Posted On Januar 18, 2012By Matthias PenzelIn Bücher, Litmag
Das Rascheln zwischen Nächten – Man kann eine beliebige Literaturbeilage der New York Times aufschlagen oder im Believer blättern: Selbst wenn der Name hierzulande weniger Menschen geläufig ist, so ist er für Woody Allen, die Coen-Brothers, Bret Easton Ellis und andere Amerikaner so unverrückbar, so felsenfest ein Titan wie Hemingway. Der Name, der auf Klappentexten als Messlatte auftaucht, als Superlativ, wenn es um modernes Erzählen geht, lautet: Fitzgerald. Von Matthias Penzel Zärtlich ist die Nacht Da wo der mit F. Scott Fitzgerald eng befreundete – und wie Dos Passos geschätzte
Read More Am Ende des Vortags – Wo er auftrat, war die Welt sofort anwesend. Weit und breit keine Provinz, keine geschlossenen Räume, Fenster auf: Was kostet die Welt … Und wenn man an dem Haus in unmittelbarer Nähe des Münchener Prinzregententheaters vorbeigeht, in dessen oberstem Stockwerk er viele Jahre lebte und übersetzte, glaubte man immer für zwei, drei Augenblicke weit weg zu sein, im brasilianischen Sertao, am Rio della Plata, in Bahia, in Bueonos Aires, am Tejo in Lissabon, an den Küsten der Algarve. Carl Wilhelm Macke zum Tod des Übersetzers
Read More Posted On Januar 18, 2012By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Am 2.2.12 steigt in Hamburg das Literaturfestival „Ham.Lit“, die dritte „Lange Nacht junger deutschsprachiger Literatur und Musik“– präsentiert u. a. von CULTurMAG. 15 Autorinnen und Autoren lesen parallel auf drei Bühnen, dazu gibt es zwei Konzerte. Wir stellen Ihnen in den kommenden Wochen einige der Mitwirkenden vor. Heute: Michael Weins (Das gesamte Lineup finden Sie hier). Mauern in den Köpfen – Heiner Boie hat Probleme mit Türen. Ungewöhnliche Probleme, die ihm den Verdacht nahe legen, dass bei ihm im Kopf etwas nicht stimmen könnte. „Lazyboy“ ist mit Sicherheit einer der
Read More Fran Ray heute … über … Marco Balzano und die Sehnsucht nach Meer. Sie haben mich mit einem einfachen Trick gekriegt. CULTurMAG hat sich der uns Deutschen von Generation zu Generation dominant vererbten Sehnsucht nach dem Meer bedient – und mir damit die Reise mit den drei Herren schmackhaft gemacht. Wie sonst könnte ich mir erklären, eingewilligt zu haben, mit einem Großvater, einem Vater und einem Sohn in einen Fiat Punto gequetscht von Mailand tief in den apulischen Süden zu fahren? Im Sommer noch dazu? Eben. Die Sehnsucht. Ich gebe
Read More Posted On Januar 18, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Ein friedlicher Mensch – Carl Wilhelm Macke über die Lebenserinnerungen des Pazifisten Andreas Buro, dem die demokratische, gewaltfreie politische Kultur der Deutschen in den letzten Jahrzehnten viel zu verdanken hat. Man möchte den kleinen, dem Zeitgeist wacker trotzenden Verlag Brandes & Apsel ja eigentlich nur loben für dieses Buch. Welcher andere Verlag interessiert sich denn heute noch für die Lebensgeschichte eines Mannes, der seit Jahrzehnten argumentativ und gewaltlos für eine bessere, von Kriegen freie Welt eintritt? Der 1928 in Berlin geboren wurde, einer gutbürgerlichen Familie entstammt, der eine abgesicherte Karriere
Read More Interessante Literaturzeitschriften gibt es viele und in ihnen verstecken sich so manche Perlen. „Am Erker“-Redakteur Andreas Heckmann sorgt dafür, dass wir den Überblick behalten; er berichtet regelmäßig über interessante Hefte. Diesmal: Neue Rundschau und BELLA triste. Neue Rundschau Es mag ehrenvoll sein, ist aber gewiss heikel, wenn ein Verlag Autoren fragt, ob sie zu einer Anthologie zum Jubiläum des Hauses – und gar dem 125. – nicht etwas beisteuern möchten. 29 solcher Beiträge vereint Heft 122/3 der Neuen Rundschau unter dem Titel „Samuel Fischer, Verlag“, und bald stellt sich der
Read More Superfluiden 1 bild / 100 worte Aus meinem Träumen erhebt euch, ihr Superfluiden. Erwachet, erwacht! Je höher die Bäume, je mehr Blätter liegen hienieden. In seinem Schlafanzug schnarchet beseelt der Druide. Ein Torwart schreit. Ein Ball fliegt weit. Mein Liebling verzeih mir die Lebenslüge! Aus Helium wird Grade vor Null ein schwer penetrierbarer Grundsolider. Ah, ah, aaaaaaah. Ah, ah, aaaaaaah. Hat dieser Mann denn kein Bett? Ah, ah, aaaaaaah. Ah, ah, ah, aaaaaaah. What name have the small sister of Nett? Itze itze itze itze ho! ho! ho! ho! Itze
Read More Posted On Januar 18, 2012By Monique SchmiedlIn Musikmag
Luise Pop machen raffinierte Musik und glänzen mit schmissigem Indie-Pop. Nur leider pflegen sie eine eigenwillige englische Aussprache, was Monique Schmiedl den Genuss des neuen Albums doch erheblich verleidet hat.
Read More Posted On Januar 18, 2012By Janine AndertIn Musikmag
Janine Andert über das neue Album von Nada Surf, das trotz Temporeichtum von einer Patina der Belanglosigkeit überzogen scheint.
Read More Posted On Januar 18, 2012By Christina MohrIn Musikmag
Female Pop in Germany in den 1960ern - das Label Bureau B erfreut Christina Mohr mit einer Zusammenstellung weiblicher Beat-Versuche zwischen Schnulze und Feminismus.
Read More Posted On Januar 18, 2012By Die RedaktionIn Musikmag
Neue und wiederaufgelegte Platten von Andreas Dorau, DJ Cam, Kiesgroup, Wise Blood und Sprung aus den Wolken, gehört von Janine Andert (JA), Tina Manske (TM) und Christina Mohr (MO).
Read More Kultur ist, wenn wo subventioniert ist; wenn wo nicht, dann Krimi. Zoë Beck hat im Treppenhaus Dr. Müller-Böhne getroffen und die beiden denken über allerlei Seltsamkeiten des Kulturbetriebs nach – ergebnisoffen, natürlich. Kulturexklusivrecht Über die Feiertage war ich in Edinburgh. Mein Nachbar, Richter Dr. Müller-Böhne, hat mich offensichtlich schon vermisst. Er steht händereibend im Treppenhaus und sieht interessiert zu, wie ich im Koffer nach meinem Wohnungsschlüssel wühle. „Na, war’s denn schön?“, will er wissen. „Super“, sage ich, darum bemüht, die Unterwäsche erst gar nicht in sein Blickfeld kommen zu lassen.
Read More Posted On Januar 14, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, herzlich willkommen zur ersten Ausgabe des neuen Jahres! Kriminalliteratur ist Trivialliteratur und wird deswegen zu Recht nicht subventioniert, weil nur Hochkultur subventioniert wird, weil die sonst keiner zur Kenntnis nimmt? Oder so … Zoë Beck über ein kniffliges Thema … Auch bei Carlos geht es schauerlich zu, dabei kommt noch nicht mal der Wulff vor. Dafür aber der Niebel. Weia! Ein kleines Walter-Mosley-Special hat sich so ergeben: Nele Hoffmann über den McGill-Roman N° 1, „Manhattan Karma“, Elfriede Müller über McGill N° 2, „Falscher Ort, falsche Zeit“. Auch Ägypten
Read More Das neue Jahr bei Carlos beginnt mit Hoffenheim, Bulgarien, Hera Lind und Dirk Niebel – das scheint schauerlich! Aber immerhin, there is hope – ohne Wulff! Na also, geht doch … Unlängst … … saß man familiär am Küchentisch, als plötzlich Stimmen zu hören waren. Kurze Nachfrage – nein, niemand hatte Fernseher, PC, Smartphone o. ä. an. Nach kurzem Rätseln klärte sich die Sache: Zwei Menschen unterhielten sich vor dem Fenster, darauf war keiner von uns gekommen. Meine Frau neigt manchmal dazu, recht leise zu sprechen. Wenn sie sich dabei
Read More West coast Blues meets New York – Im vergangenen Sommer ist der erste Roman von Walter Mosleys neuer, in New York situierter PI-Serie erschienen. Eine Nachlese von Nele Hoffmann. Walter Mosleys erster Roman um Leonid McGill ist eine Hommage an die Klassiker des Genres. Ein Privatdetektiv, der immer auf der Grenzlinie von good guy und bad guy wandert, der böse Widersacher zur Strecke bringt, die Schutzlosen rettet und dabei um die Vergeblichkeit seines Tuns weiß, weil der Mob nie ausstirbt. Es gibt Faustkämpfe unter echten Männern, ein Vorzimmer ohne Sekretärin,
Read More Schlachtfeld New York – Den zweiten McGill-Roman hat Elfriede Müller gelesen, unter ganz anderen Aspekten … Hier geht’s zum ersten … Dass Walter Mosley von Bill Clinton zur Lektüre empfohlen wurde, sollte niemanden abschrecken. Mosley zu lesen, ist ein großes Vergnügen. Er hat vier Serienhelden und Reihen in der besten amerikanischen Hardboiled-Tradition geschaffen. Leonid McGill ist eine dieser Figuren, dessen zweites Abenteuer nun auf Deutsch vorliegt. Bei der Lektüre von Mosley wird deutlich, dass nicht nur Leonid an Hegel, Marx und Bakunin geschult wurde, sondern auch der in Watts großgewordene
Read More Kairo noir – Parker Bilal ist das Pseudonym des britisch-sudanesischen Schriftstellers Jamal Mahjoub. Er wurde 1960 in London geboren, wuchs in der Heimat seines Vaters, in Khartoum im Sudan auf, studierte Geologie in England, verbrachte viele Jahre in Dänemark und lebt heute in Barcelona. Sein historischer Polit-Thriller „Die Stunde der Zeichen“ erzählt die Geschichte des Mahdi-Kriege im Sudan aus afrikanischer Sicht. Sein großes Thema sind die Bedingungen des Zusammenlebens der Menschen europäischer und afrikanischer Kulturen. Dass er sich jetzt der gärenden ägyptischen Gesellschaft via Kriminalroman annimmt, ist nur logisch: „Die
Read More Sláinte – Was eine Hard-boiled-Privatdetektivgeschichte ausmacht, ist der Held. Blickt man auf die bekanntesten Gründungsväter dieses Genres (Chandler und Hammett) zurück, wird das Prinzip schnell deutlich. Die Größe ihrer Werke und Helden besteht unter anderem darin, eine Einheit von Heldentum und Misere aufrechtzuerhalten. Sam Spade und Philip Marlowe sind pessimistisch, häufig frustriert und erleben auf dem Weg der Lösung eines Falls persönliche Fiaskos. Eine Präskription des Handwerks könnte lauten: Den meisten Erfolgen wohnt ein Scheitern inne. Roland Oßwald über Ken Bruens „Jack Taylor auf dem Kreuzweg“. Ken Bruen setzt diese
Read More Zum Teufel! Wir lieben alle unsere Hammer-Productions, hoffentlich. Christopher Lee als Dracula, kreischende Maiden, plüschige Ausstattungen, rotes Blut und Nebelmaschinen … Das ideale Setting für einen Retro-Roman. Der Spanier Javier Márquez Sánchez hat sich ans Werk gemacht, Corla Bauer ist aber nicht soo sehr überzeugt. „Das Fest des Monsieur Orphée“ gleicht sowohl von der Aufmachung als auch inhaltlich sowie vom stilistischen Aufbau eher einem Horrorfilm denn einem Kriminalroman. Mit schwarzem Einband, gelber Schrift und rotunterlegten diabolischen Zeichnungen mutet das Cover schon sehr mysteriös an. Schlägt man das Buch dann auf,
Read More Posted On Januar 14, 2012By Frank GoehreIn Crimemag
Am 4. August 2011 wird im Londoner Stadtteil Tottenham der 29-jährige Mark Duggan von einem Polizeibeamten erschossen. Sein Tod löst bei den Bewohnern des Bezirks Wut und Empörung aus. Es kommt zu Krawallen und gewalttätigen Ausschreitungen. Für Frank Göhre war das der Anlass, noch einmal die Kriminalromane von Victor Headley zu lesen. Tatort: Londons Randbezirke „Tottenham brennt“ titelt Spiegel Online und berichtet: „Eine aufgebrachte Menschenmenge setzte mehrere Polizeifahrzeuge, einen Doppeldeckerbus sowie mehrere Gebäude in Brand. Polizisten wurden mit Molotow-Cocktails und Ziegelsteinen beworfen, acht von ihnen wurden verletzt, einer schwer am
Read More Posted On Januar 14, 2012By Bill MoodyIn Crimemag
CrimeMag freut sich, Ihnen eine neue Kurzgeschichte aus dem großen Sinnzusammenhang Jazz, Mord & schöne Frauen präsentieren zu dürfen. Natürlich von Bill Moody. File Under Jazz “Man, there it is again,” Ray says, reaching for the knob and turning up the volume. “That same damn song.” They’re in Lloyd’s car, heading down the 405 freeway toward Santa Monica, mired in lunch hour traffic. His big calloused bass player hands on the wheel, Lloyd listens for a minute and shrugs. “It’s a minor blues. What’s the big deal?” “The big deal,”
Read More Der Knabe im Moor von Annette von Droste-Hülshoff Oh schaurig ists übers Moor zu gehn, Wenn es wimmelt vom Heiderauche, Sich wie Phantome die Dünste drehn Und die Ranke häkelt am Strauche, Unter jedem Tritte ein Quellchen springt, Wenn aus der Spalte es zischt und singt, O schaurig ists übers Moor zu gehn, Wenn das Röhricht knistert im Hauche! Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt, als ob mann es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind – Was raschelt drüben am Hage? Das ist der gespenstische
Read More Go, Gonzo, Go! – Hunter Thompson und sein Gonzo-Journalismus: Nie war er so wertvoll wie heute. Peter Münder über den Gesprächsband „Kingdom of Gonzo“. Als Tom Wolfe 1973 die beeindruckende Anthologie mit den spannendsten Reportagen des „New Journalism“ veröffentlichte, waren darin neben Tom Wolfes zwei eigenen Beiträgen („The Electric Kool-Aid Acid Test“ und „Radical Chic“) auch Texte von so bekannten US-Autoren wie Norman Mailer, Truman Capote, Gay Talese und Michael Herr vertreten. Für Hunter Thompson (1937–2005) war die Aufnahme von zwei literarischen Glanzstücken so etwas wie der ultimative Ritterschlag: Sein
Read More Posted On Januar 11, 2012By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, herzlich willkommen im Jahr 2012, jetzt kann’s ja losgehen: Das erste Double-Feature von LitMag und MusikMag ist da. Peter Münder schreibt über Hunter S. Thompson und den Interviewband „Kingdom of Gonzo“, Christina Mohr betrachtet die Düsseldorfer Ausstellung „Die andere Seite des Mondes. Künstlerinnen der Avantgarde“, Isabel Bogdan feiert am Millerntor einen Sieg von St.Pauli, Joe Paul Kroll stellt Holger Hofs Gottfried Benn-Biografie „Der Mann ohne Gedächtnis“ vor, Elfriede Müller missfällt die Entpolitisierung der DDR-Geschichte, die das Erfolgsrezept von Eugen Ruges Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ zu sein
Read More Posted On Januar 11, 2012By Janine AndertIn Musikmag
Die Black Keys kommen auf ihrem siebten Studioalbum mit verboten viel Sexappeal daher. Eingängiger denn je grooven sie, immer noch dem dreckigen Rocksound verpflichtet, in die Gehörgänge und Beine, findet Janine Andert.
Read More Posted On Januar 11, 2012By Christina MohrIn Kunst, Litmag
Weit mehr als reine Werkbetrachtung – Im vergangenen Jahr standen, kulturell betrachtet, die Frauen im Mittelpunkt. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls bekommen: Der „Guardian“ stellte die These „Men can’t do Pop anymore“ auf, in der Kunsthalle Wien wurden in einer großen Schau die Werke von Pop Art-Künstlerinnen gezeigt (zur CM-Besprechung) und in Düsseldorf kann man noch bis zum 15.1.2012 die Ausstellung „Die andere Seite des Mondes. Künstlerinnen der Avantgarde“ besuchen. Die auffällige Konzentration auf Künstlerinnen zeigt aber auch, dass es heute noch immer nicht selbstverständlich ist, die Werke weiblicher und
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