
» … wir dürfen nicht in die Vergesslichkeit des Lebens versinken«
Alf Mayer über das österreichische Autorenpaar Milo Dor & Reinhard Federmann
»Wir sind mit der Welt, wie sie ist, nicht zufrieden. Wir wollen sie besser haben. Wir lassen uns die Freiheit nicht nehmen, das Verdorbene und Verlogene zur allgemeinen Schau zu stellen, Mörder Mörder zu nennen…«
(Milo Dor, Reinhard Federmann: Für eine Literatur der Verpflichtung. In: Die Zukunft. Sozialistische Monatsschrift für Politik, Wirtschaft, Kultur 4/1949, Heft 7.)
E und U und die damit verbundene Wertung von unterhaltsam und ernsthaft sind das Kürzel für eine bis heute mit Zähnen und Klauen verteidigte überkommene Klassenherrschaft in der Literatur- und Musikwissenschaft und, davon abgeschaut, im Feuilleton. Wie blind das ist – auch im Sinne der »Blödmaschinen«, gerade von Georg Seeßlen und Markus Metz aktualisiert (Textauszug in dieser Ausgabe nebenan) – zeigt exemplarisch das Werkspektrum der Schriftsteller Milo Dor und Reinhard Federmann. Sie waren ihrer Zeit voraus, waren politisch und auf vielen Feldern unterwegs, wussten um die subversive Kraft des Witzes, und sie waren es, die Chandler, Hammett und Ambler literarisch in die deutschsprachige Nachkriegswelt transferierten. (Siehe in dieser Ausgabe nebenan Hardboiled-Meilenstein, Wien 1953: »Der Wirklichkeit keine Gewalt antun«, über ihren Roman »Internationale Zone«. )

Weil sie aber – auch – drei Kriminalromane schrieben, »Trivialliteratur« (so noch 2015 in einer Magisterarbeit, die immerhin Neorealismus attestierte,) galten und gelten sie als seicht und geldgierig, gehören zu den Verfemten und Übersehenen der Literaturgeschichte. Im Literaturforum online etwa aktuell, wortgleich auch bei Lovely Books und in Facebook-Beiträgen heißt es aktuell:
»Milo Dor und Reinhard Federmann schrieben in den 1950er Jahren eine Reihe Romane der hard boiled Typologie. Milo Dor unterhielt eine Filmproduktionsfirma, was vielleicht auch die typische Schreibweise erklärt. Die Werke hatten nach dem ersten Erscheinen kein langes Leben, und erlebten erst in den 1990ern und teilweise in diesen Tagen ihre Renaissance.«
Abgesehen davon, dass es Dors Sohn Milan ist, der noch immer die von ihm und nicht vom Vater gegründete Filmproduktionsfirma »unterhält«, fällt auch das mit der typischen Schreibweise kurz. »Man könnte größenwahnsinnig werden, so wenig wird man anerkannt«, notierte Karl Kraus einst in der »Fackel«. Hier ein keineswegs vollständiger Querschnitt durch das Werk von Dor & Federmann zwischen 1950 und 1960: von Kriegsheimkehrer- und Kahlschlagliteratur, Sartre und Camus, der Gruppe 47, »Romeo und Julia« im Kalten Krieg, Traumprotokollen der Nachkriegszeit, Übersetzungen von Isaak Babel und Simenon bis zu Anthologien über schwarzen Humor oder »Der politische Witz« und »Der groteske Witz«. – Siehe auch nebenan in dieser Ausgabe von mir zu ihrer Pioniertätigkeit in Sachen moderne Kriminalliteratur: Hardboiled Meilenstein, Wien 1953.
Die große Entschlackung
»Und nun beginnt etwas, was keiner in dieser Form erwartet hatte: der Ton der kritischen Äußerungen ist rau, die Sätze kurz, knapp, unmissverständlich. Niemand nimmt ein Blatt vor den Mund. Jedes vorgelesene Wort wird gewogen, ob es noch verwendbar ist, oder vielleicht veraltet, verbraucht in den Jahren der Diktatur, der Zeit der großen Sprachabnutzung. Jeder Satz wird, wie man sagt, abgeklopft. Jeder unnötige Schnörkel wird gerügt. Verworfen werden die großen Worte, die nichts besagen und nach Ansicht der Kritisierenden ihren Inhalt verloren haben: Herz, Schmerz, Lust, Leid. – Was Bestand hat vor den Ohren der Teilnehmer sind die knappen Aussagesätze. Gertrude Stein und Ernest Hemingway sind gleichsam unbemerkt im Raum.«

Was sich anhört wie eine Schreibschule für Hardboiled-Autoren ist in Wirklichkeit der nüchterne Bericht des nüchternen Hans Werner Richter, der hier Entstehen und Gepflogenheiten der »Gruppe 47« beschreibt. Bei einem Treffen am 6. und 7. September 1947 im Haus von Ilse Schneider-Lengyel am Schwangauer Bannwaldsee bei Füssen, das als Geburtsstunde der Gruppe gilt, sollten die ehemaligen Mitarbeiter der Literaturzeitschrift »Ruf« aus ihren Manuskripten lesen. Das Magazin, Untertitel »Unabhängige Blätter der jungen Generation«, in einem amerikanischen Kriegsgefangenlager entstanden und schon bald mit über 100 000 Abonnenten in allen vier Besatzungszonen, war nach Erscheinen der 16. Nummer im April 1947 wegen »nihilistischer Tendenzen« von der amerikanischen Militärregierung verboten worden. Die Herausgeber Hans Werner Richter und Alfred Andersch standen wegen »unzulässiger Kritik« an den Besatzungsmächten draußen vor der Tür.
Jetzt am Bannwaldsee wird im Anschluss an jede Lesung sofort Kritik am vorgetragenen Text geübt. Zweimal im Jahr treffen sie sich ab dann, Richter lädt per Postkarte ein. Jeder Eingeladene kann Gäste empfehlen; alles ist informell, es gibt keinen Schatzmeister, keine Statuten, keinen Eintrag ins Vereinsregister. Aber auch keine Samthandschuhe.

Die von der Gruppe beförderte Entschlackung der Erzählsprache, der Verzicht auf Pathos und Sentiment, deckt sich mit dem, was der Literaturwissenschaftler Fritz Wölcken 1953 (!) als Unterströmung der modernen Kriminalliteratur aus- und vor allem bei Dashiell Hammett festmacht: »Seit geraumer Zeit war man ziemlich heftig damit beschäftigt, die Sprache und den Gegenstand der Erzählkunst zu entromantisieren. Das fing wahrscheinlich mit der Dichtung an, wie ungefähr alles. Wenn man will, läßt sich die Linie klar bis zu Walt Whitman zurückverfolgen. Aber Hammett wandte diese Technik auf die Detektivliteratur an, und da diese eine so dicke Kruste von englischer Vornehmheit und amerikanischer Pseudo-Vornehmheit hatte, geriet sie nur schwer in Bewegung. Ich glaube nicht, daß Hammett irgendwelche bewußte literarische Ziele und Absichten hatte: er versuchte, sich sein Geld damit zu verdienen, daß er von Dingen schrieb, in denen er Erfahrung hatte. Manches erfand er. Das tut jeder Schriftsteller. Aber die Grundlage waren Tatsachen.« (S. 420, Wölcken, Habilitationsschrift »Der literarische Mord. Eine Untersuchung über die englische und amerikanische Detektivliteratur«, 1953 im Nest Verlag von Karl Anders veröffentlicht, wo im gleichen Jahr der Kriminalroman »Und einer folgt dem anderen« von Milo Dor & Reinhard Federmann erscheint. Siehe auch nebenan in dieser Ausgabe.)
Neuorientierung – mit neuen Vorbildern und Leitgestirnen
Bei der 8. Tagung vom 4. bis 7. Mai 1951 im „Haus für Internationale Begegnungen“ in Bad Dürkheim ist zum zweiten Mal ein Preis zu vergeben: tausend Mark. Im Wettbewerb darum lesen unter anderem Ilse Aichinger (»Der Gefesselte«), Wolfgang Hildesheimer (»Lieblose Legenden«) und der aus Wien angereiste Milo Dor (»Ballade vom menschlichen Körper« aus seinem noch unveröffentlichten Roman »Tote auf Urlaub«). Milo Dor findet großes Echo, es gewinnt aber Heinrich Böll mit seiner Erzählung „Die schwarzen Schafe; es wird die Initialzündung seiner Schriftstellerkarriere. Dor, der mit seinem autobiografischen Roman, wie man so sagt, zwei Jahre hausieren geht und in Österreich nur auf Ablehnung stößt, findet dann dank der »Gruppe 47« Aufnahme bei der Deutschen Verlags-Anstalt in München, wo »Tote auf Urlaub« 1952 endlich erscheint.

Als das wichtigste Gründungsdokument der »Gruppe 47« gilt der von Alfred Andersch bei der zweiten Tagung der Gruppe im November 1947 vorgetragene Essay »Deutsche Literatur in der Entscheidung«. Darin heißt es:
»Was soll, so möchte man grübeln, die Frage nach der Literatur Deutschlands, da dieses Land ganz und gar vom Hunger und vom Schwarzmarkt und von einer Hoffnungslosigkeit ohnegleichen gezeichnet erscheint? Darf die Forderung, die in dieser Frage liegt, an die geistig schöpferischen Menschen Deutschlands überhaupt gestellt werden, obgleich sie, genau wie der größte Teil des deutschen Volkes, gleich Tieren auf der Nahrungssuche, auf der Jagd nach einer warmen Unterkunft, im Kampf mit den widrigsten und lächerlichsten Auswüchsen einer bürokratischen Verwaltung des Nichts sich befindet?«
Stil-Idole für die Heimkehr-, Kriegs-, Trümmer und Hungergeschichten, mit denen die enttäuschten Sozial-Utopisten, die beim »Ruf« von einem »vereinten sozialistischen Europa« träumten, ihre politische Heimatlosigkeit umkreisen, sind:
die wortkargen Kurzgeschichten von Ernest Hemingway;
der Existentialismus bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus;
die Romane Franz Kafkas, nun ein Vierteljahrhundert nach Entstehen im Nachkriegs-Deutschland angekommen;
die Montagekunst von John Dos Passos, dessen New-York-Epos »Manhattan Transfer« 1946 neu herauskommt;
die Romane von Dashiell Hammett und Raymond Chandler, in jedem Kriegsgefangenen- und Re-education Camp als Armed Services Editionen vorrätig – und bald schon für die Krähen-Bücher von Karl Anders übersetzt (mein Porträt von ihm hier),
dann auch die Romane von Eric Ambler, etwa »Der Fall Deltschev« (Judgment on Deltchev, 1951). Und natürlich andere, individuelle Einflüsse.
»Wir möchten mehr wissen über Sinclair Lewis, John dos Passos und John Steinbeck«,hieß es schon 1945 in einem Artikel von Milo Dor.
Von Johannes Mario Simmel stammt diese Erinnerung: »Die uralten Cafés, die Weinstuben, die ‚Beisln‘, die ‚Durchgänge‘ zwischen zwei Gassen. Hier saß ich mit Freunden nächtelang, hier lief ich mit ihnen nächtelang herum, und wir debattierten über Camus und erregten uns über Sartre, über Hemingway, Silone, Tennessee Williams, Huxley. Damals war ich Österreichs jüngster Kulturredakteur in der ‚Welt am Abend‘, und Schönberg, Priestley, Thornton Wilder, Henry Moore waren Sensationen für uns.« (Johannes Mario Simmel: Zweiundzwanzig Zentimeter Zärtlichkeit und andere Geschichten aus dreiunddreißig Jahren. Locarno 1979)
Milo Dor: Lebenswirklichkeit, prall – und Stalin und Hitler als Paten
Milo Dor, der enge Beziehungen zur »Gruppe 47« unterhält und dort auch Reinhard Federmann einführt, hat seinen deutschen Freunden voraus, dass er ungleich mehr und Dramatischeres als die meisten von ihnen erlebt hat. »Schließlich wurden ja von vierzehn Millionen Jugoslawen fast zwei Millionen umgebracht, ungefähr jeder siebente also kam ums Leben. Dabei muss man ja was sehen.« Als Sohn eines serbischen Arztes 1923 in Budapest geboren, wächst er in Belgrad auf, wo er sich als Gymnasiast der »Kommunistischen Jugend« anschließt und nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in den Widerstand geht. 1942 wird er verhaftet und von der serbischen Spezialpolizei, den einheimischen Helfern der Nazis, gefoltert, als Zwangsarbeiter nach Wien deportiert, dort von der Gestapo ergriffen und wieder gefoltert.
Noch während seiner Haft in Belgrad beginnt er an den Dogmen der KP zu zweifeln, äußert Kritik am Hitler-Stalin-Pakt und dem Umgang mit sogenannten »Abweichlern«, worauf er aus der Partei ausgeschlossen wird. Die endgültige Enttäuschung seiner kommunistischen Utopien erfährt er in Wien, wo er Zeuge brutaler Übergriffe der als Befreier gekommenen Roten Armee an der Zivilbevölkerung wird. Hitler und Stalin bezeichnet er in seinen »Fragmenten einer Autobiographie« sarkastisch als seine »Paten, die schon in meinem Geburtsjahr 1923 über der Wiege gebeugt standen«.
Der Zwangsarbeiter und Dissident Dor bleibt in Wien, wird österreichischer Staatsbürger und beginnt auf Deutsch zu schreiben. Entgegen den dominierenden Strömungen der österreichischen Nachkriegsliteratur plädierte er von Anfang an – gemeinsam mit seinem Freund und Ko-Autor Reinhard Federmann – für eine »Literatur der Verpflichtung«, eine Literatur, die sich mit den »brennenden Problemen unserer Zeit« auseinandersetzt, die »sich mit den Ursachen der Katastrophe« beschäftigt und damit «künftigen Katastrophen entgegenarbeitet«. Das bedeutet für ihn und Federmann vor allem eine Auseinandersetzung mit den totalitären Systemen von Nationalsozialismus und Stalinismus. Das zieht sich bis in den letzten Roman, »Wien 1999«, wo er, 1997 geschrieben und keine 20 Jahre voraus, eine rechte »Bewegung« das Land übernehmen sieht. Der menetekel-haften Geschichte ist ein Motto von Rabbi Menasse ben Israel vorangestellt: »Was einmal wirklich war, bleibt ewig möglich.«

Milo Dors erster Roman, »Tote auf Urlaub«, müsste, wenn es mit dem literarischen Kanon seine Ordnung hätte, in der deutschsprachigen Literatur als der große Roman des Widerstands gelten. Aber er fand in Österreich keinen Verlag und ging unter, wichtige (aber heftige) Kapitel wurden in Lizenzausgaben gekürzt, auch eine restaurierte Neuauflage im Otto-Müller-Verlag 1992 ging, abgesehen von positiven Kritiken, eher unter. 2.000 Auflage, so weit ich weiß, und das war es dann. Dor erzählt in seiner Autobiographie »Auf dem falschen Dampfer«, dass der Roman vom Wiener Zsolnay-Verlag abgelehnt wurde, da dieser in der sowjetischen Besatzungszone im Vierten Bezirk lag und keinen Text zu bringen wagte, der deutliche Kritik an den Sowjets übte. Aber auch der sozialdemokratische Danubia-Verlag lehnte die Publikation ab, da man »seine Schilderungen zu krass fand«.
In seinem autobiographisch gefärbten, fast dokumentarisch zu nennenden Roman protokolliert Milo Dor ganz nüchtern den Werdegang eines kommunistischen Widerstandskämpfers namens Mladen Raikow in Belgrad. Er wird verhaftet und gefoltert, auf das Straflager folgt die Deportation nach Wien, wo er das Kriegsende in den Gefängnissen der Gestapo erlebt, und dann die bitterste Enttäuschung, den Einzug der Russen unter Plündern und Schändern. Die FAZ nannte das Buch »ein Dokument aus der Schinderhütte«, Carl Amery bezog sich darauf in seinem eigenen Wiederannäherungsversuch an die »Die Tortur«: »Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt.«
Für Milo Dor selbst gehörte zu dieser Erfahrung »die Erkenntnis des völlig Absurden, noch einfacher und klarer: Das Wofür war plötzlich weg. Während man noch geschunden wurde, erkannte man plötzlich die Sinnlosigkeit. Man hielt zwar durch, aber nur noch aus Trotz und Hass.«
Umso erstaunlicher, dass dieser Milo Dor zeitlebens ein menschenfreundlicher, kämpferischer Humanist blieb. »Schreib wie du schweigst – serbische Aphorismen«, heißt ein von ihm 1984 im Europa Verlag herausgegebener Band. Manches von dem, was sein Hauptwerk zu einer großen Erzählung verbindet, ist episodisch bereits in seinem erstem Buch angedeutet, »Unterwegs«, einem Band mit Erzählungen, 1947 in Wien erschienen. Dort heißt es an einer Stelle: » … wir dürfen nicht in die Vergesslichkeit des Lebens versinken«.
Poetologisch und politisch trifft das den Kern von »Tote auf Urlaub« auf den Kopf. Der Roman führt in die Innenräume der Nazi-Tyrannei, in ihre Kerker, Keller, Zellen und Lager, und er dekliniert gleichzeitig den menschenvernichtenden Dogmatismus der stalinistischen Doktrin, dem das nationalsozialistische Terror- und Foltersystem als Exekutionsorgan für die Rache- und Sanktionsgelüste den eigenen Leuten gegenüber gelegen kommt. Milo Dor schildert das von innen, buchstäblich aus der Erfahrung am eigenen Leib. Nüchtern und kalt. Ungemein eindringlich. Kein moralischer Kommentar, kein Selbstmitleid. Kein Sentiment. Damit sind wir als Leser allein.
Reinhard Federmann: Ein Weltbürger im Niemandsland
Literatur als Verpflichtung, das teilt Milan Dor mit Reinhard Federmann, mit dem er sich in Wien rasch anfreundet. Für den Serben mit kommunistischem Parteibuch und den freiheitlich-sozialistischen Protestanten ist klar, dass es gilt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und unbequeme Themen nicht zu verschweigen, »wenn es auch unangenehm ist, Dinge klarzustellen, die man aus Bequemlichkeit lieber im Dunkel lassen möchte«.

Gemäß den Nürnberger Rassegesetzen hatte Reinhard Federmann, Sohn eines Wiener Oberlandesgerichtsrats, der als »Halbjude« nach dem Anschluss Österreichs entlassen wurde und in der winterlichen Donau Selbstmord beging, als Vierteljude gegolten. Mit 19 Jahren wurde er als Funker an die Ostfront geschickt, bekam für eine unfreiwillige Heldentat das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, wurde verwundet und überlebte den Krieg nur, weil er in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet, aus der er 1945 wegen seine schlechten Gesundheitszustands entlassen wurde. Seine Mutter war, als er heimkam, gestorben, der älteste Bruder verwundet, der jüngste beging Selbstmord. Federmann wollte überleben und begann zu schreiben, sein Interesse galt der Literatur. Ab 1947 arbeitete er als freier Schriftsteller, Journalist, Herausgeber und Übersetzer, vor allem aus dem Serbokroatischen und Englischen, übersetzte unter anderem Ernest Bornemann.
Sein erster Roman mit dem bezeichnenden Titel »Der Weltbürger im Niemandsland« fand keinen Verleger. Lediglich Otto Basil druckte einen Auszug daraus in seiner Zeitschrift »Plan« ab, die im Verlag Erwin Müller erschien, bei dem Federmann als Volontär tätig war. 1951 wurden in der von Hans Weigel herausgegebenen Reihe »Junge österreichische Autoren« Federmanns Erzählungen »Es kann nicht ganz gelogen sein« publiziert, in denen er seine Kriegserlebnisse verarbeitet hat.
Auch der zweite Roman, die inhaltlich wie formal ziemlich aufregende »Chronik einer Nacht«, wurde nicht verlegt und erschien 1950 nur auf Vermittlung des heimgekehrten Emigranten Peter Strasser als Fortsetzungsroman in der Wiener »Arbeiter-Zeitung«. In Buchform wurde das Werk erst posthum1958 veröffentlicht. Der mit 53 Jahren verstorbene Reinhard Federmann erlebte das nicht mehr. Es ist eine Heimkehrer-Geschichte aus dem Wien des Jahres 1948, im Mittelpunkt ein durch den Krieg getrenntes Ehepaar. Er ein Emigrant, der Bombenangriffe gegen Nazideutschland flog. Sie, bei ihrer kranken Mutter geblieben und wegen der Flucht ihres Mannes Schikanen ausgesetzt, hatte unter hohem Risiko einem Widerstandskämpfer zur Flucht verholfen und unter falschem Namen weiter in Wien gelebt, in ständiger Gefahr von Nachbarn denunziert zu werden. Jeder der beiden glaubte den anderen tot. Die zufällige Begegnung an einem Abend ist für beide ein Schock, nur in Simenons zeitgenössischem »Drei Zimmer in Manhattan« erinnere ich eine ähnliche Intensität.

»Wir haben nur ein Phantom erschlagen. Der Feind lebt lustig weiter. Er zündelt an allen Ecken. Ich glaube nicht mehr an die Ideale von vorgestern. Jeder steht für sich allein … Du warst ausgelöscht, als hätte es dich nie gegeben«, heißt es bei Federmann.
Eine Figur aus »Chronik einer Nacht«, ein Fahrradhändler, vor kurzem noch strammer Nazi, der jetzt von all dem nichts mehr wissen will und in seinem Geschäft vor sich hin monologisiert, kann, so Dorothea Löcker, getrost als Vorlage für Qualtingers Herrn Karl angesehen werden. Qualtinger kannte das Werk, gehörte zum Freundeskreis. Auszug:
»Verstehen Sie. Politik geht mich nichts an. Sollen die Großkopferten miteinander ausschnapsen. Der kleine Mann ist ohnehin immer der Betupfte. Da brennen sie einem eine Sühneabgabe auf. Die Verbrecher! Für was, möcht ich wissen. (…)
Schaun Sie, ich war ein winziger SA-Führer, das ist alles. Ist das schon was? Die SA war doch ein ganz ziviler Verein. Was haben wir schon gemacht? Aufmärsche und fürs Winterhilfswerk gesammelt. Sollen das vielleicht Verbrechen sein?«

Der Romantitel referiert auf das Trotzki-Zitat: »Unsere Zeit ist vor allem eine Zeit der Lüge.« Trotzki wohnte von 1907 bis 1914 mit kurzen Unterbrechungen in Wien, Dor & Federmann teilen sich mit ihm gar den gleichen Arbeitsplatz. Die beiden arbeiten und schreiben nämlich am liebsten zusammen im Gewerkschafter-Café »Eisenbahnerheim« am Margaretengürtel, zu Stammgästen Trotzki und seine Lebensgefährtin Natalja Sedowa gehörten. Begonnen hat die Zusammenarbeit des Duos Dor & Federmann mit einem Nachruf. Milo Dor:
Auch für den nächsten Roman, Federmanns Hauptwerk »Das Himmelreich der Lügner«, fand sich kein österreichischer Verlag. (Siehe auch Günther Stockers Vermutung: »Der Fall Federmann oder Wie man außerhalb des Kanons bleibt«.) Die Geschichte des desillusionierten Ich-Erzählers Bruno Schindler spielt in den Jahren von 1933 bis 1956, seziert messerscharf nicht nur den »deutschen« Nationalsozialismus an, sondern auch den kaum je thematisierten »österreichischen« Faschismus des Ständestaates. Ab 1933 zerstört die Regierung Dollfuß planmäßig die Demokratie in Österreich, zerschlägt die organisierte Arbeiterbewegung, um einen Faschismus spezifisch österreichischer Prägung zu errichten. 1956 wiederum wird in Ungarn der Aufstand gegen das Moskau treu ergebene Regime blutig niedergeschlagen. Dazwischen geht es um Politik und Macht, die Verbrechen des Faschismus, die blutig zerstörte Hoffnung des Kommunismus, den Kalten Krieg, die Besatzungszeit und den kollektiven Willen zum Großen Vergessen.
Eine Zusammenarbeit mit allein an die 20 Büchern
»Viele wohlmeinende, aber auch maliziöse Leute fragen mich, wie man dazu komme, mit jemand anderem gemeinsam Bücher zu verfassen. Das mag tatsächlich befremdlich erscheinen, für uns hat sich das ganz natürlich ergeben. Angefangen hatten wir mit einem geharnischten Nachruf auf einen alten Wiener Graphiker und Maler namens Wiener, der Selbstmord beging, um nicht Hungers sterben zu müssen. Unsere Empörung richtete sich gegen die in Österreich übliche Unterbewertung der geistigen und künstlerischen Arbeit, doch unser Aufschrei, der in einer Studentenzeitschrift abgedruckt wurde, blieb ohne Echo.«
Zu ihren Plänen gehört die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift, die »Don Quichote« heißen soll und die sie mit Schwarzmarktgeschäften finanzieren wollen. Und ja, für den Politthriller »Internationale Zone« (mehr dazu in dieser Ausgabe nebenan) kann man durchaus auf eigene Praxiserfahrung zurückgreifen. Aber, so perpetuieren es die akademischen und dann in Zeitungen nachgeschwätzten Arbeiten über das Duo immer wieder, »erkannten sie schon bald ihre mangelnde Begabung für finanzielle Angelegenheiten und beschlossen Kriminalromane zu schreiben.« Aha.
Es gibt keine chronologisch zuverlässige gemeinsame Werkgeschichte der Beiden. Auf jeden Fall aber sind es deutlich mehr als drei Kriminalromane (eher als innovative Politthriller zu titulieren), die zwischen 1947 und 1960 aus ihrer Zusammenarbeit entstehen.
Man muss sich die beiden bettelarmen Literaten als Jongleure mit immer vielen Bällen in der Luft vorstellen: Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Hör- und später Fernsehspiele, Drehbücher, Theaterstücke, politische Essays, Erinnerungen, Reiseberichte, Erzählungen, Romane, Sachbücher, Anthologien, Herausgeberschaften als gemeinsame Projekte, daneben die eigene Romanarbeit. Hans Weigel notiert um 1950 über Dor: »Geeignet als Redakteur, Herausgeber, Organisator.« Federmann und Dor geben für ihn ab dann das Jahrbuch »Stimmen der Gegenwart« heraus, eine Publikationsplattform für noch unbekannte literarische Newcomer. Hinzu kommen ehrenamtliche Engagements etwa in der IG Autoren oder im österreichischen P.E.N.-Club. Beide schuften auch als Übersetzer und Kultur-Transferateure: vornean Isaak Babel, Ernest Borneman, Simenon, Stephen Crane, John Fowles, ganz wichtig auch der Transfer aus dem Serbokratischen, vornehmlich Ivo Andrić, Miroslav Krleža, Bogdan Bogdanović u.a., 1957 auch die Übersetzung des Essays »Die neue Klasse« des kommunistischen Dissidenten Milovan Đilas.
Zu den ihren Neubearbeitungen gehört etwa »Das Piratenbuch von 1678« des Schiffsarztes Alexander Exquemelin, eine der bedeutendsten Quellen zum Piratenwesen des 17. Jahrhunderts, zu ihren Anthologien:
»Mond überm Zigeunerwagen. Serbische Lieder«
»Die Verbannten«
»Der politische Witz«
»Der groteske Witz«
»Der galante Witz«
»Genosse Sokrates«
»Televisionen: neue Fernsehspiele«, Wien 1963
»Der Flug des Ikaros, Hörspiel jugoslawischer Autoren von heute«, 1964
»Tausend Jahre Liebe, Klassiker der erotischen Literatur«
»Ein Orden für Argil, Jugoslawien in Erzählungen seiner besten zeitgenössischen Autoren«, 1965
»… und treiben mit Entsetzen Scherz. Die Welt des schwarzen Humors«
»Das Gesicht unseres Jahrhunderts. 60 Jahre Zeitgeschehen in mehr als 600 Bildern« (Bildband).
Stark beachtet wird der gemeinsam herausgegebene Band »Gemordete Literatur Dichter der russischen Revolution« (Salzburg, 1963), der auf 750 Seiten Texte von im Stalinismus verfolgten Literaten versammelt. Das Vorwort schließt programmatisch:
»Für jeden Autor kommt der Augenblick der Wahrheit, in dem er sich über die Gegensätzlichkeit seiner intellektuellen Bestrebungen und der Macht klarwerden mssß. Man kann die Schriftsteller physisch vernichten, man kann sie zum Schweigen bringen und ihre Werke verbieten. Was aber im Augenblick der Wahrheit gesagt worden ist bleibt. So werden aus den Gescheiterten Sieger, die ihre Unterdrücker überleben.«
Im Radio-Feature »Träume im Zwanzigsten Jahrhundert – Beiträge zum modernen Traumbewusstsein« aus dem Jahr 1953 spüren sie sensationell früh der Frage nach, wie Menschen in Träumen die Jahre des 2. Weltkrieges verarbeiten. So offenbaren Traumsequenzen, die akustisch in szenische Monologe gefasst sind, traumatische Erfahrungen von Krieg, Konzentrationslager, Gewalt und Verlusten während des Nationalsozialismus. Die Träume erzählen aber auch wie individuelle Lebensentwürfe an der Realität des Krieges zerbarsten, zunichte gemacht wurden oder sich gänzlich veränderten. – Noch im gleichen Jahr erscheint, herausgegeben von Alfred Andersch, die Printform ihrer Radioarbeit: »der unterirdische strom: träume in der mitte des jahrhunderts. ein versuch.« Und übrigens auch ihr Politthriller »Internationale Zone«.
Ebenfalls 1953 erscheint Milo Dors bis dahin unpubliziertes Theaterstück »Der vergessene Bahnhof«, das als Verarbeitung von Sartre-Einflüssen, besonders von »Huis clos«, aufgefasst wird. Schon 1949 hatte Dor Auszüge aus Sartres »Schmutzige Hände« übersetzt. Er trifft, als er 1949 in Paris einige Wochen in Paul Celans Wohnung verbringt, nicht nur auf Manès Sperber, sondern, so Dor in seinen Memoiren, »drückte Albert Camus die Hand, dessen Mythos des Sisyphos, seit ich ihn gelesen hatte, eine Art Bibel für mich geworden war.«
In der Hörspiel-Reihe »Die Bedrohung des Menschen im totalitären Staat« wird 1958 beim SDR ihre Arbeit »Die Verwechslung« gesendet. Sie ist Teil der Sisyphos-Arbeit des Duos, das schon in der 1952 vom Hessischen Rundfunk ausgestrahlten Rundfunksendung »NS-Parnass in Österreich« gegen das so bald nach dem Krieg begonnene Vergessen und Verdrängen der NS-Verbrechen und gegen die Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten in den österreichischen Kulturbetrieb polemisiert. Sie benennen darin mit Camus-Bezug ihre Motivation, die Verpflichtung hinter ihren Arbeiten:
»Alle Schriftsteller, die in ihrem Beruf eine Verpflichtung sehen, werden nicht aufhören, für Freiheit, Recht und Vernunft zu wirken. Das ist eine mühsame Arbeit, und sie erfordert Geduld und Zähigkeit. Wir wissen, dass sie niemals direkte politische Wirkungen haben wird, sondern dass sie langsam wirkt, von Mensch zu Mensch.«
Klar auf Patricia Highsmiths ersten Ripley-Roman von 1955, deutsch erst 1961 bei Rowohlt als »Nur die Sonne war Zeuge« erschienen, rekurriert das Hörspiel »Die Angst am frühen Morgen« aus dem Jahr 1957, in dem Harald Juhnke in der Hauptrolle brilliert. Inhalt: Der Amerikaner Andrew C. Barnett kann sein schönes Leben an der italienischen Adria nicht genießen, denn er hat Angst – Angst, dass man entdecken könnte, dass er sich mit einer falschen Identität und gestohlenem Geld hier eingenistet hat… Und er ist nicht der Einzige in dem kleinen Ort, der eine andere Identität angenommen hat.

Der gemeinsam verfasste Roman »Romeo und Julia in Wien« (1954) transponiert den Shakespeare-Stoff in das Wien der Besatzungszeit. Statt der Montagues und der Capulets stehen sich nun die USA und die UdSSR gegenüber, Romeo (Wilson) ist ein amerikanischer Journalist und ehemaliger Koreakämpfer, Julia (Mischkin) eine russische Übersetzerin. Aus dem hilfreichen Pater Laurenz wird ein Hofrat Lorenz, aus dem aufbrausenden Tybalt der linientreue Major Tubaljow. Zuerst erscheint der Roman in der »Münchner Illustrierten Revue«, wird später auch als Hörspiel und (unpolitischer) Film verarbeitet.
Igitt, Unterhaltung. – Dieses Etikett haben Dor & Federmann nun als ewiges Brandmal am Hals.
Alf Mayer
PS. Reinhard Federmann (12.02.1923-29.01.1976) gab Anfang der 1970er Jahre die Literatur-Zeitschrift »Die Pestsäule« heraus, die auf 15 Ausgaben kommt, und plante einen Roman über seine jüdischen Vorfahren. Milo Dor (07.03.1923-05.12.2005) widmete seiner autobiografischen Hauptfigur aus »Tote auf Urlaub« noch zwei weitere Romane: 1959 »Nichts als Erinnerung« und 1969 »Die weiße Stadt«. Klare Stellung bezog er im Protest gegen den Präsidentschafts-Kandidaten Kurt Waldheim (»Die Leiche im Keller«, 1988) und beim Zerfall seiner Kindheitsheimat (»Leb wohl, Jugoslawien«, 1993).
Allesamt wichtig sind die Nachworte von Günther Stocker in den wiederaufgelegten Ausgaben im Wiener Picus Verlag, der von Federmanns Tochter Dorothea Löcker mitbegründet wurde:
Milo Dor, Reinhard Federmann: Internationale Zone. Forum Verlag, Frankfurt1953/ Picus, Wien 2025.
– –: Und einer folgt dem anderen. Kriminalroman. Nest Verlag, Nürnberg 1953/ Picus, Wien 1995.
– –: Und wenn sie nicht gestorben sind. Politthriller. Nachwort von Milo Dor. Zuerst als Zeitungs-Roman Abenteuer im Nahen Osten in der Grazer Zeitung »Neue Zeit«, 1959/60. Taschenbuchausgabe als: Die Abenteuer des Herrn Rafaeljan. Signum Verlag, Gütersloh 1963/ Picus, Wien 2025.
Reinhard Federmann: Das Himmelreich der Lügner. Langen-Müller, München 1959/ Picus, Wien 1993, 2023.
– –: Chronik Chronik einer Nacht. Roman. Zuerst als Zeitungs-Roman Picus, Wien 1988. – –: Die Stimme. Erzählungen. Picus, Wien 2001.
Persönliche Erinnerungen an Milo Dor teilt Claudia Schumerich im Weltespresso März 2013: Heute wäre er 90 Jahre alt geworden.
PPS. Von 1953 stammt Milo Dors Erzählung »Der vergessene Bahnhof«, dessen Gedanken eines Todgeweihten durchaus eigene Erfahrung rekapitulieren:
»Ich habe den Morgen gesehen, die anderen haben ihn nicht gesehen. Ihre Augen haben nicht denselben Morgen gesehen. Sie haben nicht gewusst, dass sie sterben werden, und konnten nicht alles sehen. Ich habe alles gesehen, klar, bis ins letzte Detail. Die Straße, auf der wir zum Hinrichtungsplatz gefahren sind, die Hügel, ein kleines, weißes Haus am Rande, mit einem kleinen Garten, die gebückte, alte Frau, einen Bauernwagen mit einem mageren Pferd, den struppigen Schnurrbart des Bauern und die erloschene Pfeife zwischen seinen gelben Zähnen. Und mein ganzes Leben lag da, auf dieser Straße. In dieser halben Stunde haben meine Augen alles ausgetrunken. Noch nie habe ich so gewünscht zu leben. Einfach leben. Ohne große Worte. In diesem Augenblick habe ich es gesehen, in dem Schauer des frühen Morgens, nach der durchwachten Nacht, meiner letzten Nacht. Und habe begriffen, dass es sich lohnt zu leben und für dieses Leben zu sterben, wenn es darauf ankommt. Aber das ist schon lange her. Für mich ist es schon aus.«
Literaturhinweise:
Milo Dor: Vergessene Autoren IV: Der Fall Reinhard Federmann. Kritische Ausgabe 09, 2003. Gekürzt aus ders.: Auf dem falschen Dampfer: Fragmente einer Autobiographie, 1988. Zum PDF hier.
Stefan Maurer / Doris Neumann-Rieser / Günther Stocker: Diskurse des Kalten Krieges. Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur. Mit einem AutorInnen-Lexikon von Desiree Hebenstreit. Böhlau Verlag, Wien 2017. Zum PDF hier.
Günther Stocker: »Zone des Schweigens«. Totalitarismuskritik bei Milo Dor … in: Spannungsfelder. Zur deutschsprachigen Literatur im Kalten Krieg (1945–1968). Herausgegeben von Günther Stocker und Michael Rohrwasser.
Günther Stocker: Der Fall Federmann oder Wie man außerhalb des Kanons bleibt. In: Der Kanon – Perspektiven, Erweiterungen und Revisionen. Tagung österreichischer und tschechischer Germanistinnen und Germanisten. Olmütz/Olomouc, 20. – 23. 9. 2007.
Günther Stocker: Der Kalte Krieg in der österreichischen Literatur. Annäherungen an eine Lücke. In: Weimarer Beiträge 55 (2009), S. 6–27.
Klaus Amann: Milo Dors Roman »Tote auf Urlaub« und die österreichische Literatur über den Zweiten Weltkrieg. In: Milo Dor. Budapest – Belgrad – Wien. Wege eines österreichischen Schriftstellers, hg. v. Jacques Lajarrige. Salzburg et al. 2004, S. 25–54.
Jürgen Struger. Wien 2008, S. 225–238, und Stocker, Günther: Jenseits des Dritten Mannes. Kalter Krieg und Besatzungszeit in österreichichen Thrillern der fünfziger Jahre. In: Kalter Krieg in Österreich. Literatur – Kunst – Kultur, hg. v. Michael Hansel/Michael Rohrwasser. Wien 2010, S. 108–122
Sebastian Reiner: Totalitarismus & Widerstand in Milo Dors Roman »Tote auf Urlaub«. Magisterarbeit, Wien 2017. Zum PDF hier.
Markus Hader: Hard-boiled in Wien. Genrecharakteristika der amerikanischen Thrillerliteratur bei Milo Dor und Reinhard Federmann. Magisterarbeit, Wien 2013. Zum PDF hier.
Fußnote Trivialliteratur, ganz oben:
Susanne Zimmer Masterarbeit: (Neo-)Realismus in der österreichischen Nachkriegsliteratur: Reinhard Federmann und seine Romane Chronik einer Nacht und Das Himmelreich der Lügner. Magisterarbeit, Wien 2015. Zum PDF hier.































