All posts by Ulrich Noller

sila_tierchen

Posted On März 6, 2017By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Romandebüt: Tijan Sila: Tierchen unlimited

Ganz und gar zeitgenössische Schelmenroman Von Ulrich Noller Mit einer ebenso schmerzhaften wie plastischen Gewalterfahrung beginnt Tijan Silas Debütroman „Tierchen unlimited“: „Ich floh nackt und blutend auf einem Rennrad. Das Blut floss auf Platzwunden, die ich auf den Lippen und Augenbrauen hatte, und aus meiner Nase, es sammelte sich in dunklen Zeilen auf meiner Brust. Fuhr ich über ein Schlagloch, stoben rote Tröpfchen in alle Richtungen davon, als schüttele sich ein Tier trocken, und meine Füße glitten aus den Pedalhaken. Sie kreisten beim Versuch des Wiedereinsteigens hilflos durch die Luft.Read More
nuruddin farah jenes andere leben

Posted On Juni 1, 2016By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Roman: Nuruddin Farah: Jenes andere Leben

Weiterleben Weiterleben in Zeiten des Terrors: „Jenes andere Leben“ – der neue Roman des somalischen Schriftstellers Nuruddin Farah. Ein hochaktuelles Meisterwerk der Weltliteratur. Von Ulrich Noller – Zwei Menschen stehen im Zentrum dieser Geschichte: Bella, Mitte Dreißig, Fotografin, halb Italienerin, halb Somalierin, unterwegs auf der ganzen Welt und zu Hause in Rom. Und ihr älterer Halbbruder Aar, der wichtigste Mensch in Bellas Leben und alleinerziehender Vater zweier Teenager in Nairobi. Er arbeitet für die Uno und pendelt zwischen Kenia und Somalia. Als Aar bei einem islamistischen Terroranschlag in Mogadischu getötetRead More
buarque deutscher bruder
Lesestoff aus Südamerika Drei sehr lesenswerte Übersetzungen von Geschichten aus Brasilien, Argentinien und Kolumbien: Neue Romane von Chico Buarque, Selva Almada und Héctor Abad. Von Ulrich Noller „Mein deutscher Bruder“ Als Bossa-Nova-Musiker ist Chico Buarque, geboren 1944, eine Legende; als Romancier kann man den Brasilianer noch entdecken. Zum Beispiel mit „Mein deutscher Bruder“ (S. Fischer, 19,99 Euro), seinem dritten Roman, der ins Deutsche übersetzt wurde. Die Geschichte beginnt 1961: Nino, 17, weiß zwar, dass sein Vater lange vor seiner Geburt, Anfang der 1930er-Jahre, als Journalist in Deutschland gearbeitet hat, dass es dortRead More
geb_SU

Posted On November 4, 2015By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Roman: Shumona Sinha: Erschlagt die Armen!

Strandende Schicksale, unendliche Geschichten – Wo liegt die Wahrheit, gibt es sie überhaupt? In ihrem Roman „Erschlagt die Armen“ verzweifelt Shumona Sinha an der Flut an Geschichten der „Asylanten“. Beinahe zumindest. Von Ulrich Noller Paris, eine überfüllte Metro, ein Disput – eine junge Frau zerschlägt eine Weinflasche auf dem Kopf eines Mannes. Beide sind Migranten, sie stammt wohl aus Asien, er aus einem afrikanischen Land. Die Frau war versehentlich an den Mann gestoßen, von hinten, er hat sich umgedreht – sie erkannt und dann sofort heftig bedrängt und beschimpft. WasRead More
Erpenbeck_gehen

Posted On Oktober 3, 2015By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag, News

Roman: Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen

Die Geschichten der Geflüchteten In ihrem Roman „Gehen, ging, gegangen“ lässt Jenny Erpenbeck einen emeritierten Professor in Berlin auf Flüchtlinge aus Afrika treffen – und nutzt diese Gelegenheit, um deren Geschichten zu erzählen. Von Ulrich Noller Richard war Altphilologe, ein anerkannter Experte für die Sprachen des antiken Rom und Athen also – zunächst in der DDR, später als Beamter der BRD. Er wurde vor nicht allzu langer Zeit in den Ruhestand verabschiedet, seine Frau ist schon gestorben, die junge Geliebte längst aus seinem Leben verschwunden. Kinder hat er nicht, dafürRead More
Nawrat_Tode

Posted On September 5, 2015By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag, News

Streifzug: Aktuelle Literatur von Einwanderern

Zeitgenössische deutsche Autoren mit einem besonderen Blick Seit Jahren präsentieren die Verlage immer wieder bemerkenswerte Romane von AutorInnen, die aus Einwandererfamilien stammen. Ein weites Feld, auf dem in diesem Herbst eine besonders reiche Ernte einzuholen ist. Von Ulrich Noller Das spiegelt sich auch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis, der auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober vergeben wird: Mit Ilija Trojanow, Feridung Zaimoglu und Alina Bronsky stehen gleich drei SchriftstellerInenn, in deren Biographie Migration eine Rolle spielt, auf der diesjährigen Longlist. Ilija Trojanow, geboren 1965 in Bulgarien, kam alsRead More
Modick_Konzert

Posted On September 5, 2015By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Streifzug: Ulrich Nollers Bestseller-Check

Von Männer und Frauen – Geschichten aus Norddeutschland und der Welt Ulrich Noller wirft einen Blick in aktuelle Bestseller, diesmal in Bücher von Klaus Modick, Ralf Rothmann, Reinhold Messner und Harper Lee. Ein erstaunlicher Erfolgstrend auf dem Buchmarkt: Geschichten aus dem Norden haben im Moment besonders gute Chancen, in den Bestsellerlisten ganz nach oben zu kommen. Dörte Hansens Roman (mehr bei CM hier) hält sich seit Monaten ganz vorne, auch die Bücher von Klaus Modick oder Ralf Rothmann sind unter den Top 20 zu finden. „Konzert ohne Dichter“ heißt KlausRead More
Ein Klassiker, ein Überraschungserfolg und eine Empfehlung – „Butcher’s Crossing“ – ein neu zu entdeckender Roman des Amerikaners John Williams, der mit „Stoner“ den Überraschungserfolg der letzten Jahre gelandet hat. Ein Bestseller aus Norddeutschland, Dörte Hansens „Altes Land“. Und eine Empfehlung, Nino Vetris „Mamas wunderbares Herz“. Von Ulrich Noller. Butcher‘s Crossing Einer der erstaunlichsten Besteller der letzten Jahren stammt von John Williams, dessen Campus-Roman „Stoner“ posthum zum Weltbesteller wurde. Jetzt gibt es einen zweiten Roman dieses Autors, der von 1922 bis 1994 lebte, und der erstmals auf Deutsch zu lesenRead More

Posted On Juni 3, 2015By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Maylis de Kerangal: Die Lebenden reparieren

Literarisches Denkmal – Einer muss sterben, ein anderer darf dafür überleben. Die unabwendbare Dramatik der Organspende. Eine im Grunde einfache Geschichte – die doch von höchster Komplexität ist. Davon erzählt Maylis de Kerangal in ihrem Roman „Die Lebenden reparieren“ auf grandiose Weise. Von Ulrich Noller Man wähnt sich erstmal in einem Surferroman – beinahe: Drei Jungs machen sich frühmorgens auf den Weg, sie wollen in der Morgendämmerung an der Mündung der Seine in der Nähe von Le Havre ein paar perfekte Wellen abpassen. Das klappt auch; es hat sich gelohnt,Read More

Posted On August 20, 2014By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Ulrich Nollers Bestseller-Check

Geschichte, Geschichten und Geschichtchen – Neues aus den literarischen Bestsellerlisten: Volker Weidermann nähert sich deutschen Exilautoren, die im Sommer 1936 in Ostende Urlaub machten; Marc Elsberg zeichnet ein so düsteres wie plakatives Bild der digitalen Überwachung; Stewart O’Nan seziert Szenen einer Ehe; Jojo Moyes liefert eine Sozialschmonzette, die mit allen Mitteln auf Gerührtheit setzt; Ildikó von Kürthy schreibt zum x-ten Mal die gleiche Geschichte; Hanns-Josef Ortheil ist mit einer ganz persönlichen Berlin-Reise erfolgreich und Leonardo Padura reißt als heimlicher Bestseller am Ende alles raus … Von Ulrich Noller Stefan Zweig,Read More

Posted On Dezember 14, 2013By Ulrich NollerIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Ulrich Noller im Gespräch mit Frank Göhre

„Ich blicke nicht gern zurück“ Frank Göhre wird Siebzig. Ein Gespräch über Wurzeln, Quellen, Inspirationen, Techniken, Pläne und Projekte. Außerdem erstmals und exklusiv: Wie ganz am Anfang nur dank des Einsatzes einer halben Flasche Whiskey knapp verhindert werden konnte, dass Frank Göhre, der Vertreter des urbanen Noirs in Deutschland, mit seinen Geschichten in der Lüneburger Heide landete. Von Ulrich Noller Ulrich Noller: Allem Anfang wohnt ein Ende inne. Deshalb, als erste Frage zum Siebzigsten: Gibt’s etwas, das für Dich als Autor überhaupt nicht mehr in Frage kommt? Was ist DeineRead More

Posted On November 30, 2013By Ulrich NollerIn Crimemag, Interview

Ulrich Noller im Gespräch mit Dinah Marte Golch

Ohne Produzentenschere im Kopf „Wo die Angst ist“, so heißt der Debütroman von Dinah Marte Golch, der im Herbst bei Kiepenheuer & Witsch erschien. Eine Debütantin, deren Namen man kennen kann, denn als Drehbuchautorin ist Dinah Marte Golch, geboren 1974, eine der Großen im Lande: Um die fünfzig ihrer Geschichten wurden verfilmt, für den Münchener „Tatort: Nie wieder frei sein“ bekam sie den Grimme-Preis. Und sie ist in Deutschland eine Pionierin der Arbeitens nach amerikanischem Muster, mit Projektverantwortung bis zum Schluss; ihre Serie „Stadt, Land, Mord!“ hat sie von vornRead More

Posted On Mai 15, 2013By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Jordi Punti: Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Cristòfol, Christopher, Christof und Christophe – Europa ist ja längst kein einheitliches, sondern ein ziemlich grob zusammengeschustertes Gebilde. Auch in der Literatur, wo es nach wie vor starke nationale, aus europäischer Perspektive letztlich also: regionale Schreibkulturen gibt, während „die“ europäische Literatur weiter auf sich warten lässt. Immerhin, gelegentlich gibt’s Ausnahmen, die diese Regel bestätigen. Im Moment zum Beispiel der Katalane Jordi Punti, dessen Roman „Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz“ dank eines klugen Kniffs beides ist: völlig regional und absolut europäisch. Puntis Titel-Held Gabriel Delacruz stammt aus Barcelona, er istRead More

Posted On April 24, 2013By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so

Das verloren geglaubte Glück – Ein Stück Weltliteratur in des Wortes doppelter Bedeutung: Ulrich Noller ist begeistert von Taiye Selasis Debütroman. Kweku stirbt ohne Pantoffeln. Was erstaunlich ist, weil der Mittfünfziger eigentlich niemals ohne Pantoffeln durchs Haus läuft. Anders an diesem Morgen, der seinen Tod bringen soll. Kweku wacht früh auf, schleicht leise aus dem Wohnzimmer seines Hauses in Accra/Ghana, barfuß, hinaus zur Terrasse, in den Garten. Den stechenden Schmerz in seiner Brust registriert Kweku kaum, obwohl er es besser wissen müsste, denn er ist Arzt. Noch eine Stunde hätteRead More
Er könnte schon noch besser sein – Ein paar persönliche Anmerkungen zum Symposium „Krimis machen 1“. Von Ulrich Noller Autoren, Kritiker, Buchhändler, Literaturwissenschaftler, Lektoren, Verleger – gut hundert Krimimacher trafen sich am 12. und 13. April im Literaturforum des Berliner Brecht-Hauses zum Symposium „Krimis machen 1“, um über Gegenwart und Zukunft der Kriminalliteratur zu diskutieren. Ulrich Noller war dabei. Ein persönlicher Bericht. Alles gut, beim Krimi made in Germany. Das war so das Grundgefühl, mit dem man als Teilnehmer des Symposiums „Krimis machen 1“ am vergangenen Sonntag zurück nach Hause fuhr.Read More

Posted On März 20, 2013By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Abbas Khider: Brief in die Auberginenrepublik

Blick auf die Apparate der Despoten –Kaum vorstellbar in Zeiten von sekundenschneller Kommunikation via Email oder Chat: dass eine kleine Nachricht wochenlang unterwegs sein kann, unter abenteuerlichen Umständen, mit großer Verlustgefahr, für eine Bezahlung, die weit höher ist als ein Monatsgehalt… Von Ulrich Noller. Genau so geschieht es aber mit dem Brief, den Salim Al-Kateb, 27, an seine Geliebte Samia schreibt. Wir befinden uns im Jahr 1999, das Internet ist eine ferne Utopie. Salim, ein Iraker, ehemals Student, ist seit zwei Jahren im Exil, wegen des Lesens eines unerlaubten Buches.Read More
Besser blödeln mit MH? Jetzt schlagen „Ausländer“ zurück: neue deutsche Comedy-Krimis mit russischen und türkischen Wurzeln. Ein paar Bemerkungen von Ulrich Noller. Nach dem Kayankaya-Prinzip: Mark Zaks Debütroman „Glaube, Liebe, Mafia“ Er heißt Bondar, Josif Bondar. Schon klar, ne „kleine“ Reminiszenz an: Bond, James Bond. Ach ne, oder? Kann ja nix sein, denkt man, ein auf lustig getrimmter Kriminalroman, der schon so daherkommt, mit so einer superplatten Überdrehtheit halt, die für den Rest der Geschichte bloß das Allerschlimmste befürchten lässt … Ist aber nicht so, das belegt die Lektüre vonRead More

Posted On Februar 16, 2013By Ulrich NollerIn Crimemag, Porträts / Interviews

Ulrich Noller im Gespräch mit Su Turhan

Keine Angst vor großen Gefühlen – Crimecomedy-Schenkelklopfer mit Bajuwarentouch rollen derzeit derart in Klonierungswellen über den Buchmarkt, dass es kaum auszuhalten ist. Su Turhan beweist mit seinem Debütroman, dass es auch anders geht: „Kommissar Pascha“ ist ein komischer Kriminalroman mit Hirn, Herz – und jeder Menge Biss. Ulrich Noller hat mit ihm über seinen Debütroman und über seinen grantelnden Helden gesprochen. Su Turhan über seinen „Kommissar Pascha“ Der Münchener Filmemacher Su Turhan hat seinen ersten Kriminalroman geschrieben: „Kommissar Pascha. Ein Fall für Zeki Demirbilek“ – ein subversives Machwerk türkisch-bajuwarischer Prägung. ZekiRead More

Posted On Februar 2, 2013By Ulrich NollerIn Bücher, Crimemag

Ulrich Noller über Crime-Coming-of-Age-Romane

Jugendliteratur – auch für Erwachsene – Wo endet die Jugendliteratur – und wo fängt die für Erwachsene an? Der Grenzbereich zwischen Jung und Älter war in den letzten Jahren für viele Verlage ein lukratives Pflaster: Jede Menge „Erwachsenenbestseller“ operierten mit Schreibstrategien der Jugendliteratur – und Jugendromane waren häufig mit zunehmend erwachsenen Themen und Schreibweisen erfolgreich. Vikki Wakefield, Harlan Coben, Joe R. Lansdale, Zoran Drvenkar – vier Autoren mit ihren aktuellen  Romanen aus dem „Dazwischen“. Ein Scan von Ulrich Noller. Vikki Wakefield: Alles, was ich will Vikki Wakefield zelebriert den urbanen Trash.Read More
Komplexe Gebilde im Safer Space – Die gesellschaftliche Realität des Verbrechens: In den Geschichten von Merle Kröger erfährt man davon mehr als in den meisten anderen Kriminalromanen. „Grenzfall“, ihr aktueller Roman, ist einer der unkonventionellsten Krimis der vergangenen Jahre: Geboren aus der Recherche zu einem Dokumentarfilm, realistisch und authentisch, zugleich doch hochfiktional; formal experimentierfreudig, multipolar und vielperspektivisch; lebendig und voller Leben – am Ende möglicherweise sogar mit utopischem Potential. Ein Politkrimi? Gesellschaftsportrait? Abenteuerroman? In jedem Fall: Ein Wurf, das Buch einer wagemutigen Autorin. Ulrich Noller hat mit ihr gesprochen. So,Read More

Posted On November 21, 2012By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Mira Magén: Wodka und Brot

Gesellschaft ohne festen Boden – Gute Bilder erzählen Geschichten. Würde man das Geschehen des Romans „Wodka und Brot“ von Mira Magén in einem Bild konzentrieren, sähe man ein kleines Haus am Dorfrand, eine Mittdreißigerin mit Kind, die nur schemenhaft erkennbare Figur einer 17jährigen, zwei Männer auf dem Sprung, bei denen unklar ist, ob sie kommen oder gehen. Von Ulrich Noller. Amia heißt die Frau mit dem Kind, sie war Managerin einer Bank, ist ausgestiegen, hat ein Haus auf dem Land bezogen, irgendwo nahe Tel Aviv. Gideon, ihr Mann, einst Staranwalt,Read More

Posted On Oktober 24, 2012By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Andrej Iwanov: Hanumans Reise nach Lolland

Eine Geschichte voller Pfeffer – Andrej Iwanovs „Hanumans Reise nach Lolland“ erzählt von den illegal in Europa lebenden Menschen auf eine bislang noch nicht gelesene Weise: bissig, böse, pointiert. Von Ulrich Noller Hanuman träumt eigentlich von Soho, New York. Amerika ist für einen indischen Illegalen in der dänischen Provinz natürlich aber viel zu weit weg. Deshalb träumt Hanuman nebenbei noch einen kleineren Traum, den von der Insel Lolland nämlich, dem „dänischen Ibiza“, wo das Leben so leicht sein soll wie die Frauen schön. Allerdings ist auch Lolland ewig entfernt, wennRead More

Posted On September 19, 2012By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Steven Uhly: Glückskind

Mit Mut und Witz vom Glück erzählt – Was tun, wenn man die Mülltonne öffnet – und einem aus derselben ein frisch geborenes Baby entgegengrinst? Steven Uhly, Münchener Schriftsteller mit deutsch-bengalisch-spanischen Wurzeln, hat in seinem neuen Roman „Glückskind“ aus einer möglichen Antwort eine fabelhafte Geschichte gezaubert. Von Ulrich Noller Nichts zu essen im Haus, Chaos in allen Zimmern, die Müllsäcke stapeln sich, die Klamotten ewig nicht mehr gewechselt und im Kopf eine unendliche Verlorenheit – Hans D. hat sich längst von seinem Leben verabschiedet, als er eines Tages wider WillenRead More

Posted On April 25, 2012By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Sherko Fatah: Ein weißes Land

Hitlers Muselmanen – In seinem Roman „Ein weißes Land“ beleuchtet Sherko Fatah ein besonderes Kapitel der NS-Zeit. Von Ulrich Noller. Wie „multikulturell“ war eigentlich der Nationalsozialismus? Zumindest war diese „deutsche Bewegung“, das belegen historische Untersuchungen ebenso wie Überlieferungen und Geschichten, ethnisch betrachtet deutlich vielfältiger, als es Jahrzehnte lang den Anschein hatte. In vielen Ländern existierten starke faschistische Gruppierungen und NS-freundliche Kollaborateure. In der deutschen Politik der Kriegszeit gab es verschiedenste Ansätze einer Vielvölker-Zusammenarbeit. Bei den Frontkämpfern war zeitweise sogar jeder zehnte Soldat kein Deutscher, darunter Freiwillige aus allen europäischen Ländern,Read More

Posted On April 18, 2012By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Andrea Bajani: Liebe und andere Versprechen

Ein schräger Trip in die Vergangenheit – Die Geschichte wiederholt sich, so lautet eine beliebte These über die Entwicklung der Menschheit. Bewiesen ist das bislang nicht, aber eines ist klar: Die Geschichte wiederholt sich in den Geschichten. Die Historie auszumalen, zu erklären, neu zu denken, umzudeuten – das ist eine der, wie man so sagt, vornehmsten Aufgaben der Literatur. Von Ulrich Noller In diesem Zusammenhang kann man zurzeit einen erstaunlichen Trend beobachten: dass allerorten im globalen Dorf Autoren die psychischen Folgen der Zeit des Zweiten Weltkriegs auf die nachfolgenden GenerationenRead More
Schnittmenge Mexiko – Die Ethnologin und Sachbuchautorin Jeanette Erazo-Heufelder sucht nach der Wahrheit des mexikanischen Drogenkrieges. Und in ihrem literarischen Debüt untersucht sie einen ganz besonderen Kriegsschauplatz. Eine Doppelrezension von Ulrich Noller. Mit den Müttern ist es ja manchmal so eine Sache. Zum Beispiel, wenn sie ihrem längst selbst grau werdenden Sprössling in aller Öffentlichkeit imaginäre Fusseln vom Kragen zupfen. Wenn sie  dem ewigen Filius mit schwieligen Händen das Gesicht umfassen, um ihn nach dem obligatorischen Besuch – möglichst in Anwesenheit seiner neuen Partnerin – mit Mundkuss zu verabschieden. Oder wennRead More