Schatten der Sehnsucht So ist Jahnns Leben und Schreiben letztlich ein großes „Trotzdem“ eingewirkt, das den Oszillationen des tragischen Natur- und Menschenschauspiels widersteht und dem oftmals konstatierten „Es ist wie es ist. Und es ist fürchterlich“ das unerschrockene „Bis zum letzten wollen wir uns aber widersetzen“ zur Seite stellt. „Ich war ein Schatten der Sehnsucht. Ein Sterbender, der noch auf Genesung hofft. Ein Gelangweilter, der in den Abgrund der ausgebrannten Hölle starrt.“ Wie ein schroffes, unzugängliches Felsengebirge steht Hans Henny Jahnns „Fluss ohne Ufer“ in der deutschen Literaturlandschaft. Voller Argwohn
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Großes Emotions- und Katastrophenkino John Griesemers Rausch ist ein unterhaltsamer Historienroman über den Beginn des Kommunikationszeitalters, aber keine literarische Sensation. 1857. In einer Zeit, in der es weder Satellitenschüsseln noch Handys gab, in der man nicht einfach zum Hörer greifen oder eine E-Mail schreiben konnte, um einen Freund in Übersee zu erreichen, versuchte eine Hand voll mutiger, innovativer und geschäftstüchtiger Männer ein Kabel quer durch den Atlantik zu legen, von Irland nach Neufundland, von der alten in die neue Welt: Der Beginn des Zeitalters der globalen Kommunikation, die Geburtswehen der
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Sabbernder Hund Von Thomas Wörtche, 27.05.2001. Wenn das Glöckchen bimmelt, sabbert der Hund. Wenn der FC Bayern gewinnt, bekämpft nicht nur die taz den Faschismus. Der Hund sabbert beim Läuten, auch wenn´s nix zu fressen gibt. Wer ein Foto von Stefan Effenberg mit „Triumphator des Willens“ untertitelt, der bekämpft den Nazi da, wo er nicht stattfindet. Einfach mittels des Pawlow´schen Reflexes, den man bekanntlich für allerlei Unfug einprogrammieren kann. Hanser: große Literatur, Heyne: Schmutz & Schund. Polizist: dumm, C-4-Philosoph: klug. Rauchen: bää, Essen-Was-das-Tier-freiwillig-von-sich-gibt: hamm. Und so weiter, und so fort.
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Stotterndes Gestaune Von Thomas Wörtche, 4.12.2000 So, jetzt ist er vorbei, der Rechtsextremismus. Er natürlich nicht – au contraire, vermutlich -, aber seine Dauerpräsenz im medialen Alltag. Die neue Sau, die durch’s Dorf getrieben wird, ist keine Sau, sondern eine Mad Cow. Vielleicht kann man sogar den Terminus technicus ändern, und die Mad-Cow-Disease grundsätzlich auf die Medienwelt beziehen. Der Vorteil dabei wäre, dass eine gewisse Schwammhirnigkeit keine besondere Kennzeichnung mehr braucht. Und davor platzen ja unsere Blätter resp. TV-Medien, die sich so gar nicht mehr unterscheiden. Jenny Elvers von irgendeinem Schwengel
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Von Thomas Wörtche, 03.03.2001 Den täglichen Irrsinn kann man nicht mehr einzeln kommentieren. Also bleibt – according to Luhmann – nur der Griff zur Struktur. Heute zu der, die – according to Dieter Krebs, dem Großen – „dann entfällt auch das Ficken“ heisst. Denn obwohl uns unsere schicken Wochenblätter seit geraumer Zeit mit Partnerdebakel-Stories quälen, hat sich noch niemand getraut, dem Elend auf den Grund zu gehen. Das Elend ist nämlich schon ein gutes Dezennium alt und wurzelt im mächtigsten aller Medien, im Werbefernseh. Dort weiss man natürlich auch, dass
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