Schöner Fernsehen Die Kritik über den Verfall der Fernsehkultur ist weitverbreitet und oft auch gut begründet. Iso Camartin hingegen setzt hier einen Kontrapunkt und lobt das Medium Fernsehen, dessen Möglichkeiten unterschätzt werden. Die Medien sind schuld. Vor allem aber das Fernsehen. Der Untergang des Abendlandes – en gros und en détail. Werteverfall, schlechte Manieren, Jugendkriminalität, Korruption, Scheidungsraten, Umweltsünden, Sex & Crime rund um die Uhr. Wo zwei oder drei Menschen versammelt sind und sich über den schlechten Zustand der Welt im Allgemeinen und Besonderen unterhalten, wird nach spätestens vier, fünf Sätzen
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Die Kunst der Intrige Der Autor, ein Kastratensänger und Spion im Auftrag Ludwigs XIV. plaudert aus dem Nähkästchen eines mit allen Wassern gewaschenen Intriganten im Vatikan. „Annuntio vobis gaudium magnum, habemus Papam“. Mit dieser Formel verkündigt der ranghöchste Kardinaldiakon vom Balkon der römischen Peterskirche, dass das Konklave beendet ist. „Ich verkünde mit großer Freude, dass wir einen Papst haben“. Damit sind eigentlich auch die vielen Zeitungsartikel, Medienberichte und auch Bücher, die in diesen Tagen im Umkreis des aktuellen vatikanischen Konklave erschienen sind, umgehend Makulatur. Es wird – wahrscheinlich – auf
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Pralles Leben In seinem neuen Roman, der in das puritanische Amerika der 30er – 50er Jahre und die bahnbrechenden Sexforschungen von Alfred Kinsey führt, erweist sich T.C. Boyle einmal mehr als meisterhafter, süffiger Erzähler. Sex war im puritanischen Amerika der 30er bis 50er Jahre das große Tabuthema. Kaum wagte jemand, dieses Wort überhaupt nur auszusprechen und für bestimmte Sexualpraktiken wie Oralverkehr drohten sogar lange Haftstrafen. In diesem Klima der Verklemmungen, Gerüchte und Unwissenheit schlugen die Forschungen des Zoologen Alfred Kinsey und seine Bücher über das sexuelle Erleben des Mannes und
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Unzeitgemäße Betrachtungen Der amerikanische Bestsellerautor Tobias Wolff hat nach seinen Kindheitserinnerungen („This Boy’s Life“) nun einen Entwicklungsroman geschrieben. Sein Protagonist glänzt durch literarischen Eifer und blendet damit sich und andere. Amerika im Jahre 1960. Ein Land, das im materiellen Überfluss zu ersticken droht, wie John Kenneth Galbraith zwei Jahre zuvor in seiner radikalen Gesellschaftskritik „The Affluent Society“ angemahnt hat. Und ein Land, in dem der Kalte Krieg und die Rassenprobleme bei den Bürgern tief sitzende Ängste schüren. Doch von diesen alltäglichen Problemen und Sorgen spüren die Eleven eines traditionsreichen Elite-Internats
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Ein Fest für Querdenker Der italienische Schriftsteller Alberto Savinio ist unzufrieden mit den vorhandenen Lexikas und hat sich deshalb ein eigenes Wörterbuch zusammengestellt. Wie traurig und langweilig ist es, immer nur an die schnellen Verbindungen, die Hauptstrassen und Abkürzungen zu denken. Was uns fehlt sind die Umwege, die Liebe zu den Nebenstrassen, die Freude an Sackgassen! Der 1891 in Athen geborene, aber in Mailand und Florenz aufgewachsene Savinio war immer ein sehr eigensinniger, Nischen und abgelegene Winkel liebender Mensch. Niemals die Abkürzungen und bekannten Wege nehmend, sich immer irgendwo in
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