Posted On Juli 11, 2005 By In Bücher

David Peace: 1974.

Extra Hard Boiled Nach dem Debüt-Roman des jungen Briten David Peace fühlt sich der Leser, als wäre er ganz fürchterlich unter die Räder gekommen – so wie der Protagonist Edward Dunford, für den am Ende keine Hoffnung bleibt. Der 13. Dezember 1974, der Tag, an dem er auch seinen Vater zu Grabe trägt, ist zugleich der erste Arbeitstag von Edward Dunford als Gerichtsreporter bei der Evening Post in Yorkshire. Ein Tag zuvor ist die 10jährige Clare auf dem Nachhauseweg von der Schule verschwunden. Das Greenhorn Dunford, das sich gegen seinenRead More
Argentinischer Blues Lugano beweist mal wieder, dass das, was sich spielerisch und leicht und elegant anhört, nur dann glücken kann, wenn es perfekt gekonnt wird. Tempus fugit. „Tango Walk“, die letzte CD von Hernán Lugano, die er mit einem Quintett um den grandiosen schwedischen Trompeter Gustavo Bergalli eingespielt hatte, liegt schon wieder neun Jahre zurück. Für die außergewöhnliche Qualität der Musik spricht, dass ich mich noch ganz genau und bestens daran erinnere – ein Wiederhören hat das sofort belegt. Jetzt also legt Lugano zusammen mit Ernesto Zeppa am Schlagzeug undRead More

Posted On Juni 16, 2005 By In Musikmag

The Dissociatives: dito

Traumpfade Ein Klangteppich mit suggestiver Ausstrahlung eröffnet das erste Album des australischen Popduos „The Dissociatives“. Man wähnt sich auf den Traumpfaden der Aborigines, wenn die ersten Töne von „We’re Much Preferred Customers“ erklingen. Und die geheimnisvoll angehauchte, chorisch multiplizierte und immer wieder verfremdete Stimme des ehemaligen Frontmanns von „Silverchair“ gibt sofort den experimentellen Ton an, der die ganze Platte beherrscht und keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt. Nachdem vom fünften Kontinent nur Lobeshymnen nach Europa gedrungen waren, durfte man auf die australischen Ausnahmemusiker mehr als gespannt sein. Und was Daniel JohnsRead More

Posted On Juni 16, 2005 By In Musikmag

SZ Diskothek

Salonfähig Nach ihren erfolgreichen Editions-Ausflügen in die literarischen, klassischen und cineastischen Gefilde der Hochkultur wagt sich die Süddeutsche Zeitung mit den 1000 Songs ihrer POP-Anthologie jetzt in die Niederungen der Massenkultur. Doch auch bei der SZ-Diskothek gilt: Understatement statt Mainstream. „Sex, Drugs and Rock’n Roll”. Mit diesem Schlachtruf trieben die musikfanatischen Jugendlichen in früheren Jahrzehnten ihre Eltern noch zur Weißglut. Doch aus den Teens und Twens von damals sind mittlerweile Thirty- und Fortysomethings geworden, die von der Phonoindustrie als besonders „kaufwillig“ eingestuft und nun auch von den Feuilletonisten der auflagenstärkstenRead More

Posted On Juni 9, 2005 By In Musikmag

Gebhard Ullmann: Essencia

Sinnlich und kommunikativ Ullmann zaubert satte, wollüstige Sounds mit Tenor- und Sopransax und Bassklarinette, widmet sich zutiefst emphatisch schönen Melodielinien in den verschiedensten Idiomen. Gibt es so etwas wie musikalische Faulheit? Also die Faulheit, die Ohren aufzumachen und zu hören? Vermutlich, denn anders könnten die Dauerdenunziationen von free music, improvisierter Musik, free jazz oder wie auch immer die Labels heißen, als unhörbar, unsinnlich, verkopft, egoman, unkommunikativ und so weiter und so fort nicht greifen. Dadurch entsteht Verlust. Zum Beispiel der Verlust, „Essencia“, eine Trio-Produktion des Holzbläsers und Komponisten Gebhard Ullmann,Read More