Arno Schmidt Tag

Ein Mordsspaß um Bob Dylan und Arno Schmidt „Sanft strich der Abendwind durch die Blätter der Blutbuchen, die rings um das Schlosshotel Hohenhaus Wache standen”, sind die ersten Zeilen von „Mord auf Hohenhaus”. Sie harmonieren perfekt mit der Warnung auf dem Cover: „Ein Schlosshotel-Kriminalroman”. Zum Glück hat  mich das nicht abgeschreckt, der Name des Autors hat mich neugierig gemacht. In welche Niederungen des Genres hat sich Gerhard Henschel verirrt? Stammt nicht von ihm die Satire „Sex-Schock – Penis kaputt?“, die richtig Wellen schlug, nachdem Ex-Bild-Herausgeber Kai Diekmann die taz wegen StörungRead More
Vom Glück der Aufklärung und der Allgegenwärtigkeit der Gewalt Alf Mayer hat sich eine eher ungewöhnliche Festschrift angeschaut Gerd Hankel, Susanne Fischer, Wolfgang Knöbl (Hg.): Die Gegenwart der Gewalt und die Macht der Aufklärung. Festschrift für Jan Philipp Reemtsma. Zwei Bände im Schuber, Hardcover mit Fadenbindung und Lesebändchen. Verlag zu Klampen, Springe 2023. Hardcover, 1006 Seiten, 68 Euro. Mit Festschriften ist das so eine Sache, richtig etwas für die breitere Öffentlichkeit sind sie selten. Diese „Festschrift für Jan Philipp Reemtsma“ ist es. „Die Gegenwart der Gewalt und die Macht der Aufklärung“ lautet ihr Titel. Tausend Seiten, zwei Bände imRead More

Posted On September 1, 2019By Alf MayerIn Crimemag, CrimeMag September 2019

„Krazy Kat“ ganz in Farbe

Der Ziegelstein als Liebesbeweis Alf Mayer zu George Herrimans „Krazy Kat. Die kompletten Sonntagsseiten in Farbe 1935–1944“ – ein Comic, der Arno Schmidts Wortklaubereien vorwegnahm „Krazy Kat“ ist vielleicht das Beste, was der Comicstrip je hervorgebracht hat, urteilt der große Kulturkritiker Robert Warshow 1946 in seinem berühmten Buch „Die unmittelbare Erfahrung“ (The Immediate Experience). Er sieht „Krazy Kat“ als idealtypische Ausformung der „Lumpenkultur“. Die Klarheit und Frische, die dieser Anarcho-Strip an den Tag legt, würde auf höheren Graden der kulturellen Skala mit Sicherheit gemindert werden, meint er.Warshow vergleicht den Strip,Read More

Posted On Dezember 2, 2016By Alf MayerIn Bücher, Litmag

Arno Schmidt. Eine Bildbiographie

Glück der Anschauung – Nein, 50 Jahre ist es noch nicht her, dass Arno Schmidt nicht mehr unter uns weilt. Dieser Jahrestag wird am 3. Juni 2029 zu begehen sein. Alf Mayer nimmt es als Versprechen, dass im aktuellsten Band der Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag ganz vorne an prominenter Stelle folgendes Zitat zu finden ist: „Nur beim ersten Überfliegen hört sich ein Satz – wie dieser – absurd an: ich verlange, gesetzgeberisch festzulegen, daß spätestens 50 Jahre nach dem Tode eines Schriftstellers seine Biografie nicht nur erscheinen darf,Read More

Posted On April 22, 2015By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Claude Simon: Der Fisch als Kathedrale. Vier Vorträge

Vorträge eines Avantgardisten über die weltliterarische Moderne – Von Wolfram Schütte Claude Simon, der französische Literaturnobelpreisträger von 1985, ist bei uns wohl nur unter Kennern & Liebhabern der avantgardistischen Literatur bekannt. Und zwar als Autor eigenwillig erzählter & montierter Romane. Des Öfteren kreisen sie um das traumatische Kriegserlebnis des Kavallerieoffiziers Simon. Er überlebte, zusammen mit einem anderen, als einziger die Vernichtung seiner gesamten Kompanie durch die deutschen Truppen am 17. Mai 1940. Die vier Vorträge, die jetzt der Berenberg-Verlag vorgelegt hat, stammen aus dem Nachlass des 2005 gestorbenen Schriftstellers. ErRead More
Schnappschüsse – Eine Auswahl von Briefen Arno Schmidts. Von Wolfram Schütte. Als Teil einer Reihe von Büchern, die den 100. Geburtstag Arno Schmidts am 18. Januar 2014 (siehe CM vom 15.1.) nutzen, um den Autor wieder “ins literarische Gespräch” zu bringen – falls es dergleichen überhaupt noch gibt –, ist Ende des letzten Jahres eine Auswahl von Briefen des 1979 mitten in der Arbeit an seinem vierten Typoskript (“Julia”) gestorbenen Autors erschienen. Die von Susanne Fischer & Bernd Rauschenbach verantwortete Edition der Arno Schmidt Stiftung erscheint in der sehr schönenRead More
Der Einzige & sein Eigentum: Sprache – Ein paar Überlegungen zu Arno Schmidt zu seinem 100. Geburtstag. Von Wolfram Schütte. Das wird dem Autor des “Leviathan” sehr gut getan haben, noch von dem wahrhaft großen Schöpfer von “Berlin Alexanderplatz” oder “Berge, Meere und Giganten” leibhaftig ermutigt worden zu sein. Das war 1951, als Arno Schmidt die erste seiner vier pekuniären Auszeichnungen, die er in seinem Leben erhielt, in Mainz entgegennahm, wo der mittlerweile allerdings katholisch gewordene Döblin Präsident der Akademie war. Sie hatte den literarischen Debütanten zusammen mit drei anderenRead More