Der italienische Paradiesvogel Vittorio Sgarbi kämpft gegen die Hässlichkeit Ein Gesellschaftsspiel: man sitzt in einer Runde von Freunden italienischer Kultur. Isst eine gute Pasta, trinkt einen noch besseren Wein. Zwei, drei der neuesten Berlusconi-Witze werden erzählt. Die Stimmung lässt einen angenehmen Abend erwarten. Doch dann fällt vielleicht nur nebenbei der Name Vittorio Sgarbi und schon lodert das Feuer auf. Una vergogna, eine Schande wettert die eine Tisch-Fraktion. Immerhin, er versteht etwas von der Renaissance, hält die andere Fraktion dagegen. Keine Frage, der Mann polarisiert wie kaum ein zweiter in der
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Kopflos vorwärts zurück Als Schelmenroman bezeichnet der Klappentext das neue Opus von Marcus Jensen und diese Einstufung ist ebenso passend wie völlig unzureichend. Jensens Erstling Red Rain aus dem Jahr 1999 konnte bereits begeistern als wortgewaltiger literarischer Amoklauf zur damals anstehenden Jahrtausendwende-Hysterie. Was er uns aber nun mit Oberland präsentiert, sprengt alle Erwartungen – und zum Teil auch Lesegewohnheiten. Zehn Jahre hat der 1967 geborene Autor an diesem Mammutwerk gebastelt und gefeilt, herausgekommen ist ein prächtiges Tryptichon über Leben und Tod ebenso wie eine Reise in die deutsche Befindlichkeit (und
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CULTurMAG traf den Journalisten und „Schmidt-Experten“ Kay Sokolowsky und wollte wissen, ob wir in Zukunft auf den Fernseh-Künstler Harald Schmidt verzichten müssen oder ob wir ihn bald bei einem anderen Sender wiedersehen. Die überraschende Neuigkeit bot eine gute Gelegenheit nachzufragen, worin denn eigentlich die Methode von Schmidts genialer Satire besteht. Das Gespräch führte Jan Karsten. Über Harald Schmidt zu sprechen ist nicht leicht, weil der sich jeder Festlegung blitzgescheit entzieht. Über Harald Schmidt ein Buch zu schreiben ist noch viel schwieriger. Kay Sokolowsky hat es trotzdem getan. „Late Night Solo
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A Vision Of Disorder „Zwei Krankenschwestern unterhalten sich. Sagt die eine: Schon gesehen? Der auf Zimmer dreizehn hat das Wort Rumbalotte auf seinem Johannes tätowiert. Sagt die andere: Quatsch Rumbalotte, es heißt Ruhm und Ehre der baltischen Flotte.“ (Aus: „The Recognitions) Ja, die Details des Lebens können einem schnell entgehen, ein jedes Ding hat viele Perspektiven. William Gaddis’ Romane zum Beispiel: Meisterwerke der Vielschichtigkeit, allesamt noch immer unterschätzte Meilensteine der amerikanischen Literatur. Allerdings hat er auch nur fünf Bücher geschrieben, sein letztes ist nun gerade auf Deutsch erschienen. Teil 1:
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„Ärger rockt, verdammt!“ Nach einem Leben, das sich selber schon wie ein Roman liest, legt der Amerikaner dbc pierre mit 42 Jahren ein adrenalinhaltiges Debut zwischen Pulp und Fiction vor, dass nicht nur wegen seiner Auszeichnung mit dem renommierten Booker-Price aufhorchen lässt. Zwanzig Jahre lang hat dbc pierre – ein Pseudonym für „Dirty but clean Peter“, wie der Klappentext uns verrät – „ein selbst zerstörerisches Leben jenseits aller Legalität“ geführt. Drogen- und spielsüchtig häufte er einen immensen Schuldenberg an, wurde angeschossen, verunglückte schwer mit dem Auto und versuchte sich erfolglos
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