Paris ohne Ende Die Schriftsteller-Lehrjahre wie das große Vorbild Ernest Hemingway in Paris verbringen und hier zum Durchbruch gelangen – das ist Traum und Ziel des jungen spanischen Protagonisten in Enrique Vila-Matas neuen Roman „Paris hat kein Ende“. Nach einem abgebrochenen Jurastudium mietet sich Vila-Matas Anti-Held im Jahre 1974 für 100 Francs bei Marguerite Dumas in einer Dachmansarde ein und findet Kontakt zur schillernden Boheme. Mit Sartre-Pfeife und schwarzem Rollkragenpullover treibt er sich mit der Attitüde des von Weltschmerz gezeichneten „poete maudit“ in den Pariser Cafés und Kneipen herum. Völlig
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Von Carl Wilhelm Macke Ein Geständnis: zum Gedenken an die 60. Wiederkehr des 8. Mai 1945, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, habe ich kein einziges Wort geschrieben. Keine nachdenkliche Erinnerung an das unmittelbare Kriegsende, die mein biographisches Alter ohnehin nicht zuläßt. Keine Reflexion über Sinn und Unsinn des ritualisierten Antifaschismus. Keine Meditation über den Stolz, mit dem man sich heute angeblich wieder ein Deutscher nennen darf. Keine Polemik gegen irgendeinen Ewiggestrigen oder notorisch Heutigen. Keine Rezension eines Buches über die Ursachen des NS-Regimes oder die Opfer der nazideutschen Kriegsstrategien.
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Lebenslügen – unaufdringlich und ironisch Vor zwei Jahren hat Jeffrey Eugenides mit „Middlesex“ eine Familiensaga vorgelegt, die mit dem renommierten Pultizer-Preis belohnt wurde. Dass der erfolgreiche Romancier auch die Kunst der Short Story beherrscht, beweist er mit seinem Erzählungsband „Air Mail“. Was hat ein an der Ruhr erkrankter Aussteiger in Indien mit einer erfolgreichen TV-Produzentin in New York gemein? Und die wiederum mit einem orientierungslosen Twen, der seine Eltern in ihrem Altersdomizil in Florida besucht? Antworten geben die drei zwischen 1997 und 1999 erschienenen Erzählungen von Jeffrey Eugenides, der darin
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Toskana sehen und sterben Jutta Stössinger hat eine literarische Entdeckungsreise durch eine der schönsten und kulturell reichsten Regionen Italiens geschrieben In den Jahren als das heute welk gewordene politische Farbenbündnis „Rot-Grün“ vor Glanz strotzte, gab es eine weit verbreitete politische Etikettierung. Lafontaine, Schily, Fischer, Schröder und tutti quanti kannten keine Parteien mehr, sondern nur noch die Toskana. Die Liebhaber dieser landschaftlich so reizvollen mittelitalienischen Region wurden von den Kommentatoren in den Medien zur sogenannten „Toskana-Fraktion“ ernannt. Gemeint war damit, dass der damals neuen Politikergeneration „Pasta e Vino“, ein gutes Menu
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Harmonisch und kontrastreich Der Musiker, Maler und Schriftsteller Funny van Dannen sammelt seine Ideen abseits der ausgetretenen Liedermacherpfade. Was er im Dickicht des ganz normalen Wahnsinns gefunden hat, bekommen wir auf seinem neuesten Album „Nebelmaschine“ zu hören. „Das Lied muss funktionieren“, hat Funny van Dannen alias Franz-Josef Hagmans in einem Interview mit Arte einmal gesagt. Doch wie funktionieren seine eingängig komponierten und vielzitierten Lieder? Musikalisch nach Schema F. „Es gibt bestimmte Harmoniefolgen, die immer funktionieren. Wenn man auf die kommt, und die passen zu den Worten, dann geht das, aber
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