John Byron Tag

Wolfgang Brylla: Erweiterung in alle Himmelsrichtungen Vor einigen Jahren versuchte Stewart King, der sich in der Kriminalliteraturbranche als Experte für den spanischen bzw. lateinamerikanischen Kriminalroman einen Namen machte, auch die sich wenig für unsere Lieblingsgattung begeisternden akademischen Zeitgenossen von der Wichtigkeit der crime fiction studies zu überzeugen. Man solle die Forschung denationalisieren – so ungefähr lautete Kings Credo, der damit im Zeitalter der Globalisierung offene Türen einrannte. Seit seinem Plädoyer für das Krimigenre hat sich die Welt ‚da draußen‘ massiv verändert. Klimakrise, Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt bestimmen zur Zeit die Schlagzeilen undRead More
Lisette Buchholz: Anna Gmeyner – gesucht und gefunden Unter einer majestätischen Blutbuche sitzt eine Frau im Rollstuhl und sieht mir ruhig und aufmerksam entgegen. Im Frühsommer des Jahres 1984 ist Anna Gmeyner 82 Jahre alt, sie lebt in einem Altersheim im englischen York, und unser Treffen findet im Garten dieses Heims statt.  Ein langer Weg hatte zu ihr geführt. 1983 beschloss ich, den persona verlag für unbekannte Texte aus dem deutschen und österreichischen Exil 1933-45 zu gründen. Zu diesem Entschluss hatten Erlebnisse während meiner Studienaufenthalte in Osteuropa beigetragen. Dort warRead More
Unter die Haut/ Under the skin John Byron: The Tribute. Affirm Press, Melbourne 2021. 414 Seiten. So dezidiert habe ich das noch in keinem australischen Buch gelesen: „This book was written on Aboriginal land. Always was, always will be.“ Man stelle sich das bei Steinbeck, Cormac McCarthy, Poe oder Ellroy vor: Dieses Buch wurde auf dem Land der Ureinwohner geschrieben, es wird immer ihres sein und bleiben. Der Respekt, den John Byron (nicht nur) im Nachwort seines Erstlingsromans der Wahrheit zollt, zeichnet sein ganzes Buch aus, beschließt es mit einemRead More