Daniel Kehlmann Tag

Der Fernsehkrimi im deutschen Fernsehen boomt. Ungezählt all die Verbrechen, die jeden Tag auf dem und für den Bildschirm begangen und die fast ausnahmslos in maximal 89 Minuten aufgeklärt werden. Dietrich Leder, der viele Jahre für die „Medienkorrespondenz“ über das Fernsehen schrieb, ehe dieses zweiwöchentliche Periodikum im Dezember 2021 eingestellt wurde, nimmt sich jeden Monat eine Erscheinung des laufenden Krimi-Programms vor und seziert, wie es die Darsteller der Pathologinnen und Pathologen in den Serien versprechen.  „Landkrimi“ von und mit Karl Markowitz – alles andere als Postkarte Auf den ersten Blick fingRead More

Posted On Dezember 6, 2017By Tobias GohlisIn Klassiker Special 2017, Litmag, News, Specials

Tobias Gohlis: Till Eulenspiegel

Tobias Gohlis „Auf alle scheißt er, Ulenspiegel heißt er“ Jedes Kind kennt den absonderlichen Kerl mit der Schellenkappe, der beim Bergaufsteigen singt und weint, wenn er wieder ins Tal muss. Till Eulenspiegel war schon im 17. Jahrhundert so berühmt, dass er einem damals viel gelesenen Literaten im Traum erscheinen musste, um sich gegen üble Nachrede aller Art zu verwahren: „Was habt ihr immerdar mit mir zu schaffen / das ihr mich hin und wider also außschreyet und beschimpffet / als ob gar kein Narr je gewesen wäre / dan ich?“Read More

Posted On Dezember 2, 2016By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Daniel Kehlmann: Du hättest gehen sollen

Mit Escher im Overlook-Hotel Ein schmaler Band nur, wie geschaffen für einen trüben und dunklen Winternachmittag: Daniel Kehlmanns neue Erzählung ist eine Annäherung an das Gruselgenre und spielt mit altbekannten Elementen der phantastischen Literatur. Von Frank Schorneck Eine Familie verbringt die Vorweihnachtszeit in einem abgelegenen Ferienhaus in den Bergen. Der Ich-Erzähler ist ein Drehbuchschreiber, der in der Abgeschiedenheit gegen eine kreative Blockade und die drohende Deadline anschreiben will; seine Frau Susanna, eine Schauspielerin, und die vierjährige Tochter Esther würden hingegen gerne mehr Zeit mit ihm verbringen. Der Gedanke an JackRead More
Idealisierung des großen Hassers: Ein krauses Projekt? Wer liest heute noch Karl Kraus, wer will schon den Mythos vom egomanischen, hyper-polemischen „Fackel“-Herausgeber in diesen Facebook-Google-Twitter-Zeiten wiederbeleben? Ausgerechnet der amerikanische Bestseller-Autor Jonathan Franzen hat sich auf das kontroverse „Kraus-Projekt“ eingelassen Von Peter Münder Der „Korrekturen“-Bestseller-Autor Jonathan Franzen beschreibt seinen nostalgisch verklärten „Blick zurück mit Karl“ im Stil eines Denkmalpflegers, der Risse, Löcher und Einsturzgefahren einer adretten Fassade beflissen ignoriert, weil dies seiner idealisierten Projektion eines Wunderbaus widerspricht. Franzen hatte sich 1982 als Student und Fulbright-Stipendiat in Berlin intensiv mit Kraus (1874-1936)Read More