„Er hasst das System – aber er versteht die Russen“ Reminiszenz eines früheren Spiegel-Kollegen an den Osteuropa-Experten Fritjof Meyer und sein immer noch hochaktuelles Buch – von Sebastian Knauer. Fritjof Meyer: Die Mücke im Fell des Bären. Mit einem Vorwort von Michail Gorbatschow. edition Olzog, Lau Verlag, Reinbek 2020. 572 Seiten, 24 Euro. Fritjof Meyer, 92, der langjährige Osteuropaexperte und Auslandsressortleiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, hat 2020 die Bilanz seiner journalistischen Begegnungen in der alten Sowjetunion und der russischen Föderation als opulentes Buch vorgelegt. Bis heute ist es äußerst lesenswert:
Read More KI-Journalismus: Statt »Sagen, was ist« bald »Verkaufen, was ist«? In der Verlagsbranche und Redaktionen wird das Thema Künstliche Intelligenz als Revolution einer ganzen Branche – auch der eigenen – gehypt. Die tieferen Ursachen für die Ablösung des SPIEGEL-Chefredakteurs führen in Richtung Produktmanagement des Nachrichtenmagazins. Soll es nach Rudolf Augstein Diktum »Sagen, was ist« jetzt bald dort heißen: »Verkaufen, was ist«? Und das mit künstlicher Intelligenz? – Ein Text anlässlich der Medientagung des MVFP (Medien Verband Freie Presse), dieses Jahr passenderweise mit dem Motto „Blick nach vorn – 75 Jahre Pressefreiheit“,
Read More Kritischer Analytiker des Dörrzeugs aus dem humanistischen Herbarium Über Christian Schultz-Gersteins Reportagen, Porträts und Glossen im Band „Rasende Mitläufer, Kritische Opportunisten“ – von Peter Münder Er hatte in Hamburg und Tübingen Germanistik und Theologie studiert, als er sich vorzustellen versuchte, wie es mit ihm weitergehen sollte: die absehbaren Stationen „Lehrer, Pension, Tod“ nach dem Staatsexamen erschienen dem 25jährigen Christian Schultz-Gerstein (1945-1987) jedenfalls so unattraktiv, dass er sein Studium abbrach und 1970 als Freier Autor für die „Zeit“ zu schreiben begann. Sein erster Beitrag war eine Kurzrezension über eine Gottfried-Keller-Klassikerausgabe, danach kaprizierte
Read More „Regieanweisungen stehen natürlich präzise an den jeweiligen Stellen“ Eigentlich ist ja schon alles gesagt über den grotesken Fälscherskandal Relotius. Doch wie der freie Spiegel-Autor Juan Moreno trotz aller Widerstände der SPIEGEL-Hierarchie diesen Skandal aufdeckte und die verklärte SPIEGEL-Märchenstunde der bewunderten Edelfeder Relotius beendete, ist beeindruckend. Auch weil er in seinem Buch „Tausend Zeilen Lüge“ aus kritischer Distanz und im größeren Medien-Kontext –Stichwort Fake News – die Auswirkungen einschätzt. – Von Peter Münder. Am Anfang, vor der skandalumwitterten Reportage „Jaegers Grenze“ (27/11/18) von Moreno/ Relotius, war da nur ein eher diffuses, aversives Unbehagen bei
Read More „Ich hatte meine Redakteure fest im Griff“ Heide Sommer arbeitete im Verlauf von fünf Jahrzehnten als Sekretärin für Edelfedern wie Theo Sommer, Joachim Fest, Günter Gaus, Rudolf Augstein, Fritz J. Raddatz sowie für den Dramatiker Carl Zuckmayer, Ex-Kanzler Helmut Schmidt und den Hamburger Opern-Generalmusikdirektor Hans Zender. Sie war nicht nur Stenographin und Tippse, sondern auch erfinderische Organisatorin. Ihr Rückblick „Lassen Sie mich mal machen“ erfasst eine Epoche ohne PC, Smartphone und Fax. Er ist mit kulturkritischen Exkursen garniert und gerät so auch zum spannenden Dokument der Zeitgeschichte. – Von Peter Münder. Die Telefonverbindung zum „Zeit“-Korrespondenten Hansjakob
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