts Rechtes mehr ein. In seinem vorerst letzten Roman geht ein hoher Bankangestellter in Pension. Zugleich wird er mittels eines anonymen Briefchens darauf gestoßen, dass seine Frau Adele ihn seit langem betrügt. So richtig unerwartet kommt das nicht, die Dame ist immerhin 25 Jahre jünger und eine Ausgeburt von Sinnlichkeit. Allerdings, und diese Erkenntnis kommt unserem Mann schon
Read More Bloody Chops – Heute choppen für Sie: Joachim Feldmann (JF), Klaus Kamberger (KK) und Thomas Wörtche (TW) über Kurt Palm, Christopher Reich und Pablo Tusset. Jödeldööö! (JF) Dass auf den letzten Seiten des nach seinem Handlungsort betitelten Romans ein Unwetter apokalyptischen Ausmaßes über dem österreichische Bergnest Bad Fucking aufzieht, könnte religiös orientierte Leser zu der Annahme verleiten, hier sorge ein rachsüchtiger Gott dafür, dass all die im Lauf der Handlung vergossenen Körperflüssigkeiten in einem Aufwasch hinweggespült werden. Allein – es ist doch nur der Autor Kurt Palm, der seine aus
Read More Posted On November 27, 2010By Thomas WoertcheIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, heute starten wir mit einer geballten Ladung Bloody Chops von Tomás Borchte, Joachim Feldmann, Henrike Heiland, Friedemann Sprenger und Thomas Wörtche. Weiter geht es mit dem dritten, von Cristina Fallarás verfassten Kapitel unseres Fortsetzungsromans, des „Ekelhaften Leichnams“, der uns auch treue Leser in Lateinamerika beschert ...
Read More Heute choppen Tomás Borchte (ToBo), Joachim Feldmann (JF), Henrike Heiland (HH), Friedemann Sprenger (Frip) und Thomas Wörtche (TW).
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – Vergangenes Jahr begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten
Read More Heute: Aus der Reihe großer, noch unpublizierter Prosawerke Liebe Leserinnen und Leser. Was ist das: Gisbert, der stille Sachwalter aller Kontrakte seiner exilpersischen Herrschaft, ging durch den Schlosspark, der in einem milden Frühlingslicht dem Advokaten neu und voller Verheißung schien. Neues und Verheißungsvolles widerfuhr ihm ja auch, wenn er bedachte, wie schicklich und dabei rührend unglaubwürdig die Jungfer Hedwig seinen Antrag vorerst abschlägig respondiert hatte. Das Billet trug er bei sich, am Herzen sogar. Sollte wirklich eine bessere Zeit beginnen? Sollte auf die Finsternis das Helle folgen, ganz so, wie
Read More Patrick Rotman: Die Seele in der Faust Wer glaubt, dass Quentin Tarantino sich seine jüdische Freischärlertruppe in „Inglourious Basterds“ komplett aus den Fingern gesogen hat, kann sich durch Patrick Rotmans „Die Seele in der Faust“ eines Besseren belehren lassen. Es gab tatsächlich im besetzten Frankreich eine Gruppe von Partisanen, die den Nazis ihre eigene Medizin zu schmecken gab: Terror. Ihr spektakulärster Erfolg war das Attentat auf den SS-Standartenführer Julius Ritter am 28. September 1943 mitten in Paris. Patrick Rotman hat die reale Geschichte dieser Gruppe namens FTP-MOI (Francs-tireurs et partisans
Read More Martin Booths posthum erschienener Roman „A Very Private Gentleman“ war die Vorlage für den Film „The American“ mit George Clooney. Er liefert eher das Psychogramm eines paranoiden Außenseiters als einen klassischen Action-Krimi. Es lohnt jedoch, sich auf den bedächtigen Erzählstil, die grandiosen italienischen Impressionen und auf die kulturträchtigen Exkurse vor dem bleihaltigen Showdown einzulassen. Von Peter Münder
Read More Verzweifflungs-gedichte von Christian Hofmann von Hofmannswaldau Die augen schloß ich traurig zu / Die hände deckten meine stirne / Ich war entblöst von lust und ruh / Der kummer füllte das gehirne / Bald wacht ich auff / bald schlieff ich ein / Bald wolt ich tod und asche seyn / Bald wünscht ich weit von hier zu leben; Und daß ja nichts sey unbekannt / So hat die thorheit meiner hand Papier und feder übergeben. Auff auff mein sinn und du mein fuß / Ich kan nicht länger hier
Read More Wenn amerikanische Thriller-und Krimi-Autoren für die Truppenbetreuung angeheuert werden, um die Soldaten mit ihren Lesungen im Kriegsgebiet zu unterhalten und sie moralisch aufzurüsten – ist das dann eine Instrumentalisierung der Autoren für dubiose politische Ziele? Wie würden deutsche Krimi-Autoren reagieren? Von Peter Münder
Read More Posted On November 20, 2010By Thomas WoertcheIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, ab heute sind wir im regelmäßigen Samstagsrhythmus … Peter Münder hat eine kleine Umfrage unter deutschen Kriminalautoren gemacht: Würden sie Lesungen vor Bundeswehrsoldaten in Afghanistan machen? Frank Göhre porträtiert einen Großen des Genres: James Crumley. Unser neuer Kolumnist heißt Andus, ist bücherlesender Strafrechtler und noch vieles mehr. Ab sofort samstags regelmäßig unregelmäßig … Weiter geht´s mit Un cadáver asqueroso, der ekligen Leiche aus den Computern der Diez Negritos, heute Kapitel 2 unseres großen Fortsetzungsromans … Friedemann Sprenger hat sich des zur Zeit wohl am schrillsten gelobten Romans angenommen:
Read More Michael Connelly, Dennis Lehane und Georg Pelecanos bekennen, nachhaltig von ihm beeinflusst zu sein. Bei Deutschlands Autoren und Lesern ist er weitgehend unbekannt. Frank Göhre spürt auf dem „Highway To Hell“ dem amerikanischen Krimiautor James Crumley und dem wilden Leben seiner Protagonisten nach.
Read More Vergangenes Jahr begannen die Diez Negritos einen online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist…
Read More DU – Brrrr, Literatur: Das Buch ist ein Megahype – Friedemann Sprenger war neugierig. Literatur entsteht unter anderem durch künstlerische Operationen, durch literarische Verfahren, durch ästhetische Arrangements von Text. Besonders unter Literaturverdacht, und auch von jedem, aber auch wirklich jedem Leser sofort und ohne Anhieb zu erkennen, steht ein Text (wir reden von Prosa) dann, wenn ein einzelner Kunstgriff überdeutlich hervortritt. Sich mehr oder weniger immer wieder brüllend bemerkbar macht und vor allem das einzige literarische Verfahren ist, das der Autor aufbietet. So wie in Zoran Drvenkars Roman „DU“ die
Read More Zeitgleich zum Erscheinungstermin des Kriminalromans „Celik & Pelzer“ des Autorenduos Ulrich Noller und Gök Senin, kann man die erste von mehreren Hörspiel-CDs gleichen Titels erwerben – der Stoff der Geschichte scheint nur auf den ersten Blick der gleiche. Ein Gespräch mit den SKI-Autoren von Christina Bacher.
Read More In der Schmattesbranche nennt man so was verramschen. Die ARD hat am Freitag die letzten drei Folgen der Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ ab 21:45 Uhr hintereinander versendet. Die preisgekrönte Geschichte aus dem Milieu der Russenmafia in Berlin, in der– selten genug im deutschen TV – Juden ganz unspektakulär vorkommen, macht nicht genügend Quote. Ein zorniger Nachtritt von Michael Wuliger
Read More Allerspätestens seit John Zorns „Spillane“-Projekt haben Jazzmusiker aller Couleur viel Freude, kleine scénes noires in Musik zu fassen – Minihörspiele mit geringem Wortanteil sozusagen.
Read More Elfriede Müller über Dominique Manotti („Letzte Schicht“ sowie „Bien connu des services de police“ (Der Polizei gut bekannt)) und den politischen roman noir.
Read More Heute haben zum Beilchen gegriffen: Joachim Feldmann (JF), Jörg von Bilavsky (JvB), Senta Wagner (SeWa) und Kirsten Reimers (KR)
Read More Vergangenes Jahr begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige ist ... Doris Wieser hat für uns übersetzt.
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